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Stabilität antizyklischer Strategien am schweizerischen Aktienmarkt

Stabilität antizyklischer Strategien am schweizerischen Aktienmarkt
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Roger Rüdisüli
  • Abgabedatum: August 1999
  • Umfang: 75 Seiten
  • Dateigröße: 1,2 MB
  • Note: 1,5
  • Institution / Hochschule: Universität St. Gallen Schweiz
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6992-4
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6992-4 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6992-4 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Rüdisüli, Roger August 1999: Stabilität antizyklischer Strategien am schweizerischen Aktienmarkt, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Value Investing, Portfoliomanagement, Warren Buffet, Anlagestrategien, Anlagen

Diplomarbeit von Roger Rüdisüli

Einleitung:

Welcher Anleger wünscht sich nicht, Aktienkurse prognostizieren zu können und damit am Aktienmarkt systematisch Geld zu verdienen? Die Realität hat aber so manchen, der sich im Besitz eines Informationsvorsprunges oder einer ausgeklügelten Handelsstrategie wähnte, eines Besseren belehrt. Auch die Theorie enttäuscht die Anleger, denn sie beantwortet die Frage der Voraussagbarkeit von Aktienpreisen mit einem klaren „Nein“. Aktienkurse sind effizient und damit nicht prognostizierbar. Trotzdem scheint vor allem in der Praxis, wo ein Heer von Spezialisten laufend Unternehmens- und Chartanalysen sowie Marktberichte erstellt, die Prognostizierbarkeit von Aktien ein Thema zu sein.

„You don’t make money by investing in a good company....You make money by investing in a company that is better than the market thinks.“ Robert W. Vishny 1997 Eine Gruppe von Handelsstrategien, mit denen Anleger ihr Glück versuchen, ist antizyklisch, d.h. beruht auf dem Glauben, dass man gegenteilig zur grossen Masse investieren soll, um Überrenditen erzielen zu können. Eine dieser antizyklischen Strategien, die in dieser Untersuchung empirisch überprüft werden soll, besteht darin, dass man Aktien mit tiefen Preisen im Verhältnis zu Fundamentalgrössen wie Gewinn, Cash Flow, Buchwert oder Dividenden kauft. Solche Strategien nennt man üblicherweise Value-Strategien, die zur Kategorie der Fundamentalanalyse gehören. Sie gehen davon aus, dass aktuelle Börsenkurse von gewissen Firmen unter dem wahren, mittels fundamentalen Faktoren bestimmten Wert liegen. Das Gegenteil davon sind Growth-Strategien, die darauf beruhen, dass man Aktien mit hohen Preisen relativ zu diesen Fundamentalgrössen kauft.

Die Durchsicht der bestehenden Literatur zu antizyklischen Investitionsstrategien lässt erkennen, dass im Gegensatz zur breiten Diskussionsbasis in den USA für die europäischen Märkte im allgemeinen und die Schweiz im speziellen nur eine sehr dünne Daten- und Studiengrundlage vorhanden ist. Zudem sind Datenbasis, Methodik und Untersuchungszeitraum der in der Schweiz bisher durchgeführten Studien so unterschiedlich, dass eine generelle Aussage zur Existenz von Value-Effekten in der Schweiz sehr schwer fällt.

Aus diesen Gründen sollen in der vorliegenden Untersuchung folgende Fragen erörtert werden:

Was versteht man unter der Value-Strategie und wie grenzt sich diese von anderen Handelsstrategien, die auf relativen Bewertungsanomalien beruhen, ab?

Welche Untersuchungen zu diesem Thema existieren bereits und welche Erklärungsansätze für den Erfolg von Value-Strategien sind bekannt?

Können mit der Value-Strategie am Schweizer Aktienmarkt Überrenditen erzielt werden? Falls ja, sind sie statistisch signifikant, über lange Zeiträume hinweg stabil und auch ökonomisch verwertbar?

Welche Strategie, die auf einem der vier fundamentalen Faktoren P/E-, P/CF-, P/B und P/D-Ratio beruht, ist am erfolgreichsten? Lassen sich mit Strategien, die auf mehr als einem fundamentalen Faktor beruhen, höhere Überrenditen erzielen?

Sind Value-Aktien risikoreicher als Growth-Aktien? Welche Ergebnisse erzielen Value-Strategien bei Risikoadjustierung?

