Social Marketing in der Sozialwirtschaft
Ein Instrument zur Unterstützung von Innovationsprozessen in Einrichtungen und Verbänden der Sozialen Arbeit
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Eike Christian Reinfelder
- Abgabedatum: Juli 2005
- Umfang: 163 Seiten
- Dateigröße: 819,5 KB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Leuphana Universität Lüneburg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9182-6
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9182-6 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9182-6 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Reinfelder, Eike Christian Juli 2005: Social Marketing in der Sozialwirtschaft, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Strukturveränderungen Sozialwirtschaft, Neue Steuerungsinstrumente, Strategisches Marketing, Operatives Marketing, Explorative Interviews
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Diplomarbeit von Eike Christian Reinfelder
Einleitung:
In den vergangenen Jahren zeichneten sich diverse politisch initiierte Reformen für Umstrukturierungen in der Gesellschaft verantwortlich. Merkmal dieser Reformen sind in erster Linie weitreichende Strukturveränderungen im System der sozialen Sicherung der Bundes Republik Deutschland. Hier verschiebt sich das traditionelle Verständnis vom Wohlfahrtsstaat zunehmend dahingehend, dass die Verantwortung des Staates bei der sozialen Sicherung durch ein mehr an Eigenverantwortung in der Gesellschaft ersetzt wird. Insbesondere soziale Unternehmen der Sozialwirtschaft, zu denen auch die Einrichtungen und Verbände der Sozialen Arbeit zu zählen sind, waren und sind dabei von den Reformen betroffen. Denn ihre Aufgaben und Funktionen, die sie in der Gesellschaft wahrnehmen, bringen per se eine starke Abhängigkeit von staatlichen Leistungen und Zuwendungen mit sich.
Darüber hinaus, erfüllen sie mit ihren sozialen Dienstleistungen Aufgaben, die von gesamtgesellschaftlichem Interesse sind. Dieses Interesse bringt es mit sich, dass sich soziale Unternehmen kontinuierlich den Veränderungen in ihrer Umwelt anpassen müssen, die Lebenswelt der Individuen zu berücksichtigen haben, um sich so fortwährend auf die Bedürfnisse und sozialen Anliegen der Gesellschaft einzustellen.
Der politische Paradigmenwechsel und Veränderungen in der Lebenswelt der Individuen wirken sich also zugleich auf das Handeln sozialer Unternehmen aus. Auf der einen Seite hielten so in den vergangenen Jahren zunehmend neue Steuerungsinstrumente, wie das Kostencontrolling und das Qualitätsmanagement, Einzug in die Sozialwirtschaft, womit primär die steigende Verantwortung zum wirtschaftlichen Agieren sozialer Unternehmen unterstrichen wird. Auf der anderen Seite, und dies kann auch als Ausdruck der Reformpolitik betrachtet werden, wirkten sich zugleich die veränderte Akzeptanz von sozialen Anliegen, ein neues Wertebewusstsein und veränderte Bedürfnisstrukturen in der Gesellschaft auf ihre Arbeit aus.
Im Sinne eines nachhaltigen Bestehens sozialer Unternehmen unter den gegebenen Bedingungen, sind also Steuerungsinstrumente gefragt, die notwendige Innovationsprozesse vor den o.g. Hintergründen begleiten und unterstützen. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit soll sich so dem Social Marketing angenommen werden.
Gang der Untersuchung:
Dazu werden in Kapitel 2 diejenigen Indikatoren und veränderten Rahmenbedingungen für soziale Unternehmen herausgestellt, die die Notwendigkeit neuer Handlungsinstrumente, wie des Social Marketings, begründen.
In Kapitel 3 wird auf das Instrument selbst eingegangen. Dazu wird sich einer Ableitung aus dem kommerziellen Marketing bedient, wobei zugleich die Besonderheiten des Marketings in der Sozialwirtschaft herausgestellt werden. Darüber hinaus, wird auf die Entscheidungsebene des angewandten Social Marketings eingegangen.
Kapitel 4, 5 und 6 befassen sich mit dem Prozess des angewandten Social Marketings. In Kapitel 4 wird die Grundmethodik der Marketingplanung vorgestellt. Kapitel 5 beschäftigt sich mit der strategischen Marketingplanung. Inhaltlich geht es hier um Methoden zur Analyse der IST- Situation von sozialen Unternehmen und darauf aufbauend um die Ziel- und Strategiebestimmung im Marketingprozess. In Kapitel 6 werden dann mit der operativen Planung die Entscheidungstatbestände und Maßnahmen vor-gestellt, die sozialen Unternehmen mit der Anwendung von Social Marketing zur Verfügung stehen. Ein besonderer Schwerpunkt wird dabei auf die kommunikationspolitischen Maßnahmen gelegt, die insbesondere die Beziehungen sozialer Unternehmen zu ihrer Umwelt beeinflussen können.
