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Stadtmarketing im Münsterland

Eine Stärken- und Schwächeanalyse von Stadtmarketing-Konzepten und Massnahmen

Stadtmarketing im Münsterland
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Katja Litsche
  • Abgabedatum: Februar 2002
  • Umfang: 180 Seiten
  • Dateigröße: 1,6 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Gelsenkirchen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6180-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6180-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6180-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Litsche, Katja Februar 2002: Stadtmarketing im Münsterland, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Empirische Analyse/Auswertung, Regierungsbezirk Münster, Stadtmarketing

Diplomarbeit von Katja Litsche

Einleitung:

Der Druck auf Städte und Gemeinden wächst. Unabhängig davon ob es sich um Ober-/Mittel- oder Unterzentren handelt. Städte sind gezwungen, sich dem stetigen Wandel der Rahmenbedingungen, Strukturveränderungen, finanziellen Engpässen, dem Wettbewerb um Fördermittel für Wissenschaft und Technik, der Unzufriedenheit der Bürger, sowie dem Verdrängungswettbewerb zwischen den einzelnen Kommunen in ihrer Region zu stellen und sich neu zu positionieren. Beispielhaft lassen sich einige Punkte aufzählen, die einen kleinen Überblick darüber geben, was eine Stadt leisten muss, um nicht ins „Hintertreffen“ zu geraten. Da wäre zum einen die Ansiedlung und Bindung von Großunternehmen an die Stadt zu nennen, zum anderen die Werbung von Touristen und das bessere Angebot in Sachen Kultur, Bildung, Freizeit und Sport gegenüber der Nachbargemeinde. Dabei beschränkt sich der Wettbewerb der Städte und Regionen nicht länger auf die nationale Ebene. ”Er hat vielmehr mit der Öffnung Mittel- und Osteuropas neue Dimensionen angenommen.“.

Mögliche Hilfe soll den Akteuren einer Stadt ein Instrument aus der Privatwirtschaft leisten: Marketing. Stadtmarketing als Allheilmittel für kommunale Problemzonen? Seit Anfang der Achtzigerjahre sind Stadtmarketing, City-Marketing und Citymanagement bei Wissenschaftlern wie auch bei Praktikern in den Städten in der Diskussion und in der Umsetzung. In dieser Zeit wurde Stadtmarketing auch in Deutschland populär und Städte und Gemeinden haben die Herausforderung begriffen und wagten erste Schritte in Richtung Werbung, Verkauf und Public Relations. Seit Beginn der Neunzigerjahre hat Stadtmarketing als innovatives Instrument der Stadtentwicklung Konjunktur. Verdeutlicht wird der Trend durch eine Umfrage des Deutschen Instituts für Urbanistik (DIFU). Die ergab, dass in Berlin 1996 bereits 80% der Städte und Gemeinden mit mehr als 10.000 Einwohnern, Stadtmarketing in verschiedener Form als Instrument der Stadtentwicklung einsetzen oder dieses planen. „Was aktuell unter dem Stichwort Stadtmarketing thematisiert wird, ist eineganzheitliche, strategische Entwicklung der Stadt.“ Doch schon bei der grundlegenden Definition von Stadtmarketing gehen die Meinungen weit auseinander. Verfolgen die einen den oben genannten ganzheitlich, kooperativen Ansatz von Stadtmarketing, versehen andere ihre Aktivitäten nur mit dem „Etikett“ Stadtmarketing, hinter dem sich ganz andere Zielsetzungen verbergen.

Gang der Untersuchung:

Ziel des Teil I der Diplomarbeit ist es, eine nachhaltige Stärken- und Schwächen-Analyse von Stadtmarketingkonzepten und -maßnahmen im Münsterland durchzuführen. Dafür wurden die 65 Städte und Gemeinden, die den Münsterländischen Kreisen Borken, Coesfeld, Steinfurt und Warendorf angehören und die kreisfreie Stadt Münster im Regierungsbezirk Münster gebeten, einen speziell dafür entworfenen Fragebogen zu beantworten. Die ermittelten Daten bilden somit die Basis für die Untersuchung.

