Spezifika der Mitarbeiter-Führung durch Managerinnen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Kathrin Schmitt
- Abgabedatum: Januar 2005
- Umfang: 96 Seiten
- Dateigröße: 1,3 MB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Aschaffenburg Deutschland
- Bibliografie: ca. 125
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9938-9
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9938-9 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9938-9 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Schmitt, Kathrin Januar 2005: Spezifika der Mitarbeiter-Führung durch Managerinnen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Führungskraft, Frauen, Personal, Führung, Management
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Diplomarbeit von Kathrin Schmitt
Einleitung:
Die Ergebnisse der Untersuchungen zu einem geschlechtstypischen Führungsverhalten und die Veröffentlichungen zu diesem Thema in der Literatur lassen kein eindeutiges, allein gültiges Resultat zu.
Einige Ergebnisse besagen, dass es keine spezifisch weibliche Mitarbeiterführung im Gegensatz zu einer männlichen Führung gibt. Vielmehr sind diese annähernd gleich mit nur sehr geringen, deshalb nicht nennenswerten Unterschieden.
Manche Autoren kommen zu dem Schluss, dass Frauen oft eher einen dominanten, in Richtung Autorität gehenden Führungsstil mit daraus resultierendem Vorgehen zeigen.
In wiederum anderen Publikationen wird sehr wohl eine Mitarbeiterführung analysiert, die besonders weibliche Manager verfolgen. Diese beruht zumeist auf offenen, beziehungs- und teamorientierten Strukturen. Nicht nur die Arbeit steht dabei im Vordergrund, sondern auch das Miteinander zwischen Mitarbeitern und Führungskraft. Durch emotionale und energiereiche Führung versucht die Managerin ihre Teammitglieder für die Aufgaben zu begeistern und bemüht sich um die Entwicklung jedes einzelnen Mitarbeiters. Auch die Managementaufgaben, die nicht primär mit Mitarbeiterführung zusammenhängen, werden von den Frauen oft ehrgeiziger und besser erledigt als von den untersuchten männlichen Führungskräften.
Diese Aspekte werden in wissenschaftlichen und populärwissenschaftlich geprägten Veröffentlichungen, aber auch durch diverse amerikanische Studien belegt. Da bei diesen Studien qualitativ und quantitativ gutes Datenmaterial zur Verfügung stand, kann davon ausgegangen werden, dass diese Ergebnisse auf eine große Mehrheit von Führungsfrauen zutreffen.
Problemstellung:
Das Hauptaugenmerk dieser Arbeit richtet sich auf die Frage, ob ein spezifisch weibliches Führungsverhalten im Management zu erkennen ist. Ebenso wird untersucht wie sich dieses, wenn vorhanden, in der Mitarbeiterführung und im Führungsstil der Frauen äußert.
Gang der Untersuchung:
Zu Beginn der Arbeit erfolgt, zur Herbeiführung einer gleichen Ausgangsbasis, eine kurze Darstellung der Begrifflichkeiten Führung, Führungskraft, Managementebene sowie eine Erläuterung der Eigenschafts- und Situationstheorie.
In einem nächsten Schritt ist von Interesse, welche ursächlichen geschlechtsspezifischen Unterschiede überhaupt zu einer Diskussion um einen typisch weiblichen Führungsstil führen. Hierbei wird davon ausgegangen, dass Sozialisation und Biologie das menschliche Verhalten prägen. Welche möglichen Fähigkeiten und Fertigkeiten Frauen während der Sozialisation entwickeln, bzw. welche Dispositionen bereits biologisch festgelegt sind, finden in diesem Abschnitt eine Darstellung.
Im darauffolgenden Teil der Arbeit geht es um die Beschreibung der Führung durch Managerinnen. Anhand von Literaturauswertungen verdeutlicht sich einerseits das Führungsverhalten weiblicher Vorgesetzter im Zeitraum zwischen ca. 1960 und 1985. Auf der anderen Seite soll das Führungsverhalten der heutigen Managerinnengeneration erschlossen und eine Zusammenfassung der beschriebenen Forschungsergebnisse und -untersuchungen gegeben werden.
Ein weiterer Abschnitt des Hauptkapitels befasst sich mit der Frage, ob eine spezifisch weibliche Mitarbeiterführung eine Unterrepräsentation von Frauen im Top Management bedingt, oder ob andere Ursachen hierfür verantwortlich sind.
Die Ausarbeitung über die Spezifika der Mitarbeiterführung durch Managerinnen endet mit eine Schlussbetrachtung und einem Ausblick auf zukünftiges Geschehen.
