Sprachliche Strategien der PR
Untersucht am Beispiel von Imagebroschüren
- Art: Magisterarbeit
- Autor: Marianne Falck
- Abgabedatum: September 2004
- Umfang: 132 Seiten
- Dateigröße: 576,6 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (RWTH) Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8772-0
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8772-0 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8772-0 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Falck, Marianne September 2004: Sprachliche Strategien der PR, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Selbstdarstellung, Linguistik, Öffentlichkeit, Werbung, Risikoproduzent
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Magisterarbeit von Marianne Falck
Einleitung:
PR-Maßnahmen haben ausschließlich kommunikativen Charakter. Somit besitzen Public Relations eine Besonderheit, die sie für Linguisten über die Maßen interessant machen müßte: Ihr Handwerkszeug ist die Sprache und ihr Produkt ist zugleich sprachlicher oder kommunikativer Natur.
Dennoch wird in der linguistischen und kommunikationswissenschaftlichen Literatur lediglich vereinzelt die Sprache der PR thematisiert. Deshalb ist das vorliegende Thema von besonderem Interesse. Das Hauptziel der Arbeit ist es, sprachliche Strategien der PR anhand von Imagebroschüren aufzuzeigen. Um für die Analyse der sprachlichen Mittel einen Bezugsrahmen aufzubauen, sollen zuerst die Public Relations von Unternehmen diskutiert werden. In der Fachliteratur werden unterschiedliche PR-Funktionen beschrieben. Dazu gehören Aufbauen von Vertrauen, Herstellen von Öffentlichkeit sowie Änderung und Festigung der Vorstellungsbilder (Images) eines Unternehmens. Ich gehe jedoch davon aus, daß die positive Selbstdarstellung die zentrale Funktion der PR darstellt und daß sich dies in der Wahl bestimmter sprachlicher Mittel manifestiert.
Wenn Unternehmen kommunizieren, stellen sie sich über den Kommunikationsgegenstand hinaus auch immer selbst dar. Meiner Meinung sollte sprachlichen Äußerungen von Unternehmen daher mehr Beachtung geschenkt werden. Aus diesem Grund werden kommunikationstheoretische Grundlagen im zweiten Kapitel eingehend diskutiert. Biere beschreibt, daß mit der positiven Selbstdarstellung immer die Gefahr einer Tabuverletzung gegeben ist: Eigenlob wird von der Gesellschaft nämlich als unangemessen empfunden. Ich vermute deshalb, daß die Textproduzenten Strategien einsetzen, um dieses gesellschaftliche Tabu zu umgehen.
Als Untersuchungsgegenstand der sprachlichen Strategien wird eine Publikation verwendet, die in der betrieblichen Praxis als „Imagebroschüre“ bekannt ist, ohne daß eine feste Bezeichnungskonvention existieren würde. Zum einen eignet sich die Imagebroschüre als Untersuchungsobjekt, weil sie ein klassisches Medium der externen PR darstellt; zum anderen, weil sie eine nahezu unbeachtete Textsorte ist. Trotz intensiver Literaturrecherche konnte lediglich eine (linguistische) Arbeit zu dieser PR-Publikation ausfindig gemacht werden. Daher ist – neben der Analyse der sprachlichen Mittel - ein weiteres Ziel der vorliegenden Arbeit, insbesondere auf der Basis von linguistischen Methoden (u.a. der Textanalyse) und unter der Einbeziehung des Korpus, eine ausführliche Beschreibung dieses Mediums vorzunehmen.
Gegenstand meines Forschungsvorhabens sind insgesamt neun Imagebroschüren von erwerbswirtschaftlichen Unternehmen der Energie- und Chemiebranche. Das Augenmerk der Untersuchung liegt auf den sprachlichen Strategien von Risikoproduzenten. Diese richten ihre PR defensiv aus, daß heißt, sie betonen Aufwendungen für Umweltschutz, Überwachungssysteme und Schutzmaßnahmen gegenüber der Umwelt ganz besonders. Es ist also davon auszugehen, daß diese Risikoproduzenten die positive Selbstdarstellung in den Mittelpunkt ihrer Kommunikation stellen. Aus diesem Grund lassen sich die sprachlichen Mittel der PR gut an Publikationen dieser Risikoproduzenten verdeutlichen.
