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Socially Responsible Fundsmanagement

Dargestellt am Beispiel der deutschen Pensionskassen

Socially Responsible Fundsmanagement
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Oliver Terasa
  • Abgabedatum: Juni 2003
  • Umfang: 104 Seiten
  • Dateigröße: 722,1 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7589-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7589-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7589-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Terasa, Oliver Juni 2003: Socially Responsible Fundsmanagement, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Kapitalanlage, Nachhaltigkeit, bAV (Betriebliche Alterversorgung), Aktien, Deckungskapital

Diplomarbeit von Oliver Terasa

Problemstellung:

Die Anlage des Kapitals unterliegt im Rahmen der klassischen Finanzanalyse den Kriterien Rendite, Sicherheit und Liquidität. Abhängig von ihren jeweiligen Präferenzen bei der Anlage des Geldes gewichten Investoren diese unterschiedlich stark. In jüngster Zeit ist aber verstärkt die Erweiterung des Kriterienkatalogs um eine vierte Dimension zu beobachten: die Mittelverwendung. Die aktuelle Diskussion über das Thema „nachhaltige Entwicklung“, also die gleichberechtigte Berücksichtigung ökologischer, sozialer und ökonomischer Belange in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens, fand auch Eingang in die Anlage des Kapitals. Der Druck der öffentlichen Meinung und der Investoren veranlasste immer mehr Unternehmen, das Thema „soziale Verantwortung“ in Geschäftsberichten oder gar in seperaten Nachhaltigkeitsberichten aufzugreifen, Unternehmenskulturen neu zu definieren und den Dialog mit den verschiedenen Anspruchsgruppen (Stakeholdern) zu suchen.

Anthony Burgsman, CEO Unilever >>You cannot build shareholder value at the expense of society, otherwise society will eventually destroy your shareholder value.<< Nachhaltige Kapitalanlagen bzw. socially responsible investments (SRI), die bei der Anlage des Geldes ökologischen, sozialen und ethischen Kriterien unterliegen, können weltweit ein dynamisches Wachstum verzeichnen. In den USA wird heute bereits mehr als jeder zehnte Dollar in dieses Marktsegment investiert. Treiber dieser Entwicklung sind in erster Linie institutionelle Investoren wie Pensionsfonds, die durch ihre große Anlagemacht die Gelder ihrer Versicherten gezielt nachhaltig investieren. Europa hinkt zwar wie so oft der US-Entwicklung hinterher, ist aber auf gutem Wege aufzuholen. Große europäische Pensionsfonds wie ABP und PGGM aus den Niederlanden oder AP7 aus Schweden, die mit gut 330 Mrd. Euro zusammen bereits genauso viel Kapital verwalten wie die ganze zweite Säule der Altersversorgung in Deutschland ausmacht, haben das Thema aufgegriffen und investieren einen ersten Teil ihres Kapitals unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten. In anderen europäischen Ländern ist eine ähnliche Entwicklung zu beobachten.

Roderick Munsters, Vorstand und Managing Direktor of Investment, PGGM: Letztendlich werden alle institutionellen Investoren nachhaltig anlegen.

Langfristig wird dadurch die heute zu erzielende zusätzliche Rendite verschwinden.

Das ist das eigentliche Ziel. Diejenigen, die zuerst einsteigen, werden die höchsten Renditen einfahren.

In Deutschland ist mit der aktuellen Rentendiskussion und dem In-Kraft-Treten des „Gesetztes zur Reform der gesetzlichen Rentenversicherung und zur Förderung eines kapitalgedeckten Altersvermögens“ (Altersvermögensgesetz – AVmG) am 01.01.2002 gezielt die betriebliche Altersversorgung als zweite Säule der Alterssicherung in Deutschland gefördert worden. Die Pensionskassen als größter externer kapitalgedeckter Durchführungsweg können besonders von der jüngsten Entwicklung profitieren. Mit einem Kapitalanlagevolumen von derzeit 72,5 Mrd. Euro verfügen die Pensionskassen über eine ausreichend große Anlagemacht, die Kapitalströme auch in eine umwelt- und gesellschaftspolitische Richtung zu lenken. Das grundsätzliche Interesse an dem Thema nachhaltige Kapitalanlage und die Abwägung von Chancen und Risiken wird determinieren, ob und inwiefern Pensionskassen „Socially Responsible Funds- Management“ betreiben.

