Social Software im Marketing
Eine Analyse über Potentiale und Risiken beim Einsatz von Weblogs im Hochschulmarketing
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Torsten Liebig
- Abgabedatum: Juli 2006
- Umfang: 81 Seiten
- Dateigröße: 2,3 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Hochschule Mittweida (FH) Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9758-3
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9758-3 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9758-3 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Liebig, Torsten Juli 2006: Social Software im Marketing, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: web 2.0, High-Involvement, Bloggen, Weblog-Autor, Student
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Diplomarbeit von Torsten Liebig
Problemstellung:
2004 wurden das Wort „googeln“ in den Duden als neuer Begriff aufgenommen. „Googeln“ wird lapidar mit „im Internet, bes. in Google suchen“ beschrieben. Die Aufnahme eines auf einem rechtlich geschützten Markennamen basierenden Verbs in den offiziellen deutschen Wortschatz, eines Anglizismus, der noch dazu auf einem noch nicht einmal zehn Jahre alten Unternehmensnamen basiert, ist nur ein Indiz unter vielen, anhand derer sich die Bedeutung des Internets für die Informationsrecherche erkennen lässt.
Informationsrecherche ist ein wesentlicher Bestandteil jeglicher Entscheidungsfindung. Meinungsbildung findet demzufolge in zunehmend im Internet statt. Dies gilt in besonderem Maße für Studienbewerber, die als jüngere Generation ein deutlich aktiveres Internetnutzungsverhalten vorweisen. Aus der Sicht des Marketing ist das Studium jedoch ein besonderes Gut: eine rein faktische Beschreibung des Studiengangs wird den wenigsten Bewerbern als Basis für ihre Entscheidung ausreichen, weil sie sich anhand derartiger Informationen noch keine Vorstellung vom zukünftigen Hochschul- und Studienleben machen können, gleichzeitig bestimmt die Entscheidung für einen Studiengang den gesamten Lebensweg des Bewerbers und besitzt demzufolge einen extrem hohen Stellenwert.
Damit werden gänzlich andere Informationsrechercheprozesse in Gang gesetzt als dies bei der Informationsrecherche für eine Schulaufgabe der Fall wäre. In solchen Fällen nimmt die Bedeutung interpersonaler Kommunikation zu, um anhand der Erfahrungen anderer das Risiko einer Fehlentscheidung zu minimieren.
Interpersonale Kommunikation findet mehr und mehr computervermittelt statt. Bestes Beispiel sind Weblogs, die als Symbiont von Homepages und Diskussionsforen dialogische Kommunikation stimulieren. Demzufolge weisen Weblogs enorme Potentiale für Marketingzwecke auf.
Gang der Untersuchung:
Die vorliegende Arbeit untersucht Potentiale und Risiken im Hochschulmarketing durch den Einsatz persönlicher Studentenweblogs. Dazu wird im theoretischen Teil das Gut „Studium“ auf marketingrelevante Besonderheiten analysiert, das Mediennutzungsverhalten von Jugendlichen skizziert und auf Weblogs als neue Kommunikationsform im Internet eingegangen. Damit wird die Bedeutung des Internets zur Informationsrecherche verdeutlicht und gleichzeitig das Phänomen Weblog erklärt, welches exponentielle Wachstumsraten aufweist. Zugleich zeigt sich im Theorieteil, welche Bedeutung Weblogs als computervermittelte interpersonale Kommunikation im Hochschulmarketing zukommen kann.
Im anschließenden praktischen Teil wird untersucht, welche Risiken das Marketing durch Weblogs birgt und welches Weblog-Nutzungsverhalten für Studenten zu erwarten ist. Dazu wird auf haftungsrechtliche und kommunikationspolitische Risiken eingegangen und eine Prognose über die voraussichtliche Nutzung von Weblogs von Studenten auf Basis einer Analyse der bestehenden statischen Studentenhomepages erstellt.
Ziel der Arbeit ist, Potentiale und Risiken der Marketing-Nutzung von Weblogs im Hochschulbereich zu skizzieren.
