Sozialpädagogische Beratung und Psychotherapie-Unterscheidungen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Stefanie Grunow, geb. Linder
- Abgabedatum: Januar 2004
- Umfang: 128 Seiten
- Dateigröße: 502,1 KB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Bayerische Hochschule Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8185-8
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8185-8 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8185-8 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Grunow, geb. Linder, Stefanie Januar 2004: Sozialpädagogische Beratung und Psychotherapie-Unterscheidungen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Sozialpädagogik, soziale Arbeit, Beratung, Psychologie, Therapie
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Diplomarbeit von Stefanie Grunow, geb. Linder
Zusammenfassung:
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage wo Unterschiede zwischen Beratung und Psychotherapie zu finden sind und inwiefern eine Unterscheidung überhaupt möglich und notwendig ist.
Beschreibung:
Was unterscheidet Beratung von psychotherapeutischen Interventionen? Wo sind die Grenzen? Gibt es denn eine definierbare Grenze zwischen Beratung und Therapie? Und muss man überhaupt eine genaue Unterscheidung treffen?
Diese Fragen sind mir während meiner Ausbildung mehrmals begegnet und ich habe bisher keine Antwort darauf gefunden.
Wo endet Beratung und beginnt Therapie? Ist es überhaupt richtig von einer Abfolge, also, Beratung endet und Therapie beginnt, zu sprechen? Welche Interventionen und Verfahren lassen sich wo zuordnen? In welchem Verhältnis stehen diese beiden großen „Werkzeuge des Helfens“ zu einander?
Die Diplomarbeit besteht aus zwei großen Teilen. Im ersten Teil geht es darum Beratung und Psychotherapie genauer zu beschreiben. In beiden Fällen werden Definitionen und Prinzipien erläutert.
Im Kapitel 1 unter 1.1. zu Beratung werden Beratungsansätze dargestellt und die wichtigsten Beratungskonzepte kurz beschrieben. Es geht dabei darum die Vielfalt der Beratung in der Sozialen Arbeit soweit es in diesem Rahmen möglich ist aufzuzeigen und auf Besonderheiten einzugehen, die später in der Diskussion zur Unterscheidung von Beratung und Therapie eine Grundlage bieten. Darüber hinaus wird die Beratung in Kapitel 1.2. als professionelle Hilfeform in der Sozialen Arbeit im Netzwerk von Beratung durch Ehrenamtliche und Alltagsberatung in einen Kontext eingebettet. Es geht dabei um Abgrenzung und Kooperation und um die kurze Darstellung von Alltags- und Ehrenamtlichenberatung. In der Beschreibung von Beratung aus verschiedenen Disziplinen wird ein besonderer Schwerpunkt auf die sozialpädagogische Auffassung von Beratung gelegt.
Im Kapitel 2 wird neben der Definition von Psychotherapie ein kleiner Ausschnitt des PsychThG (Psychotherapeutengesetzes) dargestellt und in Bezug zur hier thematisierten Fragestellung der Abgrenzung von Psychotherapie zur Bezug gesetzt. Weiter werden in Kapitel 2.4. Methoden und Modelle der Psychotherapie ausgewählt und kurz mit ihren Definitionen, Ansätzen und Schwerpunkten erläutert.
In 2.5. geht es um Indikationsfragen der Psychotherapie. Wann wird eine Problematik Gegenstand der Psychotherapie, wie wird diese Entscheidung getroffen und welche Rolle spielt die Frage der Therapieform in diesem Zusammenhang? Wo liegen Problematiken?
Im Kapitel 2.6. werden schulenübergreifende Wirksamkeitsfaktoren der Psychotherapie im Ansatz kurz erläutert.
In Teil II meiner Arbeit geht es um einen Diskurs zur Unterscheidung zwischen Beratung und Therapie. In Rückgriff auf die im ersten Teil erfassten Ausführungen werden 3 unterscheidbare Standpunkte in die Diskussion miteinbezogen. 3.1. „Beratung und Therapie lassen sich nicht unterscheiden“, 3.2. „Beratung und Therapie lassen sich nach einzelnen Aspekten und Merkmalen unterscheiden“ und 3.3. „Therapie ist ein Spezialfall von Beratung“. Diese Sichtweisen werden anhand verschiedener Autoren, die sich hierzu geäußert haben diskutiert. Im Kapitel 3.4. geht es letztendlich darum darzustellen warum eine Unterscheidung zwischen Beratung und Therapie notwendig ist, an welchen Punkten eine Verwischung der Grenzen zum tragen kommt, bzw. eine Abgrenzung zu tragen käme und welche Auswirkungen dies hat, bzw. hätte.
Im Kapitel 4 wird ein Modell dass auf einem Konzept von Sanders beruht, beispielhaft für eine Integration von Beratung und Psychotherapie dargestellt. In diesem Modell geht es darum zu zeigen, dass eine Auflösung der Begriffe Beratung und Therapie zu einer Hilfeform sozusagen als Gegendarstellung der in meiner Arbeit argumentativ vertretenen Auffassung einer Trennung von Beratung und Therapie, durchaus möglich und sinnvoll erscheinen kann. Die Möglichkeiten einer Umsetzung und Ausarbeitung einer solchen Auffassung werden im Anschluss kurz diskutiert.
Im Kapitel 5 geht es letztendlich abschließend um eine persönliche Stellungnahme und Einschätzung der Ergebnisse der Arbeit und einige abschließende und weiterführende Bemerkungen.
Inhaltsverzeichnis:
| Vorwort | 1 | |
| Einführung | 1 | |
| 1. | Fragestellung | 1 |
| 2. | Allgemeine Anmerkungen | 5 |
| 3. | Aufbau der Diplomarbeit | 5 |
| Teil I | Die Ausgangslage: Aspekte und Definitionen von Beratung und Psychotherapie | 8 |
| 1. | Beratung | 8 |
| 1.1 | Definitionen und Prinzipien | 8 |
| 1.1.1 | Beratung in der Sozialen Arbeit | 8 |
| 1.1.2 | Beratungsmethoden und Wirksamkeitsfaktoren von Beratung in der Sozialen Arbeit | 15 |
| 1.1.3 | Der Beratungsbegriff aus verschiedenen Disziplinen | 20 |
| 1.1.4 | Beratungsansätze | 31 |
| 1.2 | Abgrenzung der professionellen Beratung von Alltagsberatung und ehrenamtlicher Beratungsarbeit | 35 |
| 1.2.1 | Professionelle Beratung und Alltagsberatung | 35 |
| 1.2.2 | Professionelle Beratung und ehrenamtliche Beratung | 37 |
| 2. | Psychotherapie | 40 |
| 2.1 | Indikationsaspekte | 40 |
| 2.2 | Indikationsaspekte | 44 |
| 2.3 | Psychotherapeutische Methoden,Modelle und Verfahren | 46 |
| 2.4 | Wirkfaktoren | 59 |
| Teil II | Beratung und Psychotherapie – Unterscheidung | 62 |
| 1. | Einführung und Ausgangslage | 62 |
| 2. | Entwicklungslinien | 63 |
| 3. | Unterschiede zwischen Beratung und Therapie (?) – Ein Diskurs | 67 |
| 3.1 | “Beratung und Psychotherapie lassen sich nicht unterscheiden“ | 67 |
| 3.2 | “Beratung und Psychotherapie lassen sich anhand bestimmter Aspekte und Merkmale unterscheiden“ | 71 |
| 3.2.1 | Beratung oder Therapie? – Indikationsunterscheidungen | 73 |
| 3.2.2 | Die methodische Fundierung als Unterscheidungskriterium | 79 |
| 3.2.3 | Berufsständische Aspekte der Unterscheidung | 91 |
| 3.2.4 | Ergänzungen und Zusammenfassung | 98 |
| 3.3 | Zum Verhältnis von Beratung und Psychotherapie: „Psychotherapie ist ein Spezialfall von Beratung“ | 105 |
| 3.4 | Zur Notwendigkeit einer Unterscheidung zwischen Beratung und Psychotherapie? | 108 |
| 4. | Integration von Beratung und Psychotherapie am Beispiel eines übergreifenden Modells nach Sander | 114 |
| 5. | Schlussfolgerungen | 118 |
| Nachwort | 123 |
Krankheitsbegriffs verweist. Behandlung wird dabei der Therapie zugeordnet, im Gegensatz zur Beratung, die nach dem Krankheitsbegriff in der Psychotherapie Behandlung, in diesem Sinne also auch Therapie ausschließen muss. Seibert hält eine Unterscheidung für unbrauchbar, da auch in anderen, der psychosozialen Arbeit benachbarten Berufen, wie der Medizin keine Trennung zwischen Beratung und Behandlung vorgenommen werde. So seien beide fest verbundene Teile ärztlichen Handelns und höchstens in Teilbereichen der Medizin, z.B. der Chirurgie, unterscheidbar. „Außerhalb der psychischen Erkrankungen kennt die Medizin keinen Unterschied zwischen Beratung und Behandlung (= Therapie), der sich in der Honorarabstufung bemerkbar macht (außer z.B. in der Chirurgie). Seibert folgert: „Eine solche Unterscheidung ist auch im sozialen und [...]
Bevor es um einzelne Aspekte einer Unterscheidung von Beratung und Therapie gehen kann, möchte ich kurz die Aussagen einiger Autoren darstellen, die keinen Unterschied definieren möchten. Sie fließen später in die Diskussion einzelner Aspekte mit ein. Die Argumentationen finden auf verschiedenen Ebenen statt und beziehen sich auf unterschiedliche Aspekte. Dies ist mitunter abhängig vom jeweiligen Standpunkt und mit welchem Hintergrund die Autoren arbeiten. Eine grundsätzliche Gleichstellung nimmt Patterson vor, er, zitiert in Hornstein, sieht die allgemeinen Begriffsdefinitionen der Psychotherapie und Beratung als meist vertauschbar an. Die Definitionen der Beratung würden in den meisten Fällen als Definitionen von Psychotherapie akzeptiert werden und umgekehrt (Patterson, zit. in Hornstein 1977, S. 802). Dies begründet er damit, dass die Art der Beziehung zwischen Berater und Ratsuchenden bzw. Therapeut und Klient die gleiche sei und es würden die gleichen Techniken verwendet (Patterson, zit. in Hornstein 1977, S. 802). 67 [...]
Seit den 70er Jahren wurde Beratung in der Folge der StudentInnenbewegung weitgehend durch Gesellschaftskritik an kapitalistischen Produktionsbedingungen, bürgerlich- patriarchalen Familien- und Statusidealen beeinflusst (Seibert 1978 in Neue Praxis, Sonderheft).“ Damit war eine neue Orientierung der Beratung verbunden. „Je mehr in Soziologie, Pädagogik und Psychologie gesellschaftliche Ursachen individueller sozialer Problemlagen thematisiert wurden, desto mehr sah sich die sozialpädagogische Beratung vor der Aufgabe, diese in Beratungsprozesse einzubeziehen (Nestmann u.a., S.27). Hier entfernte sich die Beratung in der Sozialen Arbeit von den Konzepten der Psychotherapie und konzentrierte sich nicht ausschließlich auf die Beteiligung psychischer Prozesse an einem Konflikt Ein erst in den 60er Jahren beginnender Paradigmenwechsel zu einem gesellschaftskritischen „soziogenetischen Modell“ (Zygowski, 1989) setzte sich verstärkt in der Sozialarbeit durch. Ziel der Beratung war hier die „Transformation von KlientInnen in politisch aufgeklärte Subjekte“. (Nestmann u.a., S.26) „Die Vorstellung einer direkten, primär über strukturelle Belastung im Erwerbs- und Reproduktionsleben vermittelten Verursachung (psycho) sozialer Probleme wandelte sich in ein „psychosoziales Modell“ (Zygowski). In ihm wird auf der Basis einer „mehrdimensionalen Problemreflexion persönlicher wie sozial- gesellschaftlicher Bedingungen und deren Widersprüchlichkeiten die Förderung der individuellen (Alltags) Bewältigungskompetenzen fokussiert.“ (Nestmann u.a., S.26) [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832481858
Arbeit zitieren:
Grunow, geb. Linder, Stefanie Januar 2004: Sozialpädagogische Beratung und Psychotherapie-Unterscheidungen, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Sozialpädagogik, soziale Arbeit, Beratung, Psychologie, Therapie



