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Sozialwissenschaftliche Analyse des Publikums des MSV Duisburg in der 1. Fußball-Bundesliga

Sozialwissenschaftliche Analyse des Publikums des MSV Duisburg in der 1. Fußball-Bundesliga
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Rüdiger Gast
  • Abgabedatum: August 2000
  • Umfang: 205 Seiten
  • Dateigröße: 10,9 MB
  • Note: 2,3
  • Institution / Hochschule: Deutsche Sporthochschule Köln Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8144-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8144-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8144-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Gast, Rüdiger August 2000: Sozialwissenschaftliche Analyse des Publikums des MSV Duisburg in der 1. Fußball-Bundesliga, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Zuschauer, Historie, Fußballfan, Forschen

Diplomarbeit von Rüdiger Gast

Einleitung:

Fast jeder Sportstudent mit Fußballinteresse besuchte schon einmal eine sportliche Großveranstaltung. Wie ordnete er sich ein in die anynome Masse? Als passiver Betrachter, richtiger Fan oder nur als sportlich Interessierter? Vielleicht hat sich mancher dabei gefragt, wer da eigentlich neben ihm steht oder sitzt? Was sind dessen Motive? Der Autor selber befand sich ebenfalls in der Masse, der Masse der Fußballzuschauer. Als Teenager stehend im Fanblock des Westfalenstadions in Dortmund und in den letzten Jahren beruflich als Medienvertreter für einen Fernsehsender. Auf einer Romreise im Jahre 1997 mit der Besichtigung des Kolosseum wurde ihm die Historie von Massenereignissen noch einmal deutlich. Das Interesse am Fußballzuschauer war geweckt. Er wollte mehr über ihn erfahren. Durch einen Freund, der das „Projekt Gladbach“ realisierte, erfuhr er von der Forschungsreihe des soziologischen Institutes an der Deutschen Sporthochschule, welches von Dr. Hans Stollenwerk geleitet wird. Der Kontakt zu Dr. Stollenwerk und zum Thema war hergestellt.

Die Spiele der abgelaufenen Bundesligasaison 1999/2000 verfolgten im Schnitt 31.696 Besucher (vgl. WELT AM SONNTAG, Nr. 21 vom 21.Mai 2000). Mit 9.573 Millionen Zuschauern wurde allerdings der letztjährige Bundesligarekord um 126.000 Menschen verfehlt. Hier muss jedoch die geringe Stadionkapazität der Vereine aus Ulm und Unterhaching berücksichtigt werden. Es kann trotzdem konstatiert werden: Die Bundesliga boomt weiterhin. Doch Kritiker sehen die Zuschauerkurve bereits am Kulminationspunkt angelangt. Selbst die Zuschauermagneten FC Bayern München und Hertha BSC Berlin registrieren in der Liga leichte Zuschauerrückgänge. Die anonyme Bewegung ist anscheinend groß. OPASCHOWSKI charakterisiert für ein gelungenes Wochenende drei Momente. „Es findet bevorzugt außer Haus (outdoor) statt, ist sozial-kommunikativ orientiert und ist aktiv“ ( 1997).

Trotzdem scheint freie Zeit für viele deutsche Bürger keine besonders glückliche Zeit zu sein. Im November 1954 stellte das Allensbach-Institut die Frage: „Wenn jemand über Sie sagen würde: Dieser Mensch ist sehr glücklich - hätte er damit recht?“ 28 Prozent antworten mit ja. Das „Wirtschaftswunder“ ließ den Lebensstandard ansteigen. 1998 stellte Elisabeth Noelle-Neumann und ihr Allensbach-Institut die Glücksfrage erneut. Nur 29% der Menschen antworteten diesmal mit ja. Kaum mehr als damals (vgl. GERBERT, 1999). Daraus lässt sich ableiten, dass Wohlstand nicht unbedingt glücklich machen muss, höchstens dazu beitragen kann. Diese These stützt Psychologieprofessor und Glücksforscher CSIKSZENTMIAHALYI , indem er anmerkt: „Es gibt einen gewissen Zusammenhang zwischen materiellem Wohlergehen und Glück. Doch ab einem gewissen Wohlstand bringt mehr Besitz nicht mehr Glück“ (GERBERT, 1999). Bei einer Glücksumfrage in 54 Ländern der Erde landete Deutschland nur auf Position 33, knapp hinter Bangladesch. (Quelle: Ronald Ingelhart, World Values Survey, 1995).

Die Freizeitgestaltung scheint für viele Menschen eher ein Problem darzustellen. Oder warum ist es für viele Leute so schwierig, trotz großer Freizeitangebote ihren individuellen Glückspegel anzuheben? Vielleicht ist dies ein Erklärungsansatz für die Beliebtheit des Stadionbesuchs. Das durchorganisierte Leben der Menschen in den Industrienationen bietet öffentlich wenig Überraschendes. Wird in den Sportarenen vielleicht die Sehnsucht nach dem unkalkuliertem Ausgang eines Ereignisses befriedigt?

„In keinem anderen Lebensbereich spiegelt sich der Wertewandel der Gesellschaft so deutlich wie im arbeitsfreien Teil des Lebens. Die lebenshungrigen Bundesbürger machen sich nicht mehrfrei von Arbeit, sondern frei, für Lebensfreude „ (1992).

Dieser Wertewandel ist jedoch auch Veränderungen unterworfen. OPASCHOWSKI stellte fest, dass 1981 zunächst Wertekomplexe wie:

- Hedonismus.

- Selbstentfaltung- - Sozialkontakte.

höher eingestuft wurden als:

- Leistung.

- Geld.

- Eigentum.

Ende der 80er Jahre setzte sich die Erkenntnis durch, dass Lebensgenuss ohne ökonomische Basis immer weniger wert sei, d.h. für eine hedonistische Verwirklichung des Lebens sind Leistung und Geldverdienen unentbehrlich (vgl. OPASCHOWSKI 1989).

AGRICOLA definiert Freizeit folgendermaßen: „Freizeit ist nicht nur Kulturgut, sie nutzt auch Kulturgüter, kulturelle Möglichkeiten und ist zugleich mit der Alltagskultur wie der veranstalteten Kultur eng verbunden. Sie ist nicht Gegenpol des Alltags, sondern Teil von ihm“ (1990).

Dabei war Freizeit historisch gesehen verpönt. „Daseinsgenuss wurde schließlich knapp ein Jahrhundert später im deutschen Pietismus (Spener, Francke, Zinzendorf) gar als verwerflich dargestellt. Mehr als der für die Gesundheit nötige Schlaf, Geselligkeit, Sport und Spiel, Genuss von Kultur-, Kunst- und Luxusgütern galt als nutz- und wertlose Zeitvergeudung und als die prinzipiell schwerste aller Sünden“ (OPASCHOWSKI 1996).

Inhaltsverzeichnis:

Abkkürzungen II
Tabellen III
0. Vorwort I
1. Einleitung 1
TEIL A: THEORETISCHE GRUNDLAGEN
2. Freizeit
2.1 Die Wertigkeitkeit der Freizeit 3
3. Historie des Fußballs 6
3.1 Geschichte des Fußballs 8
3.2 Die Entwicklung in Deutschland 9
3.3 Quo vadis DFB 13
3.4 Die Geschichte der Fußballbundesliga 14
3.4.1 Die Entwicklung der Eintrittspreis 21
4. Fußball und Fernsehen
4.3 Die Fazination der bewegten Bilder 24
4.4 Die Entwicklung des Fernsehens 28
4.5 Die Gefahren großer Fernsehpräsenz für den Fußball 36
4.6 Alles neu - Die neuen Fernsehverträge 41
5. Duisburg
5.1 Die Stadtgeschichte 44
5.1.1 Geografische Lage 45
5.1.2 Bevölkerung 46
5.1.3 Wirtschaft 46
5.1.4 Freizeit 48
5.1.5 Kultur 49
5.1.6 Sport 50
5.2 Der MSV -- Vereinsgeschichte 51
5.2.1 Der MSpV nach dem zweiten Weltkrieg 54
5.2.2 Der MSpV in der Bundesliga 55
5.2.3 Die Talsohle in den 80er Jahren 55
5.2.4 Der MSV in den 90er Jahren 56
5.2.5 Der MSV 2000 58
5.2.6 Der MSV und der DFB-Pokal 61
5.2.7 Der MSV und der Europapokal 62
5.3 Die sportliche Heimat 62
5.3.1 Das heutige Wedaustadion 64
5.4 Die Trainer-Galerie 65
6. Das Publikum bei Sportveranstaltungen
6.1 Stand der Forschung 67
6.2 Motive von Sportzuschauern 73
6.3 Typisierung von Sportzuschauern 73
6.4 Die Fußballfans 75
TEIL B: EMPIRISCHER TEIL / ANALYSE DER PUBLIKA
7. Die empirische Untersuchung 78
7.1 Zielsetzung der Untersuchung 78
7.2 Untersuchungsmethode 79
7.3 Problematik der Untersuchung 79
7.4 Durchführung der Untersuchung 80
7.5 Datenaufbereitung 81
7.6 Angewandte stistische Verfahren 81
8. Darstellung und Interpretation der Ergebnisse
8.1 Fans, Anhänger, Sympathisanten oder Neutrale? 83
8.1.2 Bindung an den Verein 85
8.1.3 Demographische Struktur 96
8.2.1 Alter 96
8.2.2 Geschlecht 98
8.2.3 Bildung Ausbildung 101
8.2.3 Beruf 105
8.2. Fußballbundesliga als soziales Ereignis 108
8.3.1 Vom Wohnort zum Stadion 108
8.4. Funktion und Stellenwert des Besuches 120
8.5 Rahmenbedingungen im Wedaustadion 123
8.6. Interaktion: Publikum - Spieler - Schiedsrichter 130
8.6.1 Zuschauer - Spieler 130
8.6.2 Zuschauer - Schiedsrichter 134
8.7 Sportzuschauer und die Fairneß 137
8.7.1 Fairneß
8.7.2 Fußballfans und Fairneß - ein Mißverständnis? 141
8.7.3 Duisburger Zuschauer und die Fairneß 141
8.8 Ausländische Spieler
8.9 Sportaktivität des Fußballpublikums 147
8.9.1 Sport - passiv oder aktiv 147
8.9.2 Vereinzugehörigkeit 152
8.9.3 Vereinszugehörigkeit von Sportpublika 153
8.9.4 Ausgeübte Sportarten der Sportpublika 154
8.9.5 Ausgaben für Sportaktivität 158
9.1 Medienutzung und Medienbeurteilung 161
9.9.1 Fußballpublika und Medien 161
9.9.2 Nutzung und Beurteilung der Printmedien 169
9.9.3 Nutzung und Beurteilung der Hörfunksender 1.73
9.9.4 Nutzung und Beurteilung der Fernsehsender 173
10. Zusammenfassung 175

Arbeit zitieren:
Gast, Rüdiger August 2000: Sozialwissenschaftliche Analyse des Publikums des MSV Duisburg in der 1. Fußball-Bundesliga, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Zuschauer, Historie, Fußballfan, Forschen

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