Die amerikanische Einwanderungsgesetzgebung im 20. Jahrhundert: ausgewählte Gesetze seit 1917
Zu den Einflüssen gesellschaftlicher Gruppen und der Debattenführer auf die Einwanderungsgesetze von 1952, 1965 und 1986
- Art: Staatsexamensarbeit
- Autor: Arie Boergen
- Abgabedatum: Dezember 1997
- Umfang: 131 Seiten
- Dateigröße: 1,7 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Freie Universität Berlin Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5054-0
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5054-0 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5054-0 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Boergen, Arie Dezember 1997: Die amerikanische Einwanderungsgesetzgebung im 20. Jahrhundert: ausgewählte Gesetze seit 1917, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Einwanderungsgesetzgebung, Einfluß von Lobby-Gruppen, deutsche Einwanderungspolitik, amerikanische Einwanderungspolitik, Arbeit in Ausschüssen
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Staatsexamensarbeit von Arie Boergen
Gang der Untersuchung:
Die Arbeit beleuchtet verschiedene Aspekte des Gesetzgebungsprozesses des klassischen Einwanderungslandes USA anhand der Entstehungsgeschichte dreier Einwanderungsgesetze. Dazu wird zunächst der Gesetzgebungsprozess in den USA dargestellt.
Die behandelten Gesetze werden in den historischen Kontext eingebettet. Dazu wird die Geschichte der Einwanderungsgesetzgebung (und damit auch die der Einwanderung in die USA) vor 1950 beschrieben, ebenso wie ein Ausblick auf die Gesetze nach 1986 gegeben wird. In der Gegenwart viel diskutierte Ansätze wie Quotensystem, Asylgesetz, Punktesystem werden im Zusammenhang erklärt, wodurch die Aktualität, gerade für die deutsche Politik, unterstrichen wird.
Der Einfluss der verschiedenen Gruppierungen wie ethnischer Vereinigungen, wirtschaftlicher Verbände oder auch der Gewerkschaften wird dabei ebenso beleuchtet, wie der der Debattenführer im Kongress. Besondere Betonung liegt dabei auf den zum Zweck der Entscheidungsfindung in den diversen Ausschüssen und Unterausschüssen des Senats und des Repräsentantenhauses durchgeführten Anhörungen. Die verschiedenen Standpunkte und Ansichten der diversen Gruppierungen werden ebenso erklärt, wie eventuelle persönliche Motive für manche Entscheidungen. Dazu wurden Originalakten und -protokolle dieser Anhörungen verwendet.
Zum Schluss wird die Entstehung der drei Gesetze gegenüber gestellt und die verschiedenen Einflüsse bei den Einwanderungsgesetzen miteinander verglichen und Unterschiede und Gemeinsamkeiten aufgedeckt. Es wird auf ihre Folgen eingegangen, da sie die Voraussetzungen für die jeweils nächste Gesetzesänderung waren. Dies ist auch deshalb wichtig, weil hier deutlich wird, wie anders die tatsächlichen Ergebnisse von den beabsichtigten sind – bis hin zum Gegenteil der gewünschten Folgen.
Insbesondere in Kapitel 8 (über das Gesetz von 1986) wird deutlich, wie aktuell diese Thematik ist, sehen wir doch jeden Tag in den Medien ganz ähnliche Meldungen. Die zur Zeit bei dem Versuch, ein deutsches Einwanderungsgesetz zu schaffen, ablaufenden Prozesse und die dabei auftretenden Hindernisse, sind kaum zu unterscheiden von denen, welche damals auftraten und schließlich zu einem Kompromiss führten, der kaum noch etwas mit der ursprünglichen Vorlage zu tun hatte, welcher aber fast alle an der Entstehung beteiligten Gruppierungen so weit zufrieden stellte, dass dieses Gesetz überhaupt zustande kam. Zur Verdeutlichung dienen zahlreiche Tabellen und Grafiken.
