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Software, Werkzeug zur Arbeitsgestaltung

Die Bedeutung des "Benutzerbildes" der Software-Entwickler für die Software-Herstellung im Kontext neuer, flexibler Arbeitsorganisationskonzepte

Software, Werkzeug zur Arbeitsgestaltung
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Roland Adam
  • Abgabedatum: April 1999
  • Umfang: 93 Seiten
  • Dateigröße: 382,9 KB
  • Note: 3,3
  • Institution / Hochschule: Ludwig-Maximilians-Universität München Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-2965-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-2965-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-2965-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Adam, Roland April 1999: Software, Werkzeug zur Arbeitsgestaltung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Softwareentwicklung, Benutzerbilder, Arbeitsorganisation

Diplomarbeit von Roland Adam

Gang der Untersuchung:

Das Ziel meiner Arbeit bestand darin, die implizit vorherrschenden „Benutzerbilder“ in den „Köpfen“ der Softwareentwickler zu identifizieren und deren konkrete Bedeutung für die Softwareentwicklung herauszuarbeiten. Bezüglich der Untersuchungsmethode habe ich mich für eine qualitativ-empirische Befragung mit explorativer Ausrichtung entschieden, da es mir vor allem darum ging „erste richtungsweisende Befunde“ zu dieser Fragestellung zu bekommen, die dann in einer nachfolgenden, umfassenderen Forschungsarbeit zu erweitern und zu vertiefen wären.

In diesem zunächst inhaltlich und zeitlich begrenzten Rahmen habe ich meine Befragung auf den Bereich der Softwareentwickler begrenzt. Die Auswahl der Softwareentwickler erfolgte nicht zufällig, sondern beruhte auf persönlichen Kontakten zu dieser Branche, was mir im explorativen Kontext meiner Fragestellung als hinreichend erscheint. Weiterführende Untersuchungen wären dann auf einer größeren, quantitativ repräsentativeren Auswahlbasis sinnvoll.

Um dann umfassendere Antworten zu meiner Fragestellung zu gewinnen, wäre es sicherlich interessant auch die Benutzerseite zu befragen, um zu eruieren, inwieweit bestimmte „Benutzerbilder“ der Softwareentwickler Auswirkungen auf den konkreten Umgang der Benutzer mit Software in der betrieblichen Praxis haben. Desweiteren hätte man dadurch möglicherweise eine bessere Datenbasis um zu beurteilen, inwieweit eine bestimmte Form der Softwarenutzung (impliziert durch die Benutzerbilder der Entwickler) mit bestehenden und neuen Arbeitsorganisationskonzepten kollidiert bzw. in Zukunft kollidieren könnte.

Zum Zweck der Identifikation der „Benutzerbilder“ der Softwareentwickler habe ich nun im Konzeptionsschritt drei Benutzertypen „konstruiert“, die dann als Zuordnungsbasis für die Auswertung und Interpretation der Antworten dienten.

Die gewonnenen Ergebnisse wurden dann in einem abschließenden theoretischen Schritt in den Kontext neuer flexibler und ganzheitlicher Arbeitsorganisationskonzepte gestellt, da diese in Verbindung mit einer fortgeschrittenen Informationstechnologie (z.B. was die Anbindung von betrieblichen Arbeits- und Informationsstrukturen via Intranet/Internet-lösungen und E-mail angeht) gerade in letzter Zeit auf euphorische Weise propagiert werden.

Meine Absicht war es dabei festzustellen, ob sich zwischen den von mir identifizierten „Benutzerbildern“ der Softwareentwickler und den neuen Arbeitsorganisationskonzepten ein möglicher Widerspruch abzeichnet bzw. abzeichnen wird, d.h. ob die neuen Arbeitsorganisationskonzepte der Unternehmen, die mehr Flexibilität und Ganzheitlichkeit der Arbeit verlangen und versprechen und somit von den Individuen mehr Selbststeuerung, Eigenverantwortung und Kreativität verlangen, informationstechnisch unterstützt werden, oder ob durch die „Hintertür“ der Entwicklung wissenschaftlich formalisierter, restriktiver Softwareprodukte und -architekturen eventuell ein impliziter, „systemischer“ Kontrollmechanismus realisiert wird, der im tayloristischen Sinne die Ausweitung individueller Handlungsspielräume wieder beschränkt.

Die Beantwortung der Frage, „inwiefern“ bestimmte „Benutzerbilder“ mit neueren Arbeitsorganisationskonzepten im konkreten Anwendungskontext von Softwaretechnik „brechen“, wäre wie oben bereits erwähnt dann die Aufgabe einer weitergehenden systematischen Studie, welche insbesondere auch die Anwenderseite bzw. die Interaktionskontexte zwischen Hersteller- und Anwenderunternehmen in ihre Analysen mit einbezieht.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 5
2. Hauptteil 7
2.1 Eine empirische Untersuchung mittels explorativer Interviews zur Identifikation der vorherrschenden „Bilder und Vorstellungen“ der Softwareentwickler vom Benutzer 7
2.1.1 Theoretische Relevanz der empirischen Untersuchung 7
2.1.1.1 Die Bedeutung technischer Leitbilder 7
2.1.1.2 Das Leitbild der „systemischen Repräsentation“ 9
2.1.1.3 „Systemische Repräsentation“ - ein impliziter Kontrollmechanismus ? 12
2.1.1.4 Zusammenfassung 13
2.1.2 Zur Konzeption der Interview-Fragen (Fragen s. Anhang) 13
2.1.3 Konstruktion und Verwendung von „Benutzertypen“ und „Computermetaphern“ zur Fragenauswertung des Hauptbereichs 15
2.1.3.1 Der „rationale Benutzertyp“ und die Maschinenmetapher 19
2.1.3.2 Der „intelligente Benutzertyp“ und die Werkzeugmetapher 22
2.1.3.3 Der „intuitive Benutzertyp“ und die Mediummetapher 26
2.1.4 Auswertung: 33
2.1.4.1 Allgemeine Situation 33
2.1.4.2 Identifikation von „Benutzerbildern“ 33
2.1.5 Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse 61
2.2 Theoretische Einordnung der Ergebnisse: 62
2.2.1 Software - eine Technik im Spannungsfeld von Objektivierungs- und Subjektivierungsmöglichkeiten und ihre Bedeutung für die Arbeitsorganisaton 63
2.2.1.1 Grundlagen und Bedingungen der Objektivierungsmöglichkeiten für die Softwarenutzung: Die „Verwissenschaftlichung“ der Software -Technik als Medium 64
2.2.1.2 Grundlagen und Bedingungen der Subjektivierungsmöglichkeiten für die Softwarenutzung: Enttraditionalisierung und Individualisierung als Kennzeichen eines gesellschaftlichen Umbruchs in eine Chancen-Risiken- Dichotomie 69
2.2.2 Der Stellenwert moderner Softwaretechnologie für die Objektivierungs- und Subjektivierungspotentiale ihrer Nutzung im Arbeitsprozeß 73
2.2.2.1 Das Objektivierungspotential als komplexitätsreduziernde Basis der Softwaretechnologie - Dekontextualiserung von Information als notwendige Bedingung 73
2.2.2.2 Das Subjektivierungspotential - Subjektivität und Intuition als notwendige menschliche Fähigkeiten zur Rekontextualiserung von Information 75
2.2.2.3 Die Bedeutung moderner Informations- und Softwaretechnologien für das arbeitende Subjekt im Kontext neuer Arbeitsorganisationskonzepte 77
2.2.2.4 Das Problem der Kontingenz des Marktes 79
2.2.2.5 Die Chancen-Risiko-Dichotomie 80
3. Bewertender Ausblick 83
4. Literatur 85
5. Anhang 88

Automatisiert erstellter Textauszug:

Aus der Antwort dieses Entwicklers geht hervor, daß es unterschiedlich komplexe Anwendungsebenen der Softwarenutzung gibt: Der Computer als einfaches Schreibgerät, als flexibles aber definiertes mediales Werkzeug mit Standardfunktionen und als offenes, anpaßbares Werkzeug für komplexe Problemstellungen. Die Bedeutung des Computers bzw. der Software im jeweiligen Arbeitskontext des Benutzers ist demnach abhängig von der Komplexität der zu lösenden Aufgabe. Der Entwickler erwähnt in diesem Zusammenhang auch die Bedeutung von KI-Systemen, mit denen nach meiner Interpretation versucht wird, die hohe Komplexität schwieriger Problemlösungen auf die Ebene eines „einfachen Schreibgeräts“ zu reduzieren, um damit die Bedienung soweit zu vereinfachen, so daß „jedermann“, auch ohne spezielles Fach- bzw. Erfahrungswissen, einstmals komplexe Probleme quasi „per Knopfdruck“ lösen kann. Da das Komplexitätsproblem im Zusammenhang mit einem EDV-Einsatz nicht durch eine sukzessive Eliminierung menschlicher Eingriffsmöglichkeiten erreicht werden kann, wie auch aus der Antwort des Entwicklers (weiter oben beschrieben) hervorgeht, müßte gerade in „entgegengesetzter Richtung“ der menschliche [...]

Computer auch einiges können, etwa komplexe Informationen strukturieren u. suchen können, aber muß nicht so sehr flexibel sein. Er muß flexibel in der Suche sein, aber er hat bestimmte Fähigkeiten und Benutzungsprofile, die man ziemlich gut definieren kann. Er muß die Dienste (Email etc.) und Peripherie-Geräte steuern, er muß das Internet bedienen können, die Browserfunktion sauber ableisten oder auch Textverarbeitung. Es ist ein Werkzeug aber ein relativ definiertes Werkzeug. Man kann es eingrenzen u. ganz gut planen. In unserem Bereich ändert sich ständig was , andauernd werden neue technische Geräte eingesetzt (einmal geht es z.B. um Genauigkeit, dann um Schnelligkeit). Da gibt es ganz unterschiedliche Verständnisse davon was Information ist, Flexibilität von Information: ist Flexibilität so, daß ich einmal das Wort u. dann ein anderes suche oder ist sie strukturell flexibel (auf verschiedenen Ebenen suchen), also einmal suche ich ein Wort und dann suche ich einen ganzen Schlüssel, ich will eine ganze Grafik aufgezeigt bekommen, ich will interessante und uninteressante Infos unterscheiden. Es geht in die Richtung KI.“ 89 [...]

„...es gibt natürlich in vielen Büros die Nutzung, die keinen ärgert, wo der Computer nur als größere Schreibmaschine da steht...er ist einfach ein Arbeitsgerät wie der Kugelschreiber. Dann gibt es diesen medialen Bereich, in dem man in gewisser Weise abhängig wird vom Computer. Die Software muß dabei also sicher funktionieren und nur da sein, um relativ selbstverständliche Dinge zu erledigen wie mailen u. ausdrucken, aber sie darf nicht ausfallen.... ...Und dann gibt es den komplexeren Bereich, wo ich den Computer als intelligente Maschine in verschiedensten Bereichen benutze. Die brauchen den sehr flexibel, der muß dann sehr viel können, wie eben ein Werkzeugkasten. Das ist eine ganz andere Umgangsweise und auch ein ganz anderer Anfrage- und Informationsbedarf. Der erste will kaum Informationen aus dem Computer, vielleicht noch wie die Textdatei hieß, die er zum Thema X abgelegt hat. Der zweite hat schon mehr Ansprüche. Der will vielleicht wissen, wie hat sich eine Aktie gezeigt in den letzten paar Monaten. Da muß der [...]

Arbeit zitieren:
Adam, Roland April 1999: Software, Werkzeug zur Arbeitsgestaltung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Softwareentwicklung, Benutzerbilder, Arbeitsorganisation

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