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Sportpädagogik

Ein sozialpädagogischer Ansatz in der offenen Jugendarbeit

Sportpädagogik
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Mario Fabianek
  • Abgabedatum: April 1999
  • Umfang: 128 Seiten
  • Dateigröße: 647,2 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Katholische Stiftungsfachhochschule München Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-1858-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-1858-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-1858-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Fabianek, Mario April 1999: Sportpädagogik, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: sportpädagogische Sozialpädagogik, sportbezogene Jugendhilfe, Sportive Jugendarbeit, Sportorientierte Jugendarbeit

Diplomarbeit von Mario Fabianek

Einleitung:

In den unterschiedlichen Abschnitten meiner Arbeit werde ich den Versuch starten, die Sportpädagogik als einen sozialpädagogischen Ansatz in der offenen Jugendarbeit zu begründen und darzustellen. Demzufolge versuche ich zu beweisen, daß auch durch das Medium Sport die gesetzliche Aufgabe der offenen Jugendarbeit nach §11 KJHG erfüllt wird. Dies bedeutet, daß die offene Jugendarbeit durch die Bereitstellung von sportlichen Angeboten, das zugleich an die Interessen der Jugendlichen anknüpft und von ihnen mitbestimmt und mitgestaltet wird, die Entwicklung junger Menschen fördert, sie zur Selbstbestimmung bewegt und zu gesellschaftlicher Mitverantwortung und zu sozialem Engagement anregt und hinführt. (vgl. §11 Abs.1 KJHG).

In einen der wichtigsten Kommentare zum KJHG unter dem Titel "Profil und Auftrag von Jugendhilfe" erscheinen mir zwei der dort formulierten Ebenen für den Sport in der offenen Jugendarbeit als besonders treffend. Zum einen wird dort Jugendhilfe als "offensive Interessenvertretung junger Menschen" und andererseits als "reaktive Intervention" verstanden.

Damit erhält auf der jugend- und gesellschaftspolitischen Ebene nach Münder die offenen Jugendarbeit den Auftrag, die "Lebens- und Sozialisationsbedingungen junger Menschen präventiv abzusichern und in Reaktion auf erkannte Defizite zu verbessern".

Zur Realisierung dieses Auftrags sind dem Anspruch des KJHG nach für Jugendliche dementsprechende Lebensbedingungen zu schaffen, die insbesondere ihre Persönlichkeitsentfaltung, Selbstorganisation, Selbstbestimmung, soziale Interaktions-, Konflikt-, Integrationsfähigkeit, etc. der jungen Menschen fördert bzw. unterstützt.

Gerade in diesen Punkten erkenne ich wichtige Schnittstellen zwischen Sport und offener Jugendarbeit. Denn alle genannten Begriffe lassen sich im Sport verwirklichen, genauso wie das große Interesse junger Menschen an aktiver Sportausübung, was mein weiterer Argumentationsverlauf noch verdeutlichen wird.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 3
2. Begriffliche Eingrenzung 9
2.1 Sportpädagogik 9
2.2 Offene Jugendarbeit 12
3. Jugend und Sport 15
3.1 Sportbegriff der Jugend 15
3.2 Freizeitorientierungen und -interessen von Jugendlichen 18
3.3 Jugend und ihre sportlichen Lebenswelten 24
3.4 Sport als Freizeit- und Lebensstil 29
3.5 Sport als Sinnmuster in der Jugendkultur 33
4. Allgemeine Ziele der Sportpädagogik im Rahmen der offenen Jugendarbeit 39
4.1 Identitätsentwicklung 40
4.2 Sozialisation 46
4.3 Soziales Lernen 50
4.4 Moderation 57
4.5 Befindlichkeitsverbesserung 60
5. Sportpädagogische Grundüberlegungen in der offenen Jugendarbeit 62
5.1 Konzeptionelle Grundlage der offenen Jugendarbeit 63
5.2 Sportpädagogische Strukturelemente der offenen Jugendarbeit 67
5.2.1 Entscheidungsfaktoren 70
5.2.1.1 Zielbereich 70
5.2.1.2 Inhalt 74
5.2.1.3 Methodik 80
5.2.1.4 Organisationsformen 83
5.2.2 Bedingungsfaktoren 85
5.2.2.1 Mitarbeiter 85
5.2.2.2 Zielgruppe 90
5.2.2.3 Sachliche Ausstattung 92
5.2.2.4 Träger 95
6. Sportprojekt „Basketball um Mitternacht“ 99
6.1 Entstehung des Projektes 99
6.2 Praxiskonzept 100
6.2.1 Ziele 100
6.2.2 Inhalt/Methodik/Organisationsformen 100
6.2.3 Mitarbeiter 101
6.2.4 Zielgruppe 102
6.2.5 Sachliche Ausstattung 102
6.2.6 Trägerkooperation 103
6.3 Projektverlauf 103
6.4 Zwischenauswertung 106
7. Zusammenfassung 110
Literaturverzeichnis 113
Anhang 119
Erklärung 123

