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Soziodemographische Strukturen in der Greifswalder Großwohnsiedlung Schönwalde II

Soziodemographische Strukturen in der Greifswalder Großwohnsiedlung Schönwalde II
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Christoph Schützler
  • Abgabedatum: August 2001
  • Umfang: 216 Seiten
  • Dateigröße: 2,0 MB
  • Note: 1,6
  • Institution / Hochschule: Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5436-4
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5436-4 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5436-4 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Schützler, Christoph August 2001: Soziodemographische Strukturen in der Greifswalder Großwohnsiedlung Schönwalde II, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Sozialstruktur, Großwohnsiedlung, Stadtentwicklung, Segregation

Diplomarbeit von Christoph Schützler

Einleitung:

Die „Plattenbausiedlungen“ der DDR sind seit 1990 neben einem Imageverfall dieser ehemals bevorzugten Wohnquartiere einem gravierenden sozialen Strukturwandel unterworfen, der zu ersten sozialen Segregationsprozessen und der Zunahme sozialer Konflikte führte. Am Beispiel der Greifswalder Großwohnsiedlung Schönwalde II mit knapp 10.000 Einwohnern werden diese Prozesse, deren Hauptursachen in den selektiv verlaufenden Wanderungsbewegungen begründet sind, und ihre Auswirkungen auf die Stadtteilentwicklung eingehend untersucht.

Die Datenbasis der Arbeit bildet eine umfangreiche, quantitative Haushaltsbefragung, die in ca. 8% der Haushalte durchgeführt wurde. Um die soziodemographischen Strukturen und die aktuelle Situation im Stadtteil genau analysieren zu können, wurden deren Ergebnisse durch qualitative Interviews mit kommunalen Entscheidungsträgern und Gebietsexperten, durch eine weitestmögliche Auswertung vorliegender, statistischer Daten sowie durch eine Kartierung des Wohngebietes ergänzt.

Schönwalde II ist von außen betrachtet eine typische DDR-Großwohnsiedlung mit relativ homogenen Bebauungs- und Wohnungsstrukturen. Dem Wohnraumangebot folgend dominieren Single- und Paarhaushalte, während der Anteil an Familienhaushalten weit unter dem in den meisten Plattenbaugebieten der Neuen Bundesländer liegt.

Bisher überwiegen im Wohnquartier noch die mittleren Einkommensgruppen und auch die zuziehende Bevölkerung weist heterogene soziostrukturelle Merkmale auf, es sind aber inzwischen Tendenzen einer sozialen Entmischung nach unten festzustellen, die sich in prägnanten, sozialen Differenzen zu den Altbauquartieren und Randgebieten Greifswalds, problematischen Merkmalen der sozialen und demographischen Entwicklung und zunehmenden sozialen Konflikten manifestieren.

Gegenüber den Vorjahren schwächen sich die gravierenden Wanderungsverluste allmählich ab, aber auch künftig ist von einer negativen Bevölkerungsentwicklung auszugehen, da die Migrationsbereitschaft unter den Bewohnern nach wie vor als hoch einzustufen ist. Die räumlichen Bevölkerungsbewegungen verursachen neben dem drastischen soziodemographischen Wandel einen sich kontinuierlich erhöhenden Leerstand und eine unvermindert hohe Fluktuation. Die Stadt-Umland-Wanderung ist nicht mehr vorrangig für die Einwohnerverluste verantwortlich; innerstädtische und überrregionale Zielgebiete haben nach den Arbeitsergebnissen eine ebenso hohe Bedeutung.

