Social Entrepreneurship: Begriff, Beispiele und gesellschaftliche Bedeutung
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Michaela Vormoor
- Abgabedatum: August 2011
- Umfang: 36 Seiten
- Dateigröße: 1,6 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: FernUniversität in Hagen Deutschland
- Bibliografie: ca. 33
- ISBN (eBook): 978-3-8428-2195-8
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Vormoor, Michaela August 2011: Social Entrepreneurship: Begriff, Beispiele und gesellschaftliche Bedeutung, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Social Entrepreneurship, Sozialunternehmer, Unternehmensethik, Non-Profit Unternehmen, Social Business
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Diplomarbeit von Michaela Vormoor
Einleitung:
‘Money cannot buy great ideas’.
Mit diesen Worten betitelt Felix Oldenburg, als Hauptgeschäftsführer von Ashoka Deutschland, einer weltweit agierenden sozialen Organisation für Social Entrepreneurship, seine Rede zum Start von Ashoka in Skandinavien. Der Begriff Social Entrepreneur in seiner derzeit gültigen Form lässt sich mit dieser Aussage treffend beschreiben: Ein Social Entrepreneur hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Welt zu verbessern und soziale Ungerechtigkeiten und Missstände auszugleichen. Er verfolgt eine soziale Mission, eine große Idee. Dabei wird, so die allgemein anerkannte Meinung, auf die Generierung von Profit verzichtet. Stattdessen erfolgt die Finanzierung über Spenden, Stiftungen oder auch durch ehrenamtliche Unterstützung. Geld ist zweitrangig und nur Mittel zum Zweck, um das soziale Ziel zu erreichen.
Der Begriff ‘Social Entrepreneurship’ ist erst seit wenigen Jahren in Deutschland bekannt und hat sich hier noch nicht vollständig etabliert, gewinnt aber immer mehr an Dynamik und Wichtigkeit. Ins Deutsche übersetzen lässt sich Social Entrepreneurship, bzw. Social Entrepreneur mit Sozialunternehmer bzw. Sozialer Kapitalist, allerdings existiert keine allgemein anerkannte Übersetzung.
Dass diese Personengruppe eine soziale Mission haben und diese konsequent verfolgen ist unumstritten, aber ist der Verzicht auf Gewinn tatsächlich ein notwendiges Charakteristikum für einen Social Entrepreneur? Lässt sich die soziale Mission nicht mit dem klassischem Business vereinbaren? In der vorliegenden Arbeit wird versucht, diese Fragen zu beantworten.
Dazu wird zunächst ein Überblick über die derzeit gültigen Definitionen von Social Entrepreneurship gegeben, um anschließend die Abgrenzung zum klassischen Unternehmen darzustellen. In diesem Zusammenhang werden auch die diversen möglichen Finanzierungsformen für Social Entrepreneurship angesprochen. Ein Exkurs in den Bereich der Wirtschaftsethik, genauer in die Unternehmensethik und die Darstellung, in welcher Form Ethik und Moral mit der Gewinnmaximierung erfolgreich kombiniert werden kann, gibt eine neue Sichtweise auf Social Entrepreneurship.
Im weiteren Verlauf fokussiert sich die Arbeit auf die Situation von Social Entrepreneurship in Deutschland. Nach einem kurzen Beschreibung der Entwicklung in den vergangenen Jahren, werden anschließend die unterschiedlichen Formen von sozialem Kapitalismus an Hand von drei verschiedenen Persönlichkeiten dargestellt. Alfred Krupp und Marli Hoppe-Ritter zum Beispiel verfolgten bzw. verfolgen soziale Ziele und Missionen, allerdings ist die Gewinnmaximierung oberstes Ziel ihres Unternehmens. Gregor Hackmack als Gründer von abgewordnetenwatch.de dagegen, sieht als Zweck seiner Organisation lediglich seine soziale Vision.
