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Skalen- und Verbundvorteile auf Medienmärkten

Unter besonderer Berücksichtigung von Online-Technologien

Skalen- und Verbundvorteile auf Medienmärkten
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Kai Uwe Schmidt
  • Abgabedatum: Januar 2001
  • Umfang: 69 Seiten
  • Dateigröße: 440,1 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Universität zu Köln Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4573-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4573-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4573-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Schmidt, Kai Uwe Januar 2001: Skalen- und Verbundvorteile auf Medienmärkten, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Internet, Konzentration, Größenurteile

Diplomarbeit von Kai Uwe Schmidt

Einleitung:

Die Sparten des Mediensektors sowie als Summe der gesamte Mediensektor sind traditionell von starken Konzentrationstendenzen in verschiedene Richtungen geprägt. Seit Mitte der 90er Jahre lassen sich medienübergreifendes Angebotsverhalten (cross-publishing), Diversifikationen und Unternehmenszusammenschlüsse nicht nur von und zwischen traditionellen Medienunternehmen beobachten, sondern auch die Märkte für Online-Angebote treten verstärkt in den Fokus. Großes Aufsehen haben etwa die Fusion zwischen TIME WARNER und AOL sowie die Beteiligung von Bertelsmann an der Musiktauschbörse Napster.com erregt.

Analysen von traditionellen Medienunternehmen bzw. -märkten verweisen zur Erklärung von Konzentrationstendenzen vor allem auf Eigenarten der Mediengüter selbst und die Charakteristik von deren Bereitstellung, wie etwa Produktionsprozesse mit typischerweise hohem Fixkostenanteil, die Nichtrivalitätseigenschaft von Mediengütern oder konzentrationsfördernde Spiraleffekte der Werbefinanzierung. Sind nun die oben beschriebenen Vorgänge unter Beteiligung von Online-Anbietern (wie bisweilen gemutmaßt) lediglich durch den Versuch klassischer Medienunternehmen motiviert, Kontrolle über neuartige Distributionskanäle für Medienobjekte zu erlangen, oder lassen sie sich auch oder besonders auf bekannte ökonomische Tatbestände wie Skalenvorteile o.ä. zurückführen?

Der Verfasser hat den Versuch unternommen, für Fernseh-, Print- und Onlineanbieter relevante Größen- und Verbundvorteile als potenzielle Ursachen für intra- und intramediale Konzentrationsprozesse auf Medienmärkten zu identifizieren und darzustellen. Die Gruppe der Online-Inhalteanbieter steht dabei besonders im Mittelpunkt der Betrachtung:

Die Märkte für Online-Inhalte werden als eigene Mediensparte betrachtet Die zwischenmediale Konzentration wird in einem Mediensektor untersucht, der neben Fernseh-und Presse- zusätzlich die Online-Sparte umfasst.

Bei der Analyse der Implikationen kommt das industrieökonomische Structure-Conduct-Performance-Paradigma als konzeptioneller Rahmen zur Anwendung.

Als ein Teilergebnis der Arbeit stellte sich heraus, daß bedeutende Synergien zwischen traditionellen Medienunternehmen und Online-Anbietern nicht nur in der Produktion/Redaktion von Mediengütern liegen, sondern im Marketing- insbesondere durch die gemeinsame Nutzung von Marken (Markentransfer)- und für das strategische Verhalten der betrachteten Unternehmen von großer Bedeutung sind.

Die ökonomische Realität bestätigt dies und greift -über Branchen- und Geschäftsfeldgrenzen hinweg- mittlerweile viel weiter: so nutzen TV-Sender ihre Markennamen zur Installation von E-commerce-Plattformen, und E-commerce-Unternehmen mit ursprünglich fixen Geschäftsfeldern versuchen sich in neuen Geschäftsfeldern zu etablieren, indem sie ihre starke Reputation aggressiv einsetzen (e-bay.de -ursprünglich eine reinrassige Handelsplattform für Privatiers- bietet mittlerweile Festpreisauktionen an, amazon.de unterstützt und makelt mittlerweile den privaten Handel mit Büchern usw.). Auf dem Gebiet der Online-Synergien findet sich weiter reichhaltiger Erklärungs- und Forschungsbedarf.

