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Sound Design für Animationen

Sound Design für Animationen
Über dieses Buch
  • Art: Studienarbeit
  • Autor: Marco Schleicher
  • Abgabedatum: August 2006
  • Umfang: 58 Seiten
  • Dateigröße: 5,5 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Offenburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9855-9
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9855-9 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9855-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Schleicher, Marco August 2006: Sound Design für Animationen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Dialog, Musik, Effekte, Produktion, Wahrnehmung

Studienarbeit von Marco Schleicher

Einleitung:

Was wäre ein Film ohne den passenden Soundtrack?

Eine Geschichte, erzählt in bewegten Bildern, ist am effektivsten, wenn Bild und Ton erlaubt wird, die Geschichte als gleichberechtigte Partner zu begleiten. Viele renommierte und erfahrene Animationsfilmer gehen gar soweit, dem Soundtrack einen Stellenwert von 70% am Erfolg eines Projektes zu geben.

Das liegt daran, dass ein Film nicht einfach nur gesehen und gehört wird, sondern mit dem richtigen Verhältnis von Sound und Bild, dass passend dazu gestaltet wurde, der Film auch erst gefühlt werden kann.

Im heutigen digitalen Zeitalter wird es immer leichter, auch ohne Vorkenntnisse, Animationen und Soundtracks zu erstellen. Viele dafür vorgesehene Programme sind sogar als Freeware im Internet zum Download erhältlich und mit einigen Tutorials zum besseren Verständnis ausgestattet. Die mit diesen nichtprofessionellen Tools zu erzielenden Ergebnisse sind aber eher mangelhafter Qualität und nicht ausreichend für eine Vorführung auf Leinwand mit Surround-System.

Grundlegend für ein gutes Sound Design sind daher sowohl ästhetische, als auch technische Faktoren und wie diese beiden Komponenten zusammenwirken.

Die drei essentiellen Elemente, aus denen ein Soundtrack bestehen kann, sind der Dialog, die Sound Effekte (SFX) und die Musik, oftmals auch als Score bezeichnet.

Der große Unterschied zwischen einem Realfilm und einem Animationsfilm liegt hier bei den Live-Tonaufnahmen. Während bei Realfilmen die Dialoge und die Atmosphäre direkt bei den Dreharbeiten mitaufgenommen werden, muss bei Animationen alles komplett separat aufgenommen oder künstlich erstellt werden.

Bei größeren Produktionen wird hierbei der Dialog und die Sound Effekte von einem Team im Studio aufgenommen. Für die Musik oder den Score wird ein Komponist engagiert, der alles genau auf den Film abgestimmt komponiert. Oftmals werden dabei Musik und Atmosphärisches vor den Bildern geschaffen, und diese später daran angepasst. Wird am Ende der Produktion dann Dialog, SFX und Musik zusammengemischt und abgestimmt, so nennt man dies den Soundtrack.

Bei kleineren Produktionen, wie etwa einem Film- oder Animationsprojekt an der Fachhochschule fällt der Bereich des Soundtracks oftmals nur auf eine Person zurück.

Doch eben durch die Wandlung vom analogen zum digitalen Zeitalter und dem Vorhandensein von gut verständlicher Software und legal zugänglichen Soundbibliotheken, erscheint eine Durchführung immer machbarer auch für eine kleine Mannschaft. Grundsätzlich gilt auch hier der alte Spruch `Zuviele Köche verderben den Brei´. Bei jedem Projekt sollte vorher festgelegt werden, wer sich um welchen Teil zu kümmern hat, um dann die Fäden bei einer Art Supervisor zusammenlaufen zu lassen.

Im Falle einer Animation ist einer für das Arrangement der Musik zuständig, wobei er seine Ergebnisse immer mit dem Regisseur abzusprechen hat. Auch im Bereich des Werbe- und Imagefilms eine gängige Praxis.