Einen umfassenden Einblick in die Komplexität des Themengebiets boten im Rahmen dieser Arbeit Untersuchungen und Forschungsergebnisse. Diese zeigten zum Teil Meinungen und Einschätzungen der direkten Untergebenen, der Vorgesetzten, der Kollegen und die Selbsteinschätzungen der Managerinnen auf. Informationen lieferten sowohl wissenschaftlich fundierte Veröffentlichungen, als auch populärwissenschaftlich geprägte Publikationen aus dem deutsch- bzw. englischsprachigen Raum.
Inhaltsverzeichnis:
| INHALTSVERZEICHNIS | III | |
| MANAGEMENT SUMMARY | VII | |
| BILDVERZEICHNIS | VIII | |
| TABELLENVERZEICHNIS | IX | |
| ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS | X | |
| 1. | EINFÜHRUNG | 1 |
| 1.1 | Hintergrund | 1 |
| 1.2 | Ziel der Arbeit | 3 |
| 1.3 | Aufbau der Arbeit | 4 |
| 2. | FÜHRUNGSRELEVANTE BEGRIFFLICHKEITEN | 5 |
| 2.1 | Führung | 5 |
| 2.2 | Führungskraft und Managementebene | 6 |
| 2.3 | Führungstheorien | 7 |
| 2.3.1 | Eigenschaftstheorie | 7 |
| 2.3.2 | Situationstheorie | 8 |
| 2.3.3 | Kritische Bewertung | 9 |
| 3. | DETERMINANTEN DES VERHALTENS | 10 |
| 3.1 | Verhaltensdeterminante Sozialisation | 11 |
| 3.1.1 | Hintergrund | 11 |
| 3.1.2 | Ausprägung | 15 |
| 3.2 | Verhaltensdeterminante Biologie | 18 |
| 3.2.1 | Hintergrund | 18 |
| 3.2.2 | Ausprägung | 22 |
| 3.3 | Kritische Bewertung | 23 |
| 4. | MANAGERINNEN UND GESCHLECHTSSPEZIFISCHE FÜHRUNG | 25 |
| 4.1 | Frauen im traditionellen Management | 26 |
| 4.1.1 | Traditionelles Management | 26 |
| 4.1.2 | Führungsfrauen im männerdominierten Management | 27 |
| 4.1.3 | Folgerung | 31 |
| 4.2 | Weibliche Führungskräfte im Modernen Management | 32 |
| 4.2.1 | Ursache der Fokussierung auf weibliche Führungskräfte | 32 |
| 4.2.2 | Beschreibung der Führung weiblicher Vorgesetzter in der Literatur | 35 |
| 4.3 | Einschätzungen des beruflichen Umfeldes zum Führungsverhalten von Managerinnen | 39 |
| 4.3.1 | Einschätzung durch Personalfachleute | 40 |
| 4.3.2 | Einschätzungen durch die Mitarbeiter | 43 |
| 4.3.3 | Selbsteinschätzungen der Führungskräfte | 49 |
| 4.3.4 | Einschätzung durch gleichrangige Kollegen | 55 |
| 4.4 | Studien zu Führungsfrauen | 57 |
| 4.4.1 | Studie von Dr. Heimeier & Partner | 57 |
| 4.4.2 | Studien der Management Research Group | 57 |
| 4.4.2.1 | Vorgehensweise | 58 |
| 4.4.2.2 | Ergebnisse | 59 |
| 4.4.2.3 | Zweite Studie zur Führung im Top Management | 60 |
| 4.4.3 | Studie von Lawrence A. Pfaff & Associates | 62 |
| 4.4.3.1 | Vorgehensweise | 62 |
| 4.4.3.2 | Ergebnisse | 64 |
| 4.5 | Zwischenfazit | 66 |
| 4.6 | Führungsverhalten als Determinante der Unterrepräsentation weiblicher Führungskräfte im Top Management | 68 |
| SCHLUSSBETRACHTUNG UND ÜBERLEGUNGEN FÜR DIE ZUKUNFT | 71 | |
| LITERATUR- UND QUELLENVERZEICHNIS | 74 | |
| ANLAGENVERZEICHNIS | 80 | |
| ANLAGE 1: EINSCHÄTZUNGEN DER FÜHRUNGSKRÄFTE ZUM FÜHRUNGSVERHALTEN IN DER ZUKUNFT | 81 | |
| ANLAGE 2: POSITIVE ASPEKTE DER ZUSAMMENARBEIT NACH MEINUNG VON KOLLEGEN | 82 | |
| ANLAGE 3: VARIABLES MEASURED BY THE LEADERSHIP EFFECTIVENESS ANALYSIS BY MRG | 83 | |
| ANLAGE 4: TABLE OF RESULTS BY PFAFF & ASSOCIATES | 85 | |
| ANLAGE 5: EMPLOYEE RATINGS BY PFAFF & ASSOCIATES (PERCENTILE RANKINGS*) | 86 | |
| ANLAGE 6: BOSS RATINGS BY PAFF & ASSOCIATES (PERCENTILE RANKINGS*) | 87 | |
| ANLAGE 7: SELF RATINGS BY PAFF & ASSOCIATES (PERCENTILE RANKINGS*) | 88 |
Kapitel 3.2.1:
Bevor die Sozialisation als Motiv für geschlechtsspezifische Unterschiede an Aktualität gewann, wurden biologische Dispositionen als einzig akzeptable Begründung dargestellt. Heute, nach dem Hype um sozialisationsbedingte Einflüsse, gewinnt auf dem Gebiet der Erklärung von geschlechtsbedingten Besonderheiten wiederum Biologie und Genetik an Bedeutung.
