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Internet

Chancen und Risiken des neuen interaktiven Mediums für die pädagogische Arbeit in der Schule

Internet
Über dieses Buch
  • Art: Staatsexamensarbeit
  • Autor: Markus Bentlage
  • Abgabedatum: September 2000
  • Umfang: 126 Seiten
  • Dateigröße: 1,7 MB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Universität Hildesheim Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6614-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6614-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6614-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Bentlage, Markus September 2000: Internet, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Pädagogik, Internet, Lehramt, Schule

Staatsexamensarbeit von Markus Bentlage

Einleitung:

Für die einen sind sie Hoffnungsträger, für die anderen Schreckgespenster. Die neuen Medien, speziell das Internet, halten unaufhaltsam Einzug in unsere Gesellschaft. Aus zahllosen Werbeanzeigen oder Werbespots im Fernsehen ist das Internet bereits bekannt und begeistert Leser und Zuschauer. Slogans wie, „Bin ich schon drin, oder was? – Das geht ja einfach!“ oder „sie finden uns auch im Internet unter www. ... .de“ lassen erkennen, dass das Internet für viele immer mehr zur Gewohnheit wird. „Aber was ist eigentlich das Internet, was ist so interessant an diesem Medium und welchen Nutzen habe ich persönlich davon?“ Dies sind häufige Fragen, welche meist von älteren Menschen gestellt werden. Die jüngere Generation kennt dieses Medium bereits und weiß auch zu welchem Zweck es ihnen dienen kann. Pädagogisch ist die Frage zu stellen, welche Chancen für den Bildungsbereich bestehen könnten. Wenn es Chancen in sich birgt, sind dann nicht auch Risiken damit verbunden.

Wer nach der Zukunft der Bildung fragt, bekommt häufiger die Antwort: Internet. Eröffnungs- und Festtagsreden hochrangiger Politikerinnen und Politiker, die sich mit der Zukunft des Bildungssystems im allgemeinen und der Zukunft der Schule im besonderen befassen, lassen in dieser Hinsicht besonders aufhorchen. Das Internet als weltumspannende „Problemlösungsmaschine“, dies ist der technologische Mythos, mit dem sich die Schule der Zukunft - ob sie will oder nicht – auseinandersetzen muss. Diese Arbeit befasst sich mit der Bedeutung und Verwendung des neuen interaktiven Mediums Internet bezüglich der pädagogischen Arbeit in der Schule. Das Ziel dabei ist, das Internet vor der Kulisse aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen als Informations- und Kommunikationsmedium vorzustellen und einen Ausschnitt möglicher schulischer Einsatzmöglichkeiten und Risiken aufzuzeigen.

Gang der Untersuchung:

Im Kapitel II „Das Internet“ werden Aspekte der Technologie „Internet“ vorgestellt und Begriffserklärungen vorgenommen. Damit soll ein Überblick über die Geschichte, den Aufbau und Anwendungsdienste des Internets gegeben werden. Das Kapitel III „Internet und Bildung“ beschreibt Veränderungen im Bildungsbereich, welche aufgrund der neuen Technologie „Internet“ eintreten. Hierbei soll aufgezeigt werden, inwieweit das Internet für den Bildungsbereich Veränderungen mit sich bringt, und welche neuen Ziele der Bildung nun zu bewältigen sind. Die Quintessenz der Überlegungen aus Kapitel III führen dazu, dass die Vermittlung von Medienkompetenz eine Qualifikation der Zukunft darstellt, welche nun im Kapitel IV „Medienkompetenz im Umgang mit dem Internet – Qualifikation der Zukunft“ dargestellt werden soll. Von vielen Pädagoginnen und Pädagogen wird sie gefordert, aber was ist mit dieser Qualifikation verbunden? Dieser Frage wird im Kapitel IV nachgegangen werden.

Anschließend wird im Kapitel V „Konstruktivistische Lehr- und Lernprinzipien als Chance für ein verbessertes Lernen und Lehren“ verdeutlicht, welche neue Möglichkeiten das Internet für das Lehren und Lernen aufweisen kann. Dabei soll das konstruktivistische Lehr- und Lernprinzip aufzeigen, welche Chancen das Medium Internet für Lernprozesse bietet. Gleichzeitig sind damit auch Veränderungen verbunden, welche ebenso aufgezeigt werden. Im Kapitel VI geht es schließlich um Möglichkeiten der Internetnutzung für den Bildungsbereich. Hierbei sollen schulische Einsatzfelder dargestellt werden, in welchen der Einsatz des Internets möglich sein könnte. Am Ende dieser Arbeit steht im Kapitel VII „Pädagogisch-didaktische Reflexion einer pädagogischen Arbeit mit dem Internet“ eine Zusammenfassung der Chancen und Risiken eines Internet-Einsatzes in der Schule. Es geht dabei um Ziele und Begründungen für bzw. gegen einen Internet-Einsatz in der Schule. Daraufhin folgt eine Zusammenfassung und das damit verbundene Fazit.

