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Soziale Rehabilitation von psychotisch erkrankten Menschen als Aufgabe der sozialen Arbeit

Soziale Rehabilitation von psychotisch erkrankten Menschen als Aufgabe der sozialen Arbeit
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Natascha Hütten, Yvonne Goertz
  • Abgabedatum: Oktober 2005
  • Umfang: 235 Seiten
  • Dateigröße: 9,0 MB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Münster Deutschland
  • Bibliografie: ca. 54
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9908-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9908-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9908-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Natascha Hütten, Yvonne Goertz Oktober 2005: Soziale Rehabilitation von psychotisch erkrankten Menschen als Aufgabe der sozialen Arbeit, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Sozialarbeit, Sozialpädagogik, Rehabilitation, Sozialpsychiatrie, Krankenkassen

Diplomarbeit von Natascha Hütten, Yvonne Goertz

Problemstellung:

Die folgende Arbeit befasst sich mit dem Thema „Soziale Rehabilitation von psychotisch erkrankten Menschen als Aufgabe der Sozialen Arbeit“. Aus unserer eigenen beruflichen Biografie heraus haben wir die Notwendigkeit gesehen, soziale Arbeit im sozialpsychiatrischen Kontext zu beleuchten. Wir haben die Chance genutzt, unsere berufliche Vorerfahrung (Krankenschwester in der Psychiatrie) als Basiswissen zu nutzen und darauf aufbauend sozialarbeiterische Aspekte im Umgang mit psychotischen Erkrankungen darzustellen sowie Handlungsleitlinien für den sozialarbeiterischen Umgang aufzuzeigen.

Die vorliegende Diplomarbeit weist einen großen Anteil an medizinischen und sozialpsychiatrischen Aspekten auf. Für uns erscheint diese intensive Auseinandersetzung unerlässlich, wenn man sinnvoll mit psychotisch erkrankten Menschen arbeiten möchte. Soziale Arbeit steht oft zwischen den Ansprüchen von verschiedenen Professionen und natürlich auch finanziellen Rahmenbedingungen des Gesundheitssystems. Hier gilt es als Brückenfunktion für psychotisch erkrankte Menschen tätig zu werden und sowohl im stationären als auch im ambulanten Rahmen Hilfestellungen zu geben. Insbesondere in einer Industriegesellschaft, in der Leistung und Funktionsfähigkeit hohe Priorität haben, sind psychotisch erkrankte Menschen von Ausgrenzung bedroht. Hier ist es Aufgabe der sozialen Arbeit Ausgrenzungen entgegenzuwirken und für sozialstaatliche Gerechtigkeit einzutreten.

Einleitung:

Psychotisch erkrankte Menschen erleben oftmals Rückfälle in Folge ihrer Erkrankung. An einer Psychose erkrankt zu sein ist häufig mit Funktionseinbußen und daraus resultierenden individuellen psychosozialen Problemen verbunden. Es kommt nicht selten zu wiederholten Krankenhausbehandlungen. Dieses bedeutet für die Betroffenen, dass sie aus ihrem alltäglichen Leben und ihrem sozialen Umfeld herausgerissen werden.

Im Rahmen unserer praktischen Arbeit stellen wir uns die Frage, warum viele psychisch Kranke immer wieder Rückfälle erleiden und in relativ regelmäßigen Abständen stationärer Behandlung bedürfen. Aufgrund dessen durchlaufen sie vielfach einen immensen Leidensweg und sind in ihrer Lebenswelt bedroht.

Das Krankheitsbild der Psychose bzw. wie diese sich im zwischenmenschlichen Kontakt zeigt, fasziniert uns schon sehr lange. Während unseres Studiums haben wir ein Praxissemester gemacht und konnten somit weitere Erfahrungen im Umgang mit diese Klientel sammeln. Dieses Praktikum leisteten wir beim Förderkreis Sozialpsychiatrie Münster e.V. ab und lernten in diesem Zusammenhang neben den verschiedenen sozialpsychiatrischen Einrichtungen und Arbeitsweisen einer Tagesstätte und einer Einrichtung zur medizinischen Rehabilitation, auch die jeweilige Zielgruppe, ihre charakteristischen Krankheitsbilder und damit verbundenen Verhaltensweisen kennen.

