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Shareholder Value und Praxis der Rechnungslegung

Benchmarkanalyse unter Einbeziehung der Jenoptik AG

Shareholder Value und Praxis der Rechnungslegung
Über dieses Buch

Diplomarbeit von Kristin Teichmöller

Einleitung:

Die als oberste Maxime in der Unternehmensführung deklarierte Shareholder Value - Idee findet seit geraumer Zeit an zahlreichen Stellen in der Literatur kontroverse Diskussionsgrundlagen. Dies mündet in einer Disputation zwischen Verfechtern von Althergebrachtem, die Shareholder Value banal als die rentierliche Verzinsung der Anlage über die Laufzeit beschreiben und seine Umsetzung im Unternehmensgeschehen als eine der marktwirtschaftlichen Ordnung gemäße Leitmaxime für die Unternehmenspolitik erkennen. Der als Kontra, als Absage an die soziale Verantwortung des Unternehmens, dargelegte Standpunkt impliziert die Abkehr vom interessenmonistischen zum interessenpluralistischen Unternehmensdenken.

Obwohl deutschen Unternehmen hypothetisch nachgesagt wird, sie präferieren die Aufrechterhaltung stärkerer Beziehungen zu allen Stakeholdern, sprechen sich andere für eine beobachtbar zunehmende Akzeptanz der Ausrichtung auf die finanzwirtschaftliche Sichtweise in der Unternehmensführungspraxis aus. Empirische Belege der Relevanz monistischer Einstellungen in deutschen Unternehmen liegen vor. Nicht zuletzt stellt Konkurrenz auf dem Kapitalmarkt zur Beschaffung der knappen Ressource Eigenkapital aktuelle und potentielle Anteilseigner in die Gunst des Managements. Sollten Unternehmen ihr Handeln stärker am Marktwert des Unternehmens und den Renditeforderungen der Kapitalgeber ausrichten, bedarf dies der vollständigen Umsetzung eines umfassenden Konzeptes, das die wertorientierte Unternehmensführung auf allen Ebenen erlaubt: Den normativen Anspruch des Shareholder Value zu operationalisieren versuchen verschiedene Shareholder Value - Ansätze, die die Implementierung eines individuellen Konzepts in das unternehmerische Handeln versuchen. Dies trägt die Marktwertorientierung in die deutsche Unternehmensführungspraxis.

Aus der Informationsvermittlung gegenüber externen Adressaten und insbesondere aus dem Bedürfnis der Anteilseigner, das Unternehmensmanagement zur Rechtfertigung über die Entwicklung des treuhänderisch anvertrauten Kapitals heranzuziehen, wird vermutet, dass praktizierte marktwertorientierte Führungskonzepte im Rahmen der externen Rechnungslegung publiziert werden. Untersuchungsbedarf besteht in der Einschätzung des tatsächlichen Umfangs der praktischen Relevanz unternehmerischen Handelns zugunsten der Shareholder. Kann die Relevanz des Shareholder Value-Gedankens in der praktischen Rechnungslegung festgestellt werden, so bleibt weiterhin unklar, wie die Publikation individueller Shareholder Value-Konzepte von Unternehmen ausgestaltet wird und auf welchem Wissensstand sich dabei die Praxis befindet. Für mögliche Mängel muss es notwendig sein, Verbesserungsstrukturen für praktische Anwendungen in der externen Rechnungslegung herzuleiten.

Dazu beginnt die Untersuchung mit der Erarbeitung grundlegender Prämissen zur Durchführung einer Erhebung und entwickelt ein Instrument, das partiell der Erhebung und Auswertung von Daten dient. Es folgt eine statistische Auswertung und abschließend eine Ergebnisdarstellung. Alsdann werden Ergebnisse der Erhebung unter theoretischer Hinterfragung kritisch gewürdigt, Probleme bei der Umsetzung des Shareholder Value-Gedankens vor dem Hintergrund der externen Rechnungslegung analysiert und induktiv Schwerpunkte für die Praxis in Empfehlungen zur Gestaltung von Shareholder Value-Konzepten gesetzt.

Inhaltsverzeichnis:

1. Shareholder Value - eine Disposition zur Steuerung und Führung von Unternehmen 1
1.1 Aktuelle Diskussion um den Terminus Shareholder Value und seine Problematisierung für die praktische Rechnungslegung 1
1.2 Zur Zielsetzung und methodischen Vorgehensweise der Arbeit 3
2. Zur Empirischen Erhebung der DAX 30 - Gesellschaften und der Jenoptik AG 5
2.1 Zielsetzung und methodische Vorgehensweise der empirischen Erhebung 5
2.2 Formelle und materielle Grundlagen der empirischen Erhebung 5
2.2.1 Festlegung von Prämissen zur empirischen Erhebung 5
2.2.1.1 Der Konzerngeschäftsbericht als Mittel der Selbstdarstellung zwischen Gesetz und freiwilligen Ausführungen 5
2.2.1.2 Auswahl der Gesellschaften und Anforderung ausgewählter Geschäftsberichte 7
2.2.2 Entwicklung eines Instruments zur empirischen Erhebung 11
2.2.2.1 Begründung des Instruments und Annahmen zu Grundkonzeptionen von Shareholder Value-Ansätzen 11
2.2.2.2 Theoretische Grundkonzeptionen von Shareholder Value-Ansätzen 12
2.2.2.2.1 Zum Shareholder Value-Ansatz nach Rappaport 12
2.2.2.2.2 Zum Shareholder Value-Ansatz nach McKinsey 16
2.2.2.2.3 Zum Shareholder Value-Ansatz nach Stern/Stewart 18
2.2.2.2.4 Zum Shareholder Value-Ansatz nach Lewis 21
2.2.2.3 Erarbeitung von Benchmarks und Methodik der Erhebung 24
2.2.3 Erläuterungen zum Umgang mit dem Erhebungs- und Auswertungsbogen und Ausblick auf die statistische Auswertung 27
2.3 Statistische Datenauswertung publizierter Shareholder Value – Konzepte 29
2.3.1 Betrachtung der Benchmarks Zielsetzung und Erfolgsgröße nach Wahrheitswerten und identifizierten Benchmarks 29
2.3.2 Betrachtung der Benchmarks Ermittlungsgröße und Werttreiber nach Wahrheitswerten 32
2.3.3 Zuordnung der Benchmarks Ermittlungsgröße und Werttreiber zu Erfolgsgröße und Zielsetzung 33
2.3.4 Zu Ausweisorten von Benchmarks 36
2.4 Ergebnisse zur Darstellung von Shareholder Value - Konzepten in Geschäftsberichten 37
3. Benchmarkanalyse wertorientierter Unternehmensführungskonzepte 38
3.1 Zielsetzung und methodische Vorgehensweise der Benchmarkanalyse 38
3.2 Analyse von Erhebungsergebnissen unter Betrachtung theoretischer Anspruchsgrundlagen 38
3.2.1 Würdigung jahresabschlussbasierter Konzepte als dominante Konzepte der Erhebung 38
3.2.1.1 Zur Publikation des Benchmarks Zielsetzung 38
3.2.1.2 Zur Publikation eines umfassenden Shareholder Value-Konzepts 42
3.2.2 Würdigung zukunftsorientierter Konzepte als rezessive Konzepte der Erhebung 47
3.2.3 Anforderungen an die Plazierung von Informationen in Geschäftsberichten 49
3.3 Analyse zur Umsetzung der Eigentümerorientierung in Deutschland vor dem Hintergrund der externen Berichterstattung 51
3.3.1 Ermittlungs- und Realisationsprobleme bei der Umsetzung des Shareholder Value-Gedankens 51
3.3.1.1 Zum Diskontierungsfaktor des WACC-Ansatz als zugrundeliegendem Faktor der Wertmessung 51
3.3.1.2 Modelltheoretische Informationseffizienz und Aktienkursverzerrungen auf dem Kapitalmarkt 56
3.3.1.3 Schließen der Unternehmenswertlücke durch Wertkommunikation 58
3.3.2 Shareholder Value-orientierte Zusatzinformationen vor dem Hintergrund der Internationalisierung der externen Rechnungslegung 61
3.3.2.1 Überblick über gesetzliche Anforderungen und Arten von Zusatzinformationen 61
3.3.2.2 Zur Kapitalflussrechnung nach internationalen Standards (IAS/ US-GAAP) 63
3.3.2.3 Zur Segmentberichterstattung als Geschäftsbereichsorientierung 66
3.4 Empfehlungen zur Gestaltung wertorientierter Unternehmensführungskonzepte bei der Publikation in Geschäftsberichten 68
4. Zusammenfassende Betrachtung zur Umsetzung des Shareholder Value-Gedankens bei der Publikation in Geschäftsberichten 69
Anhang: Erhebungs- und Auswertungsbogen – „Muster-Gesellschaft“ XIII
Anhang: Erhebungs- und Auswertungsbogen zur empirischen Erhebung der „DAX 30-Gesellschaften“ und der Jenoptik AG XIV-1
Anhang: Auswertungsblätter zu den Erhebungs- und Auswertungsbögen XV-1
Literaturverzeichnis XVI
Verzeichnis der Geschäftsberichte XXIII

Arbeit zitieren:
Teichmöller, Kristin Oktober 1999: Shareholder Value und Praxis der Rechnungslegung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Shareholder Value-Ansatz, Unternehmensbewertung, Praktische Rechnungslegung, Wertkommunikation, wertorientierte Unternehmensführung

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