Six Sigma Analyse zur axialen Präzision des Laserabtragens im Werkzeugbau
- Art: MA-Thesis / Master
- Autor: Susanna Ruder
- Abgabedatum: September 2006
- Umfang: 97 Seiten
- Dateigröße: 4,8 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Technische Universität Hamburg-Harburg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9863-4
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9863-4 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9863-4 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Ruder, Susanna September 2006: Six Sigma Analyse zur axialen Präzision des Laserabtragens im Werkzeugbau, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Laser, axiale Präzision, Laserabtragen, Werkzeugbau, Werkzeug
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MA-Thesis / Master von Susanna Ruder
Einleitung:
Mit der Erfindung des Lasers Ende der 50-ger Jahre wurde die Basis für eine Technologie geschaffen, die mittlerweile immer mehr Märkte erschließt. Während zu Beginn der Ausgangspunkt für die Entwicklung die Technologie an sich war, greift mittlerweile auch bei der Entwicklung der Lasertechnologie immer mehr das „Market-Pull“-Prinzip. Die treibenden Kräfte der Entwicklung sind also die Bedürfnisse des Marktes, auf Grund derer die Laser angepasst werden müssen.
Hierzu müssen die Laserparameter auf die jeweilige gewünschte Anwendung angepasst werden. Hierbei ist auch eine Überqualifizierung des Prozesses zu vermeiden, da ein solcher Prozess wirtschaftlich nicht bestehen kann.
Einer dieser neuen Märkte für Laser ist das Laserabtragen. Um das Laserabtragen zu einem konkurrenzfähigen und möglicherweise substituierenden Fertigungsverfahren zu entwickeln, muss der Prozess des Laserabtragens auf die jeweiligen Bedürfnisse des Marktes abgestimmt werden. Dazu müssen zuerst die Bedürfnisse der Fertigung ermittelt werden, auf die der Laserabtragprozess dann abgestimmt werden kann.
Eine geeignete Methode, den Prozess systematisch auf die notwendigen Bedingungen des Marktes abzustimmen, bietet die Six-Sigma-Methodik. Mit dieser später noch detailliert beschriebenen Prozessverbesserungsstrategie, die zur gleichen Zeit adäquate Maßnahmen zur Prozessanalyse beinhaltet, soll in diesem Fall das Laserabtragen im Werkzeugbau untersucht werden. Der Fokus liegt dabei auf der axialen Genauigkeit der durch das Laserabtragen hergestellten Kavitäten.
Ausgangspunkt dieser Arbeit bildet eine repräsentative Umfrage unter 1800 deutschsprachigen Werkzeugherstellern. In dieser Umfrage wurden Anforderungen an neue Fertigungstechnologien ermittelt. Im Vordergrund stehen hierbei kurze Prozessdurchlaufzeiten und die Einhaltung der Maßtoleranzen. Die Herstellkosten folgen erst an vierter Stelle, die Investitionskosten an elfter. Durch diese Priorisierung durch die potentiellen Anwender der neuen Technologie Laserabtragen im Werkzeugbau wird deutlich welche Eigenschaften die Substitutionstechnologie haben muss, um erfolgreich in den Markt eintreten zu können.
In Bezug auf die Durchlaufzeit lässt sich das Laserabtragen heutzutage schon bei kleinen Losgrößen, geringen Abtragtiefen und einer hohen Komplexität der Werkzeuge einsetzen. Eine weitere Erhöhung der Durchlaufzeit kann nur noch durch Erhöhung der Pulsfolgefrequenz erreicht werden (A. Lorenz 2006).
Um diese Priorisierung in Bezug auf die Maßhaltigkeit messbar machen zu können wurden auch die erforderten Fertigungstoleranzen bestimmt, die sich nach DIN ISO 286 T1 auf IT6 festlegen lässt. Mit diesem Wert können 65% aller Unternehmen bedient werden, da mit diesen Toleranzen auch geringere Genauigkeiten erfüllt werden können. Eine Untersuchung in Bezug auf die laterale Genauigkeit des Laserabtragens wurde bereits im Vorfeld dieser Arbeit am Institut für Lasertechnik an der TU Hamburg-Harburg abgeschlossen.
Ziel der Arbeit war eine Untersuchung der axialen Maßhaltigkeit von laserabgetragenen Kavitäten. Weiterhin sollten die Hauptursachen für die axiale Varianz extrahiert und daraus verbessernde Maßnahmen abgeleitet werden.
