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Das Spannungsfeld zwischen Natursport und Landschaft

Am Beispiel des Kanusports auf der Krutynia im Masurischen Landschaftsschutzpark

Das Spannungsfeld zwischen Natursport und Landschaft
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Mandy Schenk
  • Abgabedatum: Februar 2005
  • Umfang: 225 Seiten
  • Dateigröße: 34,5 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Technische Universität Berlin Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8954-0
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8954-0 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8954-0 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Schenk, Mandy Februar 2005: Das Spannungsfeld zwischen Natursport und Landschaft, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Kanuwandern, Masuren, Konflikt, Naturschutz, Umwelt

Diplomarbeit von Mandy Schenk

Einleitung:

Sporttreiben in einer intakten Natur spielt im Freizeitbereich eine immer größere Rolle, doch das vorhandene Flächenpotenzial bleibt knapp. Hier ordnet sich das Spannungsfeld zwischen Natursport und Landschaft ein. Das Konfliktpotenzial entsteht dann, wenn eine steigende Zahl an Natursportlern ein limitiertes oder sogar rückläufiges Naturpotenzial aufsucht und der Druck auf die Natur durch immer größere Inanspruchnahme zu massiven ökologischen Zerstörungen und ästhetischen Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft führt.

Wird diese Thematik explizit auf das seit gut zwei Jahrzehnten in das öffentliche Interesse gerückte Konfliktfeld Kanusport – Naturschutz übertragen, ist festzustellen, dass in kaum einem anderen Bereich von Natur und Landschaft die unterschiedlichen Erholungs- und Naturschutzinteressen so stark aufeinander prallen wie an den Gewässern. Der Kanusport in Europa hat insbesondere auf den Fließgewässern deutlich an Interesse gewonnen, wird jedoch, aufgrund des schlechten Zustandes der Flussläufe, zunehmend in verbleibende naturbelassene „Nischen“ gedrängt. Der Naturschutz betrachtet die Massierung der Sportausübung und die sich verstärkende Beanspruchung von naturnahen Flussgebieten und ähnlichen noch naturnahen Gewässer kritisch, und der Konflikt der Interessengruppen spitzt sich zu. Die von anderen Nutzungen weitgehend verschont gebliebenen, sensiblen Landschaftsbereiche, stellen oftmals letzte potenzielle Rückzugsgebiete gefährdeter Tier- und Pflanzenarten dar und sind als Schutzgebiete ausgewiesen.

Dieser fortwährende Konflikt ist mittlerweile so komplex, dass eine erfolgreiche Minderung nur durch die intensive Kommunikation und Kooperation zwischen den Interessenvertretern aus Kanusport und Naturschutz erzielt werden kann. In Deutschland zeichnet sich deren Zusammenarbeit zunehmend durch die gemeinsame Erarbeitung und Umsetzung umfassender Initiativen, Lösungs- und Handlungsmodelle für einen naturverträglichen Kanusport aus. Kanureviere in Polen erfreuen sich bei in- und ausländischen Erholungssuchenden zunehmender Beliebtheit, „da es sich hier vielfach um noch relativ unberührte Natur und ein noch nicht überlaufendes Revier handelt“ und zudem Befahrungseinschränkungen seitens des Naturschutzes nur vereinzelt vorhanden sind. Bisher sind in Polen die Folgen der landschaftsgebundenen Erholungsaktivitäten auf die biologische Vielfalt nicht so stark ausgeprägt wie es in Westeuropa der Fall ist, dennoch sind auch hier erste Ansätze ersichtlich und Handlungsbedarf setzt ein.

Problemstellung:

Ausgangspunkt dieser Arbeit ist der Konflikt Natur- und Landschaftsschutz – Kanuwandertourismus auf der Krutynia im Masurischen Landschaftsschutzpark. Während ihres Masurenaufenthaltes im April 2004 lernte die Verfasserin den Masurischen Landschaftsschutzpark kennen und führte erste Expertengespräche durch, dabei kristallisierte sich die Krutynia als Problemfeld heraus und wurde eine zu bewältigende Herausforderung. Die Krutynia ist die beliebteste und am stärksten frequentierte Wasserwanderroute Polens und befindet sich zugleich im landschaftlich reizvollsten und naturschutzfachlich wertvollsten Territorium Masurens.

