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Shareholder Value und Fremdfinanzierung

Shareholder Value und Fremdfinanzierung
Über dieses Buch
  • Art: Magisterarbeit
  • Autor: Domagoj Mandaric
  • Abgabedatum: September 2001
  • Umfang: 95 Seiten
  • Dateigröße: 697,4 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Karl-Franzens-Universität Graz Österreich
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5672-6
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5672-6 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5672-6 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Mandaric, Domagoj September 2001: Shareholder Value und Fremdfinanzierung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Konkurskosten, Signalling, Asymetrische Information, Agency, Kapitalstruktur

Magisterarbeit von Domagoj Mandaric

Gang der Untersuchung:

Franco Modigliani und Merton Miller (1958) haben den ersten Meilenstein auf dem Gebiet der Finanzierungstheorie gelegt, indem sie in ihrem klassischen Aufsatz gezeigt haben, dass unter bestimmten Annahmen der Wert des Unternehmens unabhängig von der Kapitalstruktur ist, und nur von den Beständen und Prozessen auf der Aktivseite des Unternehmens abhängt.

Unabhängig davon, dass die Annahmen, die sie getroffen haben, sehr restriktiv waren, und die MM-Welt, die dadurch erschaffen wurde, sehr künstlich war, war das Ergebnis für den Großteil der damaligen Finanzierungstheoretiker schockierend und wurde stark angezweifelt. Nachdem das Ergebnis schließlich allgemein akzeptiert wurde, erfolgte die weitere Entwicklung des Modells, wobei versucht wurde, die Annahmen realitätsnäher zu gestalten.

In dieser Arbeit wird ähnlich vorgegangen, indem, von der MM-Theorie ausgehend, die Annahmen schrittweise gelockert werden. Im Abschnitt 2 wird das Shareholder-Value-Konzept vorgestellt und die Beziehung der Ziele „Unternehmenswertmaximierung“ und „Shareholder-Value-Maximierung“ untersucht. Im darauffolgenden Abschnitt 3 wird zuerst das Modigliani-Miller-Theorem in seiner klassischen Form unter Originalannahmen bewiesen, und es werden auch einige alternative Beweise vorgestellt, die mit einer geringeren Anzahl von Annahmen auskommen.

Die anschließenden Abschnitte beschäftigen sich mit den essentiellen Annahmen bzw. mit den treibenden Kräften der eventuellen Relevanz der Kapitalstruktur. Es sind dies jeweils die Existenz von Steuern, asymmetrischer Information und Agency-Problemen. Am Ende diskutiert Abschnitt 8 potenzielle Begründungen für die optimale Kapitalstruktur, die der neueren Literatur entstammen und nicht so direkt in Verhältnis mit den MM-Annahmen gesetzt werden können. Es geht um die Modelle, die auf Produktmarktinteraktionen basieren.

Jeder Abschnitt beginnt mit einer kurzen Beschreibung des Modells – entweder anhand eines kurzen Beispiels oder aufbauend auf dem Modell, dass im klassischen Aufsatz dieses Forschungszweiges vorgestellt wurde. Die Teilaspekte eines Modells werden in getrennten Unterkapiteln vorgestellt und danach in einem eigenen Kapitel zusammengefasst. Jedes Modell wird einer Kritik unterworfen, und es werden die Ergebnisse empirischer Studien bezüglich seiner Relevanz vorgestellt. Da sich die Literatur hauptsächlich mit der optimalen Kapitalstruktur im Sinne von Unternehmenswertmaximierung beschäftigt, wird bei der Diskussion auf die eventuellen Konflikte zwischen den Zielen Shareholder-Value-Maximierung und Unternehmenswertmaximierung eingegangen.

Inhaltsverzeichnis:

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS III
SYMBOLVERZEICHNIS III
ABBILDUNGSVERZEICHNIS V
TABELLENVERZEICHNIS V
1. EINLEITUNG 1
2. SHAREHOLDER VALUE 5
2.1 DAS SHAREHOLDER-VALUE-KONZEPT VON RAPPAPORT 5
2.2 SHAREHOLDER-VALUE-MAXIMIERUNG VS.UNTERNEHMENSWERTMAXIMIERUNG 9
3. MODIGLIANI-MILLER-THEOREM 13
3.1 „THE COST OF CAPITAL, CORPORATION FINANCE AND THE THEORY OF INVESTMENT” (1958) 15
3.1.1 Annahmen 16
3.1.2 „Proposition I“ 18
3.1.3 „Proposition II“ 20
3.2 KRITIK 21
3.2.1 Nichtnegativität der Zufallsvariable X 22
3.2.2 Beschränkte Haftung (für Individuen) 23
3.2.3 Beweis im State-Preference-Modell 24
3.3 ZUSAMMENFASSUNG 27
4. DER EINFLUSS VON STEUERN 28
4.1 KÖRPERSCHAFTSSTEUER 29
4.2 INDIVIDUALBESTEUERUNG 32
4.3 ZUSAMMENFASSUNG 37
5. KONKURSKOSTEN 39
5.1 WIE „SCHLECHT“ IST EIN KONKURS? 39
5.2 DIREKTE KONKURSKOSTEN 42
5.3 INDIREKTE KONKURSKOSTEN 43
5.4 ZUSAMMENFASSUNG 44
6. ASYMMETRISCHE INFORMATION 46
6.1 SIGNALLING MIT FREMDKAPITAL 47
6.2 PECKING-ORDER-THEORIE 50
6.3 ZUSAMMENFASSUNG 54
7. AGENCY 56
7.1 AGENY-PROBLEME ZWISCHEN MANAGER UND ANTEILSEIGNERN 57
7.1.1 Konsum am Arbeitsplatz 58
7.1.2 Free-Cash-Flow-These 59
7.2 AGENCY-PROBLEME ZWISCHEN ANTEILSEIGNERN UND GLÄUBIGERN 62
7.2.1 Risikoanreizwirkung („Bondholder Expropriation through Project Risk Changes“) 63
7.2.2 „Bondholder Expropriation through Issuance of Bonds of Similar Priority” 66
7.2.3 „The No-Liquidation-Problem“ 67
7.2.4 Unterinvestitions-Problem (Myers) 68
7.3 ZUSAMMENFASSUNG 73
8. MODELLE DIE AUF DEN INTERAKTIONEN ZWISCHEN PRODUKT- UND RESSOURCENMÄRKTEN BASIEREN 76
8.1 STRATEGISCHE INTERAKTIONEN ZWISCHEN WETTBEWERBERN 76
8.2 FREMDKAPITALEINFLUSS AUF DIE BEZIEHUNGEN MIT KUNDEN UND LIEFERANTEN 77
8.2.1 Kosten der Liquidation für Kunden (und Lieferanten) 77
8.2.2 Reputation für hohe Qualität 78
8.2.3 Verhandlungsposition gegenüber Lieferanten 79
8.3 ZUSAMMENFASSUNG 79
9. ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK 80
LITERATURVERZEICHNIS 85

Automatisiert erstellter Textauszug:

In der Literatur wird oft die Ansicht vertreten, dass für die optimale Kapitalstruktur, die Manager den Marktwert des Eigenkapitals maximieren sollten.10 Jene Frage wird in diesem Kapitel sehr allgemein diskutiert, mit der Absicht auf die einzelnen Punkte hinzuweisen, die in den folgenden Kapiteln ausführlicher behandelt werden. In einer Welt mit risikoloser Verschuldung und demzufolge ohne Konkurswahrscheinlichkeit, fließt jede durch Kapitalstrukturumschichtung verursachte Veränderung des Unternehmenswertes den Eigenkapitalgebern zu. Daher ist es gleichgültig, ob die Manager versuchen den Unternehmenswert oder den Eigenkapitalwert zu maximieren.11 Angenommen wir befinden uns jedoch in einer Welt der Unsicherheit sowie folglich mit „risky debt“ und es gäbe eine aufgrund homogener Information allen bekannte Methode für Manager, den Marktwert des Eigenkapitals um 1 Geldeinheit (GE) zu erhöhen, indem sie gleichzeitig den Marktwert des Fremdkapitals um 3 GE verringerten. (Im Abschnitt 7, der sich mit Agency-Problemen beschäftigt, wird gezeigt, dass solche Situationen wirklich vorkommen können.) Die Manager sind jetzt im Dilemma: Sie müssen entscheiden, ob sie den Unternehmenswert oder den Shareholder Value maximieren sollen. Da sie von Eigenkapitalgebern gewählt werden und deren Unterstützung brauchen, um ihre Position zu (be-)halten, würde vieles dafür sprechen, dass sich die Manager [...]

nagement leicht manipulierbar.9 Durch die, dem breiteren Publikum zugänglichere Werke von Rappaport und Copeland/Koller/Murrin erhielten die theoretisch begründeten Thesen von MM und anderen Finanzierungstheoretikern, Aufmerksamkeit von Manager und Investoren. Die Manager haben sich aus Eigeninteresse, da fallende Aktienkurse eine Gefahr für das Management von der Seite aktiver Aktionäre oder feindlicher Übernehmer darstellen, entschieden, diese Werkzeuge in der Unternehmensführung zu verwenden. Diese „revolutionäre“ Entwicklung ist so unumgänglich, dass es einfach unvorstellbar erscheint, dass es Zeiten gab, in denen das anders gehandhabt wurde. Gibt es denn etwas Logischeres als den Unternehmenserfolg am ökonomischen Wert, der geschaffen wurde, zu messen? Die ursprüngliche Idee des Rechnungswesens war es, die ökonomischen Vorgänge in einem Unternehmen zu beschreiben, aber das Rechnungswesen hat sich durch immer komplexer werdende Gesetzgebung stark verkompliziert. Es ist somit zu einem System-des-Systems-wegen geworden, so dass mittlerweile mühsame Transformationen nötig sind, um wiederum von den buchhalterischen auf die ökonomischen Größen zu kommen. [...]

An der Methode scheint nichts Neues zu sein. Das Interesse und die Medienaufmerksamkeit sind insofern etwas verwunderlich. Auch Copeland/Koller/Murrin [1998, S. 29] selbst geben zu, dass an ihrer Methode „so gut wie nichts“ neu sei, und dass die Bewertungsmethodik ihre Ursprünge, wie oben bereits angesprochen, in der Kapitalwertmethode der Investitionsrechnung und im Bewertungsansatz von Miller und Modigliani (1961) habe. Der Grund für die Popularität des Shareholder-ValueKonzepts ist wahrscheinlich die langjährige Dominanz der buchhalterischen Größen in Zusammenhang mit der strategischen Unternehmensführung, die zu teilweise rasanten Unternehmenswertminderungen