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Sozialistisches Wohnkonzept und Wohnungsbau in der DDR

Das Beispiel Halle-Neustadt

Sozialistisches Wohnkonzept und Wohnungsbau in der DDR
Über dieses Buch
  • Art: Magisterarbeit
  • Autor: Matthias Hunger
  • Abgabedatum: Juli 2000
  • Umfang: 147 Seiten
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Technische Universität Dresden Deutschland
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7050-0 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7050-0 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Hunger, Matthias Juli 2000: Sozialistisches Wohnkonzept und Wohnungsbau in der DDR, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Architekturgeschichte, Vergesellschaftung, Industrialisierung, Eisenhüttenstadt, Plattenbau

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Magisterarbeit von Matthias Hunger

Zusammenfassung:

Nach dem Zweiten Weltkrieg mit seinen großen Zerstörungen stand in Deutschland die Frage des Wiederaufbaus der Städte im Mittelpunkt. Nach einer Phase der Wiederherstellung und Sanierung beschädigter, aber noch gebrauchsfähiger Wohnungen musste massiv über den Neubau von Wohnungen nachgedacht werden. Dieses erfolgte in einem umfassenden Sinn. Die verschiedenen Ideen und Konzepte für den Aufbau des zerstörten Landes waren sehr vielfältig und voneinander verschieden. Die Diskussionen unter Experten, Politikern und Bürgern waren sehr variantenreich. Verkürzt könnte dies als ein Streit zwischen konservativen Ideen (Heimatschutzstil) auf der einen und linken Vorstellungen (Neues Bauen) auf der anderen Seite bezeichnet werden. Die Nuancen zwischen den beiden Polen waren dabei vielfältig.

Die deutsche Nachkriegsentwicklung führte zur Teilung des Landes mit verschiedenen Gesellschaftssystemen und in der Konsequenz zu zwei deutschen Staaten.

Auf dem Gebiet der sowjetischen Besatzungszone wurde das Gesellschaftssystem nach dem Vorbild der Sowjetunion gestaltet. In wirtschaftlicher Hinsicht begann die Umgestaltung von einer, noch kapitalistischen Strukturen gehorchenden Organisation, hin zu einem planwirtschaftlichen System. Begonnen wurde mit der Verstaatlichung der industriellen Großbetriebe. Ein weiterer wichtiger Schritt zur Errichtung des neuen Wirtschaftssystems war die Bodenreform, d.h. die allmähliche Beseitigung des privaten Besitzes an Grund und Boden.

Auf dieser Grundlage entwickelte sich ein Ansatz zur Lösung der drängenden Wohnungsprobleme, der als sozialistisches Wohnkonzept bezeichnet wird. Dieses Konzept ist seinem Ursprung nach Eines, was unter den Bedingungen der bürgerlichen Gesellschaft, im kapitalistischen Wirtschaftssystem ersonnen wurde. Eine Umsetzung dieser Ansätze müsste im DDR-Wohnungsbau abzulesen sein. Die Frage lautete also: Ist das sozialistische Wohnkonzept Leitidee gewesen bzw. umgesetzte gebaute Realität geworden?

Die Urväter dieser Ideen hatten noch keine Möglichkeit der Umsetzung, weil die wirtschaftlichen und politischen Grundvoraussetzungen nicht erfüllt waren. In der DDR wurden diese Rahmenbedingungen hergestellt. Daraus ergab sich die Frage, inwieweit die Ideen jener Theoretiker der sozialistischen Wohnreform dem realen Wohnungsbau in der DDR, zugrunde lagen. Die Vermutung darüber stützt sich darauf, dass die äußeren Bedingungen - wirtschaftlich und politisch - für den Wohnungs- und Städtebau im sich entwickelnden sozialistischen System, hinsichtlich besagter Reformideen sehr günstig gewesen sein müssten.

Der Wohnungsbau in der DDR war gekennzeichnet durch verschiedene Paradigmenwechsel und kann in einzelne Phasen eingeteilt werden. Diese werden dargestellt und dienen als theoretischer Grundstock für die Behandlung des Beispiels Halle-Neustadt. Diese große Neubaustadt in unmittelbarer Nachbarschaft der Stadt Halle steht symbolhaft für die Wohnungsbaupolitik der DDR. Angesichts dieser Tatsache können Forschungsergebnisse von Halle-Neustadt auf andere Gebiete übertragen werden und umgekehrt. Es wird also stellenweise auch von anderen Gebieten beispielhaft die Rede sein. Aufgrund der administrativen Organisation der DDR als zentralistisches Macht- und Verwaltungssystem ist dies möglich. Einige Gründe für die Wahl dieses Beispiels sollen trotzdem vorgebracht werden.

