Integrative Maßnahmen in Schleswig-Holstein unter besonderer Berücksichtigung der Anforderungen an die Grundschullehrkraft
Chancen und Probleme konkretisiert in einer empirischen Untersuchung im Kreis Segeberg
- Art: Staatsexamensarbeit
- Autor: Nadine Ahrens
- Abgabedatum: Oktober 1999
- Umfang: 134 Seiten
- Dateigröße: 2,3 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-2337-7
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-2337-7 P - ISBN (CD) :978-3-8324-2337-7 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Ahrens, Nadine Oktober 1999: Integrative Maßnahmen in Schleswig-Holstein unter besonderer Berücksichtigung der Anforderungen an die Grundschullehrkraft, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Integration-Schleswig-Holstein, Integrative Maßnahme, Integration, Team-teaching, Grundschule
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Staatsexamensarbeit von Nadine Ahrens
Gang der Untersuchung:
In meiner Arbeit möchte ich mich mit der schulischen Integration behinderter Schülerinnen und Schüler in Schleswig-Holstein auseinandersetzen. Dabei werde ich einen besonderen Stellenwert auf die veränderten Anforderungen an die Grundschullehrkraft legen.
Im ersten Teil setze ich mich mit den theoretischen Grundlagen dieses Sachverhaltes auseinander. Dabei sollen grundlegende Begriffe definiert werden, um das Grundverständnis, auf das sich diese Arbeit stützen wird, darzustellen. Außerdem wird ein Einblick in die historische Entwicklung der schulischen Integration gegeben, um dann den aktuellen Stand in der Bundesrepublik, mit einem besonderen Schwerpunkt auf Schleswig-Holstein, zu beleuchten. Im zweiten Theorieteil konzentriere ich mich auf die Aspekte des integrativen Unterrichts. Dabei werden Ziele und Chancen sowie Grenzen der schulischen Integration ebenso erarbeitet wie die besondere Methodik und Didaktik des integrativen Unterrichts. Thematisieren möchte ich dann die Beurteilungen der Schüler, Eltern und Lehrer, die sich aus in der Fachliteratur angeführten Untersuchungen ergeben haben. Eine besondere Stellung erhält dabei die veränderte Lehrerrolle der Grundschullehrkraft mit den besonderen Anforderungen, die der integrative Unterricht an sie stellt. Auch die Rahmenbedingungen, die für die schulische Integration notwendig sind, werden in diesem Abschnitt dargestellt.
Verdeutlichung erhält der Theorieteil durch die empirische Untersuchung, die sich schließlich eingehend mit der Fragestellung auseinandersetzen wird, wie Grundschullehrkräfte aus ihren praktischen Erfahrungen heraus die Anforderungen an sie und die Umstände der Integration in den Schulen des Kreises Segeberg beurteilen. Ergänzend und überleitend zum Maßnahmenteil meiner Arbeit möchte ich außerdem Studenten hinlänglich ihrer Ausbildung zum Themenkomplex Integration befragen. Abschließend werde ich mich im Rahmen meiner Arbeit mit möglichen Maßnahmen und Konzepten auseinandersetzen, die sich aus der Auswertung des Fragebogens ergeben.