Viele Studenten besitzen entweder Erfahrung im Bereich Animation oder im Bereich Sound Design, da an vielen Hochschulen eben nur der Schwerpunkt auf einen der beiden Teile gelegt wird. Dabei sollte man den zwei Seiten die gleiche Bedeutung zukommen lassen und jeder in ein solches Projekt Involvierte sollte zumindest gewisse Kenntnisse von beiden besitzen.

Um ein erfolgreiches Sound Design zu entwickeln, ist es notwendig, über die bereits erwähnten Bausteine Dialog, Musik und Sound Effekte bescheid zu wissen.

Es ist wichtig, den Einsatz und Zeitpunkt von Musik richtig bestimmen zu können, für den Dialog die richtige Abmischung und Lautstärke zu finden und ein gutes Maß an Sound Effekten einzubauen. Ein Filmpublikum verliert mit zunehmender Dauer immer mehr an Aufmerksamkeit. Eine Tatsache, die ihre Zeitwahrnehmung außerhalb der Erzählung beeinflußt. Großartige Filme können Stunden dauern, einem aber kurz vorkommen, während schlechte Streifen von relativ kurzer Dauer einem wie eine Unendlichkeit erscheinen.

Wenn nach einem Film über seine Qualität gesprochen wird, beinhaltet dies oftmals auch seine Länge. Soundelemente tragen dazu bei, die Aufmerksamkeitsspannen zu verlängern, während man dem Publikum das Gefühl gibt, die Zeit wäre stehen geblieben.

Töne können gerade im Kino eigene Bilder erzeugen, Emotionen verstärken, Geschichten vorantreiben und ganz besondere Akzente setzen. Das Sound-Design ist als Element des Filmemachens immer wichtiger geworden und hat sich vom Handwerk zur Kunstform entwickelt.

Dabei setzt es auf die ultimativ ursprüngliche Beziehung zwischen Hören und Sehen. Unsere unterschiedlichen Sinnesorgane liefern uns voneinander unabhängige und in sich geschlossene Reize, die uns nur eine fragmentarische Wahrnehmung unserer Umwelt ermöglichen. Ich sehe was vor mir passiert, aber ich höre auch was hinter mir geschieht. Durch unsere assoziative Verknüpfung dieser Einflüsse entsteht also ein Mehrwert, den es durch optimales Sound Design zu perfektionieren gilt!

Einen solchen dramaturgischen als auch narrativen Mehrwert erhält man aber nur, wenn man Bild und Ton trotz ihrer Abstraktheit als noch zusammengehörig empfindet. Sieht man einen Hund und hört dazu ein Bellen, so ist dies zwar augenscheinlich miteinander verbunden, aber man erhält keinen Mehrwert, denn man hat nichts anderes erwartet.

Sound Design ist mehr als das. Man kann mit den Erwartungen des Zuschauers spielen, ihn ins Leere laufen lassen oder ihn total überraschen. Manigfaltige Möglichkeiten tun sich auf, um das Publikum in seinen Bann zu ziehen, beachtet man nur einige Regeln der menschlichen Empfindung.

Wichtig dafür ist, die Balance zu finden zwischen Spannung und Entspannung, einer Weiterentwicklung oder einer Wiederholung, Unbekanntem und Bekanntem, Brechen oder Einhalten von Erwartungshaltungen.

Über diese emotionale Ebene hinaus, gibt es aber noch mehr Dinge zu beachten, allen voran den Produktionsweg. Die Computer-Animation hat die Art der Produktion und den Produktionsweg des Sound Designs drastisch verändert. Die meisten 2D- und 3D-Produktionen werden dem Sound Designer nun in einem digitalen Videoformat geliefert.

Durch diesen schnellen Lieferweg kann das Erstellen des Soundtracks schon in die Phase der Preproduction einfließen und dem Sound Designer dadurch die Möglichkeit bieten, so bald wie nur möglich in den Prozess einzugreifen.

Der Produktionsweg wird hierbei in drei Phasen aufgeteilt:

Die Preproduction, die Production und die Postproduction.

Das Sprichwort „Du kannst es gut, schnell oder billig haben, aber immer nur zwei dieser drei Faktoren zusammen!“ bringt die drei elementaren Einflüsse einer Audioproduktion auf den Punkt.

