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Stabilitätspolitik in Transformationsländern und ihre Auswirkungen auf die Währungspolitik

Stabilitätspolitik in Transformationsländern und ihre Auswirkungen auf die Währungspolitik
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Mario Wandsleb
  • Abgabedatum: Oktober 2000
  • Umfang: 95 Seiten
  • Dateigröße: 668,2 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Friedrich-Schiller-Universität Jena Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5653-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5653-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5653-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Wandsleb, Mario Oktober 2000: Stabilitätspolitik in Transformationsländern und ihre Auswirkungen auf die Währungspolitik, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Inflation Targeting, Geldpolitik, Währungssystem, Wechselkurssystem, Transformation

Diplomarbeit von Mario Wandsleb

Einleitung:

Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre fand in den osteuropäischen und vielen asiatischen Staaten ein radikaler politischer und wirtschaftlicher Umbruch statt. Mit dem Fall der kommunistischen Regimes wurde auch die bisherige Wirtschaftsordnung in Frage gestellt. Es setzte eine Transformation der zentral geplanten Wirtschaftssysteme hin zu marktwirtschaftlich orientierten Wirtschaftsordnungen ein.

Die Transformationsphase war und ist durch hohe Inflation und starke Schwankungen des gesamtwirtschaftlichen Produktionsniveaus gezeichnet. Verschiedene Stabilitätsprogramme wurden aufgelegt, um diese Instabilitäten zu bekämpfen. Ein Kernbestandteil von Stabilitätsprogrammen ist die Währungspolitik. Währungspolitik setzt den monetären Rahmen für die außenwirtschaftlichen Beziehungen und beinhaltet Maßnahmen zur Regulierung des Außenwertes der Währung. Da die meisten Länder zu Beginn der Transformation die Konvertibilität ihrer Währung zuließen, steht heute vor allem die Wechselkurspolitik im Mittelpunkt des Interesses.

Das Ziel dieser Arbeit ist es, verschiedene Stabilitätskonzepte auf ihre Effektivität bei der nachhaltigen Bekämpfung hoher Inflationsraten in Transformationsländern zu überprüfen. Die einzelnen Stabilitätskonzepte beinhalten implizit wechselkurspolitische Vorgaben. Die Analyse der Stabilitätskonzepte erlaubt es letztendlich, eine Empfehlung für die zukünftige Ausgestaltung der Wechselkurspolitik zu geben.

Es lassen sich mikroökonomisch und makroökonomisch fundierte Stabilitätskonzepte unterscheiden. Die mikroökonomischen Alternativen setzen bei den Akteuren im marktwirtschaftlichen System, den Haushalten und Unternehmen, an. Zu ihnen zählen Lohnindexierungen und Einkommenspolitik. In dieser Arbeit werden nur makroökonomische, und im speziellen, geldpolitische Stabilisierungsvarianten untersucht. Das vorrangige Ziel dieser Stabilisierungsmaßnahmen ist die Rückführung der Inflation. Ferner basieren alle untersuchten Stabilitätskonzepte auf einer Regelbindung. Regelbindungen beschränken die Handlungsfreiheit von Geldpolitikern und sind äquivalent mit dem Festlegen einer langfristigen geldpolitischen Strategie.

Gang der Untersuchung:

Kapitel zwei erläutert die Grundlagen der Stabilitätspolitik anhand der Primärziele Preisniveaustabilität und hohe Beschäftigung. Werden die Primärziele verfehlt, entstehen Kosten. Arbeitslosigkeit ist mit persönlichen Kosten, z.B. Prestigeverlust und mit dem Rückgang des Einkommens verbunden. Die Kosten der Inflation bestehen in Effizienzverlusten durch suboptimalen Ressourceneinsatz, Umverteilungseffekten und dem Rückgang der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der inländischen Industrie. Um die Primärziele zu erreichen, stehen der Wirtschaftpolitik die Instrumente der Geld- und der Fiskalpolitik zur Verfügung. Nachdem die Instrumente benannt wurden, wird die Vorteilhaftigkeit von Regelbindungen als Alternative zum freien Einsatz der Instrumente herausgestellt.