Die vorliegende quantitative Untersuchung (pre-test), kann allerdings nur ein erster Schritt sein will man sich ein Bild von dem tatsächlichen Stand der Umsetzung von Stadtmarketing-Konzepten machen. Deshalb werden in einem II. Teil dreizehn Städte und Gemeinden des Münsterlandes differenzierter untersucht. In dem zweiten Teil werden intensive Experteninterviews mit Personen aus der Wirtschaft, der Verwaltung und Werbegemeinschaften geführt, die noch detaillierter zum Thema Stadtmarketing in ihrer Stadt berichten können. Weiterhin können die Angaben, welche die Befragten zum Teil in der ersten Untersuchung gemacht haben, erläutert werden. Der pre-test ist zum Großteil standardisiert, um so die gemachten Aussagen vergleichbar zu machen. Infolge dessen kann die örtlich vorherrschende Situation in den einzelnen Städten und Gemeinden nur grob erfasst werden.

Die Städte und Gemeinden, die im Teil II detaillierter untersucht werden sollen, wurden in Absprache mit der Industrie- und Handelskammer zu Münster ausgewählt. Sie wurden aufgrund der Aussagen, die bei der Voruntersuchung getätigt wurden ermittelt und in Gruppen eingeteilt. Hierbei war das Hauptauswahlkriterium das Vorhandensein, das Fehlen und das Planen eines Stadtmarketing in den betreffenden Kommunen.

Im 2. Kapitel wird der Regierungsbezirk Münster, das Münsterland und das Westmünsterland näher betrachtet. Die vier Kreise mit ihren fünfundsechzig Städten und Gemeinden und die kreisfreie Stadt Münster sollen kurz vorgestellt werden. Weiterhin werden die Städte Bocholt und Ibbenbüren in einem Kurzporträt vorgestellt, da diese zwei Mittelzentren bereits in diesem Teil der Diplomarbeit, mit Hilfe von Experteninterviews näher untersucht werden.

Eine Einführung in das Stadtmarketing und eine Erläuterung relevanter Begriffe, Definitionen, Zielgruppen und Ziele von Stadtmarketing werden im Kapitel 3 gegeben.

Da der Ablauf eines Stadtmarketing-Prozesses bzw. dessen Planung und Organisation von besonderer Bedeutung ist, wird im Kapitel 4 explizit auf die Phasen die ein Stadtmarketing Idealerweise durchlaufen sollte eingegangen.

Das Kapitel 5 beschreibt verschiedene Finanzierungsarten und Möglichkeiten der Institutionalisierung von Stadtmarketing.

Die Frage nach der Informationsgewinnung und der Vorgehensweise bei der Befragung zum Thema Stadtmarketing im Münsterland wird im Kapitel 6 beantwortet.

Im Kapitel 7 wird eine Voruntersuchung (pre-test) geleistet. Angeschrieben wurden alle sechsundsechzig Städte und Gemeinden des Münsterlandes und Westmünsterlandes im Regierungsbezirk Münster. Der Focus liegt dabei auf der Auswertung, der Analyse und der Darstellung der Fragebogenergebnisse.

Im Folgenden werden im Kapitel 8 die durchgeführten Einzelinterviews und die Ergebnisse präsentiert. Hierzu wurden die Städte Bocholt und Ibbenbüren ausgesucht, die in der Art und Weise, wie sie Stadtmarketing praktizieren eine besondere Stellung einnehmen. Sie sollen somit beispielhaft herausgestellt werden. Auch hier stehen die gewonnenen Ergebnisse und die Darstellung der Experteninterviews im Mittelpunkt.