Biologische Erklärungsansätze zu Verhaltensdifferenzen zwischen den Geschlechtern setzen bei angeborenen, genetischen Unterschieden an. Dabei gelten vor allem die differierende Gehirngröße, Konstitution, Körperkraft und Chromosomenzusammensetzung bei Frauen und Männern als Merkmale bei der Erforschung geschlechtsspezifischer Unterschiede. Besondere Beachtung finden die Gehirnstruktur und die hormonelle Ausstattung in Verbindung mit Verhaltensweisen. Dies steht auch im Mittelpunkt des Interesses dieser Arbeit. Aus diesem Grund werden Handlungsweisen außer Acht gelassen, die sich aus morphologischen Gegebenheiten, wie z.B. Körpergröße und daraus resultierender geminderter Körperkraft bei Frauen ergeben.
Gene und Hormone verursachen nicht nur anatomische Unterschiede, die ein voneinander abweichendes äußeres Erscheinungsbild bei Frauen und Männern hervorrufen, sondern die Geschlechter unterscheiden sich auch in ihrem Verhalten. Daraus hervorgehende Merkmale können u.a. eine unterschiedliche Gewichtung von Interessen und Motiven, aber auch eine geschlechtsspezifische Auffassung von emotionalem Erleben sein. Diese genetischen Veranlagungen determinieren allerdings nicht das Verhalten der Menschen. Denn der freie Wille ermöglicht Frauen und Männern zwischen Verhaltensweisen zu wählen.
Bischof-Köhler beschrieb diesen Vorgang wie folgt: „Die Wirkung natürlicher Dispositionen ist appellativer Art; sie legen uns bestimmte Verhaltensweisen näher als andere.“ Sie geht ebenfalls, wie verstärkt in der Literatur zu finden, davon aus, dass der Unterschied der Geschlechter nicht nur durch die Sozialisation bestimmt wird, sondern auch von der genetischen Veranlagung abhängt. Dazu schreibt sie in ihrem Buch: „Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass das Geschlecht nicht erst durch einen Akt sozialer Konstruktion erschaffen wird, sondern vom Beginn unseres Lebens an schon Weichen stellt, die uns in eine naturgegebene Polarisation gleiten lassen.“ Interessant ist diese These möglicherweise mit einem Beispiel zu begründen, welches zeigt, dass bereits die Veranlagung ausschlaggebend für eine Disposition ist, und nicht erst Sozialisation oder Lernprozesse.
Oft wird Frauen nachgesagt, dass sie, bedingt durch ihre Rolle als Mutter, mit Menschen besser und fürsorglicher umgehen können. Die Frau sei, im Falle einer weiblichen Führungskraft, wie eine Mutter für ihre Mitarbeiter da. Allerdings gibt es eine große Anzahl weiblicher Führungskräfte, die noch keine Kinder großgezogen bzw. aufgrund ihrer Karriere auf Nachwuchs verzichtet haben. Aus einem Lernprozess können jene Frauen diese Eigenschaften nicht gewonnen haben. Woher aber kommen diese Fähigkeiten?