In diesem Zusammenhang deutet sich bereits die in Art. 16 des polnischen Naturschutzgesetzes festgehaltene Doppelfunktion des MPK an. Auf dem Gebiet sollen die sozialen und wirtschaftlichen Entwicklungen, insbesondere im Bereich des Tourismus, mit den Ansprüchen des Schutzes der natürlichen, kulturellen und historischen Werte der Umwelt harmonisiert werden. Dementsprechend waren Konflikte mit Naturschutzbelangen zu erwarten. Ziel dieser Arbeit ist es, anhand dieser ökologisch sensiblen Landschaft aufzuzeigen, dass das im westeuropäischen Raum bereits stark ausgeprägte Spannungsfeld zwischen Kanusport und Naturschutz gegenwärtig in die mittel- bzw. osteuropäischen intakten Naturräume vordringt, aber auch hier Grenzen und Möglichkeiten der kanutouristischen Entwicklung bestehen. Diese Aufgabenstellung erweist sich insofern als schwierig, da im Untersuchungsgebiet hohe Naturschutzinteressen mit sozioökonomischen Interessen kollidieren.

Endzweck soll nicht sein, ein Konzept zur Gestaltung des sanften Tourismus für den Masurischen Landschaftsschutzpark zu erstellen, da fremdarbeitende Konzeptionen verstärkt auf Akzeptanz- und Umsetzungsprobleme stoßen. Die Untersuchung beschränkt sich auf eine Potenzial- und Konfliktanalyse von Kanutourismus und Landschaft unter besonderer Berücksichtigung des Naturschutzes. Die Ergebnisse und daraus abgeleiteten Empfehlungen sollen im Hinblick auf die naturverträgliche Entwicklung und Ausübung des Kanusports und den Erhalt der Landschaft in zukünftige Naturschutzaufgaben des MPK und Tourismusplanungen einfließen.

Gang der Untersuchung:

Die Kapitel 2 und 3 schaffen die wesentlichen theoretischen Grundlagen. Es werden die Entwicklungen und Tendenzen im Natursport und das daraus resultierende Konfliktfeld zwischen den landschaftsgebundenen Erholungsaktivitäten und der Natur und Landschaft vorgestellt. Darauf erfolgt durch die genaue Betrachtung des Kanusports, im speziellen des Kanuwanderns, eine Annäherung an die spezifische Charakterisierung des Konflikts Naturschutz - Kanutourismus aus der Sicht der Vertreter beider Interessen, und die potenziellen Auswirkungen für Natur und Umwelt werden herausgearbeitet. Anschließend werden erfolgreiche Lösungsmodelle aus der Praxis vorgestellt. Deutschland wird dabei, aufgrund seiner europäischen „Vorreiterrolle“ hinsichtlich der Konfliktbewältigung im Natursport, explizit im Kanusport, als Maßstab für eine Relation genutzt.

Überleitend zum Betrachtungsraum gibt das Kapitel 4 einen Überblick zu den Rahmenbedingungen für den Natur- und Landschaftsschutz in Polen. Die Bearbeitung der genannten Aufgabenstellung erfolgt ab dem Kapitel 5 der Arbeit und begibt sich damit in die Ebene des betroffenen Naturraumes. Das als Betrachtungsraum bezeichnete Gebiet unterliegt einer intensiven Analyse, um sowohl die Einzigartigkeit bzw. Schutzwürdigkeit dieser masurischen Landschaft als auch deren Erholungspotenzial herauszustellen.

Das Kapitel 6 befasst sich mit dem Kanusport auf der Krutynia. Im Hinblick auf die Betrachtung des Spannungsfeldes und der daraus abzuleitenden Handlungsempfehlungen erweist es sich neben den naturräumlichen und sozioökonomischen Grundlagen als notwendig, möglichst genaue Angaben über die Zielgruppe „Paddler“ zu ermitteln. Diese wurden auf der Basis von Befragungen erarbeitet. Die Einzelfallbetrachtung kristallisiert ein für den Kanutourismus und Naturschutz an der Krutynia spezifisches Spannungsfeld heraus, dabei finden neben den ökologischen Auswirkungen auch sozioökonomische Aspekte Berücksichtigung.

