Spin-Offs: Wie Wissenschaftler zu Unternehmern werden
Erfolgsfaktoren akademischer Hightech-Spin-Offs mit besonderer Berücksichtigung der Gründerpersönlichkeit und des Transferobjekts
- Art: Masterarbeit
- Autor: Monika Nörr
- Abgabedatum: Dezember 2008
- Umfang: 122 Seiten
- Dateigröße: 614,7 KB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: AKAD Wissenschaftliche Hochschule Lahr GmbH Deutschland
- Bibliografie: ca. 180
- ISBN (eBook): 978-3-8366-3839-5
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Nörr, Monika Dezember 2008: Spin-Offs: Wie Wissenschaftler zu Unternehmern werden, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Spin-Off, Hightech-Gründung, Gründerpersönlichkeit, Transferobjekt, Technologietransfer
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Masterarbeit von Monika Nörr
Einleitung:
Technischer Fortschritt und Innovationen sind die Grundlage für das langfristige Wachstum einer Volkswirtschaft. Aus diesem Grund rücken Spin-Offs als sehr innovative Unternehmen immer stärker in den Blickwinkel von Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Verwertung und Diffusion von Wissen und neuen Technologien. Als Spin-Offs werden Ausgründungen aus Hochschulen, Forschungsorganisationen und Unternehmen bezeichnet.
Die ersten Spin-Offs wurden im 19. Jahrhundert in Deutschland etabliert. So gründete Justus von Liebig zur Produktion von Düngemitteln die Bayerische Aktiengesellschaft für chemische und landwirtschaftlich-chemische Fabrikate (BAG), die heute noch unter dem Namen Süd-Chemie firmiert.
Nach einer Studie des Büros für Technikfolgen-Abschätzung besitzt ‘Deutschland .. ein besonders großes, aber noch nicht hinreichend ausgeschöpftes Potenzial für akademische Spin-Offs.’ Obwohl in den letzten Jahren vermehrt Studie die Entwicklung und Bedeutung von Spin-Offs in Deutschland untersucht haben, herrscht weiterhin ein weitgehend uneinheitliches Bild. Doch auch in den USA, in denen Spin-Off-Aktivitäten schon seit vielen Jahren im Fokus von Politik und Gesellschaft stehen, sind repräsentative wissenschaftliche Ergebnisse rar. Dies führt dazu, dass Ideologie und Wunschdenken weiterhin eine große Rolle spielen: So gilt die Wissenschaft vielfach immer noch als Elfenbeinturm, in dem sich die Wissenschaftler der zweckfreien Forschung verschrieben haben, wohingegen die Wirtschaft nur auf die kurzfristigen Profitmöglichkeiten achtet.
Kommt es zu einem Spin-Off, so wird oft der Aufwand unterschätzt, um aus einem wissenschaftlichen Forschungsergebnis ein vermarktungsfähiges Produkt herzustellen. Zudem werden vielfältige neue Anforderungen an die Spin-Off-Gründer gestellt: Sie müssen sich vom Wissenschaftler zum Unternehmer wandeln.
Diese Arbeit will einen Beitrag dazu leisten, das Phänomen ‘akademische Spin-Offs’ transparenter zu machen. Anhand verschiedener Studien – vorwiegend aus Deutschland, aber auch aus den USA und weiteren Ländern – werden mögliche Erfolgsfaktoren für Spin-Off-Gründungen ermittelt. Diese reichen von der Gründerpersönlichkeit über die Finanzierung bis hin zu Umfeldfaktoren wie Netzwerken und Arbeitmarkt.
Im Rahmen der Arbeit werden die für Hightech-Spin-Offs bedeutenden Erfolgsfaktoren ‘Gründerpersönlichkeit’ und ‘Transferobjekt’ behandelt. Dargestellt werden die Anforderungen an die Wissenschaftler sowie die Herausforderung, um aus dem Transferobjekt ein vermarktungsfähiges Produkt zu generieren. Es werden Lücken in der Übergangsphase von der Wissenschaft zur Wirtschaft aufgezeigt und mögliche Maßnahmen zur Schließung dieser Lücken diskutiert.
