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Sozialdynamik und Beschwichtigung in einem Löwenrudel

Sozialdynamik und Beschwichtigung in einem Löwenrudel
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Simone Lauter
  • Abgabedatum: Oktober 2001
  • Umfang: 84 Seiten
  • Dateigröße: 1.021,7 KB
  • Note: 3,0
  • Institution / Hochschule: Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5051-9
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5051-9 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5051-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Lauter, Simone Oktober 2001: Sozialdynamik und Beschwichtigung in einem Löwenrudel, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Löwen, Homosexualität, Konfliktverhalten, Versöhnungsverhalten, Beschwichtigung

Diplomarbeit von Simone Lauter

Einleitung:

Die Dipolmarbeit befaßt sich mit Verhaltensbeobachtungen an einer Gruppe von Löwen, die in einem Safaripark in Holland, Safari Beeske Bergen, gehalten werden. Dieses Löwenrudel wurde im Laufe einer dreimonatigen Untersuchung beobachtet. Dabei wurden soziale Interaktionen dokumentiert und anschließend in Bezug auf das Konfliktverhalten interpretiert. Des weiteren wurde das Versöhnungsverhalten untersucht. Versöhnungsverhalten wird als Technik des Konfliktmanagements von „Tieren“ eingesetzt.

Der Zusammenschluß von geschlechtsreifen Artgenossen zu dauerhaften Gruppen kann bei vielen Tierarten beobachtet werden. Dieser Zusammenschluß hat für die Tiere Vorteile und Nachteile. Dabei kann es innerhalb der Gruppe zur intraspezifischen Aggression kommen, wenn Konfliktsituationen vorliegen. Das stellt einen erheblichen Nachteil dar, wenn diese aggressiven Konflikte eine Belastung für die sozialen Beziehungen sein sollten. Um die Belastung so klein wie möglich zu halten, stehen die Tiere vor den Alternativen, entweder den Wettbewerb zu reduzieren oder den Schaden nach der Austragung des Konfliktes zu reparieren. Bei der zweiten Alternative handelt es sich um Versöhnung. Bisher wurden zahlreiche Studien zu diesem Problem, überwiegend bei Primaten durchgeführt.

Meine Diplomarbeit nimmt diese Fragestellung auf, um zu untersuchen, ob auch bei Löwen (Panthera leo) ein solches Verhalten nachzuweisen ist. Dabei wurden verschiedene „Sampling Methoden“ genutzt.

Für die Beobachtung wurde eine Gruppe von Löwen mit 8 Individuen gewählt. Nach der ersten- dritten Beobachtungswoche (Pilotphase) wurde ein Atlas der Tiererkennungsmerkmale erstellt, um die einzelnen Gruppenmitglieder individuell ansprechen zu können. Des weiteren wurde ein Ethogramm erstellt, bei dem sich auf aggressive und affilative Verhaltensweisen beschränkt wurde.

Für die Untersuchung des Versöhnungsverhaltens wurde die PC-MC-Methode benutzt. Nach Aufnahme eines Konfliktes wurde focal samples (kontinuierliche Beobachtung) von beiden beteiligten Konfliktpartnern für die Dauer von 60 Minuten, die PC-Phase (post conflict observation), erstellt.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 2
2. Untersuchungsgebiet 5
2.1 Safaripark Beeske Bergen 5
2.2 Historie des Safariparks 5
2.3 Löwengebiet 7
3. Material und Methoden 8
3.1 Systematik und Vorkommen 8
3.2 Der Löwe (Panthera leo) 11
3.3 Das Löwenrudel 16
3.3.1 Die Geschichte und Entwicklung des Löwenrudels 19
3.3.2 Identifikationsmethode 21
3.4 Untersuchungsmethoden 23
3.5 Berechnung der Versöhnungstendenz 26
3.6 Statistische Methoden 26
4. Ergebnisse 29
4.1 Häufigkeiten von Interaktionen 29
4.2 Soziale Beziehungen 32
4.3 Rolligkeit und Homosexualität 39
4.4 Wirkung der Temperatur auf die Verhaltensweisen 41
4.5 Wirkung des Autoverkehrs auf die Verhaltensweisen 43
4.6 Konflikte 45
4.7 Versöhnungstendenz 46
4.8 Versöhnung und Konfliktintensität 49
4.9 Soziale Beziehungen und Konfliktbeteiligung 51
4.10 Beschwichtigung als aggressionsmindernde Verhaltensweise 51
5. Diskussion 53
5.1 Häufigkeiten von Interaktionen 53
5.2 Soziale Beziehungen 55
5.3 Homosexuelles Verhalten 57
5.4 Der Einfluss der Temperatur auf die Verhaltensweisen 58
5.5 Der Einfluss des Autoverkehrs auf die Verhaltensweisen 59
5.6 Versöhnung und Konfliktintensität 60
5.7 Zusammenhang zwischen den sozialen Beziehungen und der Konfliktbeteiligung 60
5.8 Versöhnung als Technik des Konfliktmanagements 61
5.9 Sozialdynamik und Beschwichtigung 62
6. Zusammenfassung 64
7. Danksagung .66
8. Literatur 68
9. Anhang