Die sprachlichen Strategien werden mittels einer Analyse von Fallbeispielen näher beleuchtet. Hier fließen neben linguistischen Ansätzen auch Erkenntnisse anderer Disziplinen, vor allem der Kommunikationswissenschaft und des Journalismus, mit ein. Meist liegen zu jedem sprachlichen Phänomen mehrere Beispiele vor, die aus Platzgründen jedoch nicht alle erwähnt werden können. Bei der Untersuchung der sprachlichen Mittel wird die rein deskriptive Ebene verlassen, da die Bewertung neben der Beschreibung eine wichtige Position einnimmt. Nach Holly u.a. sollten "interpretative Beschreibungen nicht als bloß subjektiv abgetan werden, da es sich doch eigentlich um die Freilegung intersubjektiver Interpretationsraster [handelt], die wir nur verstehen, weil wir sie alle teilen (ungeachtet verschiedener Formulierungen und Meinungen); einen radikaleren Wahrheitsanspruch als den der Plausibilität kann es aber im Bereich sozialer Regeln nicht geben".
Die sprachlichen Strategien können also nur durch die Interpretation unter Einbeziehung der theoretischen Grundlagen analysiert werden. Folgende Fragestellungen stehen dabei im Mittelpunkt der Analyse: Mit welchen sprachlichen Mitteln wird die positive Selbstdarstellung in den Imagebroschüren realisiert? Warum werden bestimmte Strategien eingesetzt? Und wie sind diese zu bewerten? Zum Abschluß werden diese sprachlichen Mittel zusammenfassend diskutiert.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 4 |
| 2. | Das kommunikative Umfeld der Imagebroschüre: Public Relations | 7 |
| 2.1 | Zur Begriffsbestimmung von PR | 7 |
| 2.2 | Selbstdarstellung und Eindruckssteuerung | 12 |
| 2.2.1 | Selbstbild und Fremdbild | 13 |
| 2.2.2 | Selbstdarstellung mittels Kommunikation | 17 |
| 2.2.3 | Probleme der positiven Selbstdarstellung | 26 |
| 2.3 | PR im Spannungsfeld von Ökonomie und Ökologie | 33 |
| 2.3.1 | PR als Reaktion auf externe situative Faktoren | 34 |
| 2.3.2 | Öko-PR als Herausforderung für Risikoproduzenten | 38 |
| 3. | Die Imagebroschüre | 44 |
| 3.1 | Unterscheidung externer PR-Publikationen | 47 |
| 3.2 | Das Korpus: Imagebroschüren von Energie- und Chemieunternehmen | 50 |
| 3.3 | Kommunikative Rahmenbedingungen | 56 |
| 3.3.1 | Die Imagebroschüre als schriftliches Medium | 57 |
| 3.3.2 | Textproduzenten und Textadressaten | 60 |
| 3.3.3 | Textfunktion und Sprachfunktion | 67 |
| 3.4 | Zum Gegenstand von Imagebroschüren | 71 |
| 3.5 | Textmakrostruktur | 73 |
| 3.6 | Definition | 77 |
| 4. | Sprachliche Strategien der PR | 78 |
| 4.1 | Fragestellungen der Untersuchung | 79 |
| 4.2 | Strategien der Selbstdarstellung | 80 |
| 4.3 | Autor, Objekt und Themen der positiven Selbstdarstellung | 81 |
| 4.3.1 | Die positive Darstellung als Selbstdarstellung und als Fremddarstellung | 81 |
| 4.3.2 | Objekte der positiven Selbstdarstellung | 84 |
| 4.3.3 | Zentrale thematische Strategien | 88 |
| 4.3.3.1 | Negative Aspekte erwähnen aus Gründen der Glaubwürdigkeit | 89 |
| 4.3.3.2 | Das Unternehmen als Bewahrer gesellschaftlicher Werte | 91 |
| 4.4 | Benennungsstrategien | 97 |
| 4.5 | Sinnformeln zur externen Identitätsstiftung | 99 |
| 4.5.1 | Slogans | 100 |
| 4.5.2 | Metapher | 101 |
