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Sprachwissenschaftliche Analyse von Bild, Schrift und Sprache in Print- und Onlinezeitungen

Sprachwissenschaftliche Analyse von Bild, Schrift und Sprache in Print- und Onlinezeitungen
Über dieses Buch
  • Art: Magisterarbeit
  • Autor: Judith Hampel
  • Abgabedatum: Juli 2006
  • Umfang: 128 Seiten
  • Dateigröße: 10,7 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Universität Paderborn Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9851-1
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9851-1 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9851-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Hampel, Judith Juli 2006: Sprachwissenschaftliche Analyse von Bild, Schrift und Sprache in Print- und Onlinezeitungen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Qualitätszeitung, Medientechnik, Textanalyse, Tageszeitung, Semiotik

Magisterarbeit von Judith Hampel

Einleitung:

Medien sind überall, der Umgang mit ihnen gehört zur Normalität. Die rasanten medientechnischen Entwicklungen können wir nicht mehr aufhalten – wollen wir auch nicht. Merken wir, wenn ein Medium sich verändert?

Es ist früh am Morgen und der Briefkasten hat soeben die neuesten Nachrichten empfangen. Das meinen wir – ist es auch so? Haben nicht schon andere Nachrichten unsere jetzigen, die nach Druckerschwärze riechenden Buchstaben, überholt? In der Hand halten wir die Tageszeitung. Der erste Blick wandert auf das Titelblatt. Buchstaben, die von bunten Bildern plakativ umrahmt und in Szene gesetzt sind. Immer?

Die erste Nachricht – kennen wir schon. Das Fernsehen hat es gestern Abend verkündet und das Internet sowieso. Die alltägliche Situation beschreibt den Konflikt, in dem sich die Medien heutzutage befinden. Das ist nur ein Teil der Vorüberlegungen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich Bild, Schrift und Sprache in Print- und Onlinezeitungen aus sprachwissenschaftlicher Sicht verändert haben. Dabei stehen neben grammatischen und sprachlichen Strukturen auch semiotische Aspekte im Vordergrund. Außerdem sollen die medientechnischen Auswirkungen für Bild, Schrift und Sprache seit Erfindung des Buchdrucks, in Zusammenhang mit der Tageszeitung gebracht werden.

Das zweite Kapitel eröffnet eine systematische Darstellung der Zeichensysteme von Bild, Schrift und Sprache aus linguistisch-semiotischer Sicht. Diese Erkenntnisse sollen später für die Analyse der Hypertextstrukturen als Grundlage dienen. Darin werden klassische Theorien über das sprachliche Zeichen erörtert. Anschließend steht der Wandel der Zeichenprozesse durch die Medien im Vordergrund. Das dritte Kapitel befasst sich mit der technischen Sichtweise von Bild, Schrift und Sprache. Es werden darin die Einflüsse der medientechnischen Entwicklungen betrachtet. Das Kapitel beginnt bei Gutenbergs Buchdruck und geht über die Schreibmaschine bis hin zum Computer. Im Anschluss erfolgt die Einordnung der technischen Entwicklungen zur Herstellung der Zeitung.

Das vierte Kapitel betrachtet die Gestaltungselemente und Berichtmuster von Print- und Onlinezeitungen. Dieses Kapitel eröffnet einen ersten Einblick auf Nachricht und Kommentar als Textsorten der Tageszeitungen. Im Hinblick auf die sprachwissenschaftliche Analyse ist dies Grundlage, da sie später ein Teil der Analyse sein wird. Das fünfte Kapitel etabliert die linguistische Textanalyse als Forschungsmethodik nach Brinker. Mit Hilfe der Textanalyse werden die Strukturen und Formen von Texten am Beispiel von Tageszeitungen erklärt. Die detaillierte Betrachtung der sprachlichen und grammatischen Strukturen ist notwendig, um in der praktischen Analyse Nachricht und Kommentar beispielhaft miteinander vergleichen zu können.