Nach der Beschreibung der historischen Entwicklung und der jetzigen Situation, wird abschließend die Bedeutung von Social Entrepreneurship auf die Gesellschaft thematisiert. Dazu werden verschiedene mögliche Szenarien, wie sich der soziale Kapitalismus in naher Zukunft entwickeln könnte, vorgestellt und kritisch bewertet. Schließlich werden mögliche Hindernisse und notwendige Schritte zur weiteren Entwicklung von Social Entrepreneurship erläutert. In diesem Zusammenhang wird ein Fokus auf die Messbarkeit des Erfolgs von Social Entrepreneurs gelegt.
Insgesamt will die Arbeit die momentane Situation von Social Entrepreneurship in Deutschland beschreiben. Aber zusätzlich auch die derzeitig geltenden Definitionen kritisch bewerten und neue Sichtweisen aufzeigen. Hierbei werden auch angrenzende Wissenschaftsgebiete, wie die Unternehmensethik berücksichtigt.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | ii | |
| Tabellenverzeichnis | ii | |
| 1 | Einleitung | 1 |
| 2 | Social Entrepreneurship | 3 |
| 2.1 | Definition | 3 |
| 2.2 | Social Entrepreneurship vs. klassisches Unternehmertum | 5 |
| 2.2.1 | Einordnung und Abgrenzung | 5 |
| 2.2.2 | Gewinnmaximierung und Unternehmensethik | 6 |
| 2.3 | Erfolgreiche Business-Modelle – Finanzierung | 9 |
| 2.3.1 | Fremdfinanzierte Non-Profit-Unternehmen | 10 |
| 2.3.2 | Hybride Non-Profit-Unternehmen | 11 |
| 2.3.3 | Soziale Unternehmen | 11 |
| 3 | Social Entrepreneurship in Deutschland | 13 |
| 3.1 | Historische Entwicklung | 13 |
| 3.2 | Social Entrepreneurs – Fallbeispiele | 14 |
| 3.2.1 | Alfred Krupp | 14 |
| 3.2.2 | Marli Hoppe-Ritter | 15 |
| 3.2.3 | Gregor Hackmack | 16 |
| 4 | Bedeutung für die Gesellschaft | 19 |
| 4.1 | Entwicklung von Social Business | 19 |
| 4.2 | Erfolgsmessung von Social Entrepreneurship | 21 |
| 4.3 | Hindernisse und Hürden für soziale Veränderungen | 24 |
| 5 | Fazit und Ausblick | 27 |
| Literaturverzeichnis | 29 | |
| Verzeichnis der Internetquellen | 31 |
Textprobe:
Kapitel 4.3, Hindernisse und Hürden für soziale Veränderungen:
Gegenüber den anderen europäischen Ländern nimmt Deutschland im Bereich Social Entrepreneurship und deren Verbreitung eine Sonderstellung ein. Während in Ländern wie USA und England das soziale Unternehmertum bereits anerkannt und etabliert ist, steht dieses in Deutschland erst am Anfang der Entwicklung. Zum einen liegt ein Grund für die ‘schleppende’ Entwicklung sicherlich darin, dass dieses Thema in Deutschland noch sehr neu ist und die Entwicklung daher gerade erst gestartet hat. Zum anderen ist noch ein zeitaufwendiger Prozess und viel Geduld nötig, um die Manager von dem traditionellen Unternehmertum bei dem Gewinnmaximierung dominiert zu dem sozialen Business zu bewegen. Aber die Möglichkeiten zur Entwicklung von Social Entrepreneurship werden in Deutschland auch durch einige andere Faktoren behindert, welche in Tabelle 4.1 zusammenfassend aufgeführt sind.
In Deutschland zählt für ein Unternehmen in vielen Fällen nur der Profit und da der soziale Bereich als wenig profitabel angesehen wird, haben diesen öffentliche Einrichtungen wie Kirche oder Staat übernommen. Zudem ist die Meinung verbreitet, dass Staat und Kirche für den sozialen Bereich verantwortlich sind. Der Bürger sieht dabei die bezahlte Kirchensteuer als eine Unterstützung für den sozialen Bereich an.