Unser Interesse gilt primär den psychotisch kranken Menschen. Denn das Besondere dieser Personengruppe ist ihre eigene Welt, die sich in oft seltsamen Verhaltensweisen wiederspiegelt. Dieses komplexe Geschehen zu verstehen, ist uns ein großes Anliegen. Aus diesem Grund haben wir uns letztlich dafür entschieden, uns intensiver mit genau dieser Zielgruppe zu beschäftigen.

Ziel ist, den psychoseerkrankten Menschen besser in seiner Welt, die manchmal ver-rückt zu sein scheint, zu verstehen. In dieser Arbeit möchten wir insbesondere mögliche Hilfen für psychotisch Kranke im Rahmen der Rehabilitation aufzeigen, wobei die Rolle der sozialen Arbeit mit ihren spezifischen Aufgaben einen besonderen Stellenwert erhalten soll. Welche Bedeutung die soziale Rehabilitation und die möglichen Hilfen für psychisch kranke Menschen haben, möchten wir erarbeiten. Es stellt sich die Frage, inwieweit rehabilitave Maßnahmen sich positiv auf den Krankheitsverlauf auswirken können und eine (Wieder-)Eingliederung in die Gesellschaft möglich machen.

Was und vor allem wie kann die soziale Arbeit hierzu beitragen. Hierbei kommt dem Grundsatz Hilfe zur Selbsthilfe eine besondere Bedeutung zu. „Denn aus Hilfe, die gut tut, soll Unterstützung zur Selbsthilfe entstehen, die dem Klienten und der Allgemeinheit nützt.“ Dieses Zitat verdeutlicht, welchen Stellenwert die soziale Arbeit insbesondere im Arbeitsfeld psychisch kranker Menschen hat.

Gang der Untersuchung:

Die vorliegende Diplomarbeit ist in fünf Kapitel untergliedert. Zunächst wird in Kapitel 1 die Zielgruppe aus sozialmedizinischer Sicht beschrieben. Dabei wird sowohl das Krankheitsbild Psychose und darauf aufbauend die Schizophrenie ausführlich erläutert. Wir haben uns für die Psychosen aus dem schizophrenen Formenkreis entschieden, um unsere Zielgruppe psychotisch erkrankte Menschen einzugrenzen. Damit man die Lebenswelt dieser Menschen wirklich versteht, ist ein umfangreiches Basiswissen in Hinblick auf die psychische Erkrankung zwingend notwendig.

Im folgenden Kapitel möchten wir die geschichtliche Entwicklung der Psychiatrie bis hin zur Sozialpsychiatrie darstellen. Die Sozialpsychiatrie, Gemeindepsychiatrie sowie die gemeindenahe Arbeit erhält in unserer Arbeit einen besonderen Stellenwert, da diese zu einer erheblichen Verbesserung der Lage der psychisch kranken Menschen geführt hat. Dieses Kapitel befasst sich zudem mit sozialpsychiatrischen Gesichtspunkten und bezieht damit, neben dem Krankheitsbild, gesellschaftlich relevante Aspekte mit ein. Daneben werden die gemeindepsychiatrischen Versorgungsbereiche und deren Einrichtungen und Dienste vorgestellt.

In Kapitel 3 erhält der Leser einen Überblick über verschiedene Aspekte der Rehabilitation. Hier werden Möglichkeiten und Grenzen der Rehabilitation aufgezeigt. Die berufliche und medizinische Rehabilitation haben wir zu Gunsten der sozialen Rehabilitation vernachlässigt. Die Ausführungen von 3.1 bis 3.4 sind grundsätzlicher Natur und beziehen sich auch auf die medizinische und berufliche Rehabilitation. Des weiteren wird die soziale Arbeit im Rahmen der sozialen Rehabilitation hervorgehoben und deren Arbeitsweisen dargestellt. Schließlich wird auf die Gefahr von Rückfällen und deren Vorbeugung explizit Bezug genommen.