Abschließend werden die Ergebnisse der Untersuchung und die daraus gewonnenen Handlungsempfehlungen und Anregungen, die Chancen und Risiken, im Kapitel 9, in einer Zusammenfassung dargestellt.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis VI
Tabellenverzeichnis VIII
Abkürzungsverzeichnis X
1. Einleitung, Problemstellung und Aufbau der Arbeit 1
2. Der Regierungsbezirk Münster – Das Münsterland 5
2.1 Struktur und Lage des Regierungsbezirks Münster 5
2.2 Das Münsterland 6
2.3 Das Münsterland und seine Teilräume 7
2.3.1 Die kreisfreie Stadt Münster 7
2.3.2 Der Kreis Borken 7
2.3.3 Der Kreis Coesfeld 9
2.3.4 Der Kreis Steinfurt 10
2.3.5 Der Kreis Warendorf 11
2.3.6 Die Städte Bocholt und Ibbenbüren 12
3. Einführung in das Stadtmarketing 14
3.1 Definition von Marketing 14
3.2 Stadtmarketingplanung 16
3.3 Stadtmarketing – Inhaltliches Verständnis 19
3.3.1 Die Ausgangssituation 19
3.3.2 Definitorische Grundlage von Stadtmarketing 20
3.3.3 City-Marketing 20
3.3.4 Standortmarketing 21
3.3.5 Regionalmarketing 21
3.3.6 Ganzheitlicher, kooperativer Stadtmarketingansatz 22
3.4 Die Kunden, die Zielgruppe und die Akteure eines Stadtmarketing 23
3.5 Stadtmarketing und seine Ziele 24
4. Phasen des Stadtmarketing-Prozesses 27
4.1 Der Grundgedanke 27
4.2 Die Phasen 28
4.3 Dauer des Stadtmarketing-Prozesses 35
5. Finanzierung und Institutionalisierung von Stadtmarketing 36
5.1 Die Finanzierung von Stadtmarketing 36
5.2 Die Institutionalisierung und Organisationsstruktur von Stadtmarketing 37
5.2.1 Die lokale Stadtverwaltung 38
5.2.2 Der eingetragene Verein (e.V.) 39
5.2.3 Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) 40
5.2.4 Der Arbeitskreis, die Arbeitsgruppe 41
5.2.5 Die Gesellschaft des bürgerlichen Rechts (GbR) 41
6. Die Informationsgewinnung und die Vorgehensweise 42
6.1 Die Stadtmarketing-Befragung im Münsterland Methodik der Befragung 42
6.2 Erhebung von Daten 44
6.2.1 Die Dokumentenanalyse 44
6.2.2 Der Fragebogen 44
6.2.3 Das Einzelinterview 45
6.2.4 Das Telefoninterview 46
6.3 Themengebiete des Fragebogens 46
7. Auswertung der Befragung zum Thema Stadtmarketing im Münsterland 49
7.1 Stadtmarketing im Münsterland 51
7.1.1 Beginn von Stadtmarketing-Aktivitäten im Münsterland 55
7.1.2 Stadium der Stadtmarketing-Prozesse 57
7.2 Initiatoren von Stadtmarketing 60
7.3 Gründe für die Einführung von Stadtmarketing 62
7.4 Organisationsstruktur und Rechtsform des Stadtmarketing 66
7.5 Ansiedlung bei der Stadtverwaltung 70
7.6 Die Finanzierung von Stadtmarketing 73
7.7 Die Budgets 76
7.8 Zusammenarbeit der Akteure 80
7.8.1 Gründe für eine erfolgreiche Kooperation 83
7.8.2 Mängel in einer Kooperation 85
7.9 Einbindung externer Beratung 88
7.10 Stadtmarketing-Analysen 92
7.11 Handlungsträger und Pflichtpartner 95
7.12 Leitbild und Slogan 99
7.13 Aktivitäten und Highlights im Stadtmarketing-Prozess 104
7.14 Bevölkerungsresonanz 107
7.15 Probleme im Stadtmarketing-Prozess 110
7.16 Das Controlling 112
7.17 Verzicht auf Stadtmarketing in der Kommune 113
7.18 Voraussichtlicher Beginn von geplanten Stadtmarketing-Prozessen 115
7.19 Erwartungen an ein Stadtmarketing 116
8. Face-to-face Experteninterviews zum Thema Stadtmarketing in Bocholt und Ibbenbüren 119
8.1 Experteninterviews mit Vertretern der Stadt Bocholt 119
8.2 Experteninterviews mit Vertretern der Stadt Ibbenbüren 129
9. Zusammenfassung und Empfehlungen 142
Literaturverzeichnis Seite 160
Anhang

Automatisiert erstellter Textauszug:

Diese Frage wurde von den Befragten nur unzureichend beantwortet. Die Gründe dafür sind nicht erkennbar. Dennoch erfolgte eine Darstellung der wenigen vorhandenen Daten, um eine ungefähre Aussage über die finanziellen Mittel der Städte und Gemeinden treffen zu können. In der folgenden Grafik sind alle Städte aufgeführt, die Angaben zu dieser Frage gemacht haben. Die 16 Städte und Gemeinden haben Angaben zum Vorjahr, zum aktuellen und zukünftigen Jahr gemacht. Einige der Städte konnten aufgrund der Einführung von Stadtmarketing im Jahr 2001, keine Angaben zum Vorjahr tätigen, so dass an dieser Stelle das Kästchen schraffiert wurde.88 Die Kosten, die jährlich für Stadtmarketing im Münsterland investiert werden, liegen zwischen 510 € und 410.000 €. Um eine Vergleichbarkeit herzustellen, wurde das Budget auf die Einwohner der Städte und Gemeinden bezogen. Der Median der Nennungen liegt hier bei 2,13 € pro Einwohner. Durchschnittlich beträgt das Jahresbudget 2,76 € pro Einwohner. Zu beachten ist, dass es eine große Spannweite gibt. Die Stadt Coesfeld stellte für ihren Prozess 11,40 € pro Einwohner zur Verfügung, wohingegen die Stadt Telgte nur 0,03 € pro Einwohner ausgab.89 Dass mit einem derart geringen Budget wie dem der Stadt Telgte, eine Stadt oder Gemeinde nicht veränderbar ist, steht wohl außer Frage. Die Bemühungen, die dann aufgrund mangelnder finanzieller Mittel scheitern, sind in den Augen der Zielgruppen und Beteiligten wohl eher ein Tropfen auf den heißen Stein und Stadtmarketing wird als Instrument der Stadtentwicklung disqualifiziert. [...]

Einige Städte finanzieren ihr Stadtmarketing durch Mitgliedsbeiträge. Die sind im Allgemeinen nicht sehr hoch und können auf Dauer kein finanziell stabiles Fundament für Stadtmarketing sein. Fördergelder vom Bund oder vom Land werden kaum zur Verfügung gestellt. Nur jede fünfte Kommune bekommt für den Bereich Kommunikation und Kooperation einen Zuschuss vom Land. Für die anderen Bereiche sieht es in bezug auf Fördergelder noch schlechter aus. Unter „Sonstiges“ gaben die Befragten als Finanzierungsart private Investitionen und die Unterstützung durch einen örtlichen Verein, die sich wahrscheinlich auf Mitgliedsbeiträge beschränkt, an. Mit der Größe der Stadt differiert die Finanzierung von Stadtmarketing. Größere Städte finanzieren das Stadtmarketing eher durch Mitgliedsbeiträge und Verwaltung als kleinere Städte. Diese wiederum [...]

verbirgt sich zum einen die Finanzabteilung und die Kämmerei und zum anderen der Fachbereich Service & Marketing. Eine eigenständige Abteilung oder einen Eigenbetrieb haben nur zwei Kommunen für die Organisation ihres Stadtmarketing gegründet. Das ist zum einen die Stadt Ibbenbüren mit einer eigenständigen Abteilung und zum anderen die Stadt Münster mit einem Eigenbetrieb, die beide Tochtergesellschaften der Stadtverwaltungen sind. Interessant ist unter dem Blickwinkel der Differenzierung nach der Stadtgröße: Stadtmarketing ist bei den kleineren Städten eher bei der Wirtschaftsförderung oder der Presseabteilung angesiedelt. Die größeren Städte verankern den Prozess eher bei der Stadtentwicklung/- planung oder als eine Stabstelle. Die Federführung liegt bei der Mehrzahl (42 Prozent) der Städte und Gemeinden eindeutig bei der/dem Bürgermeister/in. Für fast jede/n zweite/n Bürgermeister/in ist Stadtmarketing „Chefsache“, das bedeutet, dass Stadtmarketing an zentraler Stelle angesiedelt ist. Dennoch sollte darauf geachtet werden, dass der Prozess nicht ausschließlich von der Verwaltung angeregt wird. Die Presseabteilungen der Kommunen sind zu einem Fünftel mit den inhaltlichen Aspekten von Stadtmarketing beschäftigt. Wurde auf der organisatorischen Ebene Stadtmarketing zu 29 Prozent bei der Wirtschaftsförderung angesiedelt, ist die Wirtschaftsförderung auf der inhaltliche Ebene mit 16 Prozent bei der Ansiedlung von Stadtmarketing eher letzte Wahl. Wie oben schon erwähnt, hat lediglich eine Stadt eine eigenständige Abteilung oder einen Eigenbetrieb gegründet, was entsprechend auch für die Federführung gilt. Sowohl auf der inhaltlichen Ebene, als auch auf der organisatorischen Ebene schneidet die Stadtentwicklung mit nur einer Nennung als eher nicht geeignet ab. Die Angaben unter Sonstiges decken sich mit denen, die auch auf der organisatorischen Ebene gemacht wurden. [...]

Arbeit zitieren:
Litsche, Katja Februar 2002: Stadtmarketing im Münsterland, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Empirische Analyse/Auswertung, Regierungsbezirk Münster, Stadtmarketing

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