Achleitner et al. gehen dabei sogar soweit, dass sie von einer Konkurrenzsituation zwischen den Aktivitäten des Staates und den Social Entrepreneurs sprechen. Dieses hat eine fehlende Kooperation und im schlimmsten Fall sogar ein Gegeneinander zwischen Social Business und staatlichen Vorhaben zur Folge.
Die Auffassung, dass z.B. die Kirchensteuer als eine ‘Spende für den sozialen Sektor’ angesehen wird, führt zu einer geringen Spendenbereitschaft in Deutschland. Da sich das Social Business, wie oben beschrieben, zu einem Großteil aus Spenden finanziert und auch darauf angewiesen ist, führt das geringe Spendenaufkommen dazu, dass die Entwicklung im sozialen Sektor zusätzlich behindert wird.
Weiterhin führt Leppert die in Deutschland verbreitete ‘Angst vorm Scheitern’ als ein weiteres Hindernis für die Entwicklung von Social Entrepreneurship an. Gescheiterte Vorhaben, unabhängig ob im sozialen Bereich oder woanders, werden von der Gesellschaft als Niederlage und damit negativ bewertet. Diese Kultur behindert die Umsetzung von neuen Ideen und damit die Entwicklung von sozialem Business in Deutschland.
Zur Gründung eines sozialen Unternehmens, bzw. eines Unternehmens überhaupt gehört Mut und die Bereitschaft einer Person sich diesen Herausforderungen zu stellen. Im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern wird die Chance einer erfolgreichen Gründung in Deutschland nur sehr gering eingeschätzt, so dass die Anzahl der Neugründungen in Deutschland im internationalen Vergleich nur im Mittelfeld liegen.
Aufgrund der neuen Entwicklung sind soziale Kapitalisten noch als Minderheit unter den Unternehmern zu sehen, welche aber durchaus einen Einfluss auf die Gesellschaft haben. Dieser elitäre Personenkreis wird von der Gesellschaft daher mit Skepsis und fehlendem Verständnis betrachtet, was die allgemeine Akzeptanz von Social Entrepreneurship derzeit erschwert.
Wie bereits im vorangegangen Kapitel 4.2 beschrieben, ist die Messbarkeit von sozialem Erfolg noch nicht etabliert. In deutschen Unternehmen wird weitestgehend nach der Regel gewirtschaftet: Was nicht kalkulierbar ist, wird nicht berücksichtigt. Diese fehlende Kalkulierbarkeit von sozialer Unternehmensverantwortung führt in vielen Fällen zur Vernachlässigung von sozialen Gesichtspunkten zu Gunsten des Profitgedankens.
Neben den Hindernissen und Hürden, welche von der Gesellschaft und den Unternehmern selbst ausgehen, spielt auch der Wettbewerb eine wesentliche Rolle. Koch zieht zur Beschreibung dieser Situation das aus der Spieltheorie bekannte ‘Gefangenendilemma’ heran. Die Unternehmer befürchten einen eigenen Nachteil, wenn sie selbst nach moralischen Gesichtspunkten handeln und dafür Kosten auf sich nehmen, der Wettbewerb aber alles beim Alten belässt und dadurch einen Wettbewerbsvorteil erreicht. In diesem Fall kann sich nur eine gesamte Branche für Social Entrepreneurship aussprechen oder der Kunde unterstützt aktiv die Berücksichtigung von sozialen Zielen und ist bereit für dieses zu zahlen.
Insgesamt kann zusammengefasst werden, dass viele Hindernisse für die Entwicklung von Social Entrepreneurship durch die Einstellung der Gesellschaft selber und nicht durch externe Gründe hervorgerufen werden. Um dieses zu ändern ist sicherlich viel Geduld notwendig. Das soziale Business muss sich langsam entwickeln, um allmählich die Akzeptanz in der Gesellschaft und den gleichen Stellenwert wie in anderen Ländern zu erreichen.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783842821958
Arbeit zitieren:
Vormoor, Michaela August 2011: Social Entrepreneurship: Begriff, Beispiele und gesellschaftliche Bedeutung, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Social Entrepreneurship, Sozialunternehmer, Unternehmensethik, Non-Profit Unternehmen, Social Business



