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Sport als Massenphänomen?

Eine empirische Untersuchung mit dem Bundes-Gesundheitssurvey 1998

Sport als Massenphänomen?
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Simone Becker
  • Abgabedatum: Januar 2004
  • Umfang: 176 Seiten
  • Dateigröße: 8,8 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Universität Mannheim Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8437-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8437-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8437-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Becker, Simone Januar 2004: Sport als Massenphänomen?, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Sport, Gesundheit, Public Health, Bewegung, empirische Studie

Diplomarbeit von Simone Becker

Gang der Untersuchung:

In der Arbeit geht es zum einen um die Frage, in welchem sozialstrukturellen Determinationszusammenhang der Sport steht und zum anderen soll aufgezeigt werden inwiefern Lebenssituation und Handlungsmuster in einem Zusammenhang zur Sportbetätigung stehen. Um diese Frage angemessen zu beantworten, wurden mögliche Einflussfaktoren sportlicher Betätigung untersucht. Der Bundes-Gesundheitssurvey stellt hierfür eine geeignete Datengrundlage dar, da die auf einer Zufallsstichprobe der deutschen Wohnbevölkerung beruhenden Daten Aussagen zur Sportbetätigung der Gesamtbevölkerung sowie eine Untersuchung verschiedenster Korrelate sportlicher Aktivität ermöglichen.

Die Diplomarbeit entstand in engem Zusammenhang mit dem Forschungsprojekt „Zur Rolle des Sports bei der Prävention des Rückenschmerzes - Repräsentative Analysen des Bundes-Gesundheitssurvey für die Bundesrepublik Deutschland“ der Stiftung Orthopädische Universitätsklinik Heidelberg. Der Bundes-Gesundheitssurvey 1998 ist eine bundesweite, vom Robert-Koch-Institut Berlin im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit durchgeführte Studie. Die Stiftung Orthopädische Universitätsklinik Heidelberg hat in diesem Zusammenhang vom Robert-Koch-Institut Berlin den Auftrag erhalten, die Daten dieser Querschnittstudie bezüglich der eingangs genannten Fragestellung zu analysieren und zu publizieren.

Aufgrund des gesundheitlichen Nutzens der sportlichen Betätigung ist es von besonderer Bedeutung, systematische Ausgrenzungen von bestimmten Bevölkerungsgruppen im Sport zu vermeiden. Um gezielte Maßnahmen gegen den Ausschluss von bestimmten Bevölkerungsgruppen ergreifen zu können, ist es von besonderer Bedeutung zu wissen, welche Bevölkerungsgruppen im Sport unterrepräsentiert sind.

Die positiven Effekte sportlicher Betätigung beschränken sich allerdings nicht nur auf gesundheitliche Vorteile. Die positiven ökonomischen Auswirkungen des Sports schlagen sich nach Darlison (2000) in drei Bereichen nieder. Eine körperlich und geistig leistungsfähige Arbeitskraft trägt erstens zur Steigerung der Produktivität bei und nimmt zweitens die Leistungen des Gesundheitssystem seltener in Anspruch. Drittens leistet die sogenannte Sport- und Freizeitindustrie einen erhebliche wirtschaftlichen Beitrag (Darlison 2000: 965). Für den Bereich der sportlichen Aktivität existieren im Vergleich zu anderen die Gesundheit beeinflussenden Bereichen wie Alkoholkonsum oder Rauchverhalten wenig Untersuchungen (Semmer 1991: 115). Die existierenden Untersuchungen zu Korrelaten sportlicher Betätigung beschränken sich oft auf sehr spezielle Populationen (z.B. Personen ab 50 Jahre, Bewohner einer Stadt) und sind somit nicht ohne Probleme auf die Gesamtbevölkerung übertragbar. Gemäß der Analyse des Forschungsstandes existiert noch keine, mit der im Rahmen dieser Arbeit durchgeführten Untersuchung vergleichbare Studie zu Korrelaten sportlicher Betätigung, die auf einer Zufallsstichprobe der gesamtdeutschen Bevölkerung beruht (vgl. Kap. 4).

Im Anschluss an die Einleitung erfolgt in Kapitel 2 die Darstellung der auf die Erklärung der Sportbetätigung anwendbaren theoretischen Ansätze. Als Konzepte der sozialen Ungleichheit werden das auf Geißler zurückgehende Schichtungsmodell, der Lebensstilansatz von Bourdieu und ein allgemeines Modell zur Erklärung des Freizeitverhaltens von Lamprecht und Stamm auf die Sportbetätigung angewendet. Gemäß diesen Ansätzen der sozialen Ungleichheit und auch den anschließend behandelten Sozialisationsansätzen ist die Sportbetätigung als gesellschaftlich geprägt anzusehen und erfolgt somit nicht unabhängig von sozioökonomischen und soziodemografischen Faktoren. Diese Ansätze gehen davon aus, dass sich verschiedene Personengruppen hinsichtlich ihrer Sportpartizipation systematisch unterscheiden. Andere Ansätze dagegen führen Unterschiede in der Sportaktivität nicht mehr auf sozioökonomische oder soziodemographische Merkmale zurück. Sie sehen die Entscheidung zur aktiven Sportbetätigung in erster Linie als Folge von individuellen Präferenzen. Aus Sicht des Trendansatzes „Sport als Kultur“ und der Systemtheorie bestehen in modernen Gesellschaften somit keinerlei „Zugangsbeschränkungen“ hinsichtlich bestimmter sozialstruktureller Merkmale. Sportler unterscheiden sich, so wird unterstellt, gemäß diesen theoretischen Ansätzen nicht von Sportabstinenten hinsichtlich sozioökonomischer und soziodemografischer Merkmale.

Anschließend erfolgt in Kapitel 3, aus den zuvor dargestellten theoretischen Ansätzen, die Ableitung und Begründung der Hypothesen. Dem Modell von Lamprecht und Stamm kommt jedoch in der folgenden Untersuchung lediglich eine Ordnungsfunktion zu. In diesem Kapitel und den nachfolgenden Kapiteln werden die unabhängigen Variablen und die Kontrollvariablen in Anlehnung an dieses Modell, nach Variablen der „alten“ und „neuen“ Ungleichheiten, Variablen der Lebenssituation und Variablen der Handlungsmuster gruppiert.

In Kapitel 4 wird eine Zusammenschau der durch eine systematische Literaturanalyse ausfindig gemachten, neueren Forschungsergebnisse präsentiert. Zusätzlich werden die in der Literatur berichteten Einflussfaktoren bezüglich ihrer Übereinstimmung mit den in Kapitel 3 ausformulierten Hypothesen betrachtet.

Die Beschreibung des Vorgehens bei der Analyse und den Analyseverfahren erfolgt in Kapitel 5. Zunächst wird die Datengrundlage der Untersuchung, der Bundes-Gesundheitssurvey, beschrieben. Anschließend erfolgt die Darstellung der Operationalisierung der in die Untersuchung einfließenden Variablen und die Erläuterung der angewendeten Analyseverfahren. Kapitel 6 umfasst dann die univariate Auszählung der Variablen sowie die Darstellung der bivariaten und multivariaten Ergebnisse. Eigentlich spricht man von multiplen Modellen, wenn die Regression mit einer abhängigen und mehreren unabhängigen Variablen berechnet wird. Von multivariaten Modellen spricht man streng genommen nur, wenn in einem Modell auch mehrere abhängige Variablen betrachtet werden. Da diese Unterscheidung in der Praxis jedoch kaum beachtet wird und meist einheitlich von multivariaten Modellen gesprochen wird, wird dies auch in der folgenden Arbeit so gehandhabt (Brüderl 1997: 1).

Im darauf folgenden Kapitel 7 werden die Validität und die Reliabilität der Daten sowie ausgewählte Ergebnisse der empirischen Analysen und die Generalisierbarkeit der Ergebnisse diskutiert. Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung und einigen aus der Untersuchung abgeleiteten Implikationen für die Praxis, sowie Hinweisen für spätere Studien.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
1.1 Fragestellung und Ziel der Arbeit 1
1.2 Relevanz der Fragestellung 2
1.3 Konzeption der Arbeit 4
2. Theoretische Ansätze und Modelle zur Erklärung der Sportpartizipation 6
2.1 Modelle sozialer Ungleichheit: Neue und alte Ungleichheitsansätze 7
2.1.1 „Alte“ Ungleichheiten: Konzept der sozialen Schichtung 7
2.1.2 „Neue“ Ungleichheiten: Lebensstilansatz 10
2.1.3 Kombination „alter“ und „neuer“ Ungleichheiten: Allgemeines Modell zur Erklärung des Freizeitverhaltens (Lamprecht & Stamm) 15
2.2 Sozialisationstheoretische Ansätze 18
2.2.1 Schichtspezifische Sozialisation 20
2.2.2 Geschlechtsspezifische Sozialisation 20
2.2.3 Ökologische bzw. regionale Aspekte der Sozialisation 22
2.2.4 Gesellschaftsspezifische Aspekte der Sozialisation 23
2.2.5 Generationsspezifische und altersspezifische Sozialisation 24
2.3 Trendansatz: Sport als Kultur 25
2.4 Sport aus systemtheoretischer Sicht nach Luhmann 26
2.4.1 Sport und Sozialisation aus systemtheoretischer Sicht - Strukturen als Determinanten von Sozialisationsprozessen 28
2.4.2 Soziale Ungleichheit im Sport aus systemtheoretischer Sicht 29
3. Ableitung und Begründung der Arbeitshypothesen 32
3.1 Hypothesen zu Variablen der „alten“ und der „neuen“ Ungleichheiten 32
3.2 Hypothesen zu Variablen der Lebenssituation 35
3.3 Hypothesen zu Variablen der Handlungsmuster 35
4. Forschungsstand 37
4.1 Bisherige Untersuchungen zu Variablen der „alten“ und „neuen“ Ungleichheiten 38
4.2 Bisherige Untersuchungen zu Variablen der Lebenssituation 41
4.3 Bisherige Untersuchungen zu Variablen der Handlungsmuster 42
5. Daten und Methoden 45
5.1 Datenbasis 45
5.1.1 Stichprobe 46
5.1.2 Erhebungsablauf 48
5.2 Operationalisierung 49
5.2.1 Abhängige Variable: Sportbetätigung 49
5.2.2 Unabhängige Variablen 50
5.2.3 Kontrollvariablen 54
5.3 Vorgehen bei der Analyse und Analyseverfahren 56
6. Darstellung der Ergebnisse 63
6.1 Deskriptive univariate Analyse der Sportbetätigung 63
6.2 Bivariate Analysen 65
6.3 Multivariate Analysen 76
6.3.1 Variablen der „alten“ und „neuen“ Ungleichheiten 79
6.3.2 Variablen der Lebenssituation 83
6.3.3 Variablen der Handlungsmuster 84
7. Diskussion der Ergebnisse 88
7.1 Korrelate sportlicher Betätigung 88
7.1.1 Variablen der „alten“ und „neuen“ Ungleichheiten 88
7.1.2 Variablen der Lebenssituation 92
7.1.3 Variablen der Handlungsmuster 93
7.2 Validität und Reliabilität der Daten 94
7.3 Generalisierbarkeit der Ergebnisse 96
8. Zusammenfassung und Implikationen für die Praxis 98
Literaturverzeichnis 105
Anhang A: Tabellen 112
Anhang B: Fragebogen 124

Arbeit zitieren:
Becker, Simone Januar 2004: Sport als Massenphänomen?, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Sport, Gesundheit, Public Health, Bewegung, empirische Studie

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