Sicherheitsaspekte von WLANs im universitären Umfeld
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Stefan Scherer
- Abgabedatum: September 2004
- Umfang: 138 Seiten
- Dateigröße: 5,0 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Technische Universität Ilmenau Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-2813-6
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-2813-6 P - ISBN (CD) :978-3-8324-2813-6 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Scherer, Stefan September 2004: Sicherheitsaspekte von WLANs im universitären Umfeld, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: WLAN, Sicherheit, Angriff, Verschlüsselung, Security
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Diplomarbeit von Stefan Scherer
Einleitung:
In den vergangenen Jahren hat sich das Wireless Local Area Network (WLAN) zunehmend zur drahtlosen Alternative des herkömmlichen, kabelgebundenen Local Area Network (LAN) etabliert und entwickelt sich teilweise sogar zu einem echten Konkurrenten. Da die Daten in WLANs per Funk übertragen werden, entfällt die lästige Verkabelung, die von der Installation kabelgebundener Netzwerke her bekannt ist. Neben den Privathaushalten entwickeln die Unternehmen ein wachsendes Interesse an der Nutzung der WLAN-Technik. In Unternehmen wird ein WLAN vorwiegend eingesetzt, um die bereits vorhandene Infrastruktur des kabelgebundenen Netzwerkes kostengünstig zu ergänzen und auf diese Weise mobiles Arbeiten zu ermöglichen. Öffentliche Hotspots an Flughäfen, in Cafés und Parkanlagen bilden einen weiteren wichtigen Einsatzbereich von WLANs. Eine besondere Rolle spielt die WLAN-Technik im universitären Umfeld. Das WLAN ermöglicht den Studenten und Mitarbeitern den ortsungebundenen, campusweiten Zugang zum Intranet der jeweiligen Universität sowie zum Internet und erhöht den Grad der Mobilität im Lern- und Lehrbetrieb merklich. Des Weiteren lassen sich mit Hilfe des WLANs multimediale Lern- und Lehrmaterialien in Vorlesungen und Übungen einsetzen und ein rechnergestützter Unterricht durchführen.
Die Einsatzmöglichkeiten der drahtlosen Kommunikationstechnik WLAN sind wie gesehen sehr vielfältig. Umso wichtiger ist es, ein ausreichendes Maß an Kommunikationssicherheit zu gewährleisten. Die Kommunikations- und Netzwerksicherheit in drahtlosen Netzen sicherzustellen, gleicht einer besonders großen Herausforderung, da sich die Daten aufgrund der physikalischen Eigenschaften der Luftschnittstelle auch weit ab des gewünschten Einsatzbereiches empfangen lassen. Der Angreifer kann aus sicherer Entfernung ohne zeitliche Bedrängnis operieren, um über geschickt gewählte Angriffspunkte die Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit des WLANs zu gefährden. Hält man sich außerdem das Ergebnis statistischer Erhebungen vor Augen, dass die Daten in über 75 % aller WLAN-Netzwerke vollkommen unverschlüsselt übertragen werden [GB02], wird deutlich, in welchem Maße die Problematik der Kommunikationssicherheit derzeit unterschätzt wird.
Das Bestreben der vorliegenden Diplomarbeit ist es, die Sicherheitsproblematik von WLANs, welche augenblicklich ähnlich wie andere Sicherheitsfragen in der Informationstechnik mit einem großen öffentlichen Interesse verbunden ist, genauer zu untersuchen. Der Anspruch des Autors ist dabei, einen umfassenden, breit angelegten und zugleich möglichst verständlich gestalteten Überblick über sämtliche Sicherheitsaspekte, die das WLAN im Allgemeinen sowie den Einsatz des WLANs im universitären Umfeld im Speziellen betreffen, zu geben. Es wird die Entwicklung von WLANs im Hinblick auf ihre Sicherheit bis zu ihrem aktuellen technologischen Stand untersucht. Die Ausführungen reichen von der Darstellung der Art und Weise, wie die Sicherheitsanforderungen im ursprünglichen WLAN-Standard IEEE 802.11 umgesetzt wurden, über die Formulierung der wesentlichen Schwachstellen dieser Realisierung bis hin zur Präsentation spezieller Sicherheitstechniken, die imstande sind, die Sicherheitslücken des WLAN-Standards weitestgehend zu beseitigen. Des Weiteren wird auf Aspekte mit sowie ohne direkten Bezug zur Sicherheit, die den Einsatz des WLANs im universitären Umfeld bedingen, konkreter eingegangen. Neben einer Vielzahl von Literaturstellen werden für die Untersuchung der Thematik Informationen herangezogen, die von Studenten und Mitarbeitern der TU Ilmenau stammen und durch den Autor im Verlauf einiger persönlicher Interviews gesammelt wurden.
In dem folgenden 2. Kapitel wird zunächst auf die Grundlagen und die Architektur eines WLANs eingegangen. Anschließend soll ein Überblick über die Sicherheitsgrundlagen drahtloser Kommunikation gegeben werden (Kapitel 3). Im folgenden Kapitel 4 wird gezeigt, wie die Sicherheit im WLAN-Standard realisiert wird. Außerdem werden auf umfangreiche und zugleich verständliche Art und Weise die wesentlichen Schwachstellen der ursprünglichen Realisierung klassifiziert und erläutert. Das 5. Kapitel beschäftigt sich mit den Möglichkeiten und Techniken, derer sich Angreifer bedienen, um auf die zuvor dargestellten Sicherheitslücken aufbauend zielgerichtete Angriffe gegen die WLAN-Sicherheit durchzuführen. Einen besonderen Schwerpunkt bilden dabei die Angriffe auf den geheimen Wired Equivalent Privacy (WEP)-Schlüssel. Das Kapitel endet mit einer Auflistung frei verfügbarer Angriffswerkzeuge. Nach den Angriffsmöglichkeiten folgt anschließend die Erläuterung der entsprechenden Verteidigungsmaßnahmen in Form ausgewählter Sicherheitstechniken (Kapitel 6). Neben den einfachen Sicherheitstechniken werden spezielle Techniken wie der vor kurzem verabschiedete Sicherheitsstandard IEEE 802.11i betrachtet. Der Schwerpunkt der erweiterten und speziellen Sicherheitstechniken zeigt auch, wie einzelne Techniken in sinnvoller Weise zu vollständigen Sicherheitsarchitekturen aggregiert werden können, um Wireless-Umgebungen in privaten Haushalten und Unternehmen gegen Angriffe bestmöglich abzusichern. Nachdem alle zum Verständnis der WLAN-Sicherheitsproblematik notwendigen Themenbereiche abgehandelt sind, wird im abschließenden 7. Kapitel die Brücke zur Universität geschlagen. Es wird in Bezug auf unterschiedliche Nutzergruppen betrachtet, welche Möglichkeiten und grundsätzlichen Anforderungen an ein WLAN hinsichtlich des universitären Einsatzes bestehen. Anhand des Campus-WLANs der TU Ilmenau wird exemplarisch gezeigt, wie die prinzipielle Organisation eines WLANs gestaltet und die bestehenden Sicherheitsanforderungen konsequent umgesetzt werden können. Es wird auch gezeigt, welche Aspekte des universitären WLAN-Einsatzes (Bsp.: Roaming) in Zukunft voraussichtlich verstärkt in den Vordergrund treten werden.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung und Motivation | 13 |
| 2. | IEEE 802.11x -Die Standards | 16 |
| 2.1 | Einleitung | 16 |
| 2.2 | Prinzipielle Eigenschaften | 16 |
| 2.3 | Architektur und Komponenten | 17 |
| 2.4 | Layer-spezifische Merkmale | 19 |
| 2.4.1 | Physical Layer | 19 |
| 2.4.2 | MAC Layer | 20 |
| 2.5 | Spezielle IEEE 802.11-Standards und –Arbeitsgruppen | 22 |
| 2.6 | Zusammenfassung | 23 |
| 3. | Sicherheitsgrundlagen drahtloser Kommunikation | 24 |
| 3.1 | Einleitung | 24 |
| 3.2 | Vertraulichkeit | 25 |
| 3.3 | Integrität | 25 |
| 3.4 | Verfügbarkeit | 26 |
| 3.5 | Zusammenfassung | 27 |
| 4. | IEEE 802.11-Sicherheit -Realisierung und Schwachstellen | 29 |
| 4.1 | Einleitung | 29 |
| 4.2 | Bestehende Sicherheitsmechanismen | 29 |
| 4.2.1 | Wired Equivalent Privacy | 29 |
| 4.2.2 | Vertraulichkeit und Integrität | 30 |
| 4.2.3 | Authentisierung | 32 |
| 4.2.4 | Zugangskontrolle | 33 |
| 4.3 | Sicherheitsmängel bestehender Sicherheitsmechanismen | 34 |
| 4.3.1 | Prinzipielle Sicherheitsmängel der WLAN-Spezifikation | 34 |
| 4.3.2 | WEP-spezifische Sicherheitsmängel | 38 |
| 4.3.3 | Schwachstellen im RC4-Design | 44 |
| 4.4 | Zusammenfassung | 45 |
| 5. | Angriffsmöglichkeiten und –methoden | 46 |
| 5.1 | Einleitung | 46 |
| 5.2 | Grundsätzliche Angriffsmöglichkeiten | 46 |
| 5.2.1 | WarDriving und WarXing | 46 |
| 5.2.2 | WarChalking | 48 |
| 5.2.3 | Sniffing und Eavesdropping | 49 |
| 5.2.4 | Spoofng | 50 |
| 5.2.5 | LAN Jacking | 51 |
| 5.2.6 | DoS-Angriffe | 52 |
| 5.2.7 | Angriffe über Rouge Aps | 54 |
| 5.2.8 | Datenmanipulation und –injektion | 55 |
| 5.2.9 | WEP Key Cracking | 57 |
| 5.2.10 | Client-to-Client Angriffe | 58 |
| 5.2.11 | Physische Angriffe | 58 |
| 5.2.12 | Tabellarische Übersicht | 59 |
| 5.3 | Verfahren zur Ermittlung des WEP-Schlüssels | 62 |
| 5.3.1 | Brute Force Attack | 62 |
| 5.3.2 | Angriffe auf Basis von Wörterbüchern | 64 |
| 5.3.3 | Angriffe auf Basis schwacher Ivs | 65 |
| 5.3.4 | Vergleich der Verfahren | 66 |
| 5.4 | Tools | 68 |
| 5.5 | Zusammenfassung | 71 |
| 6. | Techniken zur Sicherung des WLANs | 72 |
| 6.1 | Einleitung | 72 |
| 6.2 | Einfache Basistechniken | 72 |
| 6.2.1 | Deaktivierung des SSID-Broadcasts | 72 |
| 6.2.2 | Default-SSID ändern | 73 |
| 6.2.3 | Deaktivierung von DHCP | 74 |
| 6.2.4 | MAC-Filterung verwenden | 74 |
| 6.2.5 | Remote Management deaktivieren | 74 |
| 6.2.6 | Aktivierung des AP-Passwortschutzes | 75 |
| 6.2.7 | Konfiguration nur über sichere Kanäle | 75 |
| 6.2.8 | WEP-Verschlüsselung nutzen | 75 |
| 6.2.9 | Korrekter Umgang mit dem WEP-Schlüssel | 76 |
| 6.2.10 | Durchführung eines Firmware-Updates | 76 |
| 6.2.11 | Positionierung des APs und der Antenne sowie Dimensionierung der Sendeleistung | 77 |
| 6.2.12 | Überlappungsfreie Nutzung der Frequenzkanäle | 78 |
| 6.2.13 | WLAN-Deaktivierung bei Nichtbenutzung | 80 |
| 6.2.14 | Absicherung der WLAN-Clients | 80 |
| 6.2.15 | Verwendung von Sicherheitsrichtlinien | 81 |
| 6.2.16 | Verwundbarkeit des eigenen WLANs testen | 81 |
| 6.3 | Erweiterte und spezielle Techniken | 82 |
| 6.3.1 | RADIUS | 82 |
| 6.3.2 | IEEE 802.1x und EAP | 85 |
| 6.3.3 | WPA und IEEE 802.11i | 90 |
| 6.3.4 | VPN und IPSec | 95 |
| 6.3.5 | SSL/TLS | 101 |
| 6.3.6 | Firewalls und Honeypot Aps | 104 |
| 6.3.7 | Tabellarischer Vergleich | 105 |
| 6.4 | Sicherheitsarchitekturen | 107 |
| 6.4.1 | Sicheres WLAN im SOHO-Bereich | 107 |
| 6.4.2 | Sicheres WLAN in größeren Unternehmen | 109 |
| 6.5 | Zusammenfassung | 110 |
| 7. | WLAN und Universität | 112 |
| 7.1 | Einleitung | 112 |
| 7.2 | WLANs im universitären Umfeld-Anforderungen & Möglichkeiten | 112 |
| 7.2.1 | Betrachtung aus Sicht der Studenten | 112 |
| 7.2.2 | Betrachtung aus Sicht der Mitarbeiter | 116 |
| 7.2.3 | Gesamtbetrachtung | 117 |
| 7.3 | WLAN an der TU Ilmenau | 118 |
| 7.3.1 | Grundsätzliche Struktur und Organisation | 118 |
| 7.3.2 | Realisierung der Sicherheitsanforderungen | 122 |
| 7.3.3 | Ausblick und zukünftige Entwicklungstendenzen | 126 |
| 7.4 | Zusammenfassung | 129 |
| 8. | Zusammenfassung | 130 |
und das Netz abgeschottet werden. Wenn eine WLAN-Station eine Verbindungsanfrage an einen AP im Hidden Mode stellt, fragt der AP während der Anmeldung nach dem Namen des Netzes, in das sich die WLAN-Station einzuloggen beabsichtigt. Stimmt die daraufhin von der WLAN-Station versandte SSID mit der SSID desjenigen Netzes, welches der AP anbietet, überein, dann ist die WLAN-Station berechtigt, die Anmeldeprozedur fortzuführen, andernfalls wird die Station abgewiesen. Auf diese Weise können sich ausschlieÿlich Stationen beim AP anmelden, welche die korrekte SSID kennen. Zwar bietet diese Maÿnahme keinen besonders groÿen Schutz, da ein Angreifer die korrekte SSID durch das Snien des Netzwerkverkehrs jederzeit ermitteln kann, allerdings ist diese Schutzmaÿnahme für den WLAN-Betreiber recht einfach zu realisieren und damit ein erster sinnvoller Schritt zur Absicherung des WLANs. [Mms04] [...]
Im vorherigen Kapitel wurden verschiedene Möglichkeiten aufgezeigt, wie die Sicherheitsschwachstellen von Wireless-Umgebungen über gezielte Angrie teilweise sogar toolgestützt ausgenutzt werden können. Im 6. Kapitel werden Sicherungsmaÿnahmen zur Abwehr dieser Angrie genannt und näher erläutert. Der erste der drei Teilabschnitte des 6. Kapitels konzentriert sich auf einfache Sicherheitsmechanismen. Dazu zählen Maÿnahmen, die ohne groÿe Fachkenntnisse zu implementieren sind und unerfahrene Angreifer bereits abwehren können. Im zweiten Abschnitt werden spezielle Techniken vorgestellt, die einen gröÿeren Hard- und Softwareaufwand bedingen, höhere Fachkenntnisse erfordern, letztendlich jedoch auch einen hohen Sicherheitsstandard gewährleisten. Zu jeder dieser speziellen Techniken werden wesentliche Eigenschaften, die prinzipielle Funktionsweise sowie Vor- und Nachteile beim Einsatz in einer Wireless-Umgebung näher erläutert. Dieser Abschnitt resultiert in einer tabellarischen Gegenüberstellung der wichtigsten fortgeschrittenen Sicherheitsmechanismen. Im dritten und letzten Abschnitt werden beispielhaft für zwei verschiedene Einsatzbereiche geeignete Sicherheitsarchitekturen vorgestellt. Bei diesen Sicherheitsarchitekturen handelt es sich um Vorschläge für die Kombination der vorgestellten Sicherheitsmechanismen zu sinnvollen Gesamtkonzepten, mit dem Ziel, die WLAN-Sicherheit maÿgeblich zu verbessern. [...]
Das aktuelle Kapitel hat gezeigt, wie einfach es ist, Wireless-Netzwerke zu entdecken sowie deren Datenströme zu belauschen, zu stören oder anderweitig zu manipulieren. Dafür verantwortlich sind im Wesentlichen zwei Gründe, zum einen die natürliche Eigenschaft der ungehinderten Ausbreitung von Funkwellen und zum anderen die Sicherheitsprobleme, die aus der mangelhaften Implementierung von Sicherheit innerhalb der WLAN-Standardisierung resultieren. Wir haben gesehen, dass ein gröÿeres Angrispotential im Allgemeinen gleichbedeutend mit einer gröÿeren Angriskomplexität und -schwierigkeit ist. Der Angreifer muss also umso mehr Aufwand betreiben, je stärker er das fremde WLAN schwächen will. Des Weiteren wurde gezeigt, dass passive, toolgestützte Verfahren sowohl auf Basis schwacher Passwörter als auch auf Basis schwacher IVs besonders gut geeignet sind, um WEP-Schlüssel mit relativ geringem Aufwand zu knacken. Um so wichtiger erscheint es nun, das WLAN durch geeignete und eventuell die WEP-Verschlüsselung ergänzende Maÿnahmen abzusichern. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832428136
Arbeit zitieren:
Scherer, Stefan September 2004: Sicherheitsaspekte von WLANs im universitären Umfeld, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
WLAN, Sicherheit, Angriff, Verschlüsselung, Security