Die vorliegende Arbeit wird sich mit der Frage beschäftigen, ob Pensionskassen in ihrer Anlagepolitik bzw. im Portfoliomanagement nachhaltige Kapitalmarktkonzepte berücksichtigen. Was sind die Gründe für eine Einbindung von ökologischen, sozialen und ethischen Kriterien in das Anlagekonzept, welche sprechen dagegen und was muss erfüllt sein, damit Pensionskassen verstärkt in dieses Marktsegment investieren. Beide Entwicklungen – nachhaltige Kapitalanlagen, als auch die Renaissance der Pensionskassen durch die Förderung des AVmG – sind in Deutschland im Vergleich zum europäischen Ausland oder gar den USA erst in jüngster Vergangenheit quasi gleichzeitig richtig in das 9 Blickfeld des Interesses gerückt. Die Überschneidung dieser beiden Entwicklungen ist deshalb hochaktuell. Es existiert allerdings bis zum heutigen Zeitpunkt keine Studie, die die Fragestellung des „Socially Responsible Funds- Managements“ konkret für die deutschen Pensionskassen aufgreift. Neben der ausführlichen theoretischen Darstellung dieser beiden Entwicklungen wurde deshalb eine empirische Studie konzipiert, die in Verbindung mit den theoretischen Überlegungen konkrete Motive und Trends identifizieren soll. Mittels einer schriftlichen Umfrage bei den Pensionskassen sollen im Rahmen dieser Arbeit Erkenntnisse über den Wissens- und Informationsstand, die Anwendbarkeit der Nachhaltigkeitskriterien und die Aussichten für die Zukunft gewonnen werden.

Gang der Untersuchung:

Nach einer Einführung in die Thematik und Darstellung der Zielsetzung der vorliegenden Arbeit werden zunächst in Kapitel 2 die Veränderungen in der betrieblichen Altersversorgung und die spezielle Förderung der Pensionskassen durch das AVmG beschrieben. Dabei liegt der Fokus auf den Veränderungen bei der Anlage des Deckungskapitals. Gesetzliche Restriktionen und Auflagen für das Anlagemanagement sowie die Asset Allocation der Kassen schließen sich an. In Kapitel 3 folgt eine ausführliche Einführung in nachhaltige Kapitalanlagen.

Begriffserläuterungen und historische Entwicklung dieser Anlageform sowie konkrete nachhaltige Managementansätze in der Anlagepolitik werden detailliert dargestellt. Danach wird ein Überblick über nachhaltige Kapitalmarktprodukte und die Marktsituation in den USA, Europa und Deutschland gegeben.

Zentraler Punkt in Kapitel 4 ist die Auswertung und Analyse der empirischen Studie. Aufbauend auf den zentralen Aussagen dieser Studie werden wesentliche Probleme nochmals deutlicher hervorgehoben und mögliche Handlungsanweisungen für deren Lösung dargestellt. Anreize für ein Investment von Pensionskassen in nachhaltige Kapitalmarktprodukte und die Entwicklung im europäischen Ausland schließen sich an. In Kapitel 5 erfolgt eine zusammenfassende Betrachtung sowie ein Überblick über mögliche Trends und die zukünftige Entwicklung.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis 3
Abbildungsverzeichnis 5
Tabellenverzeichnis 6
1. Einleitung 7
1.1 Problemstellung 7
1.2 Forschungsleitende Fragestellung 8
1.3 Aufbau der Arbeit 9
2. Pensionskassen 10
2.1 Betriebliche Altersversorgung 10
2.1.1 Rentenreform – Katalysator für die betriebliche Altersversorgung 10
2.1.2 Durchführungswege der betrieblichen Altersversorgung 13
2.1.3 Weitere Entwicklung 16
2.2 Pensionskassen und Deckungskapital 19
2.3 Anlage des Deckungskapitals der deutschen Pensionskassen 20
2.3.1 Gesetzliche Restriktionen in der Anlagepolitik 21
2.3.2 Asset-Liability-Management und „Stress-Tests“ 24
2.3.3 Kapitalanlagestruktur der deutschen Pensionskassen 26
2.4 Schaffung eines EU-Binnenmarktes für die betriebliche Altersversorgung 28
3. Nachhaltige Kapitalanlagen 31
3.1 Nachhaltigkeit: Terminologie und historische Entwicklung 32
3.1.1 Nachhaltigkeit als zentrales Leitbild 32
3.1.2 SRI und nachhaltige Kapitalanlage 34
3.1.3 Historische Entwicklung nachhaltiger Kapitalanlagen 36
3.2 Managementansätze von nachhaltigen Kapitalanlagen 39
3.2.1 Aktive und passive Strategien des nachhaltigen Portfoliomanagements 40
3.2.2 Deckung des Informations- und Kommunikationsbedarfes 45
3.3 Anlagemöglichkeiten für nachhaltige Gelder 48
3.4 Aktuelle Marktsituation bei nachhaltigen Kapitalanlagen 52
3.5 Nachfragemotive und -tendenzen privater und institutioneller Investoren 58
3.5.1 Nachfragemotive 58
3.5.2 Nachfragetendenzen 60
4. Pensionskassen und nachhaltige Kapitalanlagen 63
4.1 Eigene empirische Studie 63
4.1.1 Aufbau der Studie 63
4.1.2 Ergebnisse der schriftlichen Umfrage 66
4.1.2.1 Bekanntheitsgrad von nachhaltigen Kapitalanlagen 66
4.1.2.2 Anwendbarkeit der Nachhaltigkeitskriterien für die Pensionskassen 69
4.1.2.3 Aussichten für die Zukunft 72
4.1.2.4 Zusammenfassung der Umfrageergebnisse 74
4.1.3 Unbestimmtheit des Nachhaltigkeitskonzeptes als zentrales Problem 75
4.2 Performance und Risiko von nachhaltigen Kapitalanlagen 77
4.3 Anreize für Pensionskassen, nachhaltig zu investieren 81
5. Fazit 87
Anhang 90
Literaturverzeichnis 97

