Simultaneous Engineering und Innovationsmanagement
Eine Literaturanalyse
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Bruno Herrmann
- Abgabedatum: April 2000
- Umfang: 89 Seiten
- Dateigröße: 1,3 MB
- Note: 2,2
- Institution / Hochschule: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-6756-2
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-6756-2 P - ISBN (CD) :978-3-8324-6756-2 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Herrmann, Bruno April 2000: Simultaneous Engineering und Innovationsmanagement, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Innovationsprozesse, Sequentiell Engineering, Parallele Produktentwicklung, Magisches Dreieck, Forschung und Entwicklung
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Diplomarbeit von Bruno Herrmann
Zusammenfassung:
Die permanente Innovationsbereitschaft und Innovationsfähigkeit eines Unternehmens wird in der Betriebswirtschaftslehre ebenso wie in der Unternehmenspraxis als Grundvoraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit und somit auch für den unternehmerischen Erfolg angesehen. Dies setzt im allgemeinen ein funktionierendes Innovationsmanagement und im speziellen den effizienten Einsatz der zur Verfügung stehenden Instrumente voraus. Ein in der Literatur sehr häufig erwähntes Instrument ist das Konzept des Simultaneous Engineering (SE).
Die Problemstellung dieser Arbeit ist die Durchführung einer Literaturanalyse zum Thema Simultaneous Engineering und Innovationsmanagement. Seit Ende der achtziger Jahre ist über das Konzept des SE viel geschrieben und diskutiert worden. Zu diesem Konzept gibt es eine Vielzahl von unterschiedlichen theoretischen Ansichten, praktischen Erfahrungen und Ergebnissen aus empirischen Untersuchungen sowie aus Fallstudien. Deshalb ist es wichtig, die bis heute veröffentlichten Ansichten, Erfahrungen und Ergebnisse in einem Gesamtüberblick darzustellen und zu vergleichen.
Das Ziel dieser Arbeit ist zum einen die zusammenfassende Darstellung der in der Literatur vertretenden Meinungen und zum anderen deren kritische Betrachtung auf der Basis von empirischen Studien und Falluntersuchungen.
Dabei stehen vor allem folgende Fragestellungen im Mittelpunkt der Betrachtung:
Was ist Simultaneous Engineering (SE) was soll der Einsatz von Simultaneous Engineering im Rahmen des Innovationsmanagements erreichen?
Welche Methoden und Werkzeuge werden im Rahmen von SE eingesetzt und welche davon sind effizient?
Verkürzt der Einsatz von SE tatsächlich die Entwicklungszeit von neuen Produkten?
Kommt es durch den Einsatz von SE zu Kostensenkungen?
Erhöht sich die Qualität der Produkte durch den Einsatz von SE?
Wie sieht das Kosten-Nutzen Verhältnis beim Einsatz von SE aus?
