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Eßstörungen als autoaggressives Verhalten

Eine psychobiologische Betrachtung geschlechtsspezifischer Aggression am Beispiel der Anorexie und Bulimie

Staatsexamensarbeit
Kategorie: Biologie - Humanbiologie
Staatsexamensarbeit von Anja Wendt ; Abgabe Juli 1999; 94 Seiten, 6,7 MB ; Note 1,0; Sprache Deutsch
Universität Hamburg Deutschland
Inhaltsangabe, Inhaltsverzeichnis und Textauszüge:

Einleitung:

Ich schreibe diese Arbeit aus psychobiologischer Sicht. Dies möchte ich betonen, da der Bereich der Eßstörungen viele medizinische, psychologische und soziologische Aspekte aufweist, die ich bemüht bin darzustellen. Diese sollen jedoch nicht alleiniges Thema der Arbeit bleiben. Ich möchte die Betrachtung der Störungen aus dem Blickwinkel der 'normalen' Verhaltensweisen vornehmen. Die alltäglichen Aggressionen und die Verhaltensweisen der Mehrheit der Bevölkerung im Umgang mit Nahrung und dem Körper, sind dabei der Ansatz, nicht die Perspektive der 'reinen' Pathologie. Ich werde aus diesem Grunde keine Therapieansätze darstellen, da dies darüber hinaus den Rahmen der Arbeit überschreiten würde. Es soll vom Allgemeinen zum Spezifischen, vom 'Normalen' zum 'Pathologischen' argumentiert werden. Ich habe dennoch weitestgehend medizinische Fachtermini verwendet, da ich von einem gewissen Grundverständnis für die Erkrankungen ausgehe, um Oberflächlichkeit und zu viele Erklärungen zu vermeiden. Ein Glossar mit Erläuterungen einiger Begriffe ist im Anhang beigelegt. In der Arbeit versuche ich, einen Überblick zu geben und verschiedene Ansätze der Aggression, der Autoaggression und der Eßstörungen Bulimie und Magersucht darzustellen.

Da ich in dieser Arbeit der geschlechtlichen Spezifität bei den Eßstörungen Bulimie und Magersucht nachgehen möchte - an diesen Erkrankungen leiden in 90 - 95 % der Fälle Frauen - werde ich die Ausführungen in vielen Bereichen nur auf dieses Geschlecht beschränken oder den Schwerpunkt dort setzen.

Gang der Untersuchung:

Ausgangspunkt meiner Überlegungen sollen die Theorien zur Aggression sein (Kapitel 1). Sie können das grundlegende Verständnis über aggressives Verhalten liefern, mit dem eine Betrachtung des unterschiedlichen Umgangs der Geschlechter mit ihren Aggressionen deutlich wird (Kapitel 2). Diese Ausführungen können verständlich machen, warum Frauen ihre Aggressionen bevorzugt gegen den eigenen Körper richten. Was darunter zu verstehen ist und welche Formen diese Aggression annehmen kann, soll im dritten Kapitel geklärt werden. Als eine Äußerung autoaggressiver Verhaltensweisen sollen die Eßstörungen näher betrachtet werden (Kapitel 4). Eine Trennung der verschiedenen Symptome in Magersucht (Kapitel 5) und Bulimie (Kapitel 6) soll dieser allgemeinen Betrachtung folgen. Die momentan in der Wissenschaft diskutierten Erklärungsansätze der beiden Eßstörungen werden, unterteilt in psychobiologische, genetische, lerntheoretische, psychoanalytische, feministische und systemische Perspektiven, im 7. Kapitel herangezogen. In den Schlußbetrachtungen gebe ich einen Ausblick auf zukünftige Fragen und mögliche Präventionsprogramme (Kapitel 8).