Aufbau der Arbeit und Vorgehen:

Im Rahmen der theoretischen Grundlagen sollen im Kapitel 2 die Effizienzmarkthypothese (EMH) sowie das Capital Asset Pricing Modell (CAPM) behandelt werden. Im gleichen Kapitel wird auch eine Übersicht über die unterschiedlichen Bewertungsanomalien und über die zur Bildung der Value- und Growth-Portfolios benützten fundamentalen Faktoren gegeben. Im darauffolgenden dritten Kapitel werden die grundlegenden Untersuchungen der Value-Strategien, welche die relativen Bewertungsanomalien auszunützen versuchen, mit möglichen Erklärungsansätzen vorgestellt. Im vierten Kapitel werden dann die bisher für den Schweizer Aktienmarkt durchgeführten Untersuchungen beschrieben. Mit der empirischen Untersuchung von antizyklischen Strategien, die auf fundamentalen Faktoren beruhen, folgt der Schwerpunkt dieser Arbeit im Kapitel 5. Am Anfang dieses Kapitels werden die Datenbasis, die Methodik und auch die Vorgehensweise beschrieben. Danach werden die empirisch errechneten Ergebnisse ausführlich dargestellt und diskutiert. Kapitel 6 bildet mit einer kurzen Zusammenfassung, den Schlussfolgerungen und einem kurzen Ausblick auf mögliche weitere Forschungsschwerpunkte sowie Konsequenzen für die Praxis den Schluss.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis i
Tabellenverzeichnis ii
Gleichungsverzeichnis ii
Abkürzungsverzeichnis iii
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung und Zielsetzung 1
1.2 Aufbau der Arbeit und Vorgehen 2
2. Grundlagen 3
2.1 Markteffizienzhypothese und Capital Asset Pricing Model 3
2.1.1 Markteffizienzhypothese 3
2.1.2 Capital Asset Pricing Model 4
2.2 Bewertungsanomalien 6
2.2.1 Relative Bewertungsanomalien 6
2.2.2 Absolute Bewertungsanomalien 6
2.2.3 Aktienkurszyklen 7
2.3 Fundamentale Faktoren 7
3. Maßgebende Studien an Internationalen Aktienmärkten 9
3.1 Aktienkurszyklen 9
3.1.1 Overreaction-Effekt 9
3.1.2 Underreaction-Effekt 10
3.2 Value vs. Growth 11
3.2.1 Price/Earnings-Effekt 11
3.2.2 Price/Cash Flow-Effekt 11
3.2.3 Price/Book-Effekt 12
3.2.4 Price/Dividend-Effekt 12
3.3 Gründe und Erklärungen 13
3.3.1 Daten-/Methodik-Fehler 13
3.3.2 Risiko 14
3.3.3 Überreaktion 15
3.3.4 Institutionelle Gründe bzw. Anlagehorizont 15
3.4 Stabilität von Anomalien 16
4. Frühere Studien am Schweizer Aktienmarkt 18
4.1 Aktienkurszyklen 18
4.2 Price/Earnings-Effekt 19
4.2.1 P/E-Untersuchung von Theurillat (1996) 19
4.2.2 P/E-Untersuchung von Fama/French (1998) 20
4.2.3 Bewertung 21
4.3 Price/Cash Flow-Effekt 21
4.4 Price/Book-Effekt 22
4.4.1 P/B-Untersuchung von Capaul/Rowley/Sharpe (1993) 22
4.4.2 P/B-Untersuchung von Fama/French (1998) 22
4.4.3 Bewertung 23
4.5 Price/Dividend-Effekt 23
4.5.1 P/D-Untersuchung von Theurillat (1996) 23
4.5.2 P/D-Untersuchung von Fama/French (1998) 24
4.5.3 Bewertung 24
5. Empirische Untersuchung 25
5.1 Daten 25
5.1.1 Datenbasis 25
5.1.2 Datenaufbereitung 27
5.1.3 Datenbeurteilung 28
5.2 Testspezifikation 29
5.2.1 Portfoliobildung und –renditen 29
5.2.2 Verwendete Risikomasse 30
5.3 Eindimensionale Value-/Growth-Portfolios 32
5.3.1 Price/Earnings-Effekt 32
5.3.2 Price/Cash Flow-Effekt 35
5.3.3 Price/Book-Effekt 38
5.3.4 Price/Dividend-Effekt 41
5.4 Zweidimensionale Value-/Growth-Portfolios 44
5.5 Drei- und Vierdimensionale Value-/Growth-Portfolios 48
5.6 Vergleich der Resultate und Interpretation 51
5.6.1 Size-Effekt 53
5.6.2 Transaktionskosten 54
5.6.3 Umsetzbarkeit 55
6. Schlussbetrachtung 56
6.1 Zusammenfassung 56
6.2 Ausblick 57
6.2.1 Zukünftige Stossrichtung der Wissenschaft 57
6.2.2 Folgerungen für die Praxis 57
Literaturverzeichnis 58
Anhang – Datastream-Fundamentalkennzahlen 66
Erklärung zur Diplomarbeit 68