Zu diesem Zweck wurde zunächst mit Hilfe einer statistischen Versuchsplanung die Hauptursache für die Profiltiefe ermittelt, die dann auf Korrelation mit der Varianz der Kavitätentiefe untersucht wurde. Diese Korrelation konnte nachgewiesen werden, woraufhin die Ursachen für die Entwicklung der W-Pulskratergeometrie, der Hauptursache für die Varianz der Kavitäten, hergeleitet wurden. Diese Ursachen wurden dann in Laserparameter übertragen, so dass eine Empfehlung an die Laserhersteller gegeben werden kann, ausreichend maßhaltige Abtraglaser entwickeln zu können.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | III | |
| Abbildungsverzeichnis | V | |
| Tabellenverzeichnis | VI | |
| Abkürzungsverzeichnis | VII | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Motivation | 1 |
| 1.2 | Zielsetzung | 2 |
| 1.3 | Vorgehensweise | 2 |
| 1.3.1 | Grundlagen der Six Sigma Methode | 3 |
| 1.3.1.1 | Prozess | 3 |
| 1.3.1.2 | Prozessfähigkeit | 4 |
| 1.3.2 | Six Sigma Phasen | 6 |
| 1.3.3 | Anwendung im Kontext dieser Arbeit | 7 |
| 2. | Stand der Technik | 8 |
| 2.1 | Einordnung der Verfahren | 8 |
| 2.2 | Konventionelle Verfahren zur Herstellung von Werkzeugen | 9 |
| 2.2.1 | Funkenerosives Abtragen | 9 |
| 2.2.2 | Hochleistung NC-Fräsen | 10 |
| 2.3 | Laserabtragverfahren | 10 |
| 2.3.1 | Lasergrundlagen | 10 |
| 2.3.1.1 | Laserstrahlquelle | 10 |
| 2.3.1.2 | Strahlqualität | 18 |
| 2.3.1.3 | Güteschaltung | 19 |
| 2.3.1.4 | Polarisation | 21 |
| 2.3.2 | Laserstrahlformung und -führung | 22 |
| 2.3.2.1 | Strahlführung mittels Spiegeln | 22 |
| 2.3.2.2 | Strahlformung | 23 |
| 2.3.2.3 | Strahlführung mit optischen Fasern | 25 |
| 2.3.3 | Laser-Material-Wechselwirkungen | 26 |
| 2.3.3.1 | Absorption | 26 |
| 2.3.3 | Abtragpulskratertiefe | 31 |
| 2.3.4 | Gütegeschaltete Festkörperlaser | 32 |
| 2.3.5 | Verwendete Laser | 34 |
| 2.3.6 | Abtragstrategie | 36 |
| 2.3.6 | Vorteile des Laserabtragens | 38 |
| 3. | Modellbildung zur axialen Varianz der Kavitäten | 39 |
| 3.1 | Versuchsplanung | 39 |
| 3.1.1 | Design of Experiments (DoE) | 39 |
| 3.1.2 | Ergebnisse der Regression | 42 |
| 3.2 | Diskussion der Methodik | 49 |
| 4. | Versuche | 51 |
| 4.1 | Untersuchung der Einzelpulse | 51 |
| 4.1.1 | Messverfahren | 52 |
| 4.1.2 | Messergebnisse | 54 |
| 4.1.3 | Diskussion der Ergebnisse | 54 |
| 4.1.4 | Erstpulse | 57 |
| 4.2 | Kavitätenvermessung | 59 |
| 4.2.1 | Herstellung der Kavitäten | 59 |
| 4.2.2 | Vermessung der Kavitäten | 60 |
| 4.2.3 | Ergebnisse der Vermessung der Kavitäten | 61 |
| 4.2.4 | Diskussion der einzelnen Anlagen | 63 |
| 4.3 | Korrelation der Ergebnisse der Untersuchung der Einzelpulse mit der Maßhaltigkeit der Kavitäten | 68 |
| 5. | Pulskrateranalyse | 70 |
| 5.1 | Betrachtung der Entstehung von Pulskratern | 70 |
| 5.1.1 | Physikalische Betrachtung | 70 |
| 5.1.2 | Einflussfaktoren auf die Pulskratergeometrie | 74 |
| 5.2 | Einflüsse der Laserparameter auf die Pulsform | 75 |
| 6. | Zusammenfassung und Ausblick | 78 |
| 7. | Anhang | 80 |
| 7.1 | DoE für die Überlagerung zweier Pulse | 80 |
| 7.2 | Einzelpulsvermessung | 82 |
| 7.3 | Kavitätentiefen | 84 |
| 7.4 | Pulskraterformhäufigkeiten des stabilen Bereichs | 84 |
| 8. | Literaturverzeichnis | 85 |
Um eine systematische Untersuchung der Profiltiefen zu ermöglichen, wurden die Versuche mittels einer statistischen Versuchmethodik vorbereitet. Dieses hat den Vorteil einer transparenten und zuverlässigen Analyse der Einflussfaktoren auf die Varianz der Profiltiefen und bietet die Möglichkeit einer Reduktion des Versuchsaufwandes. Hierzu wird ein Prozessmodell erstellt, in dem die Ursachen und Wirkungen von allen Einflussgrößen und deren Wechselwirkungen dargestellt werden. Der Prozess an sich wird dabei als „Black-Box“ behandelt, da für diese Untersuchung keine Kenntnis der Vorgänge in dem Prozess nötig ist. Es werden nur die Auswirkungen der systematischen Veränderung der Inputgrößen auf die Veränderungen der Outputgrößen ermittelt und damit der Einfluss der einzelnen Einflussgrößen nachvollzogen. Die Ergebnisse wurden dann mittels einer multiplen Regression mit der Software Visual-X-Sel ausgewertet. [...]