Diesen Fragestellungen wird im Rahmen dieser Arbeit in erster Linie nachgegangen, um darauf eine Antwort zu finden.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | III | |
| Tabellenverzeichnis | IV | |
| Abkürzungsverzeichnis | V | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Definitorische Abgrenzungen | 3 |
| 2.1. | Innovation und Innovationsmanagement | 3 |
| 2.2. | Innovationsprozeß | 4 |
| 2.3. | Simultaneous Engineering | 9 |
| 2.3.1. | Grundidee/Konzept und Abgrenzung von Simultaneous Engineering | 10 |
| 2.3.2. | Simultaneous Engineering versus Sequentiell Engineering | 17 |
| 2.3.2.1. | Unterschiede und Gemeinsamkeiten | 17 |
| 2.3.2.2. | Vor- und Nachteile | 19 |
| 3. | Empirische Untersuchungen und Fallstudien | 22 |
| 3.1. | Die Suchstrategie zur Identifizierung relevanter Studien | 22 |
| 3.2. | Befunde aus Untersuchungen zum vermeintlichen Vorteilsfaktor Zeit | 22 |
| 3.2.1. | Darstellung der Befunde | 23 |
| 3.2.2. | Effizienzbeurteilung der SE-Methoden hinsichtlich des Faktors Zeit | 30 |
| 3.3. | Befunde aus Untersuchungen zum vermeintlichen Vorteilsfaktor Kosten | 37 |
| 3.3.1. | Darstellung der Befunde | 37 |
| 3.3.2. | Effizienzbeurteilung der SE-Methoden hinsichtlich des Faktors Kosten | 39 |
| 3.4. | Befunde aus Untersuchungen zum vermeintlichen Vorteilsfaktor Qualität | 42 |
| 3.4.1. | Darstellung der Befunde | 42 |
| 3.4.2. | Effizienzbeurteilung der SE-Methoden hinsichtlich des Faktors Qualität | 44 |
| 3.5. | Die methodischen Vorgehensweisen der Studien | 47 |
| 3.6. | Situative Relativierung der Befunde | 50 |
| 4. | Fazit und Ausblick | 53 |
| Literaturverzeichnis | 78 |
bereiche und Zulieferer sowie Kunden in den Innovationsprozeß ermöglichen. Die Änderungen und Schleifen im Ablauf der Produktentstehungskette werden somit verringert, wodurch eine bessere Qualität sowie Zeit- und weitere Kosteneinsparungen erreicht werden können. Diese Vorteile können auch mit dem „third-generation“Prozeß, der auch „faster phased approach“ genannt wird, erreicht werden. Hier wird z.B. durch die Integration der Funktionsbereiche in Form von Projektteams, die mit mehr Kompetenzen ausgestattet werden, die Realisierung der Vorteile möglich. Diesem Ansatz wird von Cordero zugeschrieben, daß er die meisten Vorteile der seq. Produktentwicklung beinhaltet und durch kürzere Phasen mit weniger Zeitverlust zwischen den Phasen gekennzeichnet ist.57 Nachteile des SE-Konzepts liegen vor allem in der Nutzung von unsicheren Informationen, die das Risiko einer Fehlentwicklung erhöhen. Durch die parallele bzw. überlappende Durchführung von mehreren Aktivitäten steigt der Koordinations- und Kommunikationsbedarf, zu deren Bewältigung eine moderne IT-Infrastruktur notwendig ist. Dies erfordert eine Investition, bei der nicht abgeschätzt werden kann, ob sie sich lohnt, m.a.W. das Kosten-Nutzen-Verhältnis ist unklar. Außerdem erhöht sich der Druck auf die Mitarbeiter, was in Fehlern resultieren kann, woraus eine verspätete Markteinführung und eine Erhöhung der Kosten sowie eine Verschlechterung der Qualität erfolgen kann.58 Cordero führt weiterhin an, daß der Ansatz des „faster phased approach“ besser für Innovationen mit geringem und hohem Innovationsgrad geeignet ist, während SE die bessere Wahl für Innovationen mit mittlerem Innovationsgrad darstellt.59 In der Literatur wird SE zum größten Teil als das zukunftsweisende Konzept, vor allem hinsichtlich der Wettbewerbsfähigkeit, beurteilt. Es wird jedoch nicht als generelle Ideallösung für das Management von Produktinnovationsvorhaben angesehen. Nach derzeitigen, wissenschaftlich noch begrenzten, Erkenntnissen ist der Einsatz von SE nötig bzw. sinnvoll, wenn die folgenden Bedingungen vorliegen: das zu entwickelnde Produkt soll einen Markt, der eine hohe Wettbewerbs- und Technologieintensität aufweist, schnell durchdringen, [...]