Das sechste Kapitel führt in den Untersuchungsgegenstand der Tageszeitungen Die Welt, Frankfurter Allgemeine Zeitung und Süddeutsche Zeitung ein. Die Titelblätter werden stichprobenartig auf ihren gestalterischen und sprachlichen Wandel untersucht. Dabei geht die Untersuchung stets von der Welt als Grundlage aus und unternimmt eine historisch vergleichende Analyse.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis I
Tabellenverzeichnis II
Abkürzungsverzeichnis III
1. Einleitung 10
2. Bild, Schrift und Sprache – eine Systematik 12
2.1 Zeichenbegriff und Semiotik 13
2.2 Zeichenmodelle 15
2.2.1 Ferdinand de Saussure 15
2.2.2 Charles Sanders Peirce 17
2.3 Das semiotische Dreieck 22
2.4 Schrift und Sprache als Zeichensystem 24
2.5 Bild als Zeichensystem 26
2.6 Wandel des Zeichenprozesses durch Technisierung und Medien 29
3. Einfluss der medientechnischen Entwicklungen auf Bild, Schrift und Sprache 33
3.1 Medientechnische Entwicklungen 34
3.2 Auswirkungen auf Bild, Schrift und Sprache durch alte und neue Medien 44
4. Entwicklung von Gestaltungselementen und Berichtmustern der Tageszeitung 48
4.1 Entwicklung 49
4.2 Trends 51
4.3 Onlinezeitung 52
4.4 Darstellungsformen in der Print- und Onlinezeitung 53
4.4.1 Textsorten der Printzeitung 54
4.4.2 Textsorten der Onlinezeitung 55
4.4.3 Bildliche Darstellungsmittel 56
5. Sprachwissenschaftliche Analyse 58
5.1 Forschungsmethodik 59
5.2 Sprechakttheorie 61
5.3 Textualitätsmerkmale zur Analyse der Textstruktur 63
5.4 Linguistische Textanalyse nach Brinker 66
5.4.1 Analyse des Textkontextes 68
5.4.1.1 Kommunikationsform 68
5.4.1.2 Handlungsbereich 68
5.4.2 Analyse der kommunikativen Textfunktion 69
5.4.2.1 Sprachliche Indikatoren 70
5.4.2.2 Nicht-sprachliche und kontextuelle Indikatoren 73
5.4.3 Analyse der Textstruktur 74
5.4.3.1 Grammatische Ebene 74
5.4.3.2 Thematische Ebene 77
6. Sprachwissenschaftliche Analyse – Die Welt, FAZ, SZ 81
6.1 Auswahl der Tageszeitungen 82
6.2 Untersuchungsgegenstand 82
6.3 Untersuchungszeitraum 84
6.4 Vorgehensweise der Analyse 85
6.5 Textinterne Ebene: Analyse der Textstruktur 88
6.5.1 Titelseiten der Erstausgaben im Vergleich 88
6.5.1.1 Gestaltung der Titelseiten 89
6.5.1.2 Nachricht und Kommentar 91
6.5.2 Titelseiten zum Mauerbau 1961 im Vergleich 94
6.5.2.1 Gestaltung der Titelseiten 95
6.5.2.2 Nachricht und Kommentar 97
6.5.3 Titelseiten zur Wiedervereinigung 1990 im Vergleich 100
6.5.3.1 Gestaltung der Titelseiten 101
6.5.3.2 Nachricht und Kommentar 103
6.5.4 Titelseiten der Printausgaben vom 13. Juni 2006 im Vergleich 105
6.5.4.1 Gestaltung der Titelseiten 106
6.5.5 Vergleich von Print- und Onlinezeitung am Beispiel der Welt 109
7. Resümee 113
Literatur- und Quellenverzeichnis 115
Anhang 123

Automatisiert erstellter Textauszug:

Für die sprachwissenschaftliche Analyse bedeutet dies, dass der Text nicht nur auf das sprachlich Formulierte in Form der Schrift reduziert wird. Ferner muss der Text auch die Gestaltungsprinzipien des jeweiligen Mediums mitbetrachten. Es handelt sich also um die Frage, in welchem inhaltlichen Zusammenhang der Text zu seiner Umgebung steht. Der inhaltliche Zusammenhang eines Textes entfaltet sich erst mit dem Wirkungspotential eines Textes im Kontext zum Bild.151 Die vorliegende Untersuchung beschränkt sich nur auf die Analyse von monologen Texten in schriftlicher Form. Der formulierte Aspekt der Sprache im Titel der Arbeit, bezieht sich nicht auf Mündlichkeit, sondern auf die sprachlichen Äußerungen, wie ein Text gestaltet ist. In der Computer- und Internetkommunikation existieren dialogische Texte in Form der E-Mail und Chat-Kommunikation. Es sei nur darauf verwiesen, dass die Textlinguistik auch derartige Textvarietäten in ihre Analyse aufnimmt. Es handelt sich dabei um einen interaktiven Prozess zum Informationsaustausch der nicht Gegenstand dieser Arbeit ist. [...]