In einem letzten Teil, mit Kapitel 7, werden dann einige allg. Bemerkungen zum Marketing folgen, wobei insbesondere auf die Chancen und Perspektiven des Marketings eingegangen wird.
Zur Bearbeitung der Diplomarbeit wurden darüber hinaus drei Interviews geführt. Das Ziel der Interviews war es, die Umsetzungsmomente des Social Marketings in der Praxis näher zu betrachten. Ihre inhaltliche Aufnahme finden die Ergebnisse der Interviews in den jeweiligen Kapiteln der vorliegenden Arbeit. Die Interviews werden dabei keinen repräsentativen Ansprüchen gerecht und entsprechen der qualifizierten Interviewform. Die Interviewprotokolle sind der im Anhang beigefügten CD zu entnehmen. Um die Anonymität der Interviewpartner zu wahren, werden die Interviews aber nur den berechtigten Personen, in diesem Fall dem Erst- und Zweitprüfer der vorliegenden Arbeit, zur Verfügung gestellt.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | IV | |
| Abkürzungsverzeichnis | V | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Gesellschaftliche Rahmenbedingungen der Sozialwirtschaft | 4 |
| 2.1 | Begriff und Gegenstand der Sozialwirtschaft | 4 |
| 2.1.1 | Träger der Sozialwirtschaft | 5 |
| 2.1.2 | Soziale Dienstleistungen | 9 |
| 2.2 | Strukturveränderungen in der Sozialwirtschaft | 12 |
| 2.2.1 | Finanzierung sozialer Dienstleistungen | 12 |
| 2.2 | Exkurs: Neue Steuerungsmodelle | 15 |
| 2.2.3 | Rechtliche Rahmenbedingungen | 17 |
| 2.2.4 | Das Umfeld sozialer Unternehmen | 19 |
| 2.2.5 | Marktprinzipien sozialer Dienstleistungen | 21 |
| 2.3 | Zusammenfassung | 23 |
| 3. | Social Marketing | 25 |
| 3.1 | Begriff und Gegenstand des kommerziellen Marketings | 25 |
| 3.2 | Begriff und Gegenstand des Social Marketings | 27 |
| 3.2.1 | Social Marketing als Ansatz zur Unterstützung sozialer Anliegen in der Gesellschaft | 27 |
| 3.2.2 | Social Marketing in der Erwerbswirtschaft | 28 |
| 3.2.3 | Social Marketing als Marketing sozialer Unternehmen | 29 |
| 3.3 | Die Austauschbeziehungen im Social Marketing | 30 |
| 3.4 | Social Marketing und die Entscheidungsorgane | 33 |
| 3.5 | Zusammenfassung | 35 |
| 4. | Angewandtes Social Marketing | 37 |
| 4.1 | Die Marketingkonzeption | 38 |
| 4.2 | Die Aufgabenteilung der Planungsschritte | 41 |
| 5. | Strategische Planung | 43 |
| 5.1 | Umweltanalyse | 44 |
| 5.1.1 | Allgemeine Umwelt | 45 |
| 5.1.1.1 | Politisch-rechtliche Umwelt | 46 |
| 5.1.1.2 | Soziokulturelle Umwelt | 46 |
| 5.1.1.3 | Technologische Umwelt | 48 |
| 5.1.1.4 | Makro- ökonomische Umwelt | 50 |
| 5.1.2 | Aufgaben Umwelt | 51 |
| 5.1.2.1 | Stakeholderanalyse | 52 |
| 5.1.2.2 | Konkurrenzanalyse | 56 |
| 5.1.2.3 | Analyse der vor- und nachgelagerten Leistungen | 59 |
| 5.1.3 | Bewertung der Umweltanalyse | 60 |
| 5.2 | Organisationsanalyse | 61 |
| 5.2.1 | Ressourcenanalyse | 62 |
| 5.2.2 | Wertketten- Analyse | 64 |
| 5.2.3 | Leitlinien sozialer Unternehmen | 66 |
| 5.2.4 | Exkurs: Corporate Identity | 68 |
| 5.2.5 | Bewertung der Organisationsanalyse | 70 |
| 5.3 | Zielbestimmung sozialer Unternehmen | 71 |
| 5.3.1 | Grundsätzliche Probleme der Zielbestimmung | 74 |
| 5.3.2 | Methodik der Zielbestimmung | 75 |
| 5.3.3 | Bewertung der Zielbestimmung | 79 |
| 5.4 | Strategienbestimmung sozialer Unternehmen | 80 |
| 5.4.1 | Grundsätzliche Probleme der Strategiebestimmung | 81 |
| 5.4.2 | Methoden der Strategienbestimmung | 81 |
| 5.4.3 | Bewertung der Strategiebestimmung | 89 |
| 6. | Operative Planung | 90 |
| 6.1 | Konzeptionelle Zusammenhänge im Marketingprozess | 91 |
| 6.2 | Marketingmix | 93 |
| 6.2.1 | Leistungspolitik | 93 |
| 6.2.1.1 | Leistungsarten und Leistungsnutzen | 94 |
| 6.2.1.2 | Leistungsstruktur | 97 |
| 6.2.1.3 | Berücksichtigung des Produktlebenszyklus | 98 |
| 6.2.1.4 | Entscheidungstatbestände in der Leistungspolitik | 99 |
| 6.2.2 | Preispolitik | 104 |