In der praktischen Umsetzung kostet „gut“ Geld, „schnell“ ebenso, aber eigentlich ist Geld gar nicht vorhanden. Durch dieses Dilemma werden viele Anstrengungen im Sound Design schon vor der Postproduction wegen finanziellen, und nicht wegen künstlerischen, Ursachen im Keim erstickt.

Es „gut“ zu machen ist der am wenigsten verzichtbare der drei Punkte. Deshalb ist es ein weiterer Vorteil mit dem Sound Design schon in der Preproduction einzusteigen, da dies den Druck „schnell“ zu arbeiten erheblich verringert.

Ein relativ kleiner Prozentsatz, etwa 10%, des Produktionsbudgets wird üblicherweise in das Sound Design eines Filmes gesteckt, obwohl es ungleichermaßen mehr zum Wert des Films beiträgt. Umso weniger Zeit und Geld vorhanden ist, desto mehr wird die Produktion von einem guten Sound Design profitieren.

Man kann also sehen, dass es einige Dinge zu beachten gibt, um ein Sound Design effektiv, kostengünstig und dabei auch noch gut fürs Ohr verträglich zu gestalten.

Dies ist nur eine kurze Zusammenfassung aus der Studienarbeit „Sound Design für Animationen“, welche sich mit dem breiten Spektrum des Animationssoundtracks genauer befasst. Dazu gehören weiterhin die technischen, physikalischen und ästhetischen Aspekte, eine Übersicht über Soundbibliotheken und Möglichkeiten des legalen Erwerbs von Sounds und Musik im Internet, sowie ausführliche Definitionen der drei Grundfaktoren Dialog, Musik und Sound Effekte, sowie des gesamten Produktionswegs.

Die gesamte Ausarbeitung soll also eine kleine Hilfe bei der zukünftigen Gestaltung von Animationen und Filmprojekten darstellen, sowie eine Erleichterung beim Einstieg in die Welt des Sound Designs.

Dabei wünsche ich viel Spaß beim Lesen und viel Erfolg für alle anstehenden Aufgaben und Projekte!

Inhaltsverzeichnis:

Vorwort
Sound Design in Animationen 3
Elemente eines Soundtracks 4
Grundlagen
A. Sound Physik
1. Einleitung 7
2. Die Anatomie der Sinuskurve 8
3. Frequenz 9
4. Lautstärke 10
B. Wahrnehmung von Sound
1. Raumdefinition 11
2. Wahrnehmung in Stereo 12
3. Rhythmus und Tempo 13
4. Rauschen 13
5. Stille 13
C. Digitales Audio
1. Audio Capturing 14
2. Sampling/Abtastraten 15
3. Bit-Tiefe 15
Sound Design Theorie
A. Sound Klassifizierungen 17
B. Unterschiede auditiver und visueller Wahrnehmung 18
C. Sound und Zeitempfindung 18
D. Sound und räumliche Wahrnehmung 19
E. Sound von Charakteren 20
F. Spannung 20
G Geführte Wahrnehmung 21
Die 3 Säulen: Dialog-Musik-Effekte
A. Dialog
1. Definitionen 24
2. Charakterentwicklung durch Dialog 25
3. Die Wahl der Sprecher 25
4. Probleme bei der Dialogaufnahme 26
B. Musik
1. Definitionen 28
2. Die Rolle von Musik in Animationen 29
3. Der richtige Zeitpunkt 29
4. Musik-Datenbanken 31
1. Definitionen 34
2. Funktionen der Sound Effekte 35
3. Sound Effekte mit Konzept 35
4. Quellen für Sound Effekte 36
5. Foley 37
Der Produktionsweg
A. Preproduction
1. Überblick 39
2. Phasen der Preproduction
2.1 Entwicklung eines Konzepts 41
2.2 Storyboard 41
2.3 Temp Track und Pre-Score 42
2.4 Budget für die Audioproduktion 42
2.5 Projektmanagement 43
B. Production
1. Überblick 44
2. Produktionszeitplan für 2D-Animationen 44
3. Produktionszeitplan für 2D-Animationen 45
4. Begleitende Tätigkeiten des Sound Designers 46
C. Postproduction
1. Überblick 47
2. Entwicklung der Soundtrackelemente 47
3. Der Premix 47
4. Der finale Mix 48
5. Kanäle und Lautsprecher 48
6. Der Stereo-Mix 49
7. Mehrfachkanäle - Dynamisch oder Statisch 50
8. Mastering 52
9. Vorschläge für den endgültigen Mix 52
Schlussbemerkung
Das Ohr sieht mit 54