Der permanenten Bewegung auf den Online-Medienmärkten mußte der Verfasser insofern Tribut zollen, als daß er den Text nachträglich um zwei für die Aussagen der Arbeit bedeutsame Artikel ergänzen mußte, die nach Abgabetermin nicht mehr online zur Verfügung standen- die entsprechenden Maganzine hatten jeweils fusioniert und ihre Archive aufgelöst.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis IV
Abkürzungsverzeichnis V
1. Einleitung 1
1.1 Einführung 1
1.2 Die Entwicklung der Online-Märkte 2
1.3 Zielsetzung und Gang der Arbeit 3
1.4 Zur Abgrenzung der Wertschöpfungskette von der Wertkette nach PORTER 4
2. Konzentration 6
2.1 Formen von Konzentrationen 6
2.2 Folgen von Konzentrationen 8
2.2.1 Markt- und Preistheorie versus Industrieökonomik 8
2.2.2 Wettbewerbsbeeinträchitigung und allokative Ineffizienzen 9
2.2.3 Exkurs: Beschränkung publizistischer Meinungsvielfalt durch ökonomische Konzentrationen? 12
3. Konzentrationsbegründende Faktoren 15
3.1 Größenvorteile und Verbundvorteile 15
3.2 Transaktionskostenersparnisse und Größennachteile 17
3.3 Medienspezifika: Nichtrivalität im Konsum und heterogene Präferenzen 19
4. Online: Begriffe, Technologien und Unternehmen 22
4.1 Technologie 22
4.2 Eine einfache Systematik von Online-Geschäftsmodellen 25
4.3 Die Geschäftsmodelle von Inhalteanbietern 25
4.3.1 Gruppe A: Distribution originärer Inhalte 26
4.3.2 Gruppe B: Zusammenstellung und Distribution 28
5. Größen- und Verbundvorteile in einzelnen Mediengattungen 31
5.1 Die mediale Wertschöpfungskette als Ordnungsrahmen einer structure-conduct-performance-Analyse 31
5.2 Größen- und Verbundvorteile auf einzelnen Wertschöpfungsstufen 33
5.2.1 Erste Stufe: Inhalteproduktion 33
5.2.2 Zweite Stufe: Redaktionelle Zusammenstellung von Inhalten/ Packaging 36
5.2.3 Dritte Stufe: Vervielfältigung, Distribution und Marketing 39
5.2.3.1 Physisch bedingte Vervielfältigungskosten 39
5.2.3.2 Distributionskosten i.e.S. 40
5.2.3.3 Marketing, Marktforschung und Werbung 42
5.3 Stufenkostenunabhängige Vorteile 45
5.3.1 Vorteile bei Werbefinanzierung 45
5.3.2 Managementkosten und Diversifikationsvorteile 48
6. Zusammenstellung der Ergebnisse und Schlußfolgerungen 50
6.1 Größenvorteile und intramediale Konzentration 50
6.2 Verbundvorteile und intermediale Konzentration 52
Literaturverzeichnis 55
Anhang 1: K. Ryan: The blueprint for an Economic Windfall
Anhang 2: A. Auman: Not-so-strange alliances and their impact on online news media

Automatisiert erstellter Textauszug:

Zum Packaging zählen die Vorgänge von eventuell notwendiger Digitalisierung, Auswahl/Zusammenstellung von Inhalten sowie Festlegung von Layout und Design des Inhaltebündels31; dieses kann als Äquivalent bei der Bereitstellung digitaler Inhalte zur redaktionellen Bearbeitung von Inhalten bei Rundfunk- und Presseanbietern aufgefaßt werden. Analog zu diesen erstellen Online-Anbieter Inputs teils selbst, teils beziehen sie diese von dritten32. Bedeutendste Teilgruppe unter den Unternehmen dieses Geschäftsmodells bilden kommerzielle Online-Dienste (gateways, Portale) wie etwa American Online (AOL.com), CompuServe.com oder T-Online.de etc. Das Geschäftsmodell dieser Unternehmen beinhaltet als wesentliche Stütze auch die Bereitstellung von Internet-Zugängen (access-provider-Funktion); es werden somit parallele Geschäftsansätze vermischt. Für die hier im Vordergrund stehende Bereitstellung von Inhalten und Services wird die Funktionalität des Mediums Internet umfassend genutzt (u.a. permanent aktualisierte Nachrichten und Börsenkurse, Diskussionsforen, home-banking etc.) Die unternehmerische Zielsetzung solcher Anbieter besteht in der Schaffung einer virtuellen Interessengemeinschaft, für die Informationen, Unterhaltungsangebote und Services bereitgestellt werden. Aus der Breite der Inhaltespektren und den tendenziell allgemeinen Themengebieten wird deutlich, daß sich ein Großteil der Internet-Nutzer dieser Gemeinschaft zugehörig fühlen soll33. Die Möglichkeit zum Gedankenaustausch innerhalb von Online-Gemeinschaften (communities) mit gemeinsamen wissenschaftlichen oder privaten (nicht-kommerziellen) Interessen war und ist für viele Nutzer Auslöser für die Nutzung des Internet. Dieser Prozeß der Gemeinschaftsbildung kann als Basis verschiedener Online-Geschäftsmodelle betrachtet werden34. Bei der thematischen Ausrichtung ihres Inhalteangebots orientieren sich spezifische Aggregatoren (content aggregators35) an solchen Gemeinschaften: sie stellen diese spezifisch interessante Inhalte und interaktive Dienste (chatrooms) zusammen, wobei Inputs selbst recherchiert oder fremdbezogen und aufbereitet [...]