Abschließend werden die aus dem Spannungsfeld abzuleitenden Handlungsempfehlungen („Maßnahmenbündel“) aufgezeigt, die speziell bei der Realisierung von Besucherlenkungsmaßnahmen im Kanutourismus an der Krutynia eingesetzt werden können. Darüber hinaus werden regional übergreifende Vorschläge dargelegt, die essentiell zur Konfliktverringerung Natursport – Naturschutz im Masurischen Landschaftsschutzpark beitragen können. Die Zusammenfassung enthält neben der deutschen Ausgabe eine zweite polnische Version, die zusätzliche Informationen enthält, um den Interessenvertretern vor Ort einen ausführlichen Kenntnisstand darzulegen, und eine eventuelle praktische Umsetzung zu ermöglichen.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis 4
Tabellenverzeichnis 6
Kartenverzeichnis 6
Abkürzungsverzeichnis 7
1. Einleitung 9
1.1 Ausgangssituation und Zielsetzung 10
1.2 Aufbau der Arbeit und Vorgehensweise 11
2. Das Konfliktfeld Natursport und Landschaft 14
2.1 Entwicklungen und Tendenzen im Natursport 15
2.2 Die Hauptkonflikte 24
2.3 Naturschutzstrategien und Lösungsansätze 31
3. Der Kanusport – eine naturverträgliche Sportart ? 36
3.1 Geschichte des Kanusports 36
3.2 Aktuelle Situation des Kanusports 37
3.3 Aufbau des Kanusports 39
3.4 Kanuwandern - Motivation, Handlungs- und Erlebnismöglichkeiten 40
3.5 Der allgemeine Konflikt Naturschutz – Kanuwandern 42
3.5.1 Fließgewässer – Hauptaktionsraum des Kanusports 43
3.5.2 Kriterien für die Schutzwürdigkeit von Gewässerflächen 45
3.5.3 Das Konfliktpotenzial aus Sicht von Naturschutz und Kanusport 46
3.5.4 Die ökologischen Belastungen durch Kanuwandern 50
3.5.5 Faktoren für das Ausmaß der ökologischen Belastung 53
3.6 Lösungsansätze und Lösungsmodelle 56
3.6.1 Das Wasserwanderleitsystem Feldberg – Lychen - Fürstenberg 56
3.6.2 Befahrungsregelungen Rheinsberger Rhin 58
3.6.3 Nutzungs- und Schutzkonzept für den Wasserwanderweg Obere Havel 60
3.6.4 Lenkungsmaßnahmen 62
4. Rahmenbedingungen für Natur- und Landschaftsschutz in Polen 64
4.1 Nationale Rechtsgrundlagen 64
4.2 Umsetzung der Ziele des Naturschutzes – Flächenschutz in Polen 68
4.3 Forstpolitik als Naturschutzpolitik 71
4.4 Schutzkategorien nach europäischem Recht 71
4.5 Erholung in Schutzgebieten 72
4.6 Schutz von Natur und Landschaft in der räumlichen Planung 74
4.7 Das Projekt „Grüne Lunge Polen“ 76
5. Der Betrachtungsraum 78
5.1 Die Krutynia im Masurischen Landschaftsschutzpark 78
5.2 Ökologische Grundlagen 81
5.2.1 Naturraum, Geomorphologie und Boden 81
5.2.2 Hydrologie 82
5.2.3 Klima 84
5.2.4 Flora 84
5.2.5 Fauna 86
5.3 Schutzstatus der Krutynia 88