Im 4. Kapitel werden Methoden und Konzepte der sozialen Arbeit im Rahmen der sozialen Rehabilitation beschrieben. Dabei haben wir Methodenkonzepte ausgewählt, die aus unserer Sicht sinnvoll und zielgerichtet den Anspruch von sozialer Rehabilitation realisieren.

Im letzten Kapitel haben wir den aktuellen Stand zur Soziotherapie abgebildet. Soziotherapie kann als eine Form der sozialen Rehabilitation definiert werden. Zunächst werden Ziele, Leistungsinhalte und Anforderungen an die Leistungserbringer aufgezeigt. Wir sehen unsere Aufgabe darin, herauszufinden, inwiefern Soziotherapie eine Perspektive für die Soziale Arbeit darstellt. In diesem Zusammenhang bleibt zu hinterfragen, ob Soziotherapie in der Praxis überhaupt umgesetzt wird. Hierzu werden zwei Interviews aufgeführt. Außerdem wird die derzeitige Situation der Soziotherapie kritisch beleuchtet.

In unserer Diplomarbeit haben wir bewusst im Titel die Bezeichnung psychotisch erkrankte Menschen gewählt, da wir uns ausschließlich mit Menschen, die an einer Psychose leiden, befassen möchten. Sollten wir im Rahmen dieser Arbeit verschiedene Bezeichnungen, wie psychisch Kranke bzw. psychisch kranke Menschen oder chronisch psychisch kranke Menschen nutzen, ist es keineswegs unsere Absicht, jemanden auf seine psychische Erkrankung zu reduzieren bzw. zu stigmatisieren. Sollten wir gegebenenfalls aus Gründen des Redeflusses nur männliche Endsilben nutzen, beziehen wir uns generell natürlich auf beide Geschlechter.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis
ABBILDUNGSVERZEICHNIS 4
Vorwort 5
Einleitung 6
1. Zielgruppe: Psychotisch erkrankte Menschen 9
1.1 Das Krankheitsbild Psychose 9
1.1.1 Entstehungszusammenhänge 10
1.1.2 Psychose als Rettungsversuch 13
1.2 Schizophrenie 16
1.2.1 Vorkommen 18
1.2.2 Symptomatik 18
1.2.3 Entstehungszusammenhänge 28
1.2.4 Verlauf und Prognose 33
1.2.5 Diagnose und Abgrenzung 35
2. Sozialpsychiatrie 38
2.1 Die Entwicklung der Sozialpsychiatrie 38
2.2 Was ist Sozialpsychiatrie- Spezialdisziplin oder Sichtweise? 47
2.3 Sozialpsychiatrie als Gemeindepsychiatrie 53
2.4 Das gemeindepsychiatrische Versorgungssystem 54
2.4.1 Gemeindepsychiatrische Versorgungsbereiche 55
2.4.2 Der Gemeindepsychiatrische Verbund 61
2.5 Einrichtungen und Dienste des psychiatrischen Versorgungssystems: Am Beispiel des Förderkreises Sozialpsychiatrie Münster e.V. 62
2.6 Derzeitige Wohnsituation von chronisch psychisch kranken Menschen nach der Endhospitalisierung 69
3. Grundlegende Aspekte der Rehabilitation 71
3.1 Definition: Funktionale Gesundheit, Krankheit, psychische Behinderung, Rehabilitation 71
3.2 Zielgruppe der Rehabilitation 74
3.3 Handlungsleitende Prinzipien der Rehabilitation 76
3.4 Differenzierung des Begriffs Rehabilitation 80
3.5 Soziale Arbeit in der sozialen Rehabilitation 83
3.5.1 Klinische Sozialarbeit in der Rehabilitation 87
3.5.2 Finanzierungsprobleme im Rahmen der Rehabilitation 88
3.6 Der Integrierte Behandlungs- und Rehabilitationsplan 89
3.6.1 Negative Aspekte des Integrierten Behandlungs- und Rehabilitationsplan 92
3.6.2 Positive Aspekte des Integrierten Behandlungs- und Rehabilitationsplan 94
3.7 Prävention 95
3.8 Drehtür-Effekt 95
4. Methodenkonzepte der Sozialen Arbeit im Rahmen der sozialen Rehabilitation 97
4.1 Gestaltung der ersten Begegnung 98
4.2 Therapeutische Gemeinschaft 99
4.3 Methoden der sozialen Arbeit 101
4.4 Methodisches Handeln in der sozialen Arbeit 103
4.5 Methodenkonzepte der sozialen Arbeit 105
4.5.1 Case-Management in der Rehabilitation 105
4.5.2 Psychoedukative Gruppenarbeit mit schizophren erkrankten Menschen: Vorstellung des Pegasus- Konzeptes 109
4.5.3 Das Training sozialer Fertigkeiten 119
4.5.4 Angehörigenarbeit 126
5. Soziotherapie als Perspektive für die soziale Arbeit 135
5.1 Soziotherapie im stationären Bereich 138
5.2 Soziotherapie im ambulanten Bereich 139
5.3 Ziele der ambulanten Soziotherapie 142
5.4 Leistungsinhalte der ambulanten Soziotherapie 143
5.5 Anforderungen an die Leistungserbringer 144
5.6 Abgrenzung zur Eingliederungshilfe 145
5.7 Die derzeitige Situation der Soziotherapie 145
5.8 Expertenbefragung mit einem Mitarbeiter einer Krankenkasse 151
5.9 Soziotherapie in der Praxis 156
Fazit 160
Literaturverzeichnis 161
Anhang 1: Reportage 167
Anhang 2: Leitfaden zur Erhebung der sozialen und beruflichen Situation und Biographie / Anamnesebogen 168
Anhang 3: Artikel „Heute bin ich wieder drin“ 178
Anhang 4: Manual Hilfearten und -ausprägungen 181
Anhang 5: Manual Fähigkeitsstörungen und Beeinträchtigungen 191
Anhang 6: Formular zur ärztlichen Verordnung der ambulanten Soziotherapie 204
Anhang 7: Gemeinsame Empfehlungen der Spitzenverbände der Krankenkassen gemäß § 132b Abs. 2 SGB V zu den Anforderungen an die Leistungserbringer für Soziotherapie v.29.11.01 205
Danksagung 227
Erklärungen 228