Zum einen soll - durch veränderte Lernumgebungen und neuen Möglichkeiten des Lernens - aufgezeigt werden, welche Chancen für die pädagogische Arbeit im Bildungsbereich bestehen. Zum anderen wird auf die Darstellung der Bildung eingegangen werden, welche aufgrund technologischer Entwicklungen das Ziel der Vermittlung von Medienkompetenz nach sich zieht.

Inhaltsverzeichnis:

Vorwort 1
I. Einleitung 2
II. Das Internet. 4
1. Geschichte des Internets 5
2. Aufbau des Internets 7
3. Internet, Netzwerk der Welt 9
4. Anwendungsdienste 10
4.1 E-Mail: Die Elektronische Post 10
4.2 FTP (File Transport Protokoll) 11
4.3 WWW 12
4.3.1 Hypermedia 12
4.3.2 Client-Server-Prinzip 14
4.3.3 Uniform Resource Locators (URL) 14
4.4 Newsgroups 15
4.5 Internet Relay Chat – Live-Diskussionen 16
III. Internet und Bildung 18
1. Der Bildungsbegriff 18
2. Strukturwandel der Bildung durch gesellschaftliche Formationen 21
2.1 Definition einer „Informationsgesellschaft“ 22
2.2 Das Medium „Internet“ in der Wirtschafts- und Arbeitswelt 23
2.3 Zwei-Klassen-Gesellschaft 24
2.4 Bildungsoffensive und Schulreform 25
3. Bedeutung neuer Technologien für das Bildungswesen 26
3.1 Wissen, das „Kapital der Zukunft“ 27
3.2 Aufgabe des Bildungssystems 28
3.2.1 Soziale Gerechtigkeit 29
3.2.2 Zusammenarbeit von Staat und Wirtschaft 30
3.2.3 Aufklärung und technische Bereitstellung 31
3.2.4 Kompetenzen der Lehrenden 31
4. Ziele der Bildung in der Informationsgesellschaft 35
4.1 Computer-Kenntnisse, Medienkompetenz und Integration 35
4.1.1 Haltungen ausbilden 37
4.1.2 Umgang mit Wissen 41
4.2 Postulate an die Bildung 43
4.3 Altersgemäße Definierung der Bildungsziele 45
5. Neuer Bildungsbegriff? 45
IV. Medienkompetenz im Umgang mit dem Internet – Qualifikation für die Zukunft 48
1. Grundlegende Überlegungen zur Medienkompetenz 48
1.1 Aufgaben der Schule in der Informationsgesellschaft 48
1.2 Definition der Medienkompetenz 50
1.3 Manko des Begriffes „Medienkompetenz“ 50
1.4 Inhalte der Medienkompetenz 51
2. Kompetenzen im Umgang mit dem Internet 52
2.1 Medienkunde 53
2.1.1 Geschichtliche Entwicklung der Medien und technische Grundlagen 53
2.1.1.1 Virtualitätskompetenz 54
2.1.2 Medieninstitution und Medienwirtschaft 55
2.1.3 Medienwirkungen 56
2.1.4 Medienrecht 57
2.2 Mediennutzung 59
2.2.1 Hypertext- und Selektionskompetenz 59
2.2.2 Interaktionskompetenz 62
2.2.3 Multimediakompetenz 63
2.3 Mediengestaltung 64
2.4 Medienkritik 65
V. Konstruktivistische Lehr- und Lernprinzipien als Chance für ein verbessertes Lernen und Lehren
1. Veränderte Lernumgebungen 67
2. Der Ansatz des Konstruktivismus 69
3. Neue Möglichkeiten des Lernens 70
3.1 Vernetzung 71
3.2 Integration 73
3.3 Interaktivität 73
3.3.1 Interaktives Lernen 74
3.3.2 Arbeitsumgebungen im Hyper-Media Bereich 75
4. Neue Chancen für Lehrende 77
5. Neue Rolle der Lernenden 79
6. Wird menschliches Lernen entbehrlich? 80
7. Werden menschliche Lehrer entbehrlich? 81
VI. Möglichkeiten der Internetnutzung für den Bildungsbereich 84
1. Altersgemäßer Einsatz 84
2. Vermittlung von Medienkompetenz 85
3. Informationsbeschaffung 86
4. Kommunikation „online“ 88
4.1 E-Mail 88
4.2 Diskussionsforen 89
4.3 Netiquette – Die Verhaltensregel der Online-Kommunikation 90
4.3.1 FAQs 91
4.3.2 Emoticons 92
5. Projektbezogener Unterricht 92
5.1 E-Mail-Projekte 93
5.2 Projekte im Internet vorstellen 96
6. Unterrichtsmaterialien aus dem Internet 97
7. Mogelparadies Internet 98
VII. Pädagogisch-didaktische Reflexion einer pädagogischen Arbeit mit dem Internet 100
1. Chancen des Internet-Einsatzes 100
1.1 Die Vermittlung und Förderung von Medienkompetenz 100
1.2 Das Medium Internet als neuer Lerninhalt 103
1.3 Die vierte Kulturtechnik als Erwerb der Internet-Existenz 103
1.4 Informationsmedium Internet 104
1.5 Qualifikation der „Informationserschließung“ und „Informationsbewertung“ 105
1.6 Öffnung von Schule und Unterricht 105
2. Risiken des Internet-Einsatzes 107
2.1 Das Phänomen der Medienkritik 107
2.2 Verfall sinnlichen Lernens und Verlust der Realitätswahrnehmung 108
2.3 Uneingeschränkter Zugang zu Informationen 109
2.4 Risiko der Einsamkeit, sozialen Isolation und die Abhängigkeit vom Netz 110
2.5 Orientierungslosigkeit im Netz 111
2.6 Gesundheitliches Risiko 111
3. Zusammenfassung 111
4. Fazit 114
VIIII. Literaturverzeichnis 118