Halle-Neustadt ist als echte Neugründung auf der „grünen Wiese“ zu betrachten. Sie war also anders als viele Großwohnsiedlungen der DDR nicht als Stadtrandsiedlung oder Satellit einer bereits vorhandenen Stadt, wie z.B. Berlin-Marzahn oder Leipzig-Grünau geplant, sondern ihre Gründungsväter und Planer nahmen für sich in Anspruch, eine neue sozialistische Stadt zu schaffen, welche beispielgebend für andere, noch zu verwirklichende Konzepte sein sollte.

Da an Halle-Neustadt, Baubeginn ab Sommer 1964, bis Ende der 80er Jahre gebaut wurde, eignet sich diese Stadt dazu, die Phasen der DDR-Baupolitik an einem konzentrierten Standort nachzuvollziehen. Einschränkend muss dazu gesagt werden, dass die Phase der nationalen Bautradition, die stark mit der Zeit des Stalinismus verbunden ist, dabei außen vor bleibt, weil die Gründung Halle-Neustadts erst nach dieser Periode erfolgte. Die Phase der nationalen Bautradition wird im Zusammenhang mit Eisenhüttenstadt (von 1951-1961 Stalinstadt) und der Frankfurter Allee (ehemals Stalinallee) in Berlin erörtert.

Halle-Neustadt war allerdings nicht die einzige Neugründung innerhalb der DDR-Baugeschichte. Hoyerswerda und Schwedt/Oder sind in diesem Kontext ebenfalls zu erwähnen.

Die Diskussion des Beispiels Halle-Neustadt wird die Frage der Umsetzung von sozialistischen Wohnansätzen im DDR-Wohnungsbau klären. Dabei wird ebenfalls besprochen, welche Leitbilder aus städtebaulicher Sicht, der Planung bzw. Umsetzung dieser Neubaustadt, zugrunde lagen. Im Schlussteil wird ein Ausblick auf die Zukunft bzw. den Umgang mit der „gebauten DDR“ gegeben.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 3
2. Wohnkonzepte: sozialistisch versus bürgerlich 8
2.1 Vorbemerkungen 8
2.2 Die bürgerliche Wohnungs- und Sozialreform 10
2.3 Die Sozialistische Wohnungs- und Sozialreform 13
2.3.1 Die Gleichstellung der Frau 14
2.3.2 Die Vergesellschaftung der Wohnfunktion 15
2.3.3 Familie 18
3. Entwicklungslinien des Wohnungsbaus in Deutschland bis 1945 24
3.1 Das Ende der mittelalterlichen Stadt 24
3.2 Proletarisierung der Städte 26
3.3 Reaktionen und Konzeptionen 29
3.4 Reformbestrebungen 31
3.5 Sozialer Wohnungsbau 35
3.6 Wohnungspolitik im Nationalsozialismus 39
3.7 Zerstörung 40
4. Wohnungsbau in der DDR 42
4.1 Die deutsche Teilung 42
4.2 Die neue Republik 44
5. Aufbauphasen in der DDR 45
5.1 Enttrümmerung und Instandsetzung 45
5.2 Die Phase der nationalen Bautradition 46
5.3 Die Phase des industrialisierten Bauens 54
5.3.1 Entwicklungslinien 54
5.3.2 Unsicherheiten 59
5.4 Eine Technologie setzt sich durch 65
5.4.1 Soziologie 66
5.4.2 Die sozialistische Lebensweise 68
5.4.3 Der sozialistische Wohnkomplex 71
5.5 Die kompakte Stadt 72
5.6 Das Wohnungsbauprogramm: 1973-1990 79
5.6.1 Die Altstädte 83
6. Das Beispiel Halle-Neustadt 89
6.1 Plan und Umsetzung 89
6.2 Bauphasen 93
6.3 Sozialistisches Wohnkonzept 99
6.3.1 Gleichberechtigung 99
6.3.2 Vergesellschaftung 103
6.3.3 Die sozialistische Kleinfamilie 105
6.4 Leitbilder 107
7. Zusammenfassung und Schlußbemerkungen 111
7.1 Ausblick 121
Abbildungen 125
Literaturverzeichnis 132
Bildnachweis 138

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Arbeit zitieren:
Hunger, Matthias Juli 2000: Sozialistisches Wohnkonzept und Wohnungsbau in der DDR, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Architekturgeschichte, Vergesellschaftung, Industrialisierung, Eisenhüttenstadt, Plattenbau

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