Das dritte Kapitel beschreibt die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in den Transformationsländern seit Beginn des Umwandlungsprozesses. Ein besonderes Merkmal während der Transformation ist die hohe Instabilität von Preisniveau und gesamtwirtschaftlicher Produktion. Die Ursachen der Inflation liegen in transformationsspezifischen Anpassungsprozessen und werden gesondert dargestellt. Trotz erheblicher Transformationsfortschritte bestehen noch immer erhebliche Marktineffizienzen, die den Strukturwandel behindern. Diese betreffen die Preis- und Lohnflexibilität, den unterentwickelten Finanzsektor und die in einigen Ländern geringe Kapitalmobilität.

Kapitel vier analysiert die einzelnen stabilitätspolitischen Konzepte unter der Prämisse der Anwendbarkeit für Transformationsländer. Es wird deutlich, daß alle untersuchten Regelpolitiken nur unter bestimmten Voraussetzungen die Inflation wirksam bekämpfen können.

Kapitel fünf faßt die Ergebnisse der Arbeit zusammen und leitet eine Empfehlung für die Ausgestaltung des Wechselkursregimes der Transformationsländer ab.

Inhaltsverzeichnis:

INHALTSVERZEICHNIS I
TABELLENVERZEICHNIS III
ABBILDUNGSVERZEICHNIS IV
1. ZIELSETZUNG UND VORGEHENSWEISE 1
2. GRUNDLAGEN DER STABILITÄTSPOLITIK 3
2.1 Ziele der Stabilitätspolitik 3
2.2 Die Kosten der Instabilität 4
2.2.1 Kosten beim Verfehlen des Beschäftigungsziels 4
2.2.2 Kosten der Instabilität des Preisniveaus 5
2.3 Instrumente der Stabilitätspolitik 7
2.3.1 Instrumente der Geld- und Fiskalpolitik 8
2.3.2 Der optimale Instrumenteneinsatz 8
2.3.3 Diskretionäre vs. regelgebundene Stabilitätspolitik 11
3. DIE TRANSFORMATION AUS STABILITÄTSPOLITISCHER SICHT 15
3.1 Probleme auf dem Weg zu einer marktorientierten Wirtschaftsordnung 15
3.2 Makroökonomische Entwicklung im Rückblick 16
3.2.1 Die „Transformations-Rezession“ 17
3.2.2 Die Transformationsstaaten erholen sich 19
3.2.3 Der Aufschwung kommt ins Stocken 20
3.3 Inflationsursachen 21
3.3.1 Budgetdefizite 22
3.3.2 Reallohnsteigerungen 22
3.3.3 Aufwertung des realen Wechselkurses 23
3.3.4 Anpassung relativer Preise 24
3.4 Marktinflexibilitäten 24
3.4.1 Preisflexibilität 25
3.4.2 Lohnflexibilität 26
3.4.3 Der Finanzsektor 27
3.4.4 Kapitalmobilität 27
3.5 Zusammenfassung 29
4. STABILITÄTSPOLTISCHE ALTERNATIVEN IN TRANSFORMATIONSLÄNDERN 31
4.1 Wechselkursstabilisierung 31
4.1.1 Wechselkursbindung und Inflation 31
4.1.2 Mögliche Formen der Wechselkurs-Stabilisierung 32
4.1.3 Das Stabilitätsprogramm 35
4.1.4 Reale Schocks 39
4.1.5 Voraussetzungen für erfolgreiche Wechselkursstabilisierung 40
4.1.6 Wechselkursstabilisierung in ausgewählten Transformationsländern 43
4.1.7 Zusammenfassung und Bewertung 46
4.2 Geldmengenstabilisierung 47
4.2.1 Die Geldmenge und Inflation 47
4.2.2 Geldmengenregeln 48
4.2.3 Das Stabilitätsprogramm 49
4.2.4 Reale Schocks 51
4.2.5 Probleme der Geldmengenstabilisierung in Transformationsländern 52
4.2.6 Geldmengensteuerung in Slowenien 55
4.2.7 Zusammenfassung und Bewertung 57
4.3 Inflation Targeting 58
4.3.1 Abgrenzung zum Geldmengenziel und Anpassungsmechanismen 59
4.3.2 Vorraussetzungen für Inflation Targeting 61
4.3.3 IT in der Tschechischen Republik 64
4.3.4 Zusammenfassung und Bewertung 66
5. ZUSAMMENFASSUNG UND POLITIKEMPFEHLUNGEN 68
ANHANG I V
ANHANG II XIII
ANHANG III XVI
LITERATURVERZEICHNIS XVII

Automatisiert erstellter Textauszug:

Stabilitätsprogramm wurde wie geplant durchgeführt, die Leistungsbilanz ist wieder ausgeglichen, aber wegen rigider Preise bleibt der reale Wechselkurs überbewertet (Punkt D). Sind die Kosten der realen Aufwertung, gemessen in Produktions- und Beschäftigungsverlusten, hoch und erwarten die Marktteilnehmer, daß die Regierung nicht bereit ist, diese Kosten auf Dauer hinzunehmen, kommt es schließlich zu einer spekulativen Attacke.1 Spekulanten verkaufen die inländische Währung in der Annahme einer zukünftigen Aufgabe der aktuellen Wechselkursparität oder gar der völligen Freigabe des Wechselkurses. Nach der Abwertung können sie die Währung zu einem günstigeren Kurs zurückkaufen. Die zweite Situation tritt ein, wenn die Regierung versucht, die durch das Leistungsbilanzdefizit ausgelöste monetäre Kontraktion zu verhindern. Wie beschrieben, nehmen dann die Währungsreserven kontinuierlich ab. Wird für die Marktteilnehmer absehbar, daß die Regierung nicht bereit ist, mittelfristig eine ausgeglichene Leistungsbilanz zu zulassen, kommt es wiederum zu einer spekulativen Attacke. Die Märkte erwarten, daß die Währungsreserven aufgebraucht werden und spätestens dann die bestehende Wechselkursparität aufgegeben werden muß.2 Die Analyse der Anpassungsvorgänge bei der Einführung eines [...]

Ausgangsgleichgewichtes (Punkt B) sind einer kritischen Prüfung an den spezifischen Umständen in den Transformationsländern zu unterziehen. Aus Abschnitt 3.4.1 ist bekannt, daß in den Transformationsländern von nach unten starren Preisen auszugehen ist. Somit ist eine „schnelle“ Rückkehr zu Punkt B nicht zu erwarten. Ein „langsamer“ Anpassungsprozeß ist aber noch immer möglich. Die Preissteigerungen der nichthandelbaren Güter müssen nur geringer ausfallen als die der Handelbaren. Somit würde sich das relative Preisverhältnis von handelbaren und nichthandelbaren Gütern verbessern und eine allmähliche Abwertung des realen Wechselkurses tritt ein. Der Balassa-Samuelson-Effekt, der nachweislich in den Transformationsländern wirksam ist, verhindert aber eine solche „langsame“ Anpassung. Er kann die reale Aufwertung sogar noch verstärken. Langfristig wird Strukturwandel einsetzen und Kapazitäten im Sektor für nichthandelbare Güter abgebaut und im Sektor für handelbare Güter neu geschaffen werden.3 Kurzfristig jedoch ist die Volkswirtschaft auf Punkt D gefangen.1 [...]

37 nichthandelbare Güter verläuft weiter ungebremst. Der reale Wechselkurs wertet auf und es wird Punkt C erreicht. Die Veränderung der relativen Preise mündet in eine schlechtere Wettbewerbsposition des Sektors für nichthandelbare Güter. Das Angebot in diesem Sektor übersteigt die Nachfrage. Die Gesamtnachfrage hat sich zugunsten der Importe verschoben. Das Handelsbilanzdefizit sorgt für eine steigende Nachfrage nach Devisen und eine Reduktion der Währungsreserven. Die Geldmenge verringert sich und bewirkt den Rückgang der Absorption und eine Ausweitung des Angebotsüberschusses auf dem Markt für nichthandelbare Güter.1 Im Zuge der Reduktion der inländischen Nachfrage nehmen auch die Importe ab, bis sich letztendlich wieder ein Handelsbilanzgleichgewicht eingestellt hat (Punkt D). Im Idealzustand sinken jetzt die Preise der nichthandelbaren Güter aufgrund des großen Angebotsüberhanges. Die Wettbewerbsfähigkeit dieses Sektors verbessert sich, und der reale Wechselkurs steigt. Die gesunkenen Preise führen zu einer erhöhten Nachfrage nach nichthandelbaren Gütern, und Punkt B kann wieder, aber jetzt mit einer niedrigeren Inflationsrate, erreicht werden.2 Besonders die letzten Anpassungsschritte zur Wiedererreichung des [...]

Arbeit zitieren:
Wandsleb, Mario Oktober 2000: Stabilitätspolitik in Transformationsländern und ihre Auswirkungen auf die Währungspolitik, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Inflation Targeting, Geldpolitik, Währungssystem, Wechselkurssystem, Transformation

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