Für Haushalte in der Gründungsphase, Studierende und Bewohner mit Zweitwohnsitz hat der Stadtteil als temporärer Wohnstandort mit vglw. günstigen Mieten dagegen an Bedeutung gewonnen. Mit Ausnahme immobiler Bevölkerungsgruppen (alleinlebende Rentner, Kinder) ist zudem eine hohe Außenorientierung unter den Bewohnern festzustellen, die insbesondere in den Sommermonaten zum Tragen kommt und den Charakter Schönwaldes als Quartier mit fast ausschließlicher Wohnfunktion verstärkt.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung und Zielstellung der Arbeit 1
2. Allgemeiner Teil 4
2.1 Die Entwicklung des industriellen Wohnungsbaus und die Wohnungspolitik in der DDR 4
2.1.1 Wohnungsvergabepolitik 7
2.1.2 Bevölkerungsstrukturen in den Plattenbausiedlungen 8
2.2 Großsiedlungen und sozialer Wohnungsbau in der Bundesrepublik 9
2.3 Sozialgeographische Entwicklungsprozesse in den Stadtquartieren der Neuen Bundesländer nach 1989 11
2.3.1 Die städtischen Strukturen im Umbruch 11
2.3.1.1 Gründerzeitliche Viertel - Der Prozeß der Aufwertung 14
2.3.1.2 Suburbanisierungsprozesse 16
2.3.2 Der Wertewandel im Zuge des Transformationsprozesses 17
2.3.3 Kennzeichen der natürlichen und räumlichen Bevölkerungsbewegung in den Städten Ostdeutschlands 19
2.3.4 Die Großwohnsiedlungen im Wandel 21
2.3.4.1 Förderprogramme zur Weiterentwicklung der Großsiedlungen 24
3. Städtische Strukturen Greifswalds 26
3.1 Demographische Charakteristika 26
3.2 Gliederung Greifswalds nach Stadtteilen 30
3.2.1 Die Greifswalder Großwohnsiedlungen 32
3.3 Einordnung der Großwohnsiedlung Schönwalde II 35
3.3.1 Bau und Planung von Schönwalde II 35
3.3.2 Eingrenzung des Untersuchungsraumes und Beschreibung der Ausgangssituation in Schönwalde II 36
3.3.2.1 Der Sanierungsstand 38
3.3.2.2 Die infrastrukturelle Ausstattung des Wohngebietes 40
4. Methodik und Datenerhebung 42
4.1 Hypothesenbildung 42
4.2 Die Haushaltsbefragung in Schönwalde II 43
4.2.1 Erstellung und Konstruktion des Fragebogens 43
4.2.2 Die Auswahl der Stichprobe 45
4.2.3 Pre-Testund Interviewerschulung 47
4.2.4 Der Ablauf der Befragung 48
4.2.5 Überprüfung der Repräsentativität und Validität 49
4.3 Qualitative Interviews 55
5. Analytischer Teil 56
5.1 Wohnungs- und Quartiersstrukturen 57
5.1.1 Leerstehender Wohnraum 59
5.1.2 Das Mietpreisniveau 61
5.1.3 Quartiersbildung 62
5.2 Demographische Merkmale und Strukturen 66
5.2.1 Die Bevölkerungsentwicklung im städtischen Vergleich 66
5.2.2 Gesamtstädtische Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung 70
5.2.3 Kennzeichen der Altersstrukturentwicklung 71
5.2.3.1 Räumliche Merkmale 76
5.2.4 Die räumliche Bevölkerungsbewegung 78
5.2.5 Die ausländische Wohnbevölkerung in Schönwalde II 82
5.3 Die Haushalte und ihre soziostrukturellen Merkmale 84
5.3.1 Haushaltsgrößen 84
5.3.2 Haushaltsformen 86
5.3.3 Die Haushalte nach ihren sozioökonomischen Merkmalen 92
5.3.3.1 Merkmale der beruflichen Qualifikation 95
5.3.3.2 Erwerbstätigkeit 97
5.3.3.3 Einkommenssituation 100
5.3.3.4 Mietbelastung 105
5.3.3.5 Bewertung der Einkommenssituation durch die Befragten 107
5.4 Die soziale Situation in Schönwalde II 108
5.4.1 Merkmale der Wohnsituation 108
5.4.2 Wohndauer und Herkunft 111
5.4.3 Die Umzugsbereitschaft und ihre Folgen 115
5.4.4 Indikatoren des soziostrukturellen Wandels 120
5.4.4.1 Arbeitslosigkeit und Transfereinkommen 120
5.4.4.2 Tendenzen der sozialen Entmischung - eine zusammenfassende Problembetrachtung 125
5.4.5 Aspekte des sozialen Klimas in der Großwohnsiedlung 130
5.4.5.1 Soziale Beziehungen im Viertel 130
5.4.5.2 Die Freizeitgestaltung der Bewohner 132
5.4.5.3 Die Beurteilung der Situation im Wohngebiet durch die Bewohner 134
5.4.5.4 Kriminalität und Rechtsextremismus 139
5.4.6 Das Außenimage 143
6. Risiken und Chancen der Stadtteilentwicklung 145
6.1 Defizite und vorhandene Entwicklungspotentiale 145
6.2 Zukunftsszenarien und Handlungsempfehlungen 147
6.2.1 Szenario 1:Anhaltende Abwertung 148
6.2.2 Szenario 2: Der Prozeß der sozialen Aufwertung - Empfehlungen zur Weiterentwicklung des Wohngebietes 149
6.2.2.1 Bauliche Maßnahmen 150
6.2.2.2 Die soziale Verantwortung der Wohnungspolitik 155
6.2.2.3 Ausbau dersozialen und kulturellen Infrastruktur 156
6.2.2.4 Handlungsfelder in sozialen und pädagogischen Bereichen 158
6.2.2.5 Maßnahmen mit Außenwirkung 161
7. Schlußbetrachtung 162
8. Literatur- und Quellenverzeichnis 165
9. Anlagen 175

Automatisiert erstellter Textauszug:

Quartier 3 Der Bereich der Studentenwohnheime in der Makarenkostraße umfaßt vier Wohngebäude und einen Flachbau, in dem sich der Studentenclub „Kiste“ und ein Gebetsraum der muslimischen Gemeinde befindet. Im Wohnheim des Studentenwerkes befinden sich ca. 180 Wohneinheiten, die nach Aussage eines Vertreters des Studentenwerkes vollständig und zu ca. 70% mit Studierenden ausländischer Herkunft belegt sind. Auf jeder Etage ist ein abgeschlossener Wohnbereich mit 8-9 Einzelzimmern, einer Gemeinschaftsküche und -bad vorhanden. Getrennt von diesem befinden sich in einem Aufgang je Etage zwei 2-Raum-Wohnungen. Während die Fassade noch nicht erneuert wurden ist, sind die Innenbereiche modernisiert wurden. Die drei übrigen Wohnheime mit ca. 514 WE waren im Besitz des KolpingBildungswerks Sachsen e.V. und sind vollständig saniert. Hier fiel bei der Kartierung des Wohngebietes der hohe, sichtbare Leerstand auf. Nach Aussage eines Vertreters waren im April 2000 ca. 70% der Wohnungen belegt, die Einzelzimmer in 5 bis 9er Wohngruppen mit Gemeinschaftsküche und -bad, 2-Raum-Wohnungen und Appartements mit ein bzw. zwei Räumen umfassen. Sämtliche Zimmer sind mit einem Telefon, einem ISDN- und TV-Anschluß ausgestattet und zum Teil möbliert. Das Mietpreisniveau ist dementsprechend hoch, bspw. werden für eine 19 bis 21 m² große WE in einer 2er Wohngemeinschaft 385 bis 403 DM Pauschalmiete verlangt102, was Quadratmeterpreisen von 19 bis 20 DM entsprechen würde. Im März 2001 ging das KolpingBildungswerk in Konkurs. Die drei Studentenwohnheime wurden durch die ILG GmbH & Co. KG mit Sitz in Koblenz aufgekauft. Quartier 4 Der Puschkinring ist als ein relativ homogenes, damit eindeutig abgrenzbares Wohngebiet einzuordnen und umfaßt sechs parallel angeordnete sowie zwei dazu querstehende Wohnblöcke in abgewandelter Blockbauweise mit Flachdach, die sämtlich zur Wohnungsgenossenschaft gehören. Insbesondere die äußeren Blocks besitzen durch die direkte Nähe zum Stadtpark eine relativ attraktive Lage. In den beiden nördlichsten befinden sich auch die bisher einzigen privatisierten Wohnungen des Unternehmens in Schönwalde II. Zum Zeitpunkt der Befragung fand in mehreren Blöcken eine Sanierung der Fassaden, die mit maritimen Mustern versehen wurden, und der Treppenaufgänge statt. In dem Wohnquartier beschränken sich die Wohnungsgrößen ausschließlich auf [...]

Quartier 2 Direkt an der Hauptverkehrsachse Makarenkostraße liegt der unsanierte Block der Medizinischen Fakultät, dessen Hinterhof sich zum Zeitpunkt der Erhebung durch Verunreinigungen, unterbliebene Gestaltung und Pflege als tristes Ödland darstellte. In dem Gebäude befinden sich 233 Wohneinheiten (siehe Abbildung 5-1 zur Raumstruktur), die vorrangig von Studenten und Angestellten der Universität bewohnt werden. Im April 2000 standen in diesem Block nach der Mieterdatenbank 39 Wohnungen (16,7%) leer. Die durchschnittliche Größe der belegten Wohnungen beträgt 34,17 m². An dieses Gebäude schließen sich bis zu den Studentenwohnheimen vier un- bzw. teilsanierte Wohnhäuser der WVG mit 283 Wohnungen an. Der dortige Wohninnenhof wurde durch den Bau eines Anwohnerparkplatzes zur Hälfte versiegelt. Bei dem von der Straße zurückgesetzten Wohngebäude befindet sich eine kleinere Gartenanlage. [...]

5.1.3 Quartiersbildung Nach der allgemeinen Betrachtung werden an dieser Stelle kurz die wesentlichen Unterschiede innerhalb des Wohngebietes anhand einer Quartiersbildung beschrieben, die in der Arbeit für räumlich bezogene Aussagen Verwendung findet. Auf eine kleinräumigere Differenzierung des Untersuchungsgebiets wird aufgrund der erreichten Befragungsquote während der statistischen Auswertung verzichtet. Die Straßenbezeichnungen und Lagebeschreibungen sind über die Abbildung 5-2 und der Übersichtskarte im Anhang III nachzuvollziehen. Quartier 1 Zwischen der Makarenkostraße und der Anklamer Straße befinden sich vorrangig sanierte Wohngebäude der WGG. Für Schönwalde II prägend ist die lange, bis zum „Schönwaldecenter“ reichende Bebauungszeile, die nur zweimal durch Anwohnerstrassen unterbrochen wird, so daß das Wohngebiet nach außen verhältnismäßig abgeschlossen erscheint. Die dortigen Gebäude sind durch einen künstlich aufgeschütteten, begrünten Wall vor dem Verkehrslärm der B 109 relativ geschützt. Lediglich ein Hof wird in diesem Quartier von drei weitestgehend unsanierten Wohngebäuden der WVG gebildet; an zwei Häusern sind für 2001 Sanierungsmaßnahmen [...]

Arbeit zitieren:
Schützler, Christoph August 2001: Soziodemographische Strukturen in der Greifswalder Großwohnsiedlung Schönwalde II, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Sozialstruktur, Großwohnsiedlung, Stadtentwicklung, Segregation

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