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Sozialarbeiterische Krisenbegleitung unter besonderer Berücksichtigung des systemischen Zuganges bei Familien

Sozialarbeiterische Krisenbegleitung unter besonderer Berücksichtigung des systemischen Zuganges bei Familien
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Michael Varadi
  • Abgabedatum: Dezember 2002
  • Umfang: 165 Seiten
  • Dateigröße: 718,8 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Akademie für Sozialarbeit des Landes Steiermark Österreich
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6260-4
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6260-4 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6260-4 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Varadi, Michael Dezember 2002: Sozialarbeiterische Krisenbegleitung unter besonderer Berücksichtigung des systemischen Zuganges bei Familien, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Krisenentstehung, Krisendefinition, Auswirkungen von Krisen, Interventionsformen bei Krisen

Diplomarbeit von Michael Varadi

Zusammenfassung:

Warum Krisenbegleitung?

Krisenintervention zielt vom Wort her auf ein rasches Helfen und vor allem auch auf ein „Dazwischentreten“ ab, entstammt dem medizinisch/psychiatrischen Notfallsprogramm und findet Niederschlag in den ersten, akuten, Medizinern zugeordneten Maßnahmen.

Die nachfolgenden Maßnahmen helfen Menschen, Muster zu entdecken, die zur Krise geführt haben, oder Möglichkeiten aufzuzeigen, um ihr eigenes zur Krisen führendes Verhaltensrepertoire zu ändern. Sie dauern länger und die Sozialarbeiter, welche mit Menschen in Krisen arbeiten, tun dies gewöhnlich über eine längere Zeit. Dieser längere Kontakt soll sich im Terminus „Begleiten“ ausdrücken.

Warum Systemisch?

„Die Systemtheorie ist ein Konzept des Erkennens, eine Methode des gedanklichen Begreifens“ sagt Peter Lüssi. In einer Systemtheorie wird beschrieben, wie Systeme organisiert sind und über verschiedene Begriffe wie Selbstorganisation, Subsysteme, Systemgrenzen, Fliessgleichgewicht usw. miteinander umgehen. In vielen Semestern Ausbildung an der Sozialakademie in Graz wurde klar, dass dies ein sehr gewinnbringender und viel versprechender Ansatz ist, Sozialarbeit zu verstehen und durchzuführen. Es wurde ihm aus diesen Gründen eine besondere Beachtung geschenkt.

Warum in Familien?

Dies lässt sich zurückführen auf meine Praktika beim Amt für Jugend und Familie, welche durch die Konfrontation mit Aufgabenstellungen rund um Familienkrisen mein Interesse für dieses Handlungsfeld der Sozialen Arbeit erwachen ließen.

Behandelte Fragestellungen:

Was ist der sozialarbeiterische Zugang bei Krisen? Welche Möglichkeiten bieten sich dem Sozialarbeiter (vor allem dem systemisch arbeitenden), Krisen über die zur Zeit in der gängigen Krisentheorie üblichen Interventionsformen (vor allem der Psychiatrie) hinaus zu betrachten und welche Methoden ergeben sich infolge seiner fächerübergreifenden Ausbildung, mit Menschen in Krisen zu arbeiten?