Automatisiert erstellter Textauszug:

2.1.1.1 Virtualitätskompetenz Informationen und Illusionen werden im Internet dargestellt, die mehr und mehr durch Sinneseindrücke häufig elektronisch generiert und zu unbekannten Teilen technisch modifiziert werden. Der Benutzer muss die Zeichen (Ikonen) verstehen, die das Internet vorgibt. „Fiktionalität erhält in der heute möglich gewordenen virtuellen Realität eine ganz neue Dimension.“149 Zu verstehen ist diese Fiktionalität unter dem Begriff der „Virtualitäts-kompetenz“. Das Internet schafft Kommunikations-foren, die losgelöst von konkreten, realen Situ-ationen existieren können. So ist es möglich, dass sich deren Teilnehmer „fürs Netz eine eigene Identität zulegen“150, welche mit der dahinterstehenden realen Person nicht unbedingt übereinstimmen muss. Lernenden sollte schon früh der Unterschied zwischen „virtuellen“ und „realem“ Leben vertraut gemacht [...]

verstanden werden, damit ein Umgang und eine Kommunikation mit diesem Medium stattfinden kann. Nur wer die Sprache des Internets versteht, kann sich auch verständigen. Zu vergleichen ist die Einführung dieser neuen Sprache mit dem ungeheuren Einschnitt, den es für die Menschheit bedeutete, dass die Schrift erfunden wurde. Informationen und Wissen konnten über große räumliche Distanzen vermittelt und über lange Zeiträume tradiert werden. Der Buchdruck verstärkte diese Tendenz. So gesehen ist dieses auf das Internet übertragbar. Das Internet bietet ebenso wie die Schrift Kommunikationsschlüssel an, die erlernt werden müssen. Erlernt man sie nicht, besteht die Gefahr, dass Informationen und Wissen falsch verstanden werden, was zur Folge hätte, dass diese Informationen und Wissensanhäufungen falsch weitergegeben werden können [...]

2.1.1 Geschichtliche Entwicklung der Medien und die technische Grundlagen Die Information über moderne Medien muss unbedingt in einem geschichtlichen Zusammenhang eingeordnet werden, „weil viele der uns gegenwärtig bedrängenden Probleme sich seit langem im Schoße der Zeiten ankündigten und anbahnten.“148 Lernenden muss bewusst werden, welche Entwicklungen Medien durchlebt haben. Nur so können sie erkennen, dass auch das Internet einer Entwicklung unterliegt. Dies schließt gleichzeitig mit ein, dass ein Medium auch missbraucht werden kann. Die Nationalsozialisten benutzten z.B. die Zeitung als Propaganda-Organ. Allerdings ist es auch wichtig technische Grundlagen zu vermitteln. Diese sind im Rahmen der Medienkunde zu vermitteln. Nur wer über technische Grundlagen verfügt, kann - hier speziell – das Internet kompetent als Medium nutzen. Wir müssen, bevor wir uns mit modernen technischen Medien beschäftigen, mit der Begriffsprache und Schrift auseinandersetzen, welche die Medien kennzeichnen. Dabei werden auch gleichzeitig prinzipielle Gefahren sichtbar: Eine Verführung des Wahrnehmens und Denkens durch Allgemeinbegriffe, Kategorisierungen und Konnotationen. Die Welt des Internets kommuniziert in einer eigenen Sprache. Diese muss zuvor [...]

Arbeit zitieren:
Bentlage, Markus September 2000: Internet, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Pädagogik, Internet, Lehramt, Schule

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