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Zur Situation afroamerikanischer Sportler in den USA

Zur Situation afroamerikanischer Sportler in den USA
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Carola Schulz
  • Abgabedatum: August 2002
  • Umfang: 89 Seiten
  • Dateigröße: 707,4 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Humboldt-Universität zu Berlin Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7861-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7861-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7861-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Schulz, Carola August 2002: Zur Situation afroamerikanischer Sportler in den USA, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: schwarze Athleten, Stereotypen, Rasse, Diskriminierung, Soziologie

Diplomarbeit von Carola Schulz

Zusammenfassung:

Die Leistungsunterschiede in bestimmten Sportarten von Weissen und Schwarzen werden oft als Ausdruck natürlicher, nicht aber sozialer Tatbestände wahrgenommen und gedeutet.

Der Glaube, Schwarze seien aufgrund einer spezifischen Muskelzusammensetzung, Anatomie oder Reaktionsfähigkeit für bestimmte Sportarten besonders geeignet, hat sich tief ins Alltagsbewusstsein eingeschrieben. Auffallend ist, dass schwarze Sportler überwiegend in Mannschaftssportarten und den Laufdisziplinen überrepräsentiert sind, während sie in anderen (Individualsportarten) eher unterrepräsentiert oder gar nicht vertreten sind.

Es steht zu vermuten, dass die Lage, wie sie sich im (Profi)Sport darstellt, nicht repräsentativ für die gesamte Situation im Sport und der gesellschaftlichen Situation in den USA im Allgemeinen ist. Außerdem liegt es nahe, dass gegenwärtig gezielt auf die Entwicklung der sozialen, gesellschaftlichen und sportlichen Strukturen Einfluss genommen wird.

In dieser Arbeit werden die (Hinter-)Gründe für die übermäßige Präsenz afroamerikanischer Athleten in bestimmten Sportarten herausgestellt. Dabei richtet sich das Hauptaugenmerk auf die gesellschaftspolitische Wirklichkeit, insbesondere die bis heute spürbaren Auswirkungen der Kolonialgeschichte Nordamerikas. Im abschließenden Teil erfolgt ein Ausblick auf mögliche anstehende Veränderungen und Alternativen in nächster Zukunft.

Was hat sich faktisch verändert? Lassen die Tatsachen umfassende Schlüsse zu? Kann von Gleichberechtigung die Rede sein? Sprechen die erfolgreichen Star Athleten für einen Wandel?

Inhaltsverzeichnis:

Einleitung 2
1. Erläuterung relevanter Begriffe 4
2. Gesellschaftspolitische Lage der Afro-Amerikaner in den USA 12
2.1 Historischer Rückblick 12
2.2 Gegenwart 18
3. Sport in den Vereinigten Staaten 24
3.1 Der „American Dream” als richtungweisende Ideologie 24
3.2 Bedeutung des Sports im Leben der Afro-Amerikaner 30
Sporthistorischer Rückblick 30
Schwarze Athleten im US-Sport 36
4. Dominanz versus Rezessivität 42
4.1 Mythen-Stereotypen-Realität 43
Klassische Stereotypen 45
Biologische Annahmen 47
Psychologische - und soziokulturelle Annahmen 50
Mythos und Realität 52
4.2 Rasse als Selbstbild 56
4.3 Sport – eine ethnische Mobilitätsfalle? 60
4.4 Diskriminierung im Sport 65
Stacking 65
„Machtpositionen“ in Sportorganisationen 69
5. Fazit und Ausblick 74
Tabellenverzeichnis 79
Abbildungsverzeichnis 79
Literaturverzeichnis 80

Automatisiert erstellter Textauszug:

verdeutlicht den Mechanismus in dem Schema „Resultathypothese“ (siehe Abb. 3.2). LAPCHICK (2001) verweist auf eine Studie von LOUIS HARRIS, der im Verlauf einer nationalen Umfrage 865 Highschoolstudenten interviewte. Demnach haben viele afroamerikanische Studentenathleten noch immer unrealistische Vorstellungen und erstreben ein hohes Renommee.169 Bestätigende Aussagen finden sich auch bei ANDERSON / SOUTH.170 Im Gegensatz zu 18 % der Weissen glauben 51 % der schwarzen Studentenathleten, dass sie dieses Ziel auch erreichen. Offensichtlich ist afroamerikanischen Jugendlichen bereits im Alter von 14 Jahren bewusst, dass ihre Hautfarbe ihren Chancenbereich signifikant limitiert. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie die Highschool beenden um ans College zu wechseln und angestellt zu werden, ist statistisch gesehen geringer als bei weissen Jugendlichen.171 Während Drogen und Alkohol das Leben vieler Teenager bestimmen, scheint der Sport afroamerikanische Studentenathleten dabei zu unterstützen, solchen potentiellen Gefahren aus dem Weg zu gehen. Diese Überzeugung teilen 65 % der befragten Athleten. Während in der gesamten Gesellschaft offensichtlich die Angst um die städtische Jugend wächst, glauben 44 % aller afroamerikanischen Studentenathleten, dass der Sport ihnen dabei half, bessere Mitbürger zu werden. [...]