| 4.6 | Dialogizität | 104 |
| 5. | Zusammenfassung und Ausblick | 110 |
| 6. | Literaturverzeichnis | 115 |
Die Häufigkeit vorangegangener Kontakte und der Bekanntheitsgrad zwischen Textproduzent und –rezipient variieren stark. So hat ein Wirtschaftsjournalist beispielsweise regelmäßig mit der PR-Abteilung eines Unternehmens zu tun. Ein Kunde dagegen wird möglicherweise nur ab und zu ein Produkt des Unternehmens erwerben, jedoch nicht in persönlichen Kontakt mit der PR-Abteilung treten. Die Intention der Adressaten läßt sich allgemein als Informationsbedürfnis umschreiben. Aufgrund irgendeiner Beziehung zum Produzenten (z.B. Betroffenheit durch Bau einer chemischen Produktionsanlage) wollen sie Kenntnis über Absichten, Fähigkeiten und Tätigkeiten des Unternehmens gewinnen. Nach Petersen erwarten die Adressaten „ein möglichst objektiv-informatives Bild“ (Petersen 1986, 87). Dies ist jedoch zu bezweifeln. Die Tatsache, daß es sich in der Imagebroschüre um die Selbstdarstellung eines Unternehmens handelt, ist dem Vorwissen der Rezipienten zuzurechnen. Entweder ist dies dem Textadressaten also bereits bekannt oder es kann mit dem Weltwissen erschlossen werden. [...]
3.3.2 Textproduzenten und Textadressaten Wichtige Hinweise für die sprachlichen Strategien der PR ergibt auch die Beziehung zwischen Textproduzent und Textrezipient. Die Seiten der Textproduktion und –rezeption werden nicht getrennt voneinander betrachtet, da dies hier nicht sinnvoll erscheint. Im folgenden soll der Begriff „Textproduzent“ umrissen werden. Dabei hat bereits die Befragung der Unternehmen gezeigt, daß es nicht nur einen Textproduzenten gibt, sondern mehrere Personen, die teilweise aus unterschiedlichen Professionen (z.B. ehemalige Journalisten) stammen. Dieser Gesichtspunkt hat sicherlich Auswirkungen auf die Textproduktion. Allen Textproduzenten ist jedoch gemein, daß sie das Ziel der positiven Selbstdarstellung verfolgen. Nachstehend soll auf das Unternehmen als Kommunikationspartner des Rezipienten eingegangen werden. [...]
Nachstehend sollen Unterschiede und Gemeinsamkeiten dieser Imagebroschüren kurz herausgearbeitet werden, die nicht in der Tabelle erfaßt wurden. Gleich sind die hier untersuchten Imagebroschüren hinsichtlich der verfolgten Intention, das Unternehmen positiv darzustellen. Die Qualität der Informationsträgergestaltung ist bei allen als sehr hoch einzustufen. Die Papierqualität entspricht der von hochwertigen, mehrfarbigen Magazinen. Bemerkenswert ist, daß keines der Unternehmen Umweltpapier verwendet, obwohl gerade der Informationsträger geeignet wäre, über die Papierwahl eine zusätzliche Aussage zu den eigenen Umweltschutzbemühungen zu dokumentieren. Dieses Medium ist generell jedem Interessierten frei zugänglich und wird kostenlos abgegeben (z.B. Messe, Tag der offenen Tür). Es gibt keinen regelmäßigen Erscheinungsturnus wie z.B. bei Geschäftsberichten. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832487720
Arbeit zitieren:
Falck, Marianne September 2004: Sprachliche Strategien der PR, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Selbstdarstellung, Linguistik, Öffentlichkeit, Werbung, Risikoproduzent



