Sinndefizit und Sinnangebot im Lichte der Pädagogik
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Marika Neunaß
- Abgabedatum: März 1999
- Umfang: 83 Seiten
- Dateigröße: 533,1 KB
- Note: 1,8
- Institution / Hochschule: Universität Rostock Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-1944-8
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-1944-8 P - ISBN (CD) :978-3-8324-1944-8 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Neunaß, Marika März 1999: Sinndefizit und Sinnangebot im Lichte der Pädagogik, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Pädagogische Handlungsangebote: Logotherapie u. NLP, Sinn des Lebens, Sinndefizit, Sinnantworten durch traditionelle und neue Religionen sowie durch Arbeit
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Diplomarbeit von Marika Neunaß
Einleitung:
Schon immer suchten Menschen Antwort auf die Fragen: Woher komme ich? Wohin gehe ich? Wozu lebe ich? Was ist der Sinn meines Lebens? Die kritische Bewertung des eigenen Lebens oder der Umweltbeziehungen ist ein wesentliches Kennzeichen der menschlichen Freiheit und Individualität. Eine kurze Erklärung der Begrifflichkeiten wird im Kapitel 2.1vorgenommen. Daran anschließend, gehe ich in den folgenden Abschnitten des 2. Kapitels auf die Bereiche ein, in denen Sinndefizit auftritt.
Die Frage nach dem Sinn des Lebens stellt sich jeder Mensch in seinem Leben, unabhängig von Alter, Geschlecht, Bildung und Kultur. Niemand stellt sich diese Frage ständig, aber in besonderen Situationen. Welche das sind und wie der Mensch sich gegenüber der auftretenden Sinnfrage nun verhält, ist der Inhalt des zweiten Abschnitts (2.2).
Es ist vom Charakter und Entwicklungsstand der Gesellschaft, in der wir leben, abhängig, welche Entwicklungsmöglichkeiten sowie ideellen Maßstäbe und Wertvorstellungen uns gegeben sind. Der Mensch als soziales Wesen ist bei der Sinnfindung auf die Gesellschaft verwiesen, denn niemand kann den Sinn isoliert für sich alleine finden. Deshalb werde ich im dritten Abschnitt (2.3) eine Analyse der Gesellschaft vornehmen, da Sinnsuche unter den Bedingungen der heutigen Gesellschaft stattfindet.
Die Frage nach dem Wozu des Lebens findet oft Antwort im Verweis auf Werte, die wiederum dem gesellschaftlichen Wandel unterliegen. Auf die Problematik des Wertewandels werde ich dann im folgenden vierten Abschnitt (2.4) eingehen.
Im 3. Kapitel werde ich Sinnantworten aus zwei Grundbereichen der Gesellschaft andeuten: dem der Weltanschauungen (konkret traditionelle und neue Religionen) und dem der Arbeit. Mein Hauptaugenmerk richte ich dabei auf die Sekten, da sie ein neues Element auf dem“Sinnmarkt“ darstellen und ich mich mit dieser Problematik am intensivsten beschäftigt habe. Die Frage nach dem Sinn des Lebens mündet irgendwann in die Frage nach einem Gesamtsinn. Religiös gebundene Menschen und die Institution Kirche sehen diesen durch Gott gegeben. Doch wer glaubt heute noch an Gott? Weltweit gehören Gott, Religion, Glaube und Kirche zu den umstrittensten Themen der Menschheit. Diese Problematik ist der Inhalt des ersten Abschnitts (3.1).
Warum boomen Sekten in der heutigen Zeit und warum sprechen Menschen darauf an? Die soziale Erklärung für die Chance der Sekten ist vielleicht im fehlenden Selbstbewusstsein und der zunehmenden Individualisierung zu sehen. Die dahinter stehenden Fragen sind gesellschaftsrelevant und mit ihnen werde ich mich im zweiten Abschnitt (3.2) beschäftigen, um Gefährdungspotentiale zu benennen, aber auch Chancen, welche die Religionsvielfalt bietet, aufzuzeigen.
Im dritten Abschnitt (3.3) wird es darum gehen, dass sich für einen Teil der Menschen durch Arbeit eine Antwort auf die Sinnfrage ergibt. Sie leben, um zu arbeiten, um etwas Nützliches zu tun, für die Laufbahn, Karriere und den beruflichen Erfolg. Gerade dann wirft die zunehmende Arbeitslosigkeit Menschen aus der Bahn und ihnen stellt sich die Sinnfrage ganz neu. Dabei spielt die Gesellschaft, in der wir heute leben, eine wichtige Rolle, da sie sich ganz wesentlich über Arbeit definiert. Arbeit zu haben oder nicht - das bestimmt in sehr erheblichem Maße unsere Position in dieser Gesellschaft.