Inhaltsverzeichnis:
| A. | Einleitung | |
| Vorwort | 6 | |
| 0. | Aufbau der Arbeit | 9 |
| B. | Theoretischer Rahmen | |
| 1. | Integration: Hintergründe und Entwicklung | 10 |
| 1.1 | Begriffserklärungen | 10 |
| 1.1.1 | Behinderung | 10 |
| 1.1.2 | Behindertenpädagogik | 13 |
| 1.1.3 | Integration | 14 |
| 1.1.4 | Integrationspädagogik | 17 |
| 1.2 | Die Entwicklung der gemeinsamen Erziehung von behinderten und nichtbehinderten Kindern und Jugendlichen | 20 |
| 1.2.1 | Historische Entwicklung des Sonderschulwesens | 20 |
| 1.2.2 | Entwicklung integrativer Bemühungen in der Bundesrepublik Deutschland von 1945 bis in die Gegenwart | 23 |
| 1.2.3 | Entwicklung der Unterrichtung von behinderten Kindern und Jugendlichen in der Deutschen Demokratischen Republik | 27 |
| 1.3 | Aktuelle Situation der schulischen Integration | 29 |
| 1.3.1 | Zur Kulturhoheit der Bundesländer | 29 |
| 1.3.2 | Stand in den einzelnen Bundesländern | 30 |
| 1.3.3 | Schleswig-Holstein | 32 |
| 1.3.3.1 | Integrative Maßnahme | 34 |
| 2. | Aspekte des integrativen Unterrichts, dessen Beteiligte und die besonderen Aufgaben der Lehrkräfte | 34 |
| 2.1 | Ziele und Chancen des integrativen Unterrichts | 35 |
| 2.2 | Grenzen der Integration | 36 |
| 2.3 | Zur besonderen Methodik und Didaktik | 37 |
| 2.3.1 | Binnendifferenzierung versus „Äußere Differenzierung“ | 37 |
| 2.3.2 | Zum Stellenwert des geöffneten Unterrichts versus lehrergesteuertem Unterricht | 40 |
| 2.4 | Integrativer Unterricht: Beteiligte und ihre Beurteilungen sowie Aufgaben und besondere Anforderungen an die Lehrkräfte | 41 |
| 2.4.1 | Schülererfahrungen im integrativen Unterricht | 42 |
| 2.4.1.1 | Integrationsschüler | 42 |
| 2.4.1.2 | Regelschüler | 43 |
| 2.4.2 | Elternbeurteilungen des integrativen Unterrichts | 44 |
| 2.4.2.1 | Eltern von Integrationsschülern | 44 |
| 2.4.2.2 | Eltern von Regelschülern | 45 |
| 2.4.3 | Die beteiligten Lehrkräfte: Beurteilungen sowie Aufgaben und besondere Anforderungen | 46 |
| 2.4.3.1 | Integrativer Unterricht - Beurteilungen der Sonderschullehrkraft | 46 |
| 2.4.3.2 | Integrativer Unterricht - Beurteilungen der Grundschullehrkraft | 47 |
| 2.5 | Team-teaching | 48 |
| 2.5.1 | Die Aufgaben der Sonderschullehrkraft | 50 |
| 2.5.2 | Die Aufgaben und Anforderungen an die Grundschullehrkraft | 51 |
| 2.6 | Rahmenbedingungen und ihre Relevanz für erfolgreiche, integrative Unterrichtsarbeit | 52 |
| 2.6.1 | Leistungsbewertung | 53 |
| 2.6.2 | Reduzierung der Klassenfrequenz | 54 |
| 2.6.3 | Räumliche, personelle und sächliche Bedingungen | 55 |
| 2.6.4 | Vorbereitung der Lehrkraft | 56 |
| C. | Empirische Untersuchungen | |
| 3. | Empirische Untersuchung im Kreis Segeberg | 58 |
| 3.1 | Methode der empirischen Untersuchung | 58 |
| 3.2 | Fragestellung, Hypothese und Aufbau des Fragebogens | 59 |
| 3.3 | Bedingungen und Durchführung der Untersuchung | 60 |
| 3.4 | Auswertung und Interpretation der Ergebnisse | 61 |
| 4. | Studentenbefragung | 78 |
| 4.1 | Methode der empirischen Untersuchung | 78 |
| 4.2 | Fragestellung, Hypothese und Aufbau des Fragebogens | 78 |
| 4.3 | Bedingungen und Durchführung der Untersuchung | 79 |
| 4.4 | Auswertung und Interpretation der Ergebnisse | 80 |
| D. | Schluß | |
| 5. | Maßnahmen und Konzepte | 83 |
| 5.1 | Ausbildung | 83 |
| 5.2 | Fortbildung | 85 |
| 5.3 | Supervision und Evaluation | 86 |
| 5.4 | Rahmenbedingungen | 87 |
| 6. | Abschließende Gedanken | 89 |
| Literaturverzeichnis | 91 | |
| Anhangsverzeichnis | 99 |