Inhaltsverzeichnis:

Vorbemerkungen 1
1. Einleitung 1
1.1 Aggressionstheorien 2
1.1.1 Die psychoanalytische Triebtheorie 2
1.1.2 Die Frustrations - Aggressions - Theorie 3
1.1.3 Lerntheorie 3
1.2 Definition von Aggression 4
2. Geschlechterdifferenzen in der Aggression 6
Exkurs: Die Grenze zwischen den Geschlechtern 6
2.1 Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen 7
2.2 Unterschiede zwischen Frauen und Männern 8
2.2.1 Genetische und hormonelle Erklärungsversuche der Aggression 9
2.2.2 Evolutionsbiologische Bedeutung der Aggression 10
2.2.3 Umweltbedingungen als Erklärung der geschlechterdifferenten Aggression 12
3. Das Phänomen Autoaggression 15
3.1 Definition des Begriffes 15
3.2 Formen der Autoaggression 17
3.2.1 Der eigene Körper als Objekt 17
3.2.2 Gesellschaftlich anerkannte Formen der Autoaggression 18
3.2.3 "Schnippeln" als pathologisches Phänomen der Autoaggression 18
4. Psychogene Eßstörungen als Form der Autoaggression 19
4.1 Prävalenzen 21
4.1.1 Prävalenzen im transkulturellen Vergleich 22
4.2 Begriffsbestimmung 22
4.2.1 Abgrenzung zu "normalem" Eßverhalten 22
4.2.2 Definitionen 23
4.2.3 Einordnung in das System psychopathologischer Erkrankungen 24
4.3 Die autoaggressiven Aspekte der Syndrome 25
4.4 Elfstörungen als gesellschaftliches Phänomen 26
4.4.1 Gegenwärtige Einstellungen und Ideale 26
4.4.1.1 Ernährungsverhalten 26
4.4.1.2 Einstellungen zum Schlankheitsideal 27
4.4.1.3 Zufriedenheit mit dem Gewicht 29
4.4.1.4 Das Körperbild (body-Image) und Körperschemastörung 30
4.4.2 Historische Überlegungen zum Schlankheitsideal 31
4.5 Eßstörungen und Leistungssport 33
4.6 Eßstörungen bei Männern 33
5. Magersucht 34
5.1 Diagnosekriterien 35
5.2 Prävalenzen, Heilungschancen und Mortalität 35
5.3 Symptomatik und klinisches Bild der Erkrankung 36
5.3.1 Psychische Erscheinung und Folge 37
5.3.2 Körperliche Symptome 39
6. Bulimie 40
6.1 Diagnosekriterien 41
6.2 Prävalenzen 41
6.3 Beschreibung der BulimikerInnen 42
6.4 Nosographie der Erkrankung 44
6.4.1 Somatisches Bild der Erkrankung 44
6.4.1 Psychische Charakteristika 45
7. Erklärungsansätze der Eßstörungen Bulimie und Magersucht 46
7.1 Psychobiologische Erklärungen von verändertem Eßverhalten 46
7.2 Genetische Determinierung von Eßstörungen 49
7.3 Lerntheoretischer Erklärungsansatz 51
7.3.1 Der Einfluß von Diäten und Hungern auf das Eßverhalten 52
7.4 Psychoanalytischer Erklärungsansatz 53
7.4.1 Eßstörungen als Objekt-Beziehungs-Störung 53
7.4.2 Entwicklung der Geschlechtsidentität 55
7.5 Sexueller Mißbrauch als auslösendes Trauma von Eßstörungen 57
7.6 Feministischer Ansatz 59
7.7 Der systemische Erklärungsansatz 62
8. Schlußbemerkungen und Ausblick 65
9. Literaturverzeichnis 67
10. Anhang 1: Begriffserläuterungen 84
11. Anhang 2: Tabellen 86

Link zur Arbeit: http://www.diplom.de/katalog/arbeit/2089
Arbeit zitieren: Wendt, Anja Juli 1999: Eßstörungen als autoaggressives Verhalten, Hamburg: Diplomica Verlag
Bestellmöglichkeiten und Preise:

Bezugspreis eBook (PDF-Datei) per Download: EUR 38,00 inkl MwSt.
Bestellnummer: ISBN 978-3-8324-2089-5
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