Generell positiv - und von ihren sozioökonomischen Verhältnissen unabhängig äusserten sich Afro-Amerikaner gegenüber den vermeintlichen Auswirkungen eines sportlichen Engagements - speziell bei Kindern: in Bezug auf die psychische und soziale Entwicklung, auf den sportlichen Wettkampf als positive Erfahrung; auf die Möglichkeiten einer professionellen Karriere und auf die Vorbildfunktion von Athleten.166 RUDMAN (1986) meint dazu allerdings, dass der Sport von unterprivilegierten Gruppen grundsätzlich als Mittel sozialer Problembewältigung und Mobilität betrachtet wird und somit kein spezifisches Mittel der afroamerikanischen Kultur darstellt. Diese Schlussfolgerungen werden teilweise durch EDWARDS (1983) unterstützt.167 Besonders männliche afroamerikanische Jugendliche betrachten den Sport als „Weg aus dem Ghetto“, d. h. als Leiter zum sozioökonomischen Aufstieg. Demnach scheinen für den besonderen Stellenwert des Sports bei Afro-Amerikanern sowohl sozioökonomische als auch das subkulturelle Ursachen verantwortlich zu sein.168 Nach COAKLEY ist das Zusammenspiel verschiedener sozialer und kultureller Konditionen für Interesse und schließlich die Hinwendung zum Sport verantwortlich. Er [...]

Schwarze Athleten im US-Sport Sport in Amerika verkörpert alle Illusionen vom Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Gleichzeitig strafen die ökonomischen und politischen Realitäten des Sports die Mythen von Demokratie und Integration Lügen.162 Auf der einen Seite umfasst Sport die Ideale der Demokratie: Chancengleichheit, Fairness und die Balance zwischen individueller Leistung und kollektivem Nutzen. In der amerikanischen Gesellschaft befinden sich aber genau diese Ideale in ständigem Konflikt mit den Werten des Kapitalismus. Selbst den Medien gelingt es nicht mit utopischen Abhandlungen über den Sport die Realitäten der Diskriminierung, Ausbeutung und Chancenungleichheit komplett zu zerstreuen. Schwarze sind als Athleten zwar überrepräsentiert, als Coaches, Manager, Eigner, Offizielle und sogar Quaterbacks aber noch immer unterrepräsentiert.163 Heute zeigt sich der Ausschluss in erster Linie in Form „ökonomisch verschlossener Türen“. Die Majorität der afroamerikanischen Spieler spielt im öffentlichen Schulsport. Viele andere Sportarten haben wegen der hohen Kosten für Equipment, Kleidung, Training, Sportstätten, Wettkampfreisen und Wohnung, nur wenige farbige Teilnehmer. Hinzu kommen geographische Einschränkungen und der Druck der familiären Verantwortung, für Kind und Familieneinkommen zu sorgen. Für die wachsenden schwarzen höheren und mittleren Schichten sind diese Probleme sicher zu überwinden. Für den größeren Teil der Minoritätengruppen werden die Türen ohne ernsthafte Bemühungen, die Situation positiv zu verändern, aber geschlossen bleiben.164 Es gibt bisher nur wenige Studien, die sich mit den unterschiedlichen Haltungen von Euro- und Afro-Amerikanern hinsichtlich der Bedeutung des Sports auseinandersetzen. Weitverbreitete Auffassung ist, dass der Sport für die afroamerikanische Bevölkerungsgruppe eine wichtige Rolle im sozialen Leben einnimmt. Das betrifft sowohl die aktive als auch die passive Teilnahme. [...]

Arbeit zitieren:
Schulz, Carola August 2002: Zur Situation afroamerikanischer Sportler in den USA, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
schwarze Athleten, Stereotypen, Rasse, Diskriminierung, Soziologie

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