Neben dem pädagogischen Verständnis finden sich im deutschen Sprachgebrauch zahlreiche weitere Bedeutungen des Begriffes Integration. So stellt der Fremdwörterduden folgende Definitionen zusammen: „1. [Wieder]herstellung einer Einheit [aus Differenziertem]; Vervollständigung. 2. Einbeziehung, Eingliederung in ein größeres Ganzes; Ggs. Desintegration 3. Zustand, in dem sich etwas befindet, nachdem es integriert worden ist; Ggs. Desintegration 4. Berechnung eines Integrals.“19 Auch in der pädagogischen Literatur finden sich viele unterschiedliche Definitionen. Einen Überblick habe ich im Anhang I zusammengestellt, um zu verdeutlichen, daß Integration von verschiedenen Pädagogen sehr unterschiedlich aufgefaßt wird. „[...] ganz allgemein bedeutet Integration, daß es Menschen und Menschengruppen, die wegen einer diskriminierenden funktionellen Beeinträchtigung gegenwärtig sozial isoliert sind, zukünftig ermöglicht wird, sich das kulturelle Erbe als gleichwertige Menschen anzueignen und sich am gesellschaftlichen Leben als gleichberechtigte Bürger zu beteiligen.“20 Dabei ist nicht nur die Integration behinderter Menschen gemeint, sondern auch die soziale Eingliederung ausländischer Menschen in die Gesellschaft, die aufgrund fehlender Sprach- und Kulturkenntnisse (noch) nicht vollständig integriert sind.21 Mit der aktuellen Tendenz hin zu einer multikulturellen Gesellschaft ist auch diese Form der Integration ein wichtiges Thema, das in dieser Arbeit jedoch nicht thematisiert werden soll.22 Der Begriff Integration wird als Bezeichnung sowohl für das Ziel als auch für die Methode, den Weg verwandt. Das Anliegen der möglichst umfangreichen Integration behinderter Kinder und Jugendlicher in alle gesellschaftlichen Bereiche ist ethisch und moralisch unumstritten und in seinem Anspruch im Grundgesetz verankert (s. o.). So wird die Integration als Ziel (sonder- und integrations-) pädagogischer Bemühungen in der Literatur nicht in Frage gestellt. Integration als die Methode der gemeinsamen, schulischen Erziehung und Unterrichtung von behinderten und nichtbehinderten Schülern, mit der Intention, allen Kindern gleiche [...]
1.1.3 Integration Der Begriff „Integration“ läßt sich zurückführen auf das Nomen „Integral“, das Jakob Bernoulli16 im 17. Jahrhundert in der Mathematik einführte. Grundworte sind das lateinische Verb „integrare“ (ergänzen) und das lateinische Adjektiv „integer“ (unberührt, ganz). „Integrieren (lat. integrare) bedeutet: etwas zusammenfügen, das vorher getrennt war, die Wiederherstellung eines Ganzen.“17 Im allgemeinen Sprachgebrauch bezeichnet Integration einen Prozeß des Zusammenschlusses von Teilen zu einer Einheit oder auch die Eingliederung in ein größeres Ganzes. Das Verb „integrieren“ findet im 18. Jahrhundert Eingang in den Sprachschatz und erlebt bis in die heutige Zeit in den verschiedenen Wissenschaftsbereichen und der Alltagssprache Bedeutungswandlungen. Einen ausführlichen Überblick gibt Emil E. Kobi in seinem Aufsatz „Was bedeutet Integration? Analyse eines Begriffs.“18 [...]
und therapeutischen Maßnahmen in erster Linie (Sonder-)Schulen und Behindertenwerkstätten. Somit ist die Behindertenpädagogik das Arbeitsfeld der Sonderschullehrer, die neben der Grundschullehrkraft in integrativen Maßnahmen eine besondere Rolle einnehmen. Die Forderung der Kritiker besteht darin, daß sich die allgemeine Pädagogik diesen Betätigungsfeldern vermehrt zuwendet, und die Behindertenpädagogik eingegliedert und somit sogar unnötig wird. „Die Pädagogik muß sich vermehrt zuständig fühlen für soziale Randgruppen mit dem Ziel, die Trennung zwischen Sonderpädagogik und Pädagogik in Praxis und Theorie zu überwinden.“ [...] Es geht dabei nicht nur darum, Reformschulen aus ihrem Sonderstatus herauszuführen, sondern darum, in Regelschulen offene Lernstrukturen zu schaffen und unterschiedliche pädagogische Ansätze in die schulpraktische Arbeit zu integrieren. Sonderung steht methodisch im Zusammenhang mit Rehabilitation und Integration nicht mehr im Vordergrund.“15 [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832423377
Arbeit zitieren:
Ahrens, Nadine Oktober 1999: Integrative Maßnahmen in Schleswig-Holstein unter besonderer Berücksichtigung der Anforderungen an die Grundschullehrkraft, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Integration-Schleswig-Holstein, Integrative Maßnahme, Integration, Team-teaching, Grundschule