2.3.2.2. Vor- und Nachteile Die in Abschnitt 2.2. vorgestellten second-generation Stage-Gate Modelle gehören zu den traditionellen Produktentwicklungsprozessen. Diese traditionelle, sequentielle Vorgehensweise wird in der Literatur hinsichtlich der Entwicklungszeitreduzierung als nicht geeignet angesehen, während durch den Einsatz von SE Zeitverkürzungen von 50% und mehr berichtet werden.54 Das schnellste Unternehmen wäre somit in der Lage, aufgrund der anfänglichen Monopolsituation auf den Märkten, für das Produkt hohe Preise zu erzielen und durch Erfahrungskurveneffekte Kostenvorteile zu realisieren.55 Dadurch, daß jeder Funktionsbereich in der seq. Entwicklung nur seine eigene Teilaufgabe optimiert, werden die vor- und nachgelagerten Phasen nicht ausreichend in die Entscheidungen mit einbezogen, d.h. es steht die Teiloptimierung im Mittelpunkt, während die Gesamtoptimierung des Produktes in den Hintergrund gerät. Dies kann zu fehlerhaften Entscheidungen in den frühen Phasen der Entwicklung führen, die erst später, z.B. bei der Produktion oder schlimmstenfalls beim Kunden, entdeckt werden. In diesem Fall kann es zu Engpässen in der Entwicklung kommen, die eine Verzögerung der Markteinführung, höhere Entwicklungskosten, einen Qualitätsverlust und demotivierte Mitarbeiter nachsichzieht.56 Mit dem im vorherigen Abschnitt beschriebenen SE-Ansatz kann, nach vorherrschender Meinung in der Literatur, eine Verkürzung der Produktentwicklungszeit und gleichzeitig eine Reduzierung der Kosten sowie eine Verbesserung der Produktqualität erreicht werden. Dies soll die frühzeitige Einbindung aller notwendigen Funktions54 [...]
2.3.2.1.Unterschiede und Gemeinsamkeiten Der sequentielle Entwicklungsprozeß wird in der Wirtschaft schon seit Jahrzehnten praktiziert und ist durch geringe Kosten in der Design Phase, einfache Kommunikationsstrukturen, einen relativ hohen Bürokratisierungsgrad sowie durch einen starren Informationsfluß und geringe Kommunikationsfrequenz zwischen den beteiligten Personen gekennzeichnet.53 Für die sequentielle Vorgehensweise sind vor allem Spezialisten und weniger anpassungsfähiges, flexibles Personal vonnöten, da das Projekt nach Fertigstellung einer Phase an die nachgelagerte Phase übergeben wird („throw-over-the wall“). Das SE-Konzept dagegen ist nur mit anpassungsfähigem und flexiblem Personal durchführbar. Der Hauptunterschied zwischen den beiden Ansätzen ist schon aus der Namensgebung ersichtlich. Im traditionellen Entwicklungsprozeß werden die Aktivitäten in der zeitlichen Abfolge nacheinander abgearbeitet, d.h. erst wenn der eine Funktionsbereich seine Tätigkeit beendet hat, geht es zur weiteren Bearbeitung in die nächste Abteilung. Beim Konzept des SE erfolgen die Bearbeitungsschritte parallel oder überlappend. Ein weiterer wichtiger Unterschied ist der Übergang von der funktionsinternen Aufgabenbearbeitung(seq. E.) zur funktionsübergreifenden Aufgabenbearbeitung (SE) in Form von SE-Teams. Elementar ist des weiteren der Unterschied der Steuerungsgrößen. Wie schon oben erwähnt ist die Zeit die wesentliche Steuerungsgröße beim SEKonzept, während bei der seq. Produktentwicklung die Entwicklungskosten ausschlaggebend sind. Abbildung 2.5. zeigt den Prozeßverlauf von sequentieller und simultaner Produktentwicklung. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832467562
Arbeit zitieren:
Herrmann, Bruno April 2000: Simultaneous Engineering und Innovationsmanagement, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Innovationsprozesse, Sequentiell Engineering, Parallele Produktentwicklung, Magisches Dreieck, Forschung und Entwicklung



