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Die Simpsons und ihre Fankultur

Eine Analyse der Zeichentrickserie und ihres Verständnisses bei amerikanischen und deutschen Fans

Die Simpsons und ihre Fankultur
Über dieses Buch
  • Art: Magisterarbeit
  • Autor: Sandra Holze
  • Abgabedatum: Februar 2002
  • Umfang: 95 Seiten
  • Dateigröße: 787,0 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: TU Berlin/Universidad Austral de Chile Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6565-0
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6565-0 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6565-0 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Holze, Sandra Februar 2002: Die Simpsons und ihre Fankultur, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: interkultureller Vergleich, Lesarten, Komik, Newsgroups, John Fiske

Magisterarbeit von Sandra Holze

Zusammenfassung:

Mit der vorliegenden Arbeit soll die Zeichentrickserie The Simpsons untersucht werden. Von Kindern mit Bart Simpson-T-Shirts und Erwachsenen mit Sinn für die subversive linksintellektuelle Satire gleichermaßen geliebt, ist der Cartoon ein Phänomen der Popkultur. Als die erfolgreichste im Abendprogramm eines terrestrischen Senders laufende Zeichentrickserie stellen die Simpsons eine der bissigsten Gesellschafts- und Politsatiren dar.

In dieser Arbeit soll ein umfassendes Bild der Serie gezeichnet werden. Dabei wird in der ersten Hälfte der Arbeit auf ihre Besonderheiten eingegangen und im zweiten Teil ihre Fankultur und das Verständnis der Serie bei amerikanischen und deutschen Fans untersucht.

Seit Beginn der neunziger Jahre entwickelte sich eine neue Generation von Zeichentrickproduktionen, die sich vornehmlich an Erwachsene wendet. Die Simpsons markieren gewissermaßen den Anfang dieser Entwicklung. Anhand der heute populären Cartoonserien, wie beispielsweise South Park oder Ren & Stimpy, sollen die typischen Merkmale des Humors dieser Cartoons aufgezeigt werden.

Die Simpsons repräsentieren postmoderne Ironie par excellence. Deshalb wird weiterhin auf die Struktur des Humors der Serie eingegangen. Dabei soll verdeutlicht werden, dass ihr Witz sowohl auf genrespezifischen Konventionen als auch auf subtilen kulturellen Anspielungen beruht.

Im vierten Kapitel werden die in der Serie behandelten Themen vorgestellt. In den Simpsons, die als Satire auf Sitcoms der fünfziger Jahre angelegt sind, werden amerikanische Mythen verhandelt, die anhand der wichtigsten Charaktere aufzeigt werden sollen.

Die Tatsache, dass die Simpsons auch außerhalb der Vereinigten Staaten von Amerika überaus erfolgreich sind, lässt vermuten, dass die Serie an ein universelles Verständnis von Humor appelliert. So stellt sich die Frage, ob es Unterschiede in der Rezeption der Serie zwischen amerikanischen und nicht-amerikanischen Fans gibt. Deshalb wird im fünften Kapitel ihre Fankultur untersucht. Dabei stehen die Fragen: „Was macht einen Simpsons-Fan aus?“ und „Unterscheidet sich das Verständnis der Serie bei deutschen und amerikanischen Fans?“ im Mittelpunkt.

Inhaltsverzeichnis:

EINLEITUNG 3
1. DIE SIMPSONS 4
1.1 SUBVERSIVE SATIRE UND MAINSTREAM-FERNSEHERFOLG 4
1.2 DER SCHÖPFER - MATT GROENING 4
2. EINFLÜSSE 7
2.1 DIE ANARCHISTISCHEN WURZELN MATT GROENINGS 7
2.2 DIE EINFLÜSSE AUS DER WELT DES ANIMIERTEN CARTOONS 10
2.2.1 DIE ENTWICKLUNG DES ANTI-CHARAKTERS 10
2.2.2 DAS FERNSEHZEITALTER 12
2.2.3 CARTOONS FÜR ERWACHSENE 14
2.2.4 ZUSAMMENFASSUNG 19
3. DIE SIMPSONS - POSTMODERNE SATIRE 20
3.1 REFERENZIALITÄT 20
3.1.1 POSTMODERNE AUFKLÄRUNG 22
3.1.2 DIE FUNKTIONEN VON REFERENZEN 23
3.1.3 DIE PROBLEME MIT REFERENZEN 24
3.2 DIE KOMIK IN DEN SIMPSONS 26
4. DIE ANALYSE DES TEXTES 30
4.1 EINLEITUNG 30
4.2 DIE STRUKTUR DER SERIE 30
4.3 DIE FAMILIE SIMPSON 31
4.3.1 HOMER, DER HEDONIST 31
4.3.2 MARGE, DIE MORALISCHE 34
4.3.3 BART, DER REBEL 36
4.3.4 LISA, DIE INTELLEKTUELLE 37
4.3.5 MAGGIE, DIE VERNACHLÄSSIGTE 39
4.4 „ANYTOWN, USA“ 40
4.5 DIE MYTHEN SPRINGFIELDS 40
HEILE FAMILIE 41
ALLEINSTEHENDE 42
ALTE MENSCHEN 42
PURITANISMUS 43
DIE SCHULE 44
KAPITALISMUS 45
POLITIK 46
GESETZ UND ORDNUNG 48
MULTIKULTURALISMUS 48
MEDIEN UND STARS 49
ALKOHOLISMUS 51
HIPPIE-NOSTALGIE 52
HOMOSEXUALITÄT 52
4.6 DIE ENTWICKLUNG DER SERIE 54
4.7 ZUSAMMENFASSUNG 56
5. DIE ANALYSE DER FANKULTUR 57
5.1 EINLEITUNG 57
5.2 FORSCHUNGSFRAGEN 57
5.3 METHODISCHES VORGEHEN 58
5.3.1 METHODE 58
5.3.2 BEGRÜNDUNG 58
5.3.3 BESONDERHEITEN DES MEDIUMS INTERNET 59
5.4 DIE SIMPSONS-FANS 61
5.4.1 EINLEITUNG 61
5.4.2 DER FAN UND SEINE FANGEMEINDE 62
5.4.3 DIE SIMPSONS-FANS 70
5.4.4 ZUSAMMENFASSUNG 76
5.5 DAS VERSTÄNDNIS DER SERIE 77
5.5.1 EINLEITUNG 77
5.5.2 DAS HUMORVERSTÄNDNIS 79
5.5.3 DER KULTURELLE EINFLUSS AUF DAS VERSTÄNDNIS 81
5.5.4 DER EINFLUSS INDIVIDUELLER KOGNITIONEN AUF DIE INTERPRETATION 86
5.5.5 ZUSAMMENFASSUNG 87
5.6 SCHLUSSBEMERKUNGEN 88
6. ANHANG 91
7. BIBLIOGRAPHIE 92

Automatisiert erstellter Textauszug:

Die Rigidität und Strenge des puritanischen Glaubens wird zum Gegenstand der Satire. Der Nachbar Ned Flanders stellt durch die übertriebene und zugespitzte Darstellung seiner Person, das Klischee der gottesfürchtigen, bis zur Selbstaufgabe gläubigen Person dar. In uneingeschränkter Hingabe zu Gott befolgt Ned die Regeln seiner Religion bis ins kleinste Detail, ohne jemals den Sinn dieser Handlungen und Lebensanweisungen zu hinterfragen. Als er durch einen Hurrikan seinen kompletten Besitz verliert, klagt er Gott an: „Why me, Lord? ... I don’t drink or dance or swear! I’ve even kept kosher just to be on the safe side! I’ve done everything the Bible says; even the stuff that contradicts the other stuff!…”. (“Hurricane Neddy”) Der Mythos der Religiosität bis zur Selbstaufgabe wird ausgerechnet von Neds Hippie-Eltern zerstört: Neds Vater erklärt dem Psychiater seines Sohnes, wieso der eine solche Nervensäge ist : „We don’t believe in rules. Like we gave them up when we started living like freaky beatniks.” (“Hurricane Neddy”) Auch Maude Flanders, Neds Frau, lebt streng nach dem puritanischen Glauben zu dem sie auch ihre Kinder Rod und Tod erzieht. Die beiden Söhne entsprechen so gar nicht dem durchschnittlichen amerikanischen Kind: Sie kennen weder 43 [...]

lieber im Altersheim anstatt mit seiner Familie, die ihn einmal im Monat zum obligatorischen Familienausflug abholt. Trotz der lieblosen Familienbeziehung mögen die Kinder ihren manchmal recht sonderbaren Grampa, der auch sympathische Seiten hat. Homer hat viele Ähnlichkeiten mit seinem Vater. Beide sind cholerisch, nörgeln ständig und bezeichnen sich als Versager. Homer hat auch die erzieherischen Verhaltensweisen seines Vaters übernommen: er würgt Bart genauso wie er von seinem Vater gewürgt wurde und schafft es genauso wenig, seinen Sohn zu motivieren, ein zielstrebiges Leben zu führen. Beide sind unfähig, ihren Kindern ihre Liebe zu zeigen; sie betrachten ihre Söhne wie ungewollte Betriebsunfälle. Als Homer Marge kennen lernt und sich verliebt, gibt ihm sein Vater einen Rat fürs Leben: „Ohhh, son, don’t overreach. Go for the dented car, the dead-end job, the less attractive girl.” (“The Way We was”) Durch die Figur des Großvaters wird in den Simpsons das Alleinsein im Alter thematisiert. Die alten Leute im Altersheim wurden von ihren Kindern „weggesteckt“. Da sie von ihren Familien selten besucht werden, leben sie isoliert unter ihres Gleichen. Am Krückstock laufend oder an den Rollstuhl gefesselt, verbringen sie ihr Leben fernab des Springfielder Treibens und tauchen nur selten im öffentlichen Geschehen auf. Ihre Darstellung entspricht dem Stereotyp, welcher in den Medien verbreitet wird: Sie sind kaum präsent, obwohl sie einen großen Teil der Bevölkerung ausmachen. Das wird von Abraham Simpson, dessen Lieblingsfernsehserie Matlock ist, dann auch ab und an in einem seiner Leserbriefe, die er so gern verfasst, kritisiert. Das konventionelle Bild alter Menschen wird hin und wieder gebrochen, zum Beispiel wenn die Altersheimbewohner im Pillenrausch oder beim Rollstuhlwettfahren Spaß haben. Abraham Simpson verliebt sich im Altersheim. Es wird ihm, stellvertretend für die alten Menschen, Leidenschaft und Sexualität zugesprochen, eine Darstellung, die sich über gesellschaftliche Konventionen hinwegsetzt. [...]

Selma und Patty sind die älteren, alleinstehenden Schwestern von Marge. Die beiden teilen neben ihrer Wohnung auch ihre Leidenschaften: die Liebe zum Kettenrauchen, die Begeisterung für MacGyver und die leidenschaftliche Verachtung Homer Simpsons. Patty und Selma sind, ganz im Gegenteil zu Marge, gar nicht weiblich: sie rauchen und trinken, haben tiefe Stimmen, stachlige Beine und eine grobschlächtige Ausdrucksweise. Sie werden als dicke, schwitzende, unangenehme Frauen inszeniert, vor denen sich nicht nur Homer und die Kinder ekeln. Ihr Mangel an Weiblichkeit ist Schuld an ihrem Single-Dasein, das vor allem Selma nicht auf ewig fortführen möchte. Das Unterfangen, einen Mann zu finden und eine Familie zu gründen, bleibt fruchtlos, weil kein Mann in Springfield sich freiwillig mit ihr liieren möchte. Den Kinderwunsch gibt sie schnell wieder auf als sie für einen Tag auf Bart und Lisa aufpassen soll und von den beiden völlig überfordert wird. Als Kinderersatz muss fortan ein Leguan herhalten. Das Schicksal von Marges Schwestern scheint eine „Ehe“ in schwesterlicher Zweisamkeit und in jungfräulicher Einsamkeit zu sein. Der einzige Mann, auf den sich die beiden verlassen können, ist Richard Dean Anderson (MacGyver). [...]

Arbeit zitieren:
Holze, Sandra Februar 2002: Die Simpsons und ihre Fankultur, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
interkultureller Vergleich, Lesarten, Komik, Newsgroups, John Fiske

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