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
2. Was sind Krisen? (Definitionen verschiedener Ansätze) 4
2.1 Aus Sozialarbeiterischer Sicht 4
2.1.1 Der Empowerment-Ansatz 4
2.1.2 Die systemische Sozialarbeit nach Peter Lüssi 4
2.1.3 Die systemische Krisenintervention nach Egidi und Boxbücher 5
2.1.4 Eigendefinition 5
2.2 Aus Psychologischer Sicht 6
2.2.1 Die Verhaltenspsychologie 6
2.2.2 Die Psychoanalyse 6
2.2.3 Die Lerntheorie 6
2.3 Aus Psychiatrischer Sicht 7
2.4 Aus Soziologischer Sicht 7
2.5 Definitionen anderer Gebiete der Natur- und Geisteswissenschaften 7
2.5.1 Der Begriff von Krise in der Chemie 7
2.5.2 Der Begriff von Krise in östlichen Philosophien 10
3. Wie kommt es zu Krisen? (Herkunft und Entwicklung aus unterschiedlichen Zugängen) 11
3.1 Allgemeines zur Entwicklung 11
3.2 Herkunft aus Sicht der Sozialarbeit 13
3.2.1 Systemische Sozialarbeit nach Peter Lüssi 13
3.2.2 Die Klientenzentrierte Psychotherapie nach Rogers 15
3.3 Herkunft aus Sicht der Psychologie 15
3.3.1 Die Psychoanalyse 15
3.3.2 Die Verhaltenstherapie 17
3.3.3 Humanismus-Existentialismus 18
3.4 Das Burnout-Syndrom als Beispiel für die Entwicklung einer Krise 19
3.4.1 Aspekte des Burnout Syndrom sind vor allem 19
3.4.2 Zur Entstehung des Burnout-Syndroms 20
3.4.3 Folgen des Burnout und Strategien zur Prävention und Bewältigung 23
4. Was machen Krisen? (Charakteristika und Auswirkungen) 24
4.1 Grundlegende Fragen zur eigenen Krisenerfahrung 24
4.1.1 Welche Lebenssituationen können mich selbst in eine Krise bringen? 24
4.1.2 Was brauche ich dann von anderen Menschen und Freunden? 25
4.1.3 Was brauche ich auf keinen Fall? 25
4.1.4 Was also können wir selbst bei Krisen tun? 26
4.2 Allgemeine Charakteristika von Krisen 27
4.2.1 Körperliche und psychische Verfassung 27
4.2.2 Problemlösefähigkeit 28
4.2.3 Kommunikation 28
4.2.4 Krisen sind durch typische Merkmale bestimmt 28
4.2.5 Weltbilder 29
4.2.6 Gefahren von Krisen 29
4.2.7 Anlass von Krisen und Belastungsaspekte 30
4.2.8 Psychosoziale Belastungsfaktoren nach DSM Iv 31
4.2.9 Krankheitsbilder und deren Zusammenhang mit Krisen 33
5. welche Krisen kennen wir? (Einteilung der Krisen) 36
5.1 Traumatische Krisen 36
5.1.1 Definition 36
5.1.2 Verlauf 36
5.1.3 Schwerpunkte einer Intervention 37
5.2 Lebensveränderungskrisen 38
5.2.1 Definition 38
5.2.2 Verlauf 39
5.3 Chronische Krisen 40
5.3.1 Definition 40
6. Was machen wir als Helfer bei Krisen? (Interventionsformen und Handlungsmöglichkeiten) 41
6.1 Allgemeines 41
6.2 Richtlinien für die Krisenarbeit 42
6.3 Schematische Darstellung der Wirkung regulierender Faktoren 46
6.4 Wesentliche Aspekte der Diagnose einer Krise 47
6.5 Definitionen des Methodenbegriffes in der sozialarbeiterischen Fachliteratur 48
6.6 Aus der psychiatrischen Krisenintervention nach Sonneck 49
6.6.1 Definition 49
6.6.2 Ziele der Krisenintervention 49
6.6.3 Prinzipien 50
6.6.4 Konzept einer Krisenintervention 50
6.6.5 Der Erstkontakt 51
6.6.6 Das Erstgespräch 51
6.6.7 Weiteres Vorgehen 54
6.7 Unterschiedliche therapeutische Perspektiven zu Krisen 55
6.8 Krisenintervention aus Sicht der systemischen Sozialarbeit nach Lüssi 56
6.9 Die Sozialpädagogische Beratung nach Thiersch 57
6.9.1 Begriff und Abgrenzung 57
6.9.2 Relevanz zur Krisenarbeit 57
6.9.3 Zusammenfassung 58
6.10 Klientenzentrierte Gesprächsführung nach Rogers 59
6.10.1 Begriff und Abgrenzung 59
6.10.2 Theoretische Grundlagen der Klientenzentrierten Gesprächsführung 59
6.10.3 Grundhaltungen 60
6.11 Multiperspektivische Fallarbeit 62
6.11.1 Fall von 63
6.11.2 Fall für 64
6.11.3 Fall mit 64
6.11.4 Die sozialpädagogische Anamnese 64
6.11.5 Die sozialpädagogische Diagnose 65
6.11.6 Die sozialpädagogische Intervention 65
6.11.7 Die sozialpädagogische Evaluation 66
6.12 Case Management 67
6.12.1 Funktionen des Case Management 68
6.12.2 Elemente des Case Managements sind vor allem 69
6.12.3 Einschätzung von Case Management und Bezug zur Krisenarbeit 70
6.13 Rekonstruktive Sozialpädagogik 71
6.14 FIM (Familie im Mittelpunkt) 72
6.14.1 Programm der FiM 73
6.14.2 Handlungsmaximen 74
6.14.3 Techniken 74
6.14.4 Intervention von FiM nach Gehrmann/Müller 75
6.14.5 Kritik 76
6.15 Empowerment 77
6.15.1 Herkunft 77
6.15.2 Perspektiven 78
6.15.3 Kritik 80
6.15.4 Fazit 80
6.16 Soziale Netzwerkarbeit 80
6.16.1 Definition 81
6.16.2 Geschichte 81
6.16.3 Prinzipien sozialer Netzwerkarbeit 83
6.16.4 Techniken der sozialen Netzwerkarbeit 84
6.16.5 Einschätzung der Sozialen Netzwerkarbeit für die Krisensozialarbeit 86
6.17 Systemische Familientherapie: (besondere Berücksichtigung) 87
6.17.1 DasSystem 88
6.17.2 Die Familie 96
6.17.3 Die Familie in der Krise 106
6.17.4 Falldarstellungen 126
7. Welche Botschaften enthalten Krisen? (Sinn und Chance, das innewohnende Potential) 144
7.1 Allgemeines 144
7.2 Das kreative Potential, der Aufbau des Lösungsfeldes 145
7.3 Vom Werdegang einer Krise am Beispiel eines Märchens 147
7.4 Krisen und Übergangsphasen 148
7.5 Die Angst in der Krise und der Mut zum Loslassen 149
7.6 Trauerprozess 151
8. Schlussworte 154
9. Literaturverzeichnis 155
10. Eidesstattliche Erklärung 159