Automatisiert erstellter Textauszug:

marktadjustierter Überrenditen erleichtert die Berechnungen der Handelsstrategien und besitzt gemäss MEYER (1994) keinen Einfluss auf die Untersuchungsergebnisse, da die Marktrendite für alle Aktien der Stichprobe den gleichen Renditevergleichsmasstab bildet. Die marktadjustierte Überrendite einer Aktie wird durch Subtraktion der stetigen monatlichen Marktrendite von der stetigen monatlichen Aktienrendite ermittelt. Die Berechnungen der monatlichen Renditen des DS TMI folgen dem Vorgehen bei den Aktienrenditen. Die monatlichen Renditen des GGI hingegen werden als arithmetisches Mittel der monatlichen stetigen Renditen der verfügbaren Aktien ermittelt, weshalb der GGI strenggenommen keinen gleichgewichteten Index darstellt. Da im Laufe der Untersuchung auch eine Risikoadjustierung der Rendite vorgenommen wird, ist ein risikoloser Zinssatz notwendig. Die Schweizerische Nationalbank stellte mir dankenswerter Weise die Schweizer Franken Euromarktzinssätze für den entsprechenden Zeitraum zur Verfügung. Die Zinssätze stellen jeweils Monatsmittel dar und sind annualisiert. Sie werden durch Logarithmierung in stetige Renditen umgewandelt. 5.1.3 Datenbeurteilung Da die Daten gemäss strengen Anforderungen bezüglich Kapitalisierung und Liquidität gesiebt worden sind, wird zwar einem Bid-ask Bounce ausgewichen, es verbleiben dafür jedoch, v.a. am Anfang, nur eine knapp genügende Anzahl Titel in der Stichprobe. Da aber bei den P/D- und den P/E-Ratio-Untersuchungen, welche bereits Daten ab Juni 1973 verwenden, insgesamt 26 Jahre analysiert werden, fällt die geringe Anzahl von Titeln am Anfang des Untersuchungszeitraumes nicht übermässig ins Gewicht. Wie aus Abbildung 3 ersichtlich ist, sind P/B- und P/CF-Ratios erst ab 1986 in genügender Anzahl vorhanden, so dass diese Untersuchungen erst im Juni 1986 beginnen. Anhand dieser Abbildung sieht man auch, dass am Ende der Untersuchungsperiode beinahe sämtliche Firmen der Stichprobe Daten zu allen vier Fundamentalkennzahlen veröffentlichen. [...]

5.1.2 Datenaufbereitung Im Rahmen der Untersuchung soll, um die durchschnittliche Anlagealternative widerspiegeln zu können, ein gleichgewichteter Performance Index (GGI) aus den monatlichen Aktienrenditen der in der Stichprobe enthaltenen Aktien berechnet werden. Dieser wird zur Berechnung der marktadjustierten Überrenditen der Aktien als Vergleichsmassstab verwendet. Gegenüber dem DS TMI weist der GGI mit 15.6 % eine um 1.12 % geringere Standardabweichung auf. Die annualisierten Renditen des wertgewichteten DS TMI von 8.30 % und des gleichgewichteten GGI von 8.27 % liegen jedoch auf einem vergleichbaren Niveau. Da fast keine Renditedifferenz ersichtlich ist, scheint die unterschiedliche Zusammensetzung der Indizes keinen grossen Einfluss zu besitzen und auch kein Size-Effekt vorzuliegen. Bei den Berechnungen zu den Handelsstrategien sollen die Renditen der Aktien der Stichprobe teilweise bereits marktadjustiert gegenüber dem GGI vorliegen. Die Verwendung [...]

Kapitalisierung 25 Millionen CHF bis zum Ende des Untersuchungszeitraumes dauerhaft unterschritten haben. Durch die empirisch bestimmten Kapitalisierungsanforderungen kann sichergestellt werden, dass sowohl die Verlustentwicklung von Verlierer-Aktien erfasst als auch eine Verzerrung der Renditeberechnungen bei äusserst niedrigem Kursniveau ausgeschlossen werden kann. Ebenfalls ausgeschlossen werden Titel, die offiziell dekotiert wurden oder mehr als zehn Monate lang den gleichen Kurs ausweisen, obwohl sie offiziell noch kotiert sind. Die Dekotierungen sind im Allgemeinen auf Übernahmen, Fusionen oder Konkurse der Unternehmen oder auf Umstellungen auf Einheitsaktien zurückzuführen. Die Anzahl verfügbarer Aktien nimmt aufgrund von Neukotierungen beständig zu. Sie geht erst zum Ende des Untersuchungszeitraumes, hauptsächlich wegen der Umstellung vieler Firmen auf Einheitsaktien, leicht zurück. Im Untersuchungszeitraum sind am Monatsbeginn durchschnittlich 115.3 Aktien in der Stichprobe verfügbar. Die kleinste Anzahl Stichprobenwerte besteht zu Beginn des Untersuchungszeitraumes mit 64 Titeln. Die höchste Anzahl mit 168 Aktien wird nach zahlreichen Börseneinführungen in der Periode 1986 - 1989 im Januar 1990 erreicht. [...]

Arbeit zitieren:
Rüdisüli, Roger August 1999: Stabilität antizyklischer Strategien am schweizerischen Aktienmarkt, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Value Investing, Portfoliomanagement, Warren Buffet, Anlagestrategien, Anlagen

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