Inhaltsverzeichnis:
| Verzeichnis der Tabellen und Grafiken | 4 | |
| 1. | Einleitung | 5 |
| 1.1 | Das Thema | 5 |
| 1.2 | Quellen und Literatur | 8 |
| 1.3 | Forschungsstand | 9 |
| 2. | Der Gesetzgebungsprozeß in den USA | 11 |
| 2.1 | Im Kongreß | 11 |
| 2.1.1 | Im Repräsentantenhaus | 11 |
| 2.1.2 | Im Senat | 12 |
| 2.1.3 | Zusammenführung der Entwürfe aus den zwei Kammern des Kongresses | 13 |
| 2.2 | Ausschüsse und Unterausschüsse | 13 |
| 2.3 | Institutionalisierte Einflußmöglichkeiten auf Politiker | 14 |
| 2.3.1 | Anhörungen | 15 |
| 2.3.2 | Ablauf einer Anhörung | 15 |
| 2.4 | Verabschiedung eines Gesetzes | 16 |
| 3. | Historischer Kontext | 18 |
| 3.1 | Einwanderung vor 1952 | 18 |
| 3.2 | National Origins Quota System | 22 |
| 3.3 | Displaced Persons Act von 1948 | 23 |
| 4. | Entstehung des Immigration And Nationality (McCarran-Walter) Act von 1952 | 25 |
| 4.1 | Gesetzesvorlagen und ihre Autoren | 25 |
| 4.2 | Gemeinsame Anhörungen in den Unterausschüssen | 31 |
| 4.3 | McCarran-Walter Vorlage in den Debatten | 35 |
| 4.4 | Schlußphase der Entstehung des McCarran-Walter Act: Debatten in Senat und Repräsentantenhaus, Trumans Veto und die Verabschiedung des Gesetzes | 37 |
| 4.5 | Inhalt des Immigration And Nationality Act von 1952 | 39 |
| 4.6 | Zusammenfassung | 40 |
| 5. | Folgen des Immigration And Nationality Act: Einwanderung nach 1952 | 41 |
| 5.1 | Anzahl und Verteilung der Einwanderer | 41 |
| 5.2 | Refugees - Separate Flüchtlingsgesetzgebung | 42 |
| 6. | Entstehung des Immigration And Naturalization Act von 1965 | 43 |
| 6.1 | Gesetzesvorlagen und ihre Autoren | 45 |
| 6.2 | Anhörungen in den Unterausschüssen | 52 |
| 6.3 | Die letzten Vorschläge und die Debatten in Senat und Repräsentantenhaus | 58 |
| 6.4 | Verabschiedung des Gesetzes | 62 |
| 6.5 | Inhalt des Immigration And Nationality (Hart-Celler) Act von 1965 | 62 |
| 6.6 | Zusammenfassung | 64 |
| 7. | Folgen des Immigration And Naturalization Act: Einwanderung nach 1965 -Auswirkungen auf Anzahl und Verteilung der Immigranten | 65 |
| 7.1 | Übergangsphase: 1965-1968 | 65 |
| 7.2 | Ausmaß der Einwanderung nach Inkrafttreten des Gesetzes | 65 |
| 7.3 | Illegale Immigration | 67 |
| 7.4 | Ursachen für die Migrationsbewegungen | 68 |
| 7.5 | Herkunft der Immigranten | 69 |
| 7.6 | Gesetzesänderungen zwischen 1965 und 1986 | 70 |
| 8. | Entstehung des Immigration Reform And Control Act von 1986 | 72 |
| 8.1 | Select Commission on Immigration And Refugee Policy | 72 |
| 8.2 | Erste Entwürfe und ihre Autoren | 74 |
| 8.3 | Simpson-Mazzoli Vorlage | 77 |
| 8.3.1 | Gemeinsame Anhörungen in den Unterausschüssen | 78 |
| 8.3.2 | Entwicklung der Simpson-Mazzoli Vorlage | 86 |
| 8.4 | Weitere Vorlagen (1983 - 1985) | 89 |
| 8.5 | Schlußphase der Entstehung des Gesetzes: Debatten in Senat und Repräsentantenhaus und die Verabschiedung des Gesetzes | 95 |
| 8.6 | Inhalt des Immigration Reform And Control Act von 1986 | 97 |
| 8.7 | Zusammenfassung | 99 |
| 9. | Folgen des Immigration Reform And Control Act: Einwanderung nach 1986 | 101 |
| 9.1 | Illegale Immigranten | 101 |
| 9.2 | Anzahl und Verteilung der Einwanderer | 102 |
| 9.3 | Gesetzesänderungen nach 1986 | 104 |
| 10. | Schlußfolgerungen: Die Einflüsse gesellschaftlicher Gruppen und der Debattenführer auf die Einwanderungsgesetze von 1952, 1965 und 1986 | 105 |
| 11. | Quellen- und Literaturverzeichnis | 111 |
| 11.1 | Quellen | 111 |
| 11.2 | Literatur | 113 |
| 12. | Anhang | 119 |
| 12.1 | Grafik 11: Bevölkerung der USA von 1950 bis 2000 | 119 |
| 12.2 | Grafik 12: Anteil der Einwanderer an der Bevölkerung der USA | 119 |
| 12.3 | Grafik 13: Legale, statistisch erfaßte Immigration in die USA von 1900 bis 1994 | 120 |