Abschließend werde ich im ersten Abschnitt meines 4. Kapitels (4.1) auf die Aufgaben der Pädagogik eingehen, die ihr zukommen, um Menschen, insbesondere Jugendliche, auf die veränderten gesellschaftlichen Strukturen vorzubereiten. Die Änderungen der Einstellungen, Verhaltensweisen und Probleme erfordern neue pädagogische Konzepte.
Zwei mögliche Konzepte sehe ich in der Logotherapie von Viktor E. Frankl (4.2) und dem Neurolinguistischen Programmieren (4.3), auch wenn sie aus der Psychologie stammen.
Insbesondere die Logotherapie kann einen großen Beitrag zur Sinnfindung jedes einzelnen Menschen leisten. Zudem bin ich der Ansicht, dass sie als eine mögliche und wichtige Therapieform nach einem Sektenausstieg angewandt werden kann.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 3 |
| 2. | Sinnfindung heute | 5 |
| 2.1 | Begriffsbestimmung | 5 |
| 2.2 | Jeder Mensch stellt sich die Frage nach dem Sinn | 8 |
| 2.3 | Auf dem Weg von der Moderne in die Postmoderne. Bedingungen der Sinnsuche | 11 |
| 2.4 | Sinn und Werte | 15 |
| 3. | Antworten auf die Sinnfrage | 18 |
| 3.1 | Die Antwort der Kirchen | 18 |
| 3.2 | Die Antwort der Neuen Religionen | 21 |
| 3.3 | Die Zukunft der Arbeit | 31 |
| 4. | Sinnfrage und Pädagogik. Aktuelle Herausforderungen und Handlungsangebote | 36 |
| 4.1 | Herausforderungen der Postmoderne an die Pädagogik | 36 |
| 4.2 | Die Logotherapie | 40 |
| 4.3 | Das Konzept des Neurolinguistischen Programmierens | 49 |
| 5. | Zusammenfassende Thesen | 57 |
| 6. | Anhang | 63 |
| 6.1 | Konzepte der Bewußtseinsveränderung | 63 |
| 6.2 | Therapieformen der Logtherapie | 71 |
| 7. | Literaturverzeichnis | 78 |
Abschließend läßt sich sagen, daß eine Neuorientierung in der Schulpädagogik auf eine Fächer übergreifende Erziehung zur Sinnsichtigkeit im Sinne von Biller den Zeiterfordernissen entsprechen würde. Woher komme ich? Wohin gehe ich? Was ist der Sinn meines Daseins? Schon immer haben die Menschen Antwort auf diese Fragen gesucht. Immer mehr Menschen kommen in Lebenskrisen, obwohl sie keine sozialen Probleme und Sorgen haben. Die Ursachen sind viel eher zu sehen in der Übersättigung an materiellen Gütern und in der Unfähigkeit, das eigene Dasein von einem sinnvollen lebensthematischen Zentrum her zu gestalten. Dies alles treibt Menschen in Langeweile, innere Leere und existentielle Frustration. Die Krankheit der heutigen Zeit ist das Leiden an tiefer Sinnlosigkeit und lähmender Leere. Kann diesem Leiden von Menschen therapeutisch begegnet werden? Kann der Mensch also in seiner Sinnsuche pädagogisch und psychologisch unterstützt werden? Dieser Fragestellung gehe ich in den nun folgenden Abschnitten nach, die zwei Therapieformen vorstellen. [...]