Automatisiert erstellter Textauszug:

Musik nicht von Szenensprüngen oder wechselnden Kamerapositionen abhängig. Vielmehr führt sie den Zuschauer in eine Szene ein, bringt sie ihm näher und verabschiedet ihn auch wieder aus ihr. Sourcemusik kann entweder On-Screen, z.B. als eine im Film spielende Band, oder Off-Screen, z.B. als ein Autoradio, auftreten. Sie besteht aus einerseits Originalsongs (solche, die extra für diesen Film geschrieben wurden) und angepassten Songs (schon vorher existierenden Songs, die teilweise für den Film neu aufgenommen werden). Größtenteils werden diese Songs nach ihrem passenden Inhalt zum Film ausgesucht. Eine gemeinsame Eigenschaft zum Underscore ist die Einführung in eine Szene, die durch die Einblendung der Musik vor dem Sprung in die nächste Einstellung erfolgt. Ebenso ist es üblich ein Thema durch die Sourcemusik einzuführen um es dann in einen Underscore übergehen zu lassen und elegant aus der Szene auszublenden. Anders als beim Underscore wird die Sourcemusik aber ständig mit dem Objekt oder der/den Person/en mitgeschwenkt, während der Underscore immer gleichmäßig als emotionale Untermalung zu vernehmen ist. [...]

Die Allgemeinheit sieht in dem Ausdruck „Soundtrack“ nur die Musik zum dazugehörigen Film. Die Filmindustrie defniert Soundtrack dagegen als den Zusammenschluß von Dialog, Musik und Sound Effekten, also allen drei Stämmen des Sounds. Der Musikanteil wird dabei als Score bezeichnet, der sich wiederum aus mehreren musikalischen Stücken zusammensetzt, den sogenannten Underscores und der Sourcemusik. Wichtiger Unterschied zwischen Soundtrack und Score ist die Entstehungsgeschichte. Während ein Soundtrack aus seinen Bestandteilen konstruiert wird, wird ein Score komponiert. Der Underscore wird einzig für das Publikum komponiert, da Personen im Film ihn nicht wahrnehmen. Er trägt wesentlich zur Entwicklung der Erzählung bei und trifft den Zuschauer vor allem auf emotionaler Ebene. Nicht um- [...]

Wenn wir eine Stimme hören, z.B. im Radio, entwickeln wir automatisch auch ein Bild zu dieser Stimme. Diese Tatsache beschreibt auch schon die Wichtigkeit von passender Stimme zu animiertem Charakter. Bei der Wahl des Sprechers ist es also wichtig, dass seine Stimmeigenschaften und sein Timbre zu der Figur passen, die er vertonen soll. Ebenso sollte man auf seine schauspielerischen Fähigkeiten und die damit verbundene richtige Betonung eines Textes achten, die der Handlung ihre Monotonie nehmen und dafür mehr Persönlichkeit geben. Dabei empfiehlt es sich, dem Sprecher auch einen gewissen Grad an künstlerischer Freiheit und Eigeninterpretation seines Textes zu gewähren, da die Sprache dadurch nur echter und nicht so gestellt wirkt. Animationsfilme, die sich keine teuren Sprecher für die - 25 - [...]

Arbeit zitieren:
Schleicher, Marco August 2006: Sound Design für Animationen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Dialog, Musik, Effekte, Produktion, Wahrnehmung

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