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Das griechische Symposion im Wandel von der Adelspolitik zur Polis gleicher und freier Politen

Das griechische Symposion im Wandel von der Adelspolitik zur Polis gleicher und freier Politen
Über dieses Buch
  • Art: Staatsexamensarbeit
  • Autor: Rolf Bernhardt
  • Abgabedatum: Mai 1995
  • Umfang: 101 Seiten
  • Dateigröße: 6,0 MB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Freie Universität Berlin Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-0111-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-0111-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-0111-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Bernhardt, Rolf Mai 1995: Das griechische Symposion im Wandel von der Adelspolitik zur Polis gleicher und freier Politen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Aristokratie, Athen, Demokratie, Essen und Trinken, Gelage

Staatsexamensarbeit von Rolf Bernhardt

Einleitung:

Essen, Trinken und Demokratie - hat dies etwas miteinander zu tun, und falls ja, handelt es sich bloß um parallele Erscheinungen oder besteht irgendwo ein Kausalzusammenhang? Fragen, die sich im Licht heutiger Verhältnisse geradezu aufdrängen, aber sie haben die Menschen schon vor knapp dreitausend Jahren intensiv beschäftigt, und entsprechend haben sich unsere kulturellen Vorfahren verhalten.

Gang der Untersuchung:

Der Bogen dieser Arbeit ist weit gespannt: Er beginnt bei den Tafeln der Helden Homers (er reicht also bis in das zweite vorchristliche Jahrtausend hinein); danach werden Homers nichtadelige Zeitgenossen betrachtet, griechische Bauern, wie Hesiod sie etwa um 750 v. Chr. erlebte; die Verhältnisse während der archaischen Zeit im 6. Jahrhundert v. Chr. werden besonders unter die Lupe genommen, einmal weil schriftliche und archäologische Quellen eine intensivere Untersuchung zulassen, zum anderen weil in dieser Epoche der Grundstein für einen Umbau gelegt wurde, an dem wir zum Teil heute noch arbeiten: die Entwicklung von einer aristokratischen Herrschaft hin zu einer Beteiligung des gesamten Volkes an Entscheidungen, die alle Menschen eines Staates betreffen (nämlich zur sogenannten "radikalen" Demokratie seit 462/1 v. Chr.), und in diesem Kontext wird die begleitende Entwicklung der Tischgemeinschaften, Eß- und Trinksitten veranschaulicht, wobei Kausalzusammenhänge offengelegt werden (in etwa kann man hierbei an die informellen Entscheidungen denken, die heutzutage bei "Arbeitsessen" getroffen werden).

Nicht behandelt werden die Symposien als Literaturform, wie es sie seit Xenophon und Platon gab, einmal weil sie in die nachfolgende Epoche gehören, zum anderen weil die Entwicklung des Symposions mit der Einführung der "radikalen" Demokratie einen vorläufigen Abschluß gefunden hatte.

Im Mittelpunkt der Untersuchung steht Athen, aber auch die Entwicklungen in Sparta und Kreta werden dargestellt, daneben werden die damals modernen Einflüsse aus dem Orient, besonders aus Persien berücksichtigt. Sowohl Gelagepoesie als auch Hetären- und Knabenliebe gehören selbstverständlich zu einer Untersuchung des Symposions. Abgerundet wird die Arbeit mit einem Blick auf den ersten sozialen Wohnungsbau der uns heute bekannten Geschichte, nämlich auf die Reihenhäuser des Architekten Hippodamos aus Milet, der für die Ruderer der athenischen Flotte Häuser entwarf, in denen es besondere Räume für die Symposionsgemeinschaften gab.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 4
2. Die frühen Symposien: Tischgemeinschaften und gesellschaftliche Verhältnisse in homerisch-früharchaischer Zeit 7
2.1 Homer als Quelle 7
2.2 Die Bedeutung von Haus, Herd und Mahl 8
2.2.1 Haus und Herd 8
2.2.2 Das Mahl 9
2.3 Gesellschaftliche Verhältnisse und Tischgemeinschaften im 8. Jahrhundert 13
2.3.1 Gesellschaftliche Verhältnisse 13
2.3.2 Tischgemeinschaften 15
2.3.2.1 Das Mahl der Standesgenossen 16
2.3.2.2 Die soziale Funktion des Symposions - die Heroen und das Volk 17
3. Symposion und Aristokratie in der archaischen Zeit des 6. Jahrhunderts v. Chr. 20
3.1 Gründe für den Wandel des Symposions: Das Jahrhundert der raschen Veränderungen 20
3.1.1 Bevölkerungswachstum 20
3.1.2 Agrar-, Polis- und Adelskrise 21
3.1.3 Hoplitenphalanx 22
3.2 Institutionalisierung der Tischgemeinschaften: Sparta und Kreta 25
3.2.1 Sparta 25
3.2.2 Kreta 28
3.3 Das Symposion in Athen - Genese und Darstellung 30
3.3.1 Der Übergang vom Sitzen zum Liegen 30
3.3.2 Gelage des Demos 35
3.3.3 Anlässe 36
3.3.4 Teilnehmer 36
3.3.5 Verlauf des Symposions und das Trinken 37
3.3.6 Gelagepoesie 40
3.3.7 Sexualität: Hetären und Knaben beim Symposion 41
3.3.8 S piele 46
3.3.9 Komos 46
3.4 Das neue Ethos der Aristokratie - Das Symposion als Zentrum des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens der Oberschicht 47
3.4.1 Die Hetairien 48
3.4.2 Die Selbstdarstellung 51
3.4.3 Die Desintegration 52
3.4.4 Die vertikale gesellschaftliche Mobilität 59
3.4.5 Symposionkritik: Solon, Tyrtaios und Xenophanes 61
3.4.6 Wertewandel und Abgrenzung 65
4. Das Symposion während der Zeit des Umbruchs vom ausgehenden 6. Jahrhundert bis zur Einführung der radikalen Demokratie 66
4.1 Die Ausgangslage nach den Kleisthenischen Reformen 66
4.2 Öffentliche Tischgemeinschaften 70
4.3 Das aristokratische Prytaneion 71
4.4 Das Symposion während der Isonomie 74
4.5 Symposion, Architektur und Demokratie im Spiegel des hippodamischen Städtebaus 79
5. Schlußbetrachtung 85
6. Abbildungen 87
7. Literatur 93
7.1 Quellen 93
7.2 Darstellungen 94

Arbeit zitieren:
Bernhardt, Rolf Mai 1995: Das griechische Symposion im Wandel von der Adelspolitik zur Polis gleicher und freier Politen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Aristokratie, Athen, Demokratie, Essen und Trinken, Gelage

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