Automatisiert erstellter Textauszug:

b) Die Generalisierung möglicher persönlichkeitsbildender Sozialisationseffekte des Sports: Hiermit wird ein Transfer von sportbezogener Sozialisationseffekte auf andere Daseinsbereiche abgeleitet, der eine Unterscheidung der Persönlichkeitsstruktur eines Sportler von einem Nichtsportler impliziert. Diese Grundannahme geht davon aus, daß durch Sport explizite Attribute entwickelt werden, die sich auch in anderen Lebenswelten auswirken und in einer sportübergreifenden Persönlichkeit Bedeutung finden. Mit dieser Transferwirkung verbinden viele Pädagogen die Generalisierung, daß Sportler ein positiveres Selbstbild und Selbstakzeptanz haben als Nichtsportler. Diese These hält in dieser Verallgemeinerung den bisherigen Untersuchungen nicht stand und kann dem Sportler keine spezifische Persönlichkeitsstruktur nachweisen. Diese Höhe des Generalisierungsgrad läßt außer Acht, daß Sport nicht vereinheitlicht werden kann, da es in seiner differenzierten und vielschichtigen Ausprägungen nicht schematisiert werden kann. Bei Übertragungsvorgängen spielen im besonderen Maße Strukturähnlichkeiten zwischen sportlichen und außersportlichen Bereich eine wichtige Rolle. Gerade diese Voraussetzung für Transferprozesse im Sport scheinen in einer komplexen Gesellschaft mit ausdifferenzierten spezifischen Wissensbeständen in einer kausal-universellen Gültigkeit nicht erfüllbar. Erschwerend kommt dazu, daß einzelne Individuen unterschiedliche Potentiale mitbringen, die in verschiedenster Weise in soziale Bereiche eingebunden sind. Die Erfahrungen und Anregungen, die sich in den unterschiedlichsten Umwelten (Familie, Verein, Schule, Peer-Group) erwerben und sich zu einem Konglomerat aus Handlungswissens vereinigt, macht es mit den momentanen Instrumenten der [...]

a) Die heterogenen, rollenspezifischen Sozialisationsanforderungen und –werte des Sports: Sport wird als ein Gefüge von sozialen Rollen beschrieben. Jede Rolle bedarf in diesem Gefüge spezifische Kenntnisse, Fähigkeiten, Dispositionen wie zum Beispiel Disziplin, Leistungsmotivation, etc.. Sozialisation wird in diesem Kontext als ein Prozess der Integration in vorherrschende Rollenmuster einerseits und als eine Prozess der aktiven Auseinandersetzung mit vorgegebenen Strukturen im sozialen System andererseits verstanden. Rollenlernen wird demnach als kein explizit normativer, sondern intepretativer Vorgang gesehen. Solche Mechanismen wirken auch im Sport als ein Subsystem der Gesellschaft. In sportlichen Situationen werden dem Individuum verschiedenen Rollen übertragen wie eine spezielle Rolle in einer Sportmannschaft, deren Anforderungen er erfüllen muß. Darüber hinaus ist er in kein starres Rollenkorsett gefangen, sondern hat den Freiraum Rolleninterpretationen vorzunehmen und durch persönliche Entwicklungen veränderte oder neue Rollen zu erwerben. Ferner ist im Sozialisationsbegriff enthalten, daß der Einzelne durch die Rollenübernahme nicht nur im Rahmen der Erfordernisse angemessen zu handeln lernt, sondern auch gleichzeitig zur Stabilität des sozialen Systems beiträgt. Zu dieser gesellschaftsstabilisierenden Funktion wird auch der Sport gezählt. Gerade die im Sport geltenden Werte und Normen wie Leistungs- und Erfolgsorientierung, die ebenso in der Rolle des Sportlers zum Ausdruck kommen, manifestieren ein Teil unserer Gesellschaft. [...]

und meist spielerisch im Kontext von Sportarten seine individuell motorischen sowie physiologischen Bedingungen kennen. Nicht zu vernachlässigen ist dabei, daß gezielte sportliche Übungen eine Beherrschung und Verfügbarkeit des Körpers herstellen, die das Gefühl der Selbstwirksamkeit fördern und den Körper eine bedeutsame Stellung im Selbstkonzept geben. In diesem Zusammenhang ist auch der Modus der Körperzuwendung zu erwähnen, der im Sport seinen größten Ausdruck findet. Damit wird angedeutet, daß Sport darauf ausgerichtet ist, den Körper während der Aktivität in seinen Grundzügen bewußt wahrzunehmen, um ihn bewußt kontrollieren und steuern zu können. Durch diese Ausrichtung im Sport auf den Körper erhält der Jugendliche einen persönlichen Bezug zu seinen Körperqualitäten und entwickelt somit eine Selbstgewißheit über die bewußte Wahrnehmung seines Körpers, die einen wichtiger Teil seiner Identität konstituiert (Kurz / Brinkhoff, 1989). Unterstützt wird die Bedeutung des Sports in der Entwicklung des jugendlichen Körperkonzepts durch eine repräsentative Studie zur Strukturanalyse des [...]

Arbeit zitieren:
Fabianek, Mario April 1999: Sportpädagogik, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
sportpädagogische Sozialpädagogik, sportbezogene Jugendhilfe, Sportive Jugendarbeit, Sportorientierte Jugendarbeit

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