1. Durch die Zunahme von Elektronik und Computertechnologie wird einerseits eine informationstechnologische Grundbildung für alle Menschen nötig und andererseits müssen viele Menschen ihre bisher erworbene Bildung erweitern, fortsetzen und ständig an den neuesten Stand anpassen. Das erfordert oft eine komplette Umschulung und somit wird Erwachsenenbildung zunehmend zur Weiterbildung werden. 2. Die sich ausweitende Verstädterung schwächt die sozialen Kontrollen ab, d.h. Anonymität, fehlende Zugehörigkeit und Entfremdung. Gleichzeitig kommt es zu einer vermehrten Konfrontation mit Menschen der verschiedenartigsten Wertvorstellungen. Besonders diejenigen, die Handlungsleitlinien erwarten, werden Probleme mit einem pluralistischen Wertsystem haben und anfällig werden für autoritäre Lösungen, d.h. für faschistische, neureligiöse und andere Erlösungsideologien. 3. Durch einen verlängerten Schulbesuch der Jugendlichen werden sich die bürokratischen Tendenzen in der Bildungsverwaltung verstärken. Das Risiko hierbei ist, daß die Jugendlichen sich zunehmend als Objekte der Organisationsgesellschaft mit ihren unergründlichen Strukturen fühlen werden. Es kommt nun darauf an, wie jeder einzelne seine Identität gegenüber dieser entfremdeten und nicht durchforschbaren Organisation bewahren kann. 4. In der „Lerngesellschaft“ werden Bildung und erworbene Fähigkeiten mehr Wert haben als die Herkunft und der ererbte Wohlstand. Die benötigten Informationen werden technologisch leichter erreichbar und zu jeder Zeit abrufbar. Die entscheidende Konsequenz für die Bildungsinstitutionen ist, daß das Lernen wichtiger wird als das Lehren. 5. Das ganze Bildungswesen befindet sich vor einer noch nie zuvor dagewesenen Phase des Wachstums. Ein gewisses Maß an Allgemeinbildung wird notwendig sein, um die große Palette unvorhersehbarer Aufgaben zu bewältigen. Zunehmend wird die Ausbildung der sogenannten „Schlüsselqualifikationen“ betont. 6. Ein grundlegender Wandel der Lernformen wird sich vollziehen. Die traditionelle Lehrerrolle wird von den Medien als Informationsspeicher verändert werden. Der Lehrer der Zukunft ist der „Lerndiagnostiker“, der den Lernenden geeignetes Material bereitstellt und beratend agiert, damit wird die Funktion des Lehrers hin zum Lernberater verschoben. 7. Damit die Bildungsinstitutionen auch weiterhin sinnvoller Erfahrungsraum sind, muß ihre Funktion der Belehrung erweitert werden, z.B. hin zur Beratung. Die Familie wird immer mehr Funktionen an die öffentlichen Institutionen abgeben und damit wird die Bildung und Erziehung zunehmend zur Sache der Professionalisierung. (Gudjons 1994, S. 308) [...]
Die Dreigliedrigkeit des Schulsystems mit der Frühauswahl nach Leistungen individualisiert wohl eher sehr stark. Teamarbeit ist nicht gefragt und wird nicht bewertet. Kreativität und Phantasie stoßen sich an den Lehrplänen. Andererseits müßte Schule auch erfahrbar machen, daß sich der Mensch eben nicht ausschließlich über Arbeit definiert, daß es außerhalb von Arbeit noch Lebenssinn gibt. Denn ansonsten hieße Jugendarbeitslosikgkeit gleich Sinnlosigkeit und damit Suche nach alternativen Sinnangeboten in rechtsradikalen und ähnlichen Bereichen sowie in Sekten. In diesem zweiten Kapitel meiner Arbeit habe ich Sinnantworten aus zwei Grundbereichen der Gesellschaft angedeutet: dem der Weltanschauungen (konkret traditionelle und neue Religionen) und dem der Arbeit. Im nun folgenden Kapitel möchte ich auf die Aufgaben der Pädagogik eingehen, die ihr zukommen, um Menschen, insbesondere Jugendliche, auf die veränderten gesellschaftlichen Strukturen vorzubereiten. Die Änderungen der Einstellungen, Verhaltensweisen und Probleme erfordern neue pädagogische Konzepte. Zwei mögliche Konzepte sehe ich in der Logotherapie von Viktor E. Frankl und dem Neurolinguistischen Programmieren, auch wenn sie aus der Psychologie stammen. Andere Konzepte zur Bewältigung der Sinnfrage sind mir im therapeutischen Bereich nicht bekannt. Insbesondere die Logotherapie kann einen großen Beitrag zur Sinnfindung von Menschen leisten. Zudem bin ich der Ansicht, daß sie auch als eine mögliche und wichtige Therapieform nach einem Sektenausstieg angewandt werden kann. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832419448
Arbeit zitieren:
Neunaß, Marika März 1999: Sinndefizit und Sinnangebot im Lichte der Pädagogik, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Pädagogische Handlungsangebote: Logotherapie u. NLP, Sinn des Lebens, Sinndefizit, Sinnantworten durch traditionelle und neue Religionen sowie durch Arbeit