360.000 pro Jahr steigen und der Anteil der Einwanderer aus der westlichen Hemisphäre gleich bleiben und der der östlichen Halbkugel von 103.000 auf 166.000 steigen würde, da nun die nicht genutzten Quotenplätze Großbritanniens, Irlands und Deutschlands von anderen Ländern, speziell von Italien und Griechenland genutzt werden könnten259. Ein übermäßiger Anstieg der Einwanderung aus Asien wurde nicht befürchtet, da Asiaten noch nicht einmal ein Prozent der Bevölkerung ausmachten und somit auch keine Gefahr bestand, daß sie besonders viele Verwandte nachholen könnten, so die logische Folgerung. Glaube ersetzte Wissen mit weitreichenden Folgen, wie noch zu zeigen ist260. Dieses Vertrauen in die eigenen Ansichten wurde ganz explizit von O. C. Fisher, einem Abgeordneten aus Texas kritisiert. Er warnte davor, daß die Einwandererzahlen bis auf über eine halbe Million pro Jahr ansteigen könnten und daß es keine Möglichkeit gäbe „of determining in advance how many of the eligibles will choose to seek admission and how many of the applications will be granted“261. Er war es auch, der sich als einziger darüber wunderte, daß 1964 nur 2.500 Fachkräfte eingewandert waren, die Quote für diese aber auf 50% ausgeweitet werden sollte, zumal mögliche Arbeitgeber dies noch nicht einmal forderten. Auch diese Tatsache zeigt einerseits die guten Absichten der Urheber der Vorlage und andererseits, daß einige darin enthaltene Paragraphen auf willkürlich gewählten Grundlagen beruhte. Die Protokolle der Anhörungen in den Jahren 1964 und 1965 zeigen das große gesellschaftliche Spektrum aus dem Vertreter jeglicher politischer Schattierung ihre Interessen vertraten. Die meisten Zeugen befürworteten den Gesetzentwurf. Patriotisch und konservativ orientierte Organisationen und Personen, wie die Veteranenverbände oder die Daughters of the American Revolution blieben zwar skeptisch, traten aber dennoch nur für wenige Änderungen aktiv ein. Die wichtigste dieser Änderungen war, die Kontrolle über die Einwanderung nicht an den Präsidenten zu übertragen, sondern sie beim Kongreß zu belassen. Insbesondere wurden die Abschaffung des Nationalen Quotensystems, die neue Quotenregelung, das neue Präferenzensystem innerhalb der Quote und die Einbeziehung der Flüchtlingsklasse in das Präferenzensystem, sowie die Aufteilung der Immigranten nach den zwei Hemisphären der Welt begrüßt. E. Kennedy, der die Anhörungen im Senatsausschuß leitete, faßte die dabei von den Gegnern des Gesetzes geleistete Lobbyarbeit zusammen: [...]
Vorgehensweise, als Verzögerungstaktik zu werten. Wie viele andere Organisationen trat auch die American Legion dafür ein, daß der Kongreß die Kontrolle über die Einwanderung behalten sollte. Aus diesen Gründen erscheint es zumindest fragwürdig, warum die American Legion in den meisten Forschungsberichten als Befürworterin der Hart-Celler Vorlage genannt wird258. Die Vertreter zahlreicher ethnischer Verbände und Organisationen sprachen sich für die Vorlage aus. Auch sie repräsentierten eine große Zahl von Mitgliedern. Zu ihnen gehörten das American Committee for Italian Migration, AHEPA (American-Hellenic Educational Progressive Association), Sons of Italy und die Japanese American Citizen League. Ein wichtiger Grund, für das neue Gesetz einzutreten, war die Meinung, daß die Reformen in der Realität nicht viel verändern würden. Genaue Studien zu diesem Thema gab es keine, vielmehr vertrauten Politiker und die Vertreter der Organisationen auf ihr eigenes Urteilsvermögen und sahen immer noch die größte Gefahr in einer Masseneinwanderung aus den süd- und osteuropäischen Ländern. Es wurde erwartet, daß die Zahl der Einwanderer von 292.000 im Jahr 1964 auf nicht mehr als 350.000 bis [...]
to the existence of labor shortages in particular fields should be vested in the Secretary of Labor, who has the data and expertise in this field.“254 Außerdem forderte ihr Vertreter, Andrew Biemiller, „to prohibit absolutely the temporary importation of foreign farmworkers“255, wie dies im langjährigen und gerade ausgelaufenen Bracero-Programm der Fall gewesen war256 und eine Quote von höchstens 250.000 aus der östlichen Hemisphäre zuzulassen. Der Vertreter der American Legion, die bei der Entstehung des McCarran-Walter Act noch einen großen Einfluß ausgeübt hatte, sprach sich zwar nicht direkt gegen H.R. 2580 aus, aber machte doch deutlich, daß das Gesetz von 1952 beibehalten werden sollte. Aber auch er mußte einräumen, daß die „American Legion is not unaware of the strength and direction of the current political winds“257. Daher sollte jegliche Änderung auf gründlichen Studien beruhen, die vom Joint Committee on Immigration and Nationality Policy durchgeführt werden sollten. Auch dies ist wiederum, wie schon Feighans [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832450540
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Einwanderungsgesetzgebung, Einfluß von Lobby-Gruppen, deutsche Einwanderungspolitik, amerikanische Einwanderungspolitik, Arbeit in Ausschüssen