Spin-Offs gehören zu den innovativen und technologieorientierten Unternehmensgründungen; diese wiederum bilden eine Untergruppe aller Unternehmensgründungen. Im Rahmen dieser Arbeit werden nur akademische Spin-Offs betrachtet. Hierbei handelt es sich um Ausgründungen aus Hochschulen und Forschungsorganisationen.
Weiterhin wird das Untersuchungsfeld eingegrenzt, indem bevorzugt Hightech-Spin-Offs aus den technologieintensiven Wirtschaftszweigen des verarbeitenden Gewerbes untersucht werden. Hierunter fallen beispielsweise die Medizintechnik, die Biotechnologie oder auch der Maschinenbau. Spin-Offs, die technologieintensive Dienstleistungen anbieten wie Forschung und Entwicklung oder Datenverarbeitung, werden nur am Rande behandelt, da sie kein eigenes Technologieprodukt (Produkt- bzw. Verfahrensinnovationen) vorweisen können.
Eine wichtige Rolle bei der Generierung von Spin-Offs spielen Hochschulen und Forschungsorganisationen als Mutterorganisationen. Nachfolgend werden die Aspekte der Zusammenarbeit mit den Spin-Offs in Hinblick auf das Technologietransferobjekt untersucht. Zudem werden Maßnahmen der Qualifizierung und Motivation von Wissenschaftlern diskutiert.
In der Literatur werden zahlreiche Erfolgsfaktoren für die Gründung von Spin-Offs genannt bzw. wurden in verschiedenen empirischen Studien ermittelt. Im Rahmen dieser Arbeit ist es nicht möglich, auf alle Erfolgsfaktoren in der erforderlichen Tiefe einzugehen. Deshalb erfolgt eine Konzentration auf zwei für Hightech-Spin-Offs besonders wichtige Erfolgsfaktoren: die Gründerpersönlichkeit und das Transferobjekt. Ausdrücklich nicht behandelt werden weitere für Hightech-Spin-Offs ebenfalls sehr bedeutsamen Erfolgsfaktoren wie die Finanzierung (u. a. durch Venture Capital), die Transferpolitik der wissenschaftlichen Einrichtungen, die Standortwahl (u. a. Technologie- und Gründerzentren) sowie Netzwerke und Cluster. Hier liegen umfangreiche Analysen vor, auf die verwiesen wird.
Schon hier soll auf das Problem der unterschiedlichen Abgrenzungen und Definitionen hingewiesen werden: Die vorliegenden Modelle und empirischen Studien definieren Spin-Offs nicht einheitlich: So wird teilweise jede Gründung durch Hochschulabsolventen als Spin-Off bezeichnet, auch wenn diese schon Jahre zurückliegt. Zudem treffen viele Studien keine Abgrenzung zwischen Hightech-Spin-Offs mit eigenem Produkt und Spin-Offs, die (technologieintensive) Dienstleistungen anbieten; diese Unterscheidung kann somit nicht immer stringent durchgehalten werden. Die hier genannten Zahlen und Aussagen sind folglich nur bedingt vergleichbar. Da sie jedoch in der Lage sind, Tendenzen zu verdeutlichen, wird auf ihre Angabe nicht verzichtet.
Gang der Untersuchung:
Basis der vorliegenden Arbeit ist eine umfassende Sekundäranalyse theoretischer Konzepte und empirischer Studien vorwiegend aus Deutschland und den USA. Wichtige Erkenntnisse aus anderen Ländern wurden ebenfalls berücksichtigt. Eine Übersicht über die betrachteten wichtigsten empirischen Studien zu Spin-Offs (50 Studien) findet sich in Anhang A1. Ergänzend wurden fünf problemzentrierte Interviews mit Experten und einem Spin-Off-Gründer durchgeführt. Diese dienen dazu, offene Fragen zu klären, Ergebnisse aus anderen Studien zu hinterfragen sowie unterstützende, plastische Beispiele zu generieren. Der Fragebogen sowie die befragten Personen sind Anhang A2 zu entnehmen.
Die Arbeit ist folgendermaßen aufgebaut:
In Kapitel 2 werden die zentralen Begriffe wie Spin-Offs, Unternehmertum und Innovation definiert und der theoretische Bezugsrahmen hergestellt. Zudem werden die in Deutschland vorhandenen Mutterorganisationen charakterisiert.
Kapitel 3 befasst sich mit der Situation der Spin-Offs in Deutschland. Dargestellt werden die Gründungszahlen von Spin-Offs, die Tätigkeitsgebiete und Aktivitäten sowie die Bedeutung für die Volkswirtschaft.
In Kapitel 4 wird zunächst ein Überblick über die Erfolgsfaktorenforschung gegeben. Anschließend wird der in dieser Arbeit verwendete Bezugsrahmen für Erfolgsfaktoren vorgestellt. Zwei für Hightech-Spin-Offs besonders wichtige Erfolgsfaktoren, die Gründerpersönlichkeit und das Transferobjekt, werden näher ausgeführt und diskutiert.
In Kapitel 5 werden mögliche Ansätze zur Erhöhung der Quantität und Qualität von Spin-Offs vorgestellt und diskutiert. Die Ansätze beziehen sich wiederum auf die Gründerpersönlichkeit und das Transferobjekt.
In Kapitel 6 werden in Form einer kurzen Checkliste Empfehlungen für gründungsinteressierte Wissenschaftler im Hightech-Bereich ausgesprochen, die sich aus dieser Arbeit ergeben haben.
Kapitel 7 fasst die Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen sowie weitere mögliche Forschungsfragen.
Inhaltsverzeichnis:
| Abkürzungsverzeichnis | 4 | |
| Tabellen- und Abbildungsverzeichnis | 5 | |
| 1. | EINLEITUNG | 6 |
| 1.1 | Zielsetzung der Arbeit | 6 |
| 1.2 | Thematische Abgrenzung | 7 |
| 1.3 | Methodisches Vorgehen und Aufbau der Arbeit | 9 |
| 2. | DEFINITIONEN UND THEORETISCHER BEZUGSRAHMEN | 10 |
| 2.1 | Unternehmensgründungen und Spin-Offs | 10 |
| 2.2 | Entrepreneurship und Unternehmertum | 15 |
| 2.3 | Innovation und Technologie | 19 |
| 2.4 | Mutterorganisationen | 24 |
| 3. | SPIN-OFFS IN DEUTSCHLAND | 26 |
| 3.1 | Stand und aktuelle Entwicklungen | 26 |
| 3.2 | Bedeutung für die Volkswirtschaft | 30 |
| 4. | ERFOLGSFAKTOREN FÜR AKADEMISCHE HIGHTECH-SPIN-OFFS | 35 |
| 4.1 | Überblick Erfolgfaktorenforschung | 36 |
| 4.2 | Gründerpersönlichkeit | 40 |
| 4.2.1 | Qualifikation und Fachwissen | 41 |
| 4.2.2 | Motivation und Einstellungen | 44 |
| 4.2.3 | Gründerteams | 48 |
| 4.2.4 | Diskrepanzen Wissenschaftler – Unternehmer | 52 |
| 4.3 | Transferobjekt | 56 |
| 4.3.1 | Art und Marktreife des Transferobjekts | 57 |
| 4.3.2 | Arbeitsteilung mit der Mutterorganisation | 62 |
| 4.3.3 | Patente und Schutzrechte | 65 |
| 4.3.4 | Diskrepanzen Transferobjekt – vermarktungsfähiges Produkt | 68 |
| 5. | ERHÖHUNG DER QUANTITÄT UND QUALITÄT VON HIGHTECH-SPIN-OFFS | 69 |
| 5.1 | Förderung der Gründerpersönlichkeiten | 71 |
| 5.1.1 | Qualifizierung und Coaching | 71 |
| 5.1.2 | Motivation zum Unternehmertum | 73 |
| 5.1.3 | Teambildung und weitere organisationale Maßnahmen | 74 |
| 5.2 | Höhere Qualität des Transferobjekts | 76 |
| 5.2.1 | Technologiebewertung und Marktaspekte | 76 |
| 5.2.2 | Schutzrechtstrategien | 81 |
| 5.2.3 | Maßnahmen zur Erhöhung der Reife | 83 |
| 6. | HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN FÜR WISSENSCHAFTLER | 85 |
| 7. | ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK | 86 |
| ANHANG | 92 | |
| A1 Übersicht wichtiger empirischer Studien zu Spin-Offs und deren Erfolgsfaktoren | 92 | |
| A2 Interviews: Befragte Personen und Fragebogen | 99 | |
| LITERATURVERZEICHNIS | 103 |
Textprobe:
Kapitel 4, Erfolgsfaktoren für akademische Hightech-Spin-Offs:
In diesem Kapitel wird zunächst ein Überblick über die Erfolgsfaktorenforschung gegeben. Es werden verschiedene Studien und Systematiken vorgestellt und die Erfolgsfaktorenforschung kritisch gewürdigt. Anschließend werden zwei für Hightech-Spin-Offs besonders wichtige Erfolgsfaktoren betrachtet: die Gründerpersönlichkeit und das Transferobjekt. Ausdrücklich nicht behandelt werden weitere für Hightech-Spin-Offs ebenfalls sehr bedeutsame Erfolgsfaktoren wie Finanzierung, Standort und Netzwerke/Cluster. Die wichtigsten empirischen Studien zu Spin-Offs aus verschiedenen Ländern und deren Erfolgsfaktoren sind in Anhang A1 beschrieben.
4.1 Überblick Erfolgfaktorenforschung:
Erfolgsfaktoren beschreiben die Determinanten des Erfolgs, d. h. die Einflussgrößen auf den Unternehmenserfolg. Die Spannweite möglicher, den Erfolg beeinflussender Faktoren ist nahezu endlos. Erfolgsfaktoren haben grundsätzlich eine positive Wirkung auf die Unternehmensentwicklung, eindeutige kausale Beziehungen sind jedoch nur selten ermittelbar.
Von den Erfolgsfaktoren zu unterscheiden sind die Erfolgsmaße (auch Erfolgsindikatoren genannt), die das Maß für die Erreichung der mit der Gründung angestrebten Ziele angeben. Die in der empirischen Gründungsforschung vorwiegend verwendeten Erfolgsmaße beziehen sich auf die Überlebensdauer, die Veränderung der Beschäftigtenzahl und die Umsatzentwicklung. Müller-Böling/Klandt definieren den Gründungserfolg als das Stattfinden einer Gründungsaktivität, die Existenzsicherung (Überlebensdauer der Gründungseinheit) und als qualifizierten Gründungserfolg, bestehend aus ökonomischen Maßen wie Gewinn, Umsatz und Beschäftigtenzahl sowie außerökonomischen Maßen wie Gründungs- und Lebenszufriedenheit und Selbstverwirklichung.
Die Erfolgsfaktorenforschung ist umstritten und mit Hindernissen behaftet: ‘Besonders die Fragestellung nach und die Diskussion von Erfolg oder Mißerfolg erweisen sich in der Gründungsforschung als schwierig, da es bei bisherigen empirischen Untersuchungen keine einheitlichen Kriterien zu deren Messung gegeben hat.’ Wie schwer die eindeutige Definition von Erfolgsfaktoren ist, zeigt auch die Aussage von Kulicke, dass die ‘…. empirische Überprüfung der Determinanten des Geschäftsverlaufs von JTU zu keinem einheitlichen, konsistenten Bild von Erfolgs- oder Misserfolgskonstellationen geführt hat – mit Ausnahme des Befunds, daß sich eine systematische Gründungsdurchführung eindeutig positiv auf den Unternehmenserfolg auswirkt.’ Kritisch stehen Nicolai/Kieser der Erfolgsfaktorenforschung gegenüber. Laut den Autoren gibt es über 50 Studien und Metastudien zum Thema Erfolgsfaktoren, die jedoch allesamt keine gesicherten Ergebnisse aufweisen und aus denen sich auch keine normativen Aussagen ableiten lassen. Neben dem Vorhandensein methodischer Schwächen und unterschiedlicher Theorien weisen die Autoren auf folgenden Sachverhalt hin: Erfolgsfaktoren, die bekannt und kopierbar sind, verlieren ihre Wirkung. Ein herausragender Erfolg hat jedoch sehr viel mit Einzigartigkeit zu tun. Deshalb brechen erfolgreiche Unternehmen oft die in der Branche üblichen Regeln.
Mit den Hürden der Erfolgsfaktorenforschung beschäftigt sich auch Tjaden: Er nennt das Kausalitätsproblem (es können auch andere, nicht berücksichtigte Faktoren mit für den Erfolg verantwortlich sein), das Zurechnungsproblem des Erfolgs (Ausmaß, in dem der einzelne Faktor den Erfolg beeinflusst), das Auswahlproblem von kritischen Erfolgsfaktoren, das Problem der angenommenen Zielhomogenität (Erfolg hängt von der Zieldefinition ab) und das Problem aufgrund der Dynamik der Unternehmensumwelt.
Zu beachten ist zudem, dass sich Erfolgsfaktoren im Zeitablauf verändern. Um die Entwicklungsdynamik zu berücksichtigen, sollten diese nicht nur zum Gründungszeitpunkt, sondern zu mehreren Zeitpunkten gemessen werden. Zudem kann es sinnvoll sein, die Erfolgsfaktoren in mittel- und langfristige Faktoren zu unterteilen, da der Erfolgseinfluss einiger Faktoren mit der Zeit abnimmt.
Diese Ausführungen zeigen, dass die Erfolgsfaktorenforschung auch mit kritischem Blick zu betrachten ist. Allerdings trägt diese Forschungsrichtung dazu bei, den Einfluss bestimmter Faktoren auf den Erfolg von Unternehmensgründungen zu systematisieren und zu priorisieren. Nach Freiling/Reckenfelderbäumer lassen sich Erfolgsfaktoren ‘der Sache nach kategorisieren, nicht aber vollständig und abschließend in geschäftsspezifischer Weise benennen.’ Einen Überblick über empirisch ermittelte Erfolgs- und Misserfolgsfaktoren im allgemeinen Gründungsprozess gibt Freiling. Die Faktoren unterscheiden sich, je nach Studie erheblich, und reichen von der Gründungskonzeption über die Ressourcen, die Persönlichkeitsmerkmale und den Standort bis hin zur Marktattraktivität. Es lassen sich somit keine allgemeingültigen Erfolgsfaktoren definieren. Erfolgfaktoren sind stets unternehmens-, kontext- und situationsspezifisch.
Knecht hat eine Übersicht über empirische Studien zu Erfolgsfaktoren von Spin-Offs zusammengestellt, wobei der Schwerpunkt auf Investitionskriterien institutioneller Investoren in Spin-Offs liegt. Kataloge kritischer Erfolgsfaktoren und hemmender Faktoren haben Hemer et al. anhand von qualitativen Interviews mit Hochschulen und Forschungsorganisationen in Deutschland ermittelt.
Betrachtet man die Erfolgsfaktorenforschung für Spin-Offs in den USA, so sind vor allem die Arbeiten von Roberts und Shane zu nennen, beides Forscher am MIT in Cambridge. So fand Roberts heraus, dass der Haupterfolgsfaktor des Managements ein sog ‘Critical Event’ war. Einige Zeit nach der Gründung wurde die vorherrschende forschungsgetriebene Kultur in eine zunehmend marktorientierte Kultur umgewandelt. Oft schieden die Gründer bei diesem Wandel aus dem Unternehmen aus.
Wright et al. nennen dieses Phänomen ‘critical junctures’ und identifizieren in den Phasen der Spin-Off-Entwicklung mehrere solcher kritischer Augenblicke. Ein ‘critical juncture’ kann beispielsweise vorliegen, wenn die Spin-Off-Gründer ungenügend Marktwissen besitzen und übertriebene Erwartungen an den durch ihre Technologie zu erzielenden Gewinn haben. Wenn sich die Gründer dann nicht durch Teambildung oder mit Hilfe von Netzwerken das erforderliche Know-how beschaffen, werden sie scheitern.
Im Zentrum dieser Arbeit stehen Erfolgsfaktoren, welche die Quantität und Qualität der Ausgründungsaktivitäten von Spin-Offs beeinflussen. Zur Systematisierung wird der von Müller-Böling/Klandt konzipierte und von Hemer et al. weiterentwickelte Bezugsrahmen für Erfolgsfaktoren in modifizierter Form verwendet.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836638395
Arbeit zitieren:
Nörr, Monika Dezember 2008: Spin-Offs: Wie Wissenschaftler zu Unternehmern werden, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Spin-Off, Hightech-Gründung, Gründerpersönlichkeit, Transferobjekt, Technologietransfer