| 6.2.3 | Distributionspolitik | 107 |
| 6.2.4 | Kommunikationspolitik | 109 |
| 6.2.4.1 | Gegenstand der Kommunikationspolitik | 110 |
| 6.2.4.2 | Grundlagen der Kommunikationspolitik | 112 |
| 6.2.4.3 | Maßnahmen der Kommunikationspolitik | 115 |
| 6.2.4.3.1 | Werbung | 115 |
| 6.2.4.3.2 | Public- Relations | 119 |
| 6.2.4.3.3 | Social- Sponsoring | 123 |
| 6.2.4.3.4 | Direkt Marketing | 133 |
| 6.3 | Bewertung des Marketingmix | 142 |
| 7. | Allgemeine Anmerkungen zum Social Marketing | 144 |
| Literaturverzeichnis | 153 |
Ein weiterer Aspekt in der Nutzensteigerung bezieht sich auf die Positionierung eines sozialen Unternehmens gegenüber seinen Mitbewerbern. So können die genannten Nutzen, die den Kunden einer Dienstleistung zukommen, je nach Einrichtung und ausgehend von derselben Kernleistung durchaus unterschiedlich sein. Entsprechend, soweit die sonstigen Rahmenbedingungen wie die prinzipielle Verfügbarkeit und die Formen der Leistungsfinanzierung dafür sprechen, können die Entscheidungen der Kunden Für oder Gegen eine Einrichtung bzw. eine Dienstleistung der Einrichtung u.U. ganz wesentlich von einzelnen Nutzenmerkmalen abhängig sein. Um wieder ein Beispiel zu nennen, könnten hier stationäre Altenpflegeeinrichtungen genannt werden. Denn neben der eigentlichen Kernleistung, d.h. der Bereitstellung von stationärem Wohnraum und der Versorgung der Pflegebedürftigen, üben einzelne Merkmale, wie der Standort einer Einrichtung, die Ausstattung des Wohnraumes, die Personalstruktur und die Leitbildbestimmung (konfessionsgebundene versus wertneutrale Ausrichtungen), ggf. einen wesentlichen Einfluss auf die Entscheidungen der Kunden aus. [...]
Zweitens sind die Marketinginstrumente im Sinne des Marketingmix aufeinander abzustimmen und koordiniert einzusetzen. Denn ähnlich wie im kommerziellen Marketing, stehen sozialen Unternehmen eine Vielzahl von Marketinginstrumenten zur Verfügung, die den Marketingmix zu einer komplexen Koordinationsaufgabe werden lassen. Verantwortlich dafür sind wiederum die differenzierten Austauschbeziehungen beim Produkt der sozialen Dienstleistung und auch der oftmals begrenzte finanzielle Rahmen, so dass neben der Auswahl- und Koordination der geeigneten Instrumente auch wieder eine Abstimmung zu den Ordnungskriterien der Stakeholderanalyse und der Zielbestimmung zu erfolgen hat (ebd.: 486). M.a.W. müssen die Social Marketing anwendenden sozialen Unternehmen im Einzelfall den Sinn der einzusetzenden Instrumente sehr genau beurteilen können, um einen effizienten Einsatz der finanziellen Mittel zu gewährleisten. [...]
In der letzten Stufe der Marketingkonzeption, werden auf Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse in der Planungs- und Analysephase sowie den im Anschluss daran vorgenommen Ziel- und Strategiebestimmungen, konkrete Handlungsschritte durch die Anwendung von Marketinginstrumenten eingeleitet. Mit Marketinginstrumenten sind alle Aktivitäten einer Organisation gemeint, die aus Sicht der Entscheidungsträger die Austauschbeziehungen hinter dem Produkt der sozialen Dienstleistungen beeinflussen können. Für soziale Unternehmen geht es also primär um Instrumente, die die Abnahme einer sozialen Dienstleistung und ihre Akzeptanz auf Seiten der Nachfrager bzw. Kunden fördern. Dies können wieder einzelne verhaltensbeeinflussenden Kampagnen sein, bestimmte Zielgruppen, die angesprochen werden sollen oder weitere, in Analogie zu den Organisationszielen zu erreichende SOLL- Zustände. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832491826
Arbeit zitieren:
Reinfelder, Eike Christian Juli 2005: Social Marketing in der Sozialwirtschaft, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Strukturveränderungen Sozialwirtschaft, Neue Steuerungsinstrumente, Strategisches Marketing, Operatives Marketing, Explorative Interviews