Onvista.de einerseits Börsenkurse von Aktien, Optionen etc. an andere OnlineAnbieter und hat sein eigenes Online-Angebot mit der (kostenlosen) Nutzung von Analysetools und Datenbanken mit volkswirtschaftlichen Rahmendaten ergänzt; den überwiegenden Anteil seiner Erlöse erzielt Onvista.de mit dem Lizenzgeschäft27. Dieses Geschäftsmodell wäre angesichts des Umfangs der erbrachten Leistung in Aufbereitung und Zusammenstellung eher der Gruppe der (spezifischen) Aggregatoren (s.u.) zuzurechnen. Anders wird die Bereitstellung von eher hochwertigeren, insbes. von lagerfähigen Inhalten als zwar risikoreich, aber finanzierbar eingestuft28. Dabei sind die Möglichkeiten zum Angebot audiovisueller Sequenzen in genügend hoher Qualität zur netzgestützten Vervielfältigung durch den Nutzer (download) oder zum Empfang in Echtzeit (streaming) durch mangelnde Übertragungskapazitäten (noch) begrenzt. Typisch für Online-Plattformen wie z.B. Real.com scheint ein enorm breites Inhaltespektrum zu sein; die Angebotspalette umfaßt z.B. neben Musik- und Videoclips Teile des Programms von über 2.500 Radiosendern29. Damit wird im Resultat ein bedeutender Teil des redaktionellen Auswahlprozesses (Selektion) vom Inhalteanbieter an den Nutzer delegiert. Daher scheint es verständlich, daß Nutzerentgelte für solche Angebote nicht durchsetzbar erscheinen und das zugehörige Erlösmodell auch Werbeerlöse und Erlöse aus dem Verkauf von Zugriffsoftware einschließen dürfte. Der Zugriff auf hochwertige originäre und lagerfähige Textinhalte wie Romane und Fachliteratur erfordert die zusätzliche Anschaffung eines e-book als Endgerät, ebenso wie das Abspielen von bereitgestellten Audiosequenzen: das Erzielen einer genügend guten Wiedergabequalität verlangt spezifische Geräte (mobile MP3-Player oder CD-Writer, zukünftig auch Spielkonsolen) oder die Anschaffung von hochwertigen Hardwarekomponenten (Soundkarte, Boxen). Für die entgeltliche Bereitstellung sowohl von Texten als auch von Audiosequenzen bildet die Entwicklung und Verbreitung der entsprechenden Endgeräte bzw. Hardwarekomponenten eine unbedingt zu erfüllende Voraussetzung30; möglicherweise schafft aber erst die Zunahme entsprechender Angebote eine größere Akzeptanz der Endgeräte. 4.3.2. Gruppe B: Zusammenstellung und Distribution von Inhalten (Aggregatoren) [...]

Diese erste Gruppe der Geschäftsmodelle beinhaltet die Produktion von digitalisierten Inhalten und deren Distribution über das Internet, wozu analoge Inhalte digital aufbereitet und/oder neuartige Inhalte geschaffen werden. Eine redaktionelle Zusammenstellung oder Aufbereitung der Inhalte (packaging) findet nicht statt bzw. der Umfang der entsprechenden Aktivitäten (Digitalisierung, Layout) ist sehr gering und besitzt für die Wertschöpfung nur eine verhältnismäßig geringe Bedeutung. Welche Inhalte sich für eine solche Form der Verwertung eignen, hängt vor allem vom Vorhandensein eines genügend großen Publikums ab. Mit der Erfassung und Bereitstellung von eher geringwertigen, nicht lagerfähigen Daten wie z.B. Börsenkursen oder Wetterprognosen innerhalb eines "stand-alone"-Geschäftsmodells können wohl keine kostendeckende Erlöse (mehr) generiert werden. Inhalteanbieter sind vielmehr dazu übergegangen, solche originären Inhalte größeren Aggregatoren (s.u.) in evtl. aufbereiteter Form im Rahmen von Lizenzvereinbarungen zur Verfügung zu stellen und/oder ihr eigenes Angebot mit Hintergrundinformationen und zusätzlichen Services anzureichern. Beispielsweise liefert der Anbieter [...]

Arbeit zitieren:
Schmidt, Kai Uwe Januar 2001: Skalen- und Verbundvorteile auf Medienmärkten, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Internet, Konzentration, Größenurteile

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