Eine Erklärung findet sich möglicherweise in der Biologie. Nach Ansicht Bischof-Köhlers ist „die Disposition, fürsorglich zu sein, also die Nachkommen zu füttern, zu wärmen, zu transportieren und zu schützen, […] mit einer erheblichen Selektionsprämie versehen. Je besser eine genetische Anlage ein Weibchen zur Brutpflege motiviert, umso mehr erhöht sich die Chance seiner Jungen durchzukommen.“ Im Endeffekt könnte dies bedeuten, dass diese Anlage, welche unsere tierischen Vorfahren bereits in sich trugen, auch beim modernen Menschen noch vorhanden ist. Fürsorge und alles was im Zusammenhang mit dieser steht, ist also eigentlich ein rein natürlicher Vorgang, um den Fortbestand der Art zu sichern. Nicht erst der Prozess der Aufzucht der Nachkommen formt eine fürsorgliche Frau. Die verantwortlichen Gene sind demzufolge mehr oder weniger stark in allen Frauen disponibel. Werden weibliche Führungskräfte also als fürsorglich beschrieben, liegt dies bereits in ihrer Biologie und nicht nur an erlernten Fähigkeiten durch Kindererziehung bzw. Sozialisationsmechanismen.
Auch Dobner geht davon aus, dass weibliche Führungskräfte andere Methoden im Umgang mit Mitarbeitern und Vorgesetzten anwenden, als ihre männlichen Kollegen. Ihre Auffassung ist es, dass Frauen während der Sozialisationsphase lernten die Wünsche der Menschen in ihrem Umfeld zu erkennen. Aus diesem Grund ist ihre Wahrnehmung sehr ausgeprägt, wenn es darum geht herauszufinden, was anderen Menschen wichtig ist.155 Bedeutsam ist hierbei auch die Fähigkeit von Frauen, Beziehungsgeflechte zwischen Menschen aufzubauen und zwischenmenschliche Beziehungen zu pflegen. Frauen können Faktoren besser wahrnehmen, welche sich auf die Beziehungen innerhalb der Gruppe auswirken. Durch ihre Fähigkeit eine offene Kommunikation herzustellen, fällt es weiblichen Führungskräften meist leichter sich in Probleme, Bedürfnisse, Situation und Lebensumstände eines anderen Menschen hineinzufühlen und diesen dadurch besser zu verstehen. Sie können aber auch Fähigkeiten der Teammitglieder besser ableiten und analysieren.156 Frauen werden durch die Wissenschaft ausgereiftere verbale Fähigkeiten als Männern bestätigt.157 Dies bedeutet aber nicht nur, dass sie als Vorgesetzte gut und effektiv kommunizieren können, sondern auch, dass sie die Fähigkeit besitzen, aktiv und bewusst zu zuhören.158 So gelten auch die Signale der Körpersprache, also nonverbale Signale, als Domäne der Frauen. Sie können diese sowohl gut interpretieren als auch einsetzen. Dadurch signalisieren sie ihrem Gesprächspartner bewusst und unbewusst Interesse an seiner Person und seinen Problemen.159 Dadurch entsteht eine vertrauensvolle und verlässliche Atmosphäre. Tatsache ist nach Dobner, dass sich die Arbeitsatmosphäre auf die Arbeitsleistung der Mitarbeiter auswirkt. Die Kommunikation ist dabei zu 90% an einer Verbesserung des Betriebsklimas beteiligt.160 Die bessere Fähigkeit zur Kommunikation wird ebenfalls durch den Aspekt gestützt, dass Frauen im Allgemeinen stärker beziehungs- bzw. teamorientiert agieren. Führungsfrauen verstehen sich als ein Teil eines komplexen Gefüges. Männer sehen sich in Führungspositionen hingegen eher als Einzelkämpfer und ihre Arbeitsweise entspricht nach Einschätzung von Experten mehr der Ziel- als der Beziehungsorientierung.161 Neben den bereits beschriebenen weiblichen Dispositionen, wie Teamfähigkeit und hohe Kommunikationsbereitschaft, gelten auch Einfühlungsvermögen, Integrationskraft und die Begabung zu pragmatischem Han- [...]
4.2.2 Beschreibung der Führung weiblicher Vorgesetzter in der Literatur Zum Thema Frauen und Führung150 hält die Literatur umfangreiches Material bereit. Wie bereits in Kapitel 3 festgestellt, gibt es zwischen Frauen und Männern eine Vielzahl von biologischen und sozialisationstechnisch verursachten Persönlichkeitsunterschieden. Diese werden bei Veröffentlichungen zum Thema Frauen und Führung151 meist aufgegriffen, um die Untersuchung eines möglichen geschlechtsspezifischen Führungsstils oder eines unterschiedlichen Managementverhaltens von weiblichen und männlichen Vorgesetzten zu rechtfertigen. Dabei sind diese Publikationen zum Teil durch wissenschaftlich fundamentierte Erhebungen repräsentativ, zum Teil handelt es sich um persönliche, nicht repräsentative Meinungen. Im Folgenden werden einige dieser Veröffentlichungen aufgegriffen und dargestellt. Nach Meinung Jungs führen Frauen und Männer in unterschiedlicher Weise. Die Art der Führung zerfällt bei ihm in zwei geschlechtsspezifische Teile. Männer führen seiner Ansicht nach transaktional. Dabei besteht der Kern der männlichen Führung aus vielen einzelnen Transaktionen mit den Mitarbeitern. Für weibliche Führungskräfte gilt laut Jung eine transformationelle Führung. Die Managerin ermöglicht ihren Teammitgliedern persönliche Interessen in die zu erledigende Aufgabe mit einfließen zu lassen.152 Jung verdeutlicht dabei den von Rosener erdachten interaktiven Führungsstil. Dieser entspricht folgenden Merkmalen:153 • Die Managerin fordert ihre Mitarbeiter zur Partizipation auf. • Kommunikation ist eines ihrer wichtigsten Werkzeuge bei der Führung ihrer Teammitglieder. Ebenso die Weitergabe von Informationen und die Verteilung von Machtbereichen. • Die Teammitglieder erhalten Mitspracherechte für die Erfüllung der Aufgaben. Dadurch erhalten diese das Gefühl wichtig und verantwortlich zu sein. • Die Stärkung des Selbstbewusstseins der Mitarbeiter und des Interesses an der Aufgabe zählt die Managerin zu ihren Führungsaufgaben. • Durch ihre Teamorientierung stärkt sie die Gruppenidentität. • Als gute Führungskraft gibt sie ihren Teammitgliedern Herausforderungen, Ziele und Feedback.154 [...]
Des weiteren führte der Wertewandel auch zu neuen Führungskonzepten. Delegation von Aufgaben, Partizipation an Entscheidungsprozessen, Projektgruppen ohne Hierarchiegefüge unterstützten die Vorstellung einer neuen mitarbeiterbezogenen Führung. Ebenso die Weiterentwicklung des einzelnen Arbeitnehmers durch Maßnahmen des Vorgesetzten fügten sich hier ein.141 Der Wertewandel brachte ebenfalls mit sich, dass gesellschaftlich gesehen, eine stärkere Fokussierung auf weibliche Lebensweisen, wie Hedonismus, Toleranz und Emotionalität und eine Abwendung von männlich geprägten Lebensvorstellungen, wie Machtstreben, Aggression, Konkurrenz und Leistungsideologie erfolgte.142 Das hatte auch zur Folge, dass sich die Meinung über weibliche Manager und Unternehmerinnen im Lauf der Jahre änderte.143 Eine wichtige Rolle spielte dabei auch die geschlechtsvergleichende Führungsforschung. Diese verwies auf eine Andersartigkeit in der Art und Weise der Führung durch Frauen und Männer. Gleichzeitig bekräftigte sie aber die Tatsache, dass die Geschlechter eine gleichwertige Leistung in der Führung erbringen.144 Zwischenmenschliche Fähigkeiten gewannen in der Personalführung auch durch den Wertewandel immer mehr an Bedeutung. Frauen schienen diese zukunftsträchtigen Fertigkeiten, wie Integrität, Sorgfalt, Kooperation und Aufrichtigkeit,145 bereits durch ihre natürliche und sozialisationsgeprägte Dispositionen zu besitzen. Dadurch entwickelte sich die Annahme, dass Frauen unbedingt in Führungspositionen mussten, um ihr Potenzial ausnutzen zu können. Männern fehlte es an diesen Fähigkeiten. Bei ihnen, so wiederum die Auffassung, könnten nur langwierige Seminare Abhilfe schaffen und sie in die Geheimnisse dieser Fähigkeiten einweihen.146 Im Endeffekt sollen Frauen bedingt durch die neue Wertorientierung nicht nur fachliche, sondern auch soziale Kompetenzen in die Arbeitswelt bringen.147 Als „Innovationspotential Frau“148 wurden große Hoffnungen in eben diese gesetzt, und „verallgemeinert und pauschale Erwartungen darüber entwickelt […], wie Frauen führen (sollen): nämlich anders als die Männer.“149 [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832499389
Arbeit zitieren:
Schmitt, Kathrin Januar 2005: Spezifika der Mitarbeiter-Führung durch Managerinnen, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Führungskraft, Frauen, Personal, Führung, Management