5.4 Die Entstehung der Kulturlandschaft am Fluss 90
5.4.1 Siedlungsgeschichte 90
5.4.2 Landschaftsbild 91
5.5 Wirtschaftliche Bedeutung und soziale Situation 94
5.5.1 Landnutzung 94
5.4.2 sozioökonomische Situation 96
5.6 Die Krutynia Region als Erholungsgebiet 96
6. Kanuwandern auf der Krutynia 99
6.1 Vom Faltbootwandern zum Massentourismus 99
6.2 Infrastruktur 100
6.3 Nutzungsdruck 101
6.4 Zeitpunkt und Zeitraum des Kanuwanderns 102
6.5 Profil der Kanutouristen 103
6.5.1 Allgemeine Charakteristik und räumliche Erreichbarkeit 104
6.5.2 Befahrung der Krutynia 107
6.5.3 Motive 108
6.5.4 Kenntnisse 109
6.5.5 Erwartungen und Einstellungen 111
6.5.6 Zusammenfassung 113
7. Das Spannungsfeld zwischen Kanuwandern und masurischer Landschaft 114
7.1 Belastungen durch Rahmenaktivitäten 114
7.1.1 Belastungen durch An- und Abfahrt 115
7.1.2 Belastungen durch Ein- und Aussetzen, Lagern 116
7.2 Belastungen durch Befahrung der Strecke 120
7.2.1 Belastungen für die Vegetation 121
7.2.2 Belastungen für die Fauna 122
7.3 Belastungen durch infrastrukturelle Eingriffe 130
7.3.1 Landschaftsverbrauch 130
7.3.2 Beeinträchtigungen im Landschaftsbild 132
7.3.3 Wasserverschmutzung 133
7.4 Das Verhalten der Kanuwanderer 134
7.5 Soziale Konflikte 136
7.6 Defizite im Bereich der Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit 137
7.6.1 Ansätze zur Besucherlenkung 137
7.6.2 Finanzielle Defizite 138
7.6.3 Personelle Ressourcen 139
7.7 Konflikte zwischen dem MPK und den kanutouristischen Anbietern 140
7.8 Zusammenfassung 141
8. Handlungsempfehlungen 143
8.1 Überörtliche Handlungsempfehlungen 144
8.1.1 Tourismuskonzept 144
8.1.2 Kommunales Leitsystem für den MPK 145
8.1.3 Schutzgebietsausweisung 145
8.1.4 Wasserwanderleitsystem Krutynia 146
8.2 Ortsbezogene Handlungsempfehlungen 147
8.2.1 Räumliche und zeitliche Einschränkungen 147
8.2.2 Infrastrukturelle Handlungsempfehlungen 149
8.3 Handlungsempfehlungen zur Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit 153
8.3.1 Informationszentrum 153
8.3.2 Informationsleitsystem 154
8.4 Handlungsempfehlungen zur Verbesserung der Kooperation und Kommunikation 156
8.5 Handlungsempfehlungen zur Landschaftspflege 157
8.6 Übersicht der Handlungsempfehlungen 159
8.7 Möglichkeiten der Finanzierung 162
9. Zusammenfassung und Ausblick 164
10. Streszczenie pracy dyplomowej (Zusammenfassung der Diplomarbeit auf polnisch) 167
11. Quellenverzeichnis 181
11.1 Literatur 181
11.2 Internetquellen 189
11.3 Schriftliche Quellen 189
11.4 Mündliche Quellen 190
11.5 Gesetzesgrundlagen 190
11.6 Kartengrundlagen 191
11.7 Bildquellen 191
Anhang 192