Automatisiert erstellter Textauszug:

chronisch psychisch Kranker in möglichst normale Wohn- und Lebensverhältnisse kann als Hauptanliegen der komplementären Einrichtungen gesehen werden. Schutz und bedarfsgerechte Betreuung zählen zu den Aufgaben der komplementären Hilfen. Ferner soll dem psychisch Kranken die Möglichkeit gegeben werden eigenverantwortlich zu leben und verlorene soziale Ressourcen zurückzugewinnen.147 Die komplementäre Versorgung ist die Ergänzung zu den stationären, teilstationären und ambulanten Hilfen und verfolgt das Ziel der gemeindenahen Betreuung und Integration in die Gemeinde. Ursprünglich waren es die Übergangswohnheime, die den chronisch psychisch Kranken auf ein Leben in der Gemeinde vorbereiten sollten. Der Aufenthalt dort ist zeitlich begrenzt und zudem sind die Patienten einem relativ hohen rehabilitativen Druck ausgesetzt. Dieses führte zur Entstehung von Dauerwohnheimen, wo der Aufenthalt nicht befristet ist. Durch kleine dezentrale Wohneinheiten oder die Verringerung der Gruppengröße ist es zu einer Verkleinerung der Wohneinrichtungen gekommen. Diese Entwicklung stimmt mit den Empfehlungen der Expertenkommission überein (siehe hierzu Ausführungen in Abschnitt 2.1). Die sozialen Kompetenzen des Betroffenen können zwar in den Wohneinrichtungen durch ein stark sozialtherapeutisch geprägtes Programm gefördert werden und den Krankheitsverlauf begünstigen, aber sie bieten keinen Schutz vor sozialer Ausgrenzung und Hospitalismus. Häufig entstehen bei der Weitervermittlung eines Bewohners (aus dem Übergangswohnheim) in eine andere Wohnform meist ähnliche Probleme wie bei der Enthospitalisierung von Langzeitpatienten aus den psychiatrischen Kliniken.148 Ein wichtiger Bestandteil der komplementären Versorgung von Psychiatrie- Erfahrenen sind die Selbsthilfegruppen und Angehörigengruppen (siehe hierzu 4.5.4). Die meisten Selbsthilfegruppen beinhalten Gespräche, Informations- und Erfahrungsaustausch, gemeinsame Gestaltung von Freizeitaktivitäten sowie gemeinsame Interessenvertretung. [...]

