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Staatliche Parteienfinanzierung und Rechtsextremismus

Unbeabsichtigte Nebenfolgen für die streitbare Demokratie, untersucht am Beispiel von NPD, REP und DVU

Staatliche Parteienfinanzierung und Rechtsextremismus
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Dieter Prokein
  • Abgabedatum: Februar 1995
  • Umfang: 192 Seiten
  • Dateigröße: 9,5 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Freie Universität Berlin Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4506-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4506-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4506-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Prokein, Dieter Februar 1995: Staatliche Parteienfinanzierung und Rechtsextremismus, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Parteienfinanzierung, Rechtsextremismus, streitbare Demokratie

Diplomarbeit von Dieter Prokein

Einleitung:

Dass Parteien in Deutschland für ihre Arbeit (Mitarbeit bei der Willensbildung des Volkes, Rekrutierung des politischen Personals usw.) staatliche Gelder erhalten, wird ernsthaft kaum jemand in Frage stellen wollen. Strittig hingegen war und ist, wie hoch diese staatlichen Transferleistungen ausfallen sollen. Ist die staatliche Finanzierung nämlich zu hoch, besteht die Gefahr, dass sich die politische Klasse verselbständigt, sich die Bindung der Politiker an ihre Parteibasis und Wählerschaft lockern kann. Ist eine zu hohe staatliche Parteienfinanzierung also schon an sich problematisch, gerät sie aber vollends zur Verhöhnung des demokratischen Rechtsstaates, wenn sie sich als Steigbügel entpuppt, durch den die dauerhafte Organisierung des parteipolitischen Rechtsextremismus erleichtert wird. Vor dem Hintergrund der Ausrichtung des Grundgesetzes, das mit einem ganzen Bündel von Artikeln einem dem Strafrecht vorgelagerten Demokratieschutz („streitbare Demokratie“) geschaffen hat, muss es deshalb als absurd erscheinen, wenn extremistische Parteien, deren Zielsetzung nachweislich im Gegensatz zum Grundgesetz stehen, staatlich (mit-)finanziert werden.

Die vorliegende Arbeit vertritt die These, dass die massive Selbstbegünstigung der etablierten Parteien in Form der hohen staatlichen Parteienfinanzierung unbeabsichtigte Nebenfolgen hervorgebracht hat, die die Prämissen der „streitbaren Demokratie“ unterlaufen. Geht man davon aus, dass die „streitbare Demokratie“ zum Schutz von Staat und Verfassung eingerichtet worden ist, muss eine überdimensionierte staatliche Parteienfinanzierung, die ja nach geltendem Recht auch die Parteien des äußerst rechten Parteienspektrums erhalten, als Schwächung der „streitbaren Demokratie“ angesehen werden.

Gang der Untersuchung:

Vor diesem Hintergrund versucht die vorliegende Arbeit Ausmaß und Bedeutung der staatlichen Parteienfinanzierung für die rechtsextremen Parteien NPD, DVU und REP zu problematisieren. Hierfür wird zunächst der Begriff des Extremismus definiert, um im nächsten Schritt zu einer Theorie des politischen Rechtsextremismus zu gelangen. Anschließend soll der aktuelle Stand der Rechtsextremismusforschung vorgestellt werden, bevor im 4. Kapitel die Parteien NPD, DVU und REP auf ihren extremistischen Gehalt hin analysiert werden.

Das 5. Kapitel schließlich bestimmt das Ausmaß und die Höhe der Gelder, die diese Parteien bisher im Rahmen der staatlichen Parteienfinanzierung erhalten haben. Im 6. Kapitel wird die „streitbare Demokratie“ vorgestellt, wie sie sich aus der Rechtssprechung ergibt, bevor die Praxis ihrer Anwendung thematisiert wird. Im letzten Kapitel sollen nach der Zusammenfassung der Ergebnisse Lösungsvorschläge diskutiert werden, die einen Ausweg aus der gesamten Problematik weisen könnten.

Inhaltsverzeichnis:

Vorwort 3
Abkürzungsverzeichnis 4
0.1 Inhaltsverzeichnis 5
1. Einleitung 7
1.1 Untersuchungsplan und methodisches Vorgehen 12
2. Was ist (politischer) Extremismus? Zur Geschichte, Bedeutung und Problematik eines Begriffs 18
2.1 Zur Geschichte und Bedeutung des Begriffs Extremismus 18
2.2 Zur Problematik des Begriffs Extremismus 21
2.2.1 Zum sozialwissenschaftlichen Verständnis des Extremismusbegriffs 21
2.2.2 Zum juristischen Verständnis des Extremismusbegriffs 28
3. Zum politischen Rechtsextremismus 31
3.1 Zur Theorie des politischen Rechtsextremismus 37
3.1.1 Zentrale Elemente rechtsextremer Ideologie 37
3.1.2 Konkrete Kennzeichnung rechtsextremer Ideologie 39
3.2. Zur Problematik der Einstufung von politischem Rechtsextremismus und Rechtsradikalismus 45
3.3. Zum aktuellen Forschungsstand der gegenwärtigen Rechtsextremismusforschung 51
3.4. Zusammenfassung und eigene Schlussfolgerungen 54
4. Zur Entwicklung des parteipolitischen Rechtsextremismus in der Bundesrepublik 56
4.1 Zur geschichtlichen Entwicklung des politischen Rechtsextremismus 56
4.2 Zu den Parteien des politischen Rechtsextremismus 59
4.2.1 Zur Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD) 59
4.2.2 Zur Ideologie der NPD 66
4.2.3 Zu den Republikanern (REP) 70
4.2.4 Zur Ideologie der REP 78
4.2.5. Zur Deutschen Volksunion (DVU) 87
4.2.6 Zur Ideologie der DVU 93
4.3. Zusammenfassung und eigene Schlussfolgerungen 99
5. Zur Geschichte und Struktur der Finanzierung des Rechtsextremismus 102
5.1 Aspekte der staatlichen Parteienfinanzierung am Beispiel der NPD, REP und DVU 102
5.2 Zur Einnahmen- und Ausgabenstruktur der REP 113
5.2.1 Zur WKKE 113
5.2.2. Zu den übrigen Einnahmearten der REP 123
5.2.3 Zu den Gesamtausgaben und Ausgabenarten der REP 129
5.3. Zur Einnahmen- und Ausgabenstruktur der DVU 135
5.3.1 Zur Einnahmenstruktur der DVU 135
5.3.2 Zu den Gesamtausgaben und Ausgabenarten der DVU 138
5.4 Zur Einnahmen- und Ausgabenstruktur der NPD 143
5.4.1 Zur Einnahmenstruktur der NPD 143
5.4.2 Zu den Gesamtausgaben und Ausgabenarten der NPD 150
5.5 Zusammenfassung und eigene Schlussfolgerungen 154
6. Zur Problematik der streibaren Demokratie 160
6.1 Zur Praxis der streitbaren Demokratie 163
6.2 Zusammenfassung und eigene Schlussfolgerungen 166
7. Zusammenfassung der Ergebnisse, Ausblick und eigene Schlussfolgerungen 170
8. Literaturverzeichnis 177
9. Gutachten 185
Erst-Gutachten 185
Zweit-Gutachten 188

Arbeit zitieren:
Prokein, Dieter Februar 1995: Staatliche Parteienfinanzierung und Rechtsextremismus, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Parteienfinanzierung, Rechtsextremismus, streitbare Demokratie

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