Inhaltsverzeichnis:
| 0. | Einleitung | 1 |
| 0.1 | Ausgangspunkt | 1 |
| 0.2 | Gang der Untersuchung und Zielsetzung der Arbeit | 2 |
| 1. | Marketingtheoretische Überlegungen | 3 |
| 1.1 | Grundüberlegungen | 3 |
| 1.2 | Der Vorgang der Entscheidungsfindung im Marketing | 5 |
| 1.2.1 | Involvement und Informationssuche | 5 |
| 1.2.2 | Bedeutung verschiedener Informationsquellen | 7 |
| 1.3 | Güterspezifisches Marketing | 10 |
| 1.4 | Schlussfolgerungen für das Hochschulmarketing | 12 |
| 2. | Mediennutzung und Informationsrecherche von Jugendlichen | 14 |
| 2.1 | Einleitung | 14 |
| 2.2 | Mediennutzungsverhalten Jugendlicher | 14 |
| 2.2.1 | Jugendliche Gebildete als internetaffinste Bevölkerungsgruppe | 14 |
| 2.2.2 | Parallele Nutzung aller Kanäle | 15 |
| 2.2.3 | Aktive Mediennutzung | 17 |
| 2.2.4 | Nutzungstypologie junger Onliner | 19 |
| 2.3 | Informationsrecherche | 20 |
| 2.3.1 | Typen von Informationssystemen | 21 |
| 2.3.2 | Informationsrecherche im Zeitalter des Internets | 22 |
| 2.4 | Schlussfolgerungen für das Hochschulmarketing | 24 |
| 3. | Weblogs und Blogosphäre | 25 |
| 3.1 | Einleitung | 25 |
| 3.2 | Begriff und Definition Weblog | 26 |
| 3.2.1 | Größe und Demografie der Blogosphäre | 28 |
| 3.3 | Weblogs als neuer Trend im Netz | 30 |
| 3.3.1 | Einordnung in bestehende Kommunikationsformen | 30 |
| 3.3.2 | Gratifikationen beim Führen von Weblogs | 32 |
| 3.3.3 | Weblogs – ein überschätztes Phänomen? | 35 |
| 3.4 | Weblogs als Social Software | 36 |
| 3.4.1 | Typische Nutzungsszenarien von Weblogs | 37 |
| 3.4.2 | Internet und Nanozielgruppen | 39 |
| 3.5 | Bedeutung von Weblogs für die Marktkommunikation | 41 |
| 3.6 | Zusammenfassung: Potentiale von Weblogs im Hochschulmarketing | 43 |
| 4. | Weblogs im Hochschulmarketing – Studenten als Weblog-Autoren | 46 |
| 4.1 | Einleitung | 46 |
| 4.2 | Haftungsrisiken für die Hochschule | 47 |
| 4.2.1 | Problemstellung | 47 |
| 4.2.2 | Haftungsstufen für Fremdinhalte im Internet | 48 |
| 4.2.3 | Vermeidung haftungsrechtlicher Konsequenzen | 50 |
| 4.3 | Imagerisiken | 51 |
| 4.3.1 | Kommunikationskrisen durch Weblogs – der Kryptonite-Fall | 52 |
| 4.3.2 | Negative Darstellung in Weblogs, Diffamierungen | 53 |
| 4.3.3 | Mittel zur Verringerung von Kommunikationsrisiken | 55 |
| 4.4 | Voraussichtliche Entwicklungen | 57 |
| 4.4.1 | Internet-Publikationsverhalten von Studenten der Hochschule Mittweida | 59 |
| 4.4.2 | Untersuchungsgegenstand und Methodik | 59 |
| 4.4.3 | Ergebnisse | 61 |
| 4.4.4 | Diskussion der Ergebnisse | 62 |
| 4.5 | Schlussfolgerungen für das Hochschulmarketing | 63 |
| 5. | Fazit | 65 |
| 5.1 | Ausblick | 67 |
| Literaturverzeichnis | 68 |
Die Möglichkeiten des Personal Publishing durch Weblogs bedingen eine Veränderung der Medienstruktur. Massenmediale Kommunikation war vor der Entwicklung des Internets ein professionelles Feld, in dem Journalisten Themen an ein disperses Massenpublikum kommunizierten. Die Kommunikatoren der Massenmedien mussten darauf achten, mit ihrem Programmangebot eine ausreichend große Zielgruppe anzusprechen, um die erheblichen Kosten für Programmproduktion und –distribution anhand von verkauften Werbeplätzen decken zu können. Das Internet verändert diese Situation. Die Kosten für die Produktion von Inhalten sinken auf ein Minimum, weil bis auf einen Computer mit Internetzugang keine weiteren technischen Mittel wie zum Beispiel Druckmaschinen oder professionelle Schnitttechnik benötigt werden. Gleichzeitig skalieren die Distributionskosten direkt mit der Anzahl der Rezipienten, da Datenverkehr nur für tatsächlich „einschaltendes“ Publikum entsteht. Wenige Rezipienten bedeuten also geringe Distributionskosten. [...]
Social Software bezeichnet weit mehr als die reinen Möglichkeiten von Weblogs. Unter diesen Begriff fallen neben Weblogs auch Dienste wie flickr (www.flickr.com), welches das Sammeln und Veröffentlichen und Verschlagworten von Fotos erlaubt, openBC (www.openBC.com), welches das persönliche Netzwerk im Internet abbildet, lastfm (www.last.fm), das anhand einer Nutzerdatenbank Musikvorschläge entsprechend dem eigenen Geschmack bietet und YouTube (www.youtube.com), bei dem Nutzer Videos veröffentlichen und bewerten können. All diesen Diensten ist gemein, dass sie lediglich einen Dienst bereitstellen, während die Inhalte von den Nutzern selber eingestellt und veröffentlicht werden. Da die Bildung sozialer Netze erst ab einer kritischen Masse an Nutzern funktioniert, bieten die Diensteanbieter kostenlose Basisdienste und ein sehr unkompliziertes Nutzerinterface an, um die die Hemmschwelle zur Nutzung sehr niedrig zu halten. [...]
Das amerikanische PR-Unternehmen Edelman hat sich Ende 2005 näher mit dem Phänomen Weblogs auseinandergesetzt und in einer Umfrage unter anderem Blogger nach ihrer Motivation befragt. Dazu gaben 33,9% aller Blogger als Hauptgrund an, durch Bloggen als „Autorität in ihrem Feld“ erscheinen zu wollen (Edelman 2005), weitere 20,4% bestimmten als Hauptgrund die Option „um mit anderen in Kontakt zu kommen“. Ähnliches findet Schmidt in seiner Analyse der Webloggemeinschaft twoday.net. Hier gaben 59,7% der Befragten gaben an, „mit anderen eigene Gedanken und Erlebnisse austauschen zu wollen“, 22,6% an, ihr „Wissen anderen zugänglich machen“ zu wollen (Schmidt 2005, S.57). Allen Antwortmöglichkeiten liegt dabei das menschliche Grundbedürfnis nach sozialer Zugehörigkeit bzw. sozialer Anerkennung 32 [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832497583
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Liebig, Torsten Juli 2006: Social Software im Marketing, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
web 2.0, High-Involvement, Bloggen, Weblog-Autor, Student