2. Sozialpsychiatrie Die psychiatrischen Fachkrankenhäuser wehren sich wegen ihres Selbsterhaltes gegen eine weitere Dezentralisierung mit der Begründung, eine bessere Versorgung durch Spezialisierungen, wie z.B. Entgiftungs-, gerontopsychiatrische- und psychotherapeutische Stationen, leisten zu können. 143 Der teilstationäre Bereich Die teilstationären Hilfen, zu denen u.a. Tages- und Nachtkliniken gehören, erfüllen eine Brückenfunktion zwischen vollstationärer und ambulanter Behandlung. Die Tagesklinik kommt für die Patienten in Frage, die nach dem stationären Aufenthalt eine gewisse Stabilität erreicht haben, aber eine ambulante Behandlung nicht oder noch nicht ausreichend ist. Die tagesklinische Behandlung dient der: • • • • weiterführende psychische Stabilisierung, Belastungserprobung, Förderung sozialer Fertigkeiten, Befähigung zur Krankheitsbewältigung. [...]

2. Sozialpsychiatrie Wir sollten uns stets vergegenwärtigen, daß stationäre Einrichtungen nur nachgeordneter Teil eines umfassenden integrierten Versorgungssystems sind.“140 Die Akutversorgung findet auch heute noch auf geschlossenen bzw. geschützten Stationen statt. Die Akutbehandlung kann auch allgemein als Krisenintervention bezeichnet werden. Krisen können u.a. Suizidalität und akut psychotische Dekompensation sein. Das Hauptargument für geschlossene Stationen ist die Sicherheit bei Eigen- und Fremdgefährdung zu gewährleisten. Die durch das Psych-KG (Psychisch-Kranken-Gesetz) veranlassten Behandlungen finden fast immer auf geschützten Abteilungen statt. Dennoch sind es relativ wenige Patienten, bei denen eine geschlossene Unterbringung notwendig ist und meistens nur für einen kurzen Zeitraum. Die Unterbringung auf einer geschlossenen Station kann grundsätzlich, wenn sie nicht freiwillig erfolgt, nur auf der Basis spezieller rechtlicher Voraussetzungen des Psych-KG durchgesetzt werden und bedarf einer richterlichen Entscheidung.141 Zu der stationären Behandlung der psychiatrischen Krankenhäuser gehören die medizinische Versorgung, Pharmakotherapie, Psychotherapie, Bewegungstherapie, Beschäftigungstherapie sowie sozio- und milieutherapeutische Hilfen. Zu dem Behandlungsteam zählen z.B. Fachärzte, Psychologen, Ergotherapeuten, Sozialpädagogen/-arbeiter und (Fach-) Krankenpflegekräfte.142 Offene Stationen Die offenen Stationen bilden den Mittelpunkt der klinischen Versorgung. In Deutschland sind die meisten Abteilungen in Fachkrankenhäusern zu finden. Laut Ernst (1981) ist eine Größe von zwanzig Betten ideal. Durch die PsychiatrieEnquete gliederten sich eine Reihe von psychiatrischen Stationen an Allgemeinkrankenhäuser an. Damit sollte zum einen eine bessere Gemeindenähe, zum anderen auch eine Gleichstellung von psychisch Kranken mit somatisch Kranken erreicht werden. [...]

Arbeit zitieren:
Natascha Hütten, Yvonne Goertz Oktober 2005: Soziale Rehabilitation von psychotisch erkrankten Menschen als Aufgabe der sozialen Arbeit, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Sozialarbeit, Sozialpädagogik, Rehabilitation, Sozialpsychiatrie, Krankenkassen

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