Automatisiert erstellter Textauszug:

Interaktionspartner von ihrer Tochter Woepie und ihrer Enkelin Susi aufgesucht. Die Töchter von Woepie hatten untereinander die meisten Interaktionen, nur Carla bevorzugte nicht ihre Mutter, sondern Susi als zweithäufigsten Interaktionspartner (Wodan war nur während der Rolligkeit favorisiert). Ebenso Woepie, die mit Susi mehr Interaktionen teilte, als mit ihrer Tochter. Ein Sonderfall war Welpie. Ihre fast einzigen Interaktionspartner waren ihre Schwester Woepie und ihre Tochter Susi. Der Grund hierfür könnte ihre Sterilität sein (siehe Kapitel 3.31). Bei der Zusammensetzung der aggressiven Interaktionen innerhalb des Löwenrudels (Abb.10) zeigt sich eine ganz andere Verteilung der Interaktionen. Welpie empfängt die meisten aggressiven Interaktionen des Löwenrudels von Wodan und Carla. Sogar ihre eigene Tochter Susi initiiert an dritter Stelle aggressive Interaktionen gegenüber Welpie. Sandra erhält nach Welpie an zweiter Stelle die meisten Interaktionen, dabei recipiert sie die größte Anzahl von ihrer Schwester Carla. Führend bei allen initiierten aggressiven Interaktionen gegenüber jedem Löwen ist das Männchen Wodan. Am wenigsten beteiligt war Evelyne, die gleichmäßig gegenüber allen aggressiv initiierte. Hierbei wird ihre besondere Stellung innerhalb des Rudels offensichtlich. [...]

Mittels der PC-MC Methode konnte mit dem Zeitpunkt des Auftretens erster affiliativer Interaktionen zwischen Konfliktpartnern während der PC , mit dem Auftreten selbiger während der korrespondierenden MC verglichen werden. Ein PC-MC Paar wurde als „attracted“ definiert, wenn die erste affiliative Verhaltensweise nur in der PC auftrat oder eher nach Beginn der PC als nach Beginn der MC erfolgte. Trat hingegen die erste affiliative Interaktion eher oder nur in der MC auf, wurde dieses Paar als „dispersed“ bezeichnet. Wenn keine affiliativen Interaktionen in PC wie MC auftraten, dann wurde dieses Paar als neutral definiert (Veenema et. al., 1994). Veenema et. al. (1994) definierten die Versöhnungstendenz wie folgt: Versöhnungstendenz = (a – d) /t a - attracted Paare d – dispersed Paare t – Summe der attracted, dispersed und neutralen Paare [...]

Die ermittelten Daten wurden auf einen täglichen Aufnahmebogen vermerkt: Tag, Temperatur, Beginn, Bewölkung, Scan Sampling, affiliative/aggressive Interaktionen und auftretende Konflikte. Scan Sampling Im 30 Minuten-Takt wurde von links nach rechts gescannt und dabei das Aktivitätsmuster aller Individuen aufgenommen. Zusätzlich wurden alle affiliativen und aggressiven Handlungen und deren Interaktionspartner aufgenommen. PC-MC Methode Diese Methode fand Anwendung auf die Untersuchung des Versöhnungsverhaltens (Castles et. al., 1996). Nach der Aufnahme eines Konfliktes d.h., aller aggressiven Interaktionen mit einer bestimmten Intensität (wenn der angegriffene Part auch Reaktionsverhalten zeigt z.B. Verteidigung o.ä.), wurde ein ″focal sample″ (kontinuierliche Beobachtung) der beiden involvierten Konfliktpartnern für die Dauer von 60 Minuten, die ″PC-Phase″ (post conflict observation) erstellt. Innerhalb der ersten 10 Minuten nach dem Konflikt wurden alle Interaktionen der Konfliktpartner aufgezeichnet, in den folgenden 50 Minuten nur noch die Interaktionen zwischen den Konfliktpartnern. Der Initiator und Recipient wurde notiert. Am darauffolgenden Tag wurde zum Zeitpunkt des vortägigen Konfliktes, eine [...]

Arbeit zitieren:
Lauter, Simone Oktober 2001: Sozialdynamik und Beschwichtigung in einem Löwenrudel, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Löwen, Homosexualität, Konfliktverhalten, Versöhnungsverhalten, Beschwichtigung

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