Automatisiert erstellter Textauszug:

Auf den Schutzzweck des Landschaftsschutzparks wurde bereits in Kap. 5.1 eingegangen. An dieser Stelle werden die Naturschutzgebiete an der Krutynia in einer Kurzcharakteristik vorgestellt. Dazu gehören im Quellbereich das Naturschutzgebiet „Krutynia“ und im Unterlauf die beiden Naturschutzgebiete „Krutynia Dolna“ und „Pierwos“ (s. Kap. 4.2). NSG „Krutynia“ (Landschaftsreservat; 273,12 ha) Das Naturschutzgebiet umfasst den 55 ha großen und 3,2 m tiefen Krutyńskie- See, den flachen Oberlauf der Krutynia und Fragmente des umgebenden natürlichen Erlenauenwaldes und des subkontinentalen Eichen-Hainbuchenwaldes. Die Steine im Flussbett sind mit Rotalgen (Hildebrandtia rivularis) und seltenen Süßwasserschwämmen (Euspongilla lacustris) bewachsen. Es siedeln im Gebiet Arten, die nach der FFH-RL und VS-RL zu schützen sind, z.B. Fischotter (Lutra lutra), Fischadler (Pandion haliaetus), Seeadler (Haliaeetus albicilla) und Eisvogel (Alcedo atthis) (MPK 2001, S. 16). NSG „Krutynia Dolna“ (Landschaftsresrevat; 969.33 ha) Das NSG wurde zum Schutz des Unterlaufs der Krutynia und des Gardyńskie-, Malinókowo-, Dłużec- und Smolak-Sees und der angrenzenden Auenwälder, Moore und Feuchtwiesen ausgewiesen. Das Gebiet besitzt die reichhaltigste Flora und Fauna im MPK. Beweis dafür ist das Vorkommen von zehn Orchideenarten, darunter die Spezies Großes Zweiblatt (Listera ovata), Glanzorchis (Liparis loeselii), Breitblättriges Knabenkraut (Dactylorhiza majalis) und Frauenschuh (Cypripedium calceolus). Fleischfressende Pflanzen wie Gewöhnlicher Wasserschlauch (Utricularia vulgaris) und Mittlerer Wasserschlauch (Utricularia intermedia), sowie der Rundblättrige Sonnentau (Drosera rotundifolia) finden hier geeignete Wachstumsbedingungen. Zu den vorkommenden gefährdeten Tierarten gehören z.B. Seeadler (Haliaeetus albicilla), Schreiadler (Aquila pomarina), Fischadler (Pandion haliaetus), Schwarzstorch (Ciconia nigra), Kranich (Grus grus), Wachtelkönig (Crex crex), Seggenrohrsänger (Acrocephalus paludicola) und Eisvogel (Alcedo atthis). Außerdem ist der Fischotter (Lutra lutra), der Biber (Castor fiber) und tiefer in den Wälder der Elch (Alces alces) beheimatet (MPK 2001, S. 19). [...]

Die zu weiten Teilen intakten Lebensräume des MPK lassen die Fauna, unter ihnen eine Vielzahl gefährdeter Arten, zu den artenreichsten in Polen gehören (MPK 2001, S. 12). An der Erforschung der Tierwelt im Gebiet wird gearbeitet. Die Kenntnisse sind noch lückenhaft. Am vollständigsten ist die Vogelwelt untersucht. Bekannt ist das Vorkommen von 204 Vogelarten im Landschaftsschutzpark, von denen 35 auf der Roten Liste Polens stehen (PTOP o.J.). In diesem Zusammenhang spielt insbesondere die naturnahe Krutynia Region mit ihren unzerschnittenen Auenwäldern, Feuchtgebieten, ausgedehnten Gewässerflächen mit breiten Röhrichtzonen sowie den Sand- und Kiesbänken im Flussoberlauf eine gewichtige Rolle. Diese beruht auf der hohen Lebensraumqualität für vom Aussterben bedrohte Arten (s. Kap. 3.5.2). [...]

Der hohe Grad an Natürlichkeit der Nadel- und Mischwälder, der sich durch eine reichhaltige Florenzusammensetzung auszeichnet, trägt zur Charakterisierung des Landschaftsbildes bei (AKADEMIA ROLNICZO - TECHNICZNA W OLSZTYNIE 1997, S. 35). Ebenfalls aufzuführen sind die zahlreichen kleinflächigen Feuchtwiesen, wie beispielsweise die extensiv genutzte „Krutynia“ im NSG „Krutynia Dolna“. Zu den hier wachsenden Arten zählen das Steifblättrige Knabenkraut (Dactylorhiza incarnata), die Sibirische Schwertlilie (Iris sibirica) und die Trollblume (Trollius europaeus) (s. Kap. 5.3; MPK 2001, S. 20). Entsprechend der Standortvielfalt des Flusslaufes liegt ein breites Spektrum an Moorund Wasserpflanzen vor. Mittel- und Unterlauf sind, im Gegensatz zum Oberlauf, durch das Vorkommen ausgedehnter Niedermoore geprägt. Es besteht eine für Fließgewässer typische Querzonierung der Pflanzengesellschaften. In der Tabelle 8 wird die Ufervegetation der Krutynia außerhalb der Ortschaft Krutyń und im Bereich des NSG „Pierwos“ vorgestellt. Das Aufzeigen der Wasserpflanzen erfolgt am Beispiel des Unterlaufs der Krutynia in der Nähe von Nowy Most. [...]

Arbeit zitieren:
Schenk, Mandy Februar 2005: Das Spannungsfeld zwischen Natursport und Landschaft, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Kanuwandern, Masuren, Konflikt, Naturschutz, Umwelt

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