Die vorherigen Ausführungen zeigen, dass das Medium Zeitung in zweierlei Hinsicht einem Wandel unterliegt. Die erste Sichtweise betrachtet die gedruckte Zeitung und zeigt, dass sich aufgrund medientechnischer Fortschritte seit 1945 neue Medien (z. B. Fernsehen) etabliert haben. Infolgedessen führten diese Veränderungen zu einer erhöhten Medienkonkurrenz für die Tageszeitung. Aus diesem Grund durchlief die Zeitung verschiedene Modernisierungsphasen, deren Schwerpunkt auf der gestalterischen Erneuerung des Textdesigns lag. Neue Ideen in der Gestaltung und in der Informationsaufbereitung führten die Tageszeitungen von einem Textmedium zum Multimedium. Der zweite Betrachtungsaspekt zeigt, dass die Zeitung ab Mitte der 90er Jahre in Folge der Neuen Medien (Internet und Computer) ein Online-Pendant der gedruckten Version etabliert. Darin entstanden neue Textstrukturen (Hypertext) im Vergleich zum herkömmlichen Text der gedruckten Zeitung. Vor dem Hintergrund dieser neuen Tendenzen und Entwicklungen schließt eine sprachwissenschaftliche Analyse an. Die Tageszeitung dient als Untersuchungsgegenstand für eine historisch vergleichende Analyse. Es geht darum, den Einsatz von Bild, Schrift und Sprache aus historischer Sicht stichprobenartig von 1945 bis heute zu beschreiben.146 Die Frage dabei ist, ob sich die Modernisierungsphasen der Zeitungen auf die Nachrichtengestaltung und den Kommentar aus sprachwissenschaftlicher Sicht auswirken und welche Konsequenzen sich daraus ergeben. Die zweite Frage wechselt die Perspektive, indem sie Text und Hypertext als Untersuchungsgegenstand gegenüberstellt. Der Fokus liegt auf dem Vergleich der Darstellungsformen von Nachricht und Kommentar in der Printzeitung und im World Wide Web. Vor diesen zentralen Fragestellungen stehen weitere Teilaspekte unter denen die sprachwissenschaftliche Analyse erfolgt: [...]

Pressefoto Wichtigstes Kriterium für ein Pressefoto ist seine Zweckbestimmtheit, da es jeweils bei einer Nachricht, einem Bericht oder bei einer Reportage steht. Das Pressefoto steht meistens im Zusammenhang mit seinem Text und informiert und dokumentiert. Sind Fotos funktionsgerecht eingesetzt, geben sie auch Auskunft über die sechs W-Fragen. Neben dem informativen Gehalt kommt dem Foto auch eine anreizende Funktion zu. Ein Anreiz vermittelt ein Bild nur dann, wenn es einen Sachverhalt aus einer besonderen Perspektive heraus darstellt. Ebenso kann das Pressefoto auch als reines Schmuckbild eingesetzt werden, was der bloßen Illustration dient. Infografiken Mit den Infografiken (Informationsgrafiken) lassen sich erklärende, numerische und topografische Inhalte veröffentlichen in einer Tageszeitung. Erklärende Infografiken veranschaulichen Sachverhalts und Ereigniszusammenhängen. Sie bestehen aus grafischen und textlichen Bestandteilen und verursachen bei dem Leser eine Wechselwirkung zwischen Bild und Text. Numerische Grafiken stellen Zeitungen als Kuchen-, Balken oder Kurvendiagramm dar. Mit Hilfe dieser bildlichen Darstellungsform stellen Tageszeitungen einerseits die Relation zwischen Werten dar und andererseits zeigen sie Entwicklungstendenzen über einen bestimmten Zeitraum. Topografische Informationsgrafiken verdeutlichen geografische Begebenheiten und verwenden kartografische Darstellungen.145 Zeichnungen (Karikatur) Die Karikatur dient als meinungsbildendes Element einer Zeitung. Die bildliche Darstellungsform einer Karikatur geht auf satirische Art und Weise mit politischen Ereignissen, typischen Eigenarten von Personen und Zuständen um. [...]

Arbeit zitieren:
Hampel, Judith Juli 2006: Sprachwissenschaftliche Analyse von Bild, Schrift und Sprache in Print- und Onlinezeitungen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Qualitätszeitung, Medientechnik, Textanalyse, Tageszeitung, Semiotik

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