Um im Vergleich mit den älteren Fertigungsmethoden bestehen oder sie sogar verdrängen zu können, muss das Laserabtragen die Eigenschaften des Erodierens haben und sie, um eine überlegene Technologie darzustellen, übertreffen. Aufgrund der berührungslosen Bearbeitung ist das Laserabtragen an der Bearbeitungsstelle verschleißfrei. Es ist möglich auch extrem harte, spröde Materialien, wie zu Beispiel Keramiken zu bearbeiten, ohne dass Schleifstäube entstehen. Außerdem ist das bearbeitbare Material nicht auf elektrisch leitende Materialien wie beim Erodieren beschränkt. Auch in Bezug auf die minimalen Werkzeugabmessungen ist der Laser dem konventionellen Fräsen überlegen, da der minimale Fokusdurchmesser der Lasers bis zu 50-fach geringer ist als ein üblicher Schaftfräser (Cser 2005). Weiterhin ergibt sich im Vergleich zum Erodieren eine wesentlich höhere Flexibilität des Laserabtragverfahrens, da das Herstellen der Elektroden entfällt. Zusammengefasst ist das Laserabtragen also in dem Falle überlegen, bei dem schwer bearbeitbare Werkstoffe mit filigranen Strukturen in kleinen Losgrößen auftritt. Im Falle von großen Abtragvolumina sollte das Laserabtragen zusammen mit anderen Abtragverfahren mit größeren Abtragraten eingesetzt werden, um wirtschaftliche Ergebnisse zu liefern. [...]
Hierbei ist tp der Kehrwert der Pulsfolgefrequenz, die im Falle dieser Arbeit 35 kHz beträgt, was eine konstante Pulsperiodendauer von etwa 29 µs bedeutet. Die Distanz zweier Abtragskrater in einer Spur wird durch das Produkt aus Vorschubgeschwindigkeit vs und der Pulsperiodendauer tp bestimmt. Durch die im Vergleich zur Geschwindigkeit des Laserscanners extrem kurze Pulsdauer kann der einzelne Puls als rund angenommen werden. Die Schichtdicke ∆as beträgt im Stahl üblicherweise 2..4µm. Durch die Überlagerung mehrerer Schichten wird letztendlich das erwünschte Volumen abgetragen. Durch einen Pulsüberlapp von PÜ< 50% werden strukturierte Oberflächen erzeugt werden, ein PÜ>50% erzeugt eine nahezu ebene Oberfläche (Tim 01). Generell gibt es drei verschiedene Bearbeitungsstrategien für den Volumenabtrag der Werkszeugkavitäten. Bei der unidirektionalen Strategie wird jede Spur mit der gleichen Bearbeitungsrichtung abgetragen. Bei der bidirektionalen Strategie wechseln die Bearbeitungsrichtungen, wobei bei diesen beiden Strategien der Laserstrahl kurzfristig unterbrochen wird. Bei der mäanderförmigen Strategie wird der Laserstrahl bei wechselnder Bearbeitungsrichtung nicht unterbrochen. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832498634
Arbeit zitieren:
Ruder, Susanna September 2006: Six Sigma Analyse zur axialen Präzision des Laserabtragens im Werkzeugbau, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Laser, axiale Präzision, Laserabtragen, Werkzeugbau, Werkzeug



