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Spekulative Blasen - Ursache für Finanzmarktkrisen oder notwendiges Phänomen wirtschaftlichen Wachstums?

Spekulative Blasen - Ursache für Finanzmarktkrisen oder notwendiges Phänomen wirtschaftlichen Wachstums?
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Christian Kessler
  • Abgabedatum: Mai 2008
  • Umfang: 74 Seiten
  • Dateigröße: 881,2 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Johannes Gutenberg-Universität Mainz Deutschland
  • Bibliografie: ca. 50
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-4170-8
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Kessler, Christian Mai 2008: Spekulative Blasen - Ursache für Finanzmarktkrisen oder notwendiges Phänomen wirtschaftlichen Wachstums?, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Spekulative Blase, Finanzkrise, Wachstum, Aktienmarkt, Börsenpreise

Diplomarbeit von Christian Kessler

Einleitung:

Finanzmarktkrisen werden seit geraumer Zeit (erstmalig im 18. Jahrhundert) mit spekulativen Blasen in Verbindung gebracht. Dabei tragen sowohl historische Krisen (wie die Südseeblase und die Mississippibubble) als auch jüngere Krisen (wie die Technologieblase) den Begriff ‘Blase’ bzw. ‘Bubble’ sogar in Ihrem Namen.

Wurden Spekulationsblasen über einen langen Zeitraum als ein um jeden Preis zu verhinderndes Ergebnis ökonomischer Verfehlungen ‘abgestempelt’, so begann man in den letzten Jahren auch positive, ja sogar für das Wirtschaftswachstum notwendige Aspekte zu erkennen. Vor diesem Hintergrund bewegen sich spekulative Blasen in einem Spannungsfeld zwischen ihrer Rolle als (Mit-)Auslöser von Finanzkrisen einerseits und ihrem Potential, wohlfahrtserhöhend zu wirken anderseits.

Dieses Spannungsfeld ist der Gegenstand der vorliegenden Arbeit. Sie soll einen Beitrag dazu liefern, zum einen das Wesen spekulativer Blasen näher zu beschreiben und auf dieser Grundlage zum anderen ihre potentiellen negativen und positiven Wirkungen herauszustellen. Es gilt hierbei, ihren Einfluss auf Finanzmarktkrisen sowie das Wirtschafswachstum im näheren zu untersuchen. Dabei soll teilweise zwischen Emerging Markets und hochentwickelten Volkswirtschaften unterschieden werden, in welchen - wie später zu sehen sein wird - sich oft unterschiedliche ökonomische Rahmenbedingungen vorfinden lassen.

Von besonderem Interesse soll die Frage nach den Bedingungen sein, unter welchen spekulative Blasen positive und auch negative Effekte entfalten können.

Gang der Untersuchung:

In Kapitel 1 müssen zunächst die zentralen Termini bezogen auf das Thema bzw. den unter 1.1. beschriebenen Untersuchungsgegenstand begrifflich gekennzeichnet werden.

Kapitel 2 hat zum Ziel, das Blasenphänomen eingehender zu beschreiben. Hierbei muss teilweise eine Unterscheidung zwischen den beiden in der Wissenschaft gängigen Ansätzen getroffen werden: Der informationsorientierte Ansatz stellt die auf Information gestützten Verhaltensweisen der Anleger in den Mittelpunkt der Betrachtung, während im zweiten Ansatz den makroökonomischen Rahmenbedingungen die zentrale Rolle zukommt. Bezüglich letzterem Ansatz soll der Fokus auch auf der Rolle niedriger Zinsen bei der Entstehung von Kapitalmarktblasen liegen.

Auf dieser Grundlage werden in Kapitel 3 ausgewählte Krisen in hochentwickelten Volkswirtschaften und Emerging Markets untersucht und bewertet. Im Rahmen dieser Untersuchung soll das Schema ‘Ausgangslage-Verlauf-Bewertung’ auf die einzelnen Krisen angewendet werden, wobei die Finanzierungskonditionen der Untenehmen in die Betrachtung einbezogen werden sollen.

In Kapitel 4 sollen die Interdependenzen zwischen wirtschaftlichem Wachstum und spekulativen Blasen aufgezeigt und bewertet werden. Die Umstände und Bedingungen, unter welchen Bubbles positive Effekte entfalten können, sollen hier im Engeren behandelt werden.

Abschließend sollen in Kapitel 5 die gewonnenen Ergebnisse zusammengefasst bzw. beurteilt und mögliche Schlussfolgerungen gezogen werden.

Inhaltsverzeichnis:

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS 3
ABBILDUNGSVERZEICHNIS 4
TABELLENVERZEICHNIS 5
1. Grundlegung 6
1.1 Einleitung und Problemstellung 6
1.2 Gang der Untersuchung 7
1.3 Begriffskennzeichnungen 7
1.3.1 Spekulative Blasen 7
1.3.2 Erwartungsbildung 9
1.3.3 Finanzkrisen 11
1.3.4 Determinanten des Wirtschaftswachstums 13
2. Entwicklung spekulativer Blasen 16
2.1 Auslösungsprozess 16
2.1.1 Informations- und verhaltenstheoretischer Ansatz 16
2.1.2 Makroökonomisch orientierter Ansatz 19
2.1.2.1 Hochentwickelte Volkswirtschaften 19
2.1.2.2 Emerging Markets 22
2.2 Charakteristische Phasen 23
2.3 Zusammenbruch (crash) 25
2.3.1 Informations- und verhaltenstheoretischer Ansatz 25
2.3.2 Makroökonomisch orientierter Ansatz 27
2.3.2.1 Hochentwickelte Volkswirtschaften 27
2.3.2.2 Emerging Markets 28
3. Ausgewählte Finanzkrisen im Lichte des Blasenphänomens 29
3.1 Finanzkrisen in Emerging Markets 29
3.1.1 Die Mexiko-Krise (1994) 29
3.1.1.1 Ausgangslage 29
3.1.1.2 Verlauf 31
3.1.1.3 Bewertung 33
3.1.2 Die Südostasien-Krise (1997) 35
3.1.2.1 Ausgangslage 35
3.1.2.2 Verlauf 37
3.1.2.3 Bewertung 41
3.2 Finanzkrisen in hochentwickelten Volkswirtschaften 44
3.2.1 Die Technologieblase (2000) 44
3.2.1.1 Ausgangslage 44
3.2.1.2 Verlauf 45
3.2.1.3 Bewertung 50
3.2.2 Die Finanz- und Immobilienkrise in den USA (2007) 52
3.2.2.1 Ausgangslage 52
3.2.2.2 Verlauf 54
3.2.2.3 Bewertung 57
4. Wirtschaftswachstum und spekulative Blasen 58
5. Zusammenfassung 64
ANHANG 67
LITERATURVERZEICHNIS 71

Textprobe:

Kapitel 3.1.2, Die Südostasienkrise:

Ausgangslage:

Der Zustand der aufstrebenden asiatischen Volkswirtschaften ist bis zum Einsetzen der Finanzkrise anhand relevanter makroökonomischer Größen als stabil zu beurteilen: Es herrschte seit vielen Jahren hohes Wirtschaftswachstum bei geringer Inflation und stabilen Wechselkursen sowie solide Staatshaushalte.

Betrachtet man einen Zeitraum von sieben Jahren (1990 bis 1996) vor Einsetzen der Krise fällt auf, dass lediglich defizitäre Leistungsbilanzen aus dem Bild der äußerst positiven gesamtwirtschaftlichen Entwicklung herausfallen. Charakterisierend für die aufstrebenden Ökonomien sind die hohen Wachstumsraten, die im Betrachtungszeitraum Werte zwischen 8 und 9 Prozent pro Jahr erreichten. Ebenfalls augenfällig ist, dass das Exportwachstum auf erstaunlich hohem Niveau lag, der Export somit als Haupttriebfeder des Wirtschaftswachstums ausgemacht werden kann. Dieses Outputwachstum wurde auch durch eine auffallend hohe Sparquote unterstützt, womit auch eine massive Kapitalakkumulation einherging. Von grundlegender Bedeutung für den Aufschwung war die Liberalisierung der Wirtschaftspolitik (vor allem die dadurch erfolgte Öffnung der Inlandsmärkte) bei niedrigem Lohnniveau und leicht unterbewerteten Währungen, was in der Summe auch die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit bewirkte und somit die Grundlage für die hohen Exportraten schuf.

Im Vorfeld der Krise entwickelten sich die Aktienindizes einiger betroffener Länder rasant. So stieg der thailändische SET-Index innerhalb von ca.5 Jahren bis Mitte der neunziger um ca. 75 Prozent.

Die Kapitalzuflüsse (größtenteils aus hochentwickelten Volkswirtschaften) waren von erheblicher Höhe: Sie machten schon in den 80er Jahren teilweise bis zu 3% des BIPs aus und erfuhren in den neunziger Jahren eine Vervielfachung Diese hohen Werte und die Tatsache, dass sich Mitte der neunziger die Kapitalzuflüsse weniger aus Direktinvestitionen, sondern zu einem Großteil aus Finanzanlagen und v.a. Geschäftsbankkrediten zusammensetzten, während die Währungsreserven nur ein geringes Wachstum zeigten, lassen auf eine existentielle Abhängigkeit der Volkswirtschaften von diesen Kapitalströmen schließen.

Die durch die Währungsanbindung an den Dollar begünstigten hohen Kapitalzuflüsse führten über die deutliche Erhöhung der inländischen Geldmenge zu einem niedrigen Zinsniveau, welches aufgrund der dadurch steigenden Liquidität des Bankensektors ein Faktor der angesprochenen Ausdehnung des inländischen Kreditvolumens war. Dieses wurde allerdings auch durch unzureichende Aufsicht und mangelndes Risikomanagement der Banken sowie durch Korruption und Vetternwirtschaft verstärkt, was vor allem im Immobiliensektor zu zahlreichen unrentablen Investitionen führte und die Preise in die Höhe trieb. Diese Fehlallokation und die Tatsache, dass sich die Privatwirtschaft (Unternehmen und Banken) im Ausland verschuldeten, machten die entstehende Schwäche des Finanzsektors sichtbar.

Arbeit zitieren:
Kessler, Christian Mai 2008: Spekulative Blasen - Ursache für Finanzmarktkrisen oder notwendiges Phänomen wirtschaftlichen Wachstums?, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Spekulative Blase, Finanzkrise, Wachstum, Aktienmarkt, Börsenpreise

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