Automatisiert erstellter Textauszug:

56 rope erstellt wurde. Für Dezember 2001 erfasst die Studie 280 europäische SRI Fonds. Dies entspricht einem Anstieg von 78% im Vergleich zu 1999 und dieser deutliche Anstieg wiederum machte SRI zu einem der wachstumsstärksten Bereiche innerhalb der Fondsbranche. Die Fondsvolumina aller erfassten Fonds stiegen, und zwar während des betreffenden Zeitraumes – und trotz negativer Wertentwicklung bei der Mehrheit der SRI Fonds in der zweiten Hälfte 2001 – um 30% von 11,1 Milliarden Euro auf 14,4 Milliarden Euro. Nahezu 60% des Anlagevolumens der Fonds waren in Großbritannien, Schweden und den Niederlanden investiert; nach Italien, der Schweiz, Frankreich und Belgien folgt Deutschland auf Rang 8 in Bezug auf in Nachhaltigkeitsfonds investierte Mittel. [...]

Bonds: Im Zuge der Schwäche an den Aktienmärkten in den letzten Jahren sind verstärkt Anleihen in den Blickpunkt der Anleger gerückt. Gleichzeitig lässt sich aber feststellen, dass die Vertrauenskrise der Aktienbörsen auf die Obligationenmärkte überspringt. Die Folge: Anleger lassen mehr Vorsicht walten und setzen höhere Anforderungen an die Schuldnerqualität. Wie bei Aktien rückt daher das Prinzip der Nachhaltigkeit auch bei Anleihen verstärkt in den Investoren-Fokus. Emittenten, die keinen Raubbau an der Umwelt betreiben und verantwortungsvoll mit ihren Anspruchsgruppen, wie z.B. Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten, umgehen, sind geringeren Risiken ausgesetzt und versprechen eine Rendite, welche die herkömmlicher Anleihen langfristig übertreffen sollte. Abhängig vom jeweiligen Schuldner ist die Anlage in nachhaltige Corporate Bonds (Unternehmensanleihen), Government Bonds (Staatsanleihen) und Institutional Bonds (Anleihen ausgewählter Organisationen) möglich. Anleihen nachhaltiger Unternehmen, Staaten und Organisationen kennzeichnen zusammenfassend folgende Punkte: Sicherer als die herkömmlichen Emittenten Rentabel und langfristig mindestens vergleichbare Anlageergebnisse bietend Erlauben es Anlegern, Wertvorstellungen bei der Geldanlage umzusetzen [...]

Die unterschiedlichen Fondsarten werden in der Regel nach der Ertragsverwaltung, der Art der Anlagewerte und der Zielgruppe unterschieden.86 So wird zum Beispiel zwischen Publikums- und Spezialfonds unterschieden. Während bei Publikumsfonds Anteilscheine von jedermann erworben werden können, bleibt die Anlage in Spezialfonds nur einem begrenzten Anlegerkreis vorbehalten. Meist handelt es sich um institutionelle Anleger, wie etwa Versicherungsunternehmen, Pensionskassen, Stiftungen etc. Spezialfonds dürfen nicht mehr als zehn Anteilinhabern zugänglich sein. Der Spezialfond unterliegt ebenso dem Gesetz über Kapitalanlagegesellschaften (KAGG) wie auch der besonderen Aufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Das Fondsvermögen deutscher Spezialfonds belief sich Ende 2001 auf über 500 Mrd. Euro. In deutschen Publikumsfonds waren zum gleichen Zeitpunkt knapp 418 Mrd. Euro investiert.87 [...]

Arbeit zitieren:
Terasa, Oliver Juni 2003: Socially Responsible Fundsmanagement, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Kapitalanlage, Nachhaltigkeit, bAV (Betriebliche Alterversorgung), Aktien, Deckungskapital

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