Spezifische Anforderungen an Facility Management und Gebäudeinstandhaltung bei Krankenhäusern
- Art: Bachelorarbeit
- Autor: Sebastian Frohwann
- Abgabedatum: August 2007
- Umfang: 75 Seiten
- Dateigröße: 805,6 KB
- Note: 2,1
- Institution / Hochschule: Bauhaus-Universität Weimar Deutschland
- Bibliografie: ca. 30
- ISBN (eBook): 978-3-8366-3451-9
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Frohwann, Sebastian August 2007: Spezifische Anforderungen an Facility Management und Gebäudeinstandhaltung bei Krankenhäusern, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Immobilien, Prozessstrukturen
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Bachelorarbeit von Sebastian Frohwann
Einleitung:
Die vorliegende Bachelorarbeit beschäftigt sich mit der Thematik der Spezifikationen von Krankenhausimmobilien. Dies beinhaltet sowohl die Betrachtung der Planung und Entstehung eines Krankenhauses als auch mit dem Betrieb und der Bewirtschaftung. Entstanden ist dieses Thema mit Hilfe von Herrn Dipl.-Wirtsch.-Ing. Dirk Daube und durch mein bei Praktikum beim Landesbetrieb Krankenhäuser Hamburg bzw. Asklepios Kliniken GmbH, durch das mein Interesse am Bau und Betrieb von Krankenhäusern geweckt wurde.
Ziel dieser Arbeit ist es somit, die Besonderheiten dieser Phasen des Lebenszyklus zu definieren, dabei insbesondere aber die Rolle des Facility Managements und der Gebäudeinstandhaltung zu betrachten. Der Aufbau der Arbeit gestaltet sich chronologisch zum Entstehungsprozess einer Krankenhausimmobilie. Um eine gezielte Definition der in einem Krankenhaus ablaufenden Facility Management Prozesse durchführen zu können, werden zu Beginn der Arbeit die grundlegenden Eigenschaften einer Krankenhausimmobilie erläutert. Zudem werden die für die aktuellen Trends auf dem Gesundheitssektor verantwortlichen Faktor kurz genannt und erläutert, sodass ein Überblick über die momentan vorherrschende Situation entsteht.
Im Folgenden wird dann konkreter auf den Bauablauf eines Krankenhauses eingegangen, wobei der Planungsprozess und der Ausführungsprozess die Hauptbestandteile dieses Kapitels bilden. Dabei werden insbesondere im Planungsprozess diverse Spezifikationen des Krankenhausbaus deutlich.
Um den chronologischen Aufbau der Arbeit fortzusetzen, beinhaltet das folgende Kapitel den strukturellen Aufbau eines Krankenhauses. Dieser wird anhand der DIN 13080 definiert und anschließend systematisiert, sodass die Eigenschaften und Besonderheiten die einzelnen Funktionsbereiche deutlich werden. Darauf aufbauend werden die medizinischen Kernprozesse und die für den erfolgreichen Betriebsablauf notwendigen Supportprozesse dargestellt, worauf im Folgenden eine Konzentration auf das Facility Management erfolgt. Es werden die Bereiche des technischen, infrastrukturellen, und kaufmännischen Facility Managements eingehend erläutert und die Spezifikationen für Krankenhäuser hervorgehoben. Dabei wird ebenso auf die Instandhaltung der Immobilie eingegangen, speziell für die Disziplinen Wartung, Inspektion, Instandsetzung und Verbesserung.
Den Schluss der Arbeit bildet die Auswertung der gewonnen Erkenntnisse. Hierbei steht einerseits das Facility Management im Mittelpunkt, es werden die relevanten Ergebnisse kurz zusammengefasst und eine Ausblick in die Zukunft gegeben. Andererseits wird die für die Fortsetzung des Lebenszyklus einer Immobilie immer wichtiger werdende Drittverwendungsfähigkeit eines Krankenhauses erläutert. Diese liegt aufgrund des hohen Spezialisierungsgrades der Immobilie sehr niedrig, weshalb zum Abschluss der Arbeit ein für die Zukunft mögliches Modell entwickelt wird. Dieses hat im Vergleich zu den zentralisierten Krankenhäusern eine sehr viel höhere Drittverwendungsfähigkeit und zudem die Option, über private Investition finanziert zu werden.
Inhaltsverzeichnis:
| Abstract | I | |
| Summary | II | |
| Inhaltsverzeichnis | III | |
| Abbildungsverzeichnis | V | |
| Tabellenverzeichnis | VI | |
| 1. | EINLEITUNG | 1 |
| 2. | VORSTELLUNG DER IMMOBILIENARTEN | 2 |
| 3. | DIE KRANKENHAUSIMMOBILIE | 4 |
| 3.1 | Trends im Gesundheitssektor | 4 |
| 3.2 | Evolution des Krankenhauses | 5 |
| 3.3 | Spezifikationen der Krankenhausimmobilie | 7 |
| 3.3.1 | Funktionalität | 7 |
| 3.3.2 | Wirtschaftlichkeit | 8 |
| 3.3.3 | Architektur und Image | 9 |
| 3.3.4 | Lage | 10 |
| 3.3.5 | Komfort | 11 |
| 3.3.6 | Flexibilität | 12 |
| 3.3.6.1 | Flexibilität der Immobilie | 12 |
| 3.3.6.2 | Flexibilität der Ressourcen | 13 |
| 3.3.7 | Hygiene | 13 |
| 3.3.8 | Sicherheit | 14 |
| 3.3.9 | Technische Gebäudeausstattung | 15 |
| 3.4 | Planung und Erstellung eines Krankenhauses | 20 |
| 3.4.1 | Der Planungsprozess | 20 |
| 3.4.1.1 | Charakteristika des Krankenhausbaus | 20 |
| 3.4.1.2 | Randbedingungen | 21 |
| 3.4.1.3 | Meilensteine | 22 |
| 3.4.1.4 | Schlüsselprozesse | 25 |
| 3.4.2 | Der Ausführungsprozess | 25 |
| 3.4.2.1 | Einhaltung der Schutzmaßnahmen | 25 |
| 3.4.2.2 | Gewährleistung der Versorgungssicherheit | 26 |
| 3.4.2.3 | Änderung des Nutzungskonzeptes | 26 |
| 3.4.2.4 | Mängelbeseitigung | 27 |
| 3.5 | Struktur der Krankenhausimmobilie | 27 |
| 3.5.1 | Abgrenzung der Versorgungsstufen | 28 |
| 3.5.2 | Funktionsbereiche und Funktionsstellen | 30 |
| 3.5.2.1 | Systematisierung | 31 |
| 3.6 | Diskussion: Die Zukunft der Krankenhausimmobilie | 34 |
| 4. | PROZESSSTRUKTUREN IM KRANKENHAUS | 37 |
| 4.1 | Der Kernprozess | 37 |
| 4.1.1 | Prozessspezifikationen | 38 |
| 4.1.2 | Gebäudespezifikationen | 39 |
| 4.2 | Die Supportprozesse | 40 |
| 5. | FACILITY MANAGEMENT | 42 |
| 5.1 | Facility Management im Lebenszyklus der Immobilie | 42 |
| 5.2 | Facility Management im Krankenhaus | 43 |
| 5.2.1 | Technisches Facility Management | 44 |
| 5.2.1.1 | Instandhaltung | 46 |
| 5.2.2 | Infrastrukturelles Facility Management | 48 |
| 5.2.3 | Kaufmännisches Facility Management | 48 |
| 5.3 | Spezifische Kundenbedürfnisse im Rahmen des FM | 49 |
| 6. | AUSWERTUNG | 51 |
| 6.1 | Facility Management und Instandhaltung | 51 |
| 6.2 | Drittverwendungsfähigkeit | 53 |
| 6.2.1 | Umnutzung als Wohnimmobilie | 53 |
| 6.2.2 | Umnutzung als Gewerbeimmobilie | 54 |
| 6.2.3 | Weiternutzung als Sonderimmobilie | 54 |
| 6.3 | Zentralisierung vs. Pavillonstruktur | 54 |
| 6.3.1 | Vorstellung des Modells | 55 |
| 6.3.2 | Diskussion | 58 |
| 6.3.3 | Fazit | 59 |
| Anhang | LX | |
| Quellenverzeichnis | LXIV | |
| Index | LXVIII |
Textprobe:
Kapitel 3.4.1.4, Schlüsselprozesse:
Die Schlüsselprozesse im Krankenhausbau sollen noch einmal gezielt auf einzelne Schritte des Projektes eingehen, die nicht als Meilenstein gelten, dafür aber für die erfolgreiche Realisierung extrem wichtig sind. Der wichtigste und für den problemlosen Bauablauf vielleicht auch entscheidende Prozess ist die Integration der Gewerke Baukonstruktion, Ausbau und Technik. Aufgrund der Masse an Ver- und Entsorgungsleitungen in einem Krankenhaus ist es notwendig, eine detaillierte Leitungsbelegung im Gebäude zu erarbeiten und streng einzuhalten. Bereits in der Entwurfsplanung werden mit Hilfe von Gutachtern aus den Bereichen Hygiene, Schallschutz, Brandschutz und Emissionsschutz erste Elemente festgelegt, die dann für den fortwährenden Planungsablauf entscheidend sind. In der folgenden Ausführungsplanung werden dann realisierbare und technisch einwandfreie Lösungen entwickelt, die in Abstimmung mit der Gebäude- und Einrichtungsplanung erfolgen müssen, um spätere Probleme zu vermeiden. Entscheidend ist auch die frühzeitige Festlegung der Lage und Größe der Revisionsklappen sowie eine ausreichende Dimensionierung der Leitungen und deren entsprechenden Durchbrüchen, deren Anzahl minimiert und deren Belegung optimiert werden müssen. Nur in Abstimmung mit diesen Plänen können dann die Einrichtungsplanung und die Platzierung der medizinischen Großgeräte erfolgen. Ein wichtiger Steuerungsmechanismus ist im Bauablauf die stetige Kontrolle der Durchbruchs- und Montageplanung mit dem aktuellen Baufortschritt, um ein unkontrolliertes Verlegen der Kabel zu verhindern. Außerdem muss kontrolliert werden, ob alle Durchbrüche wieder abgedichtet wurden, um die Ansprüche des Brandschutzes zu erfüllen.
Der Ausführungsprozess:
Der Ausführungsprozess eines Krankenhausprojektes weist im Allgemeinen viele Parallelen zu herkömmlichen Bauprojekten auf. Jedoch gibt es während der Bauphase einige Spezifikationen, die einen Krankenhausbau zu etwas Besonderem machen.
Einhaltung der Schutzmaßnahmen:
Wie im vorigen Kapitel bereits erwähnt, sind Bauprojekte im Krankenhaus häufig Umbau- oder Modernisierungsmaßnahmen. Dies hat zur Folge, dass die Baumaßnahmen im laufenden Krankenhausbetrieb durchgeführt werden müssen und somit die Bestimmungen hinsichtlich Hygiene, Brandschutz, Lärm und Emissionen durchgehend eingehalten werden müssen. Somit sind während der Maßnahme gesonderte Schutzeinrichtungen zu erstellen, die das Übertreten von Schmutz, Staub und Wasser in den Betriebsbereich verhindern. Des Weiteren muss auf bestimmte Materialien wie Klebstoff, Farben oder Lösungsmittel in der Nähe von Patienten verzichtet werden, da die austretenden Dämpfe gesundheitsgefährdend sind. Für die Einhaltung der Brandschutzmaßnahmen kommen in diesem Fall noch gesonderte Anforderungen hinzu. Die Lösch- und Rettungseinrichtungen müssen jederzeit funktionsfähig gehalten werden bzw. adäquate Ersatzsysteme errichtet werden, zudem müssen die Brandschutzwände so umgebaut werden, dass für die durch den Bau nicht betroffenen Gebäudeteile kein erhöhtes Risiko besteht. Eine weitere Charakteristik einer Baumaßnahme im Krankenhaus sind die Auflagen hinsichtlich der Arbeitszeiten. Aufgrund der Priorität der Patientenfürsorge kann es vorkommen, dass die Bauarbeiten während der Betriebszeiten der medizinischen Geräte unterbrochen oder sogar eingestellt werden müssen. Dies hat natürlich zur Folge, dass vielfach nachts oder an Wochenenden gearbeitet werden muss, was wiederum negative Auswirkungen auf die Zeit und die Kosten der Maßnahme hat. Im Durchschnitt kann man davon ausgehen, dass die Mehrkosten einer Umbaumaßnahme im Vergleich zu einer Neubaumaßnahme bei ca. 40% liegen.
Gewährleistung der Versorgungssicherheit:
Ein weiteres Element einer Krankenhausbaumaßnahme ist die Sicherstellung der Versorgung während des gesamten Bauablaufes. Dies beinhaltet zum einen die Versorgung des Gebäudes mit medizinischen Gasen sowie die Sicherstellung der Notstromversorgung in einer Notlage. Dazu bedarf es einer präzisen Planung der Bauabläufe, damit für den Fall der Abschaltung eines Systems möglichst viele Maßnahmen an dem System in dieser Zeit vorgenommen werden und zudem genügend Ersatzkapazitäten für die weitere Versorgung des Gebäudes vorgehalten werden. Dies kann durch die Aktivierung der im Krankenhaus vorhandenen Redundanzen erfolgen oder durch die Aufstellung mobiler Anlagen, was wiederum eine Erhöhung der Baukosten zur Folge hat.
Änderung des Nutzungskonzeptes:
Wie bei vielen Baumaßnahmen treten während der Bauphase Wünsche des Nutzers auf, was meistens darauf zurückzuführen ist, dass für Laien erst durch die Fertigstellung der Räume eine Visualisierung möglich ist und sich ein klares Bild des Raumes ergibt. Oft sind dies banale Umbauten, die ohne sonderlich viel Aufwand durchgeführt werden können. Doch es gibt auch Änderungswünsche, die die Umplanung ganzer Abteilungen zur Folge haben können. Von der Planung bis zur Fertigstellung eines Krankenhauses vergehen oft mehr als 5 Jahre, in der sich natürlich auch die Medizintechnik bzw. die medizinischen Prozesse weiterentwickeln. Daraufhin entsteht der Wunsch des Nutzers, die neue Technik im Gebäude zu installieren und das Gebäude dementsprechend anzupassen. Dies hat natürlich umfangreiche Umplanungsmaßnahmen zur Folge, die darauf abzielen, die Wünsche einerseits mit minimalen zusätzlichen finanziellen Mitteln umzusetzen und andererseits die übrigen Prozesse nicht zu behindern.
Mängelbeseitigung:
Auch die Beseitigung der Mängel nach Abschluss der Bauphase ist ein zentraler Aspekt im Bauprojekt. Zwar wird, um genau die daraus entstehenden Probleme zu vermeiden, nach Abschluss der Bauphase ein Testbetrieb durchgeführt, jedoch können eventuell nicht alle Mängel in der Testphase behoben werden. Dies hat zur Folge, dass die restlichen Mängel im laufenden Betrieb des Krankenhauses behoben werden müssen. Problematisch wird dies, wenn zum Beispiel eine nicht ordnungsgemäß funktionierende Tür im Operationssaal ausgetauscht werden muss. Dadurch muss der gesamte OP-Bereich aus dem Betrieb genommen werden, wodurch dem Betreiber erhebliche Kosten- und Terminprobleme entstehen können.
Struktur der Krankenhausimmobilie:
Die Struktur der Krankenhäuser umfasst zum einen die Eingliederung jedes Krankenhauses abhängig von dessen Größe, der Spezialisierung und des Versorgungsgrades. Zum anderen ist unter diesem Punkt der Aufbau eines Krankenhauses dargestellt, untergliedert in seine Funktionsbereiche und Funktionsstellen. In diesem Kapitel soll nun eine Systematisierung der einzelnen Bereiche erfolgen und ein Zusammenwirken dargestellt werden. Durch diese Untersuchung kann man im weiteren Verlauf der Arbeit eventuell hilfreiche Rückschlüsse auf ein Auswirken der Struktur des Krankenhauses ziehen.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836634519
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Frohwann, Sebastian August 2007: Spezifische Anforderungen an Facility Management und Gebäudeinstandhaltung bei Krankenhäusern, Hamburg: Diplomica Verlag
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Immobilien, Prozessstrukturen