Automatisiert erstellter Textauszug:

3.) Was ist die eigene Aufgabe? Die Person des FM annehmen, ihr zuhören! Die Situation einschätzen. Anerkennen, dass sich Melder gemeldet hat und sich Sorgen macht. Fragen, worunter Melder jetzt gerade am meisten leidet. Wie stellt sich das Problem für den Melder dar? Fragen an den FM: Was erwarten Sie vom Sozialarbeiter? Was kann man zusammen tun? Der Melder ist die Brücke zum Klienten! Kooperation mit dem Melder suchen. Wenn es sich um einen Melder handelt, der andere nur vernadern möchte, so wird dieser spätestens beim Versuch, ihn zur Zusammenarbeit zu bewegen, abspringen. Bei Meldern, die wild agieren und wollen, dass der Sozialarbeiter „sofort“ was unternimmt, weil „sonst geht die Welt unter“, ist es wichtig, die mögliche Gefahr anzusprechen: Den Melder fragen, ob er der Meinung ist, dass etwa jetzt im Augenblick die Kinder so an Leib und Leben gefährdet sind, dass jetzt eingeschritten werden muss. Hinweisen darauf, dass man sofort bereit ist, Polizei, Feuerwehr und Rettung zu beauftragen, in die Familie zu gehen, und die Kinder dort rauszuholen. Meist wird dann relativiert und es wird erkannt, dass der Konflikt vielleicht schon eine ganze Zeit dauert, jetzt aber etwas vorgefallen ist, was die Emotionen beim Melder eben so hochfahren lässt. Dann wird dem Melder zu erkennen gegeben, dass man sich um den Konflikt kümmern wolle, jedoch braucht dies eben Zeit (die er scheinbar aber gerade nicht zu geben bereit ist). 4.) Was muss man noch wissen, um aktionsfähig zu bleiben? Verfügbare Informationen sammeln, wer weiß was von wem? Was hat der FM konkret wie oft, seit wann, und wann zuletzt wahrgenommen? Um wen geht es? Zu welchen Fachkräften besteht noch Kontakt? Wie schätzt Melder selbst die Situation ein? FM-Daten? Will der Melder anonym bleiben? Kontakt zu diesem suchen. Wer hat Zugang zu den Betroffenen? Klienten-Daten? Anliegen des FM? Einschätzung der Dringlichkeit! [...]

Übertragung: Gefühle des Klienten dem Sozialarbeiter gegenüber, die nicht der realen Situation, sondern früheren Beziehungen entstammen und in der therapeutischen Situation wiederbelebt werden. Sie wird als das „Kerninstrument“ in der psychoanalytischen Arbeit genutzt. Gegenübertragung: Sind die Gefühle des Sozialarbeiters, die dieser als Antwort auf die Übertragung entwickelt. Der Sozialarbeiter agiert diese Gefühle natürlich nicht aus, sie helfen ihm aber, die frühere Geschichte des Klienten besser zu verstehen. Hierbei wird deutlich, dass es sehr wichtig ist, dass der Sozialarbeiter selber die Anteile seiner eigenen Persönlichkeit am Geschehen erkennen kann. Diese führen zu Handlungen wie: Ärger auf den FM, Partei ergreifen, Sumpf-Gefühl, Dampf ablassen bei den Kollegen etc. [...]

Am 05.04.2002 erfolgt ein Anruf einer Frau, die folgendes angab: Bei ihrem Sohn zu Hause gäbe es unhaltbare Zustände, seine Kinder seien aufs höchste gefährdet; so würden sie zum Beispiel misshandelt und seien auch mit dem Leben bedroht. Die Mutter sei nicht mehr in der Lage, ihre Pflichten als Mutter zu erfüllen und man müsse ihr die Kinder sofort wegnehmen. Sie sei die Großmutter, mache sich größte Sorgen und möchte, dass das Jugendamt sofort was unternehme. Ihr Sohn, erzählte sie weiter, sei der Kindesvater, war übers Wochenende bei ihr in Wien und habe ihr „alles“ erzählt. Sie wirkte sehr aufgebracht und übte einen großen Druck aus. [...]

Arbeit zitieren:
Varadi, Michael Dezember 2002: Sozialarbeiterische Krisenbegleitung unter besonderer Berücksichtigung des systemischen Zuganges bei Familien, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Krisenentstehung, Krisendefinition, Auswirkungen von Krisen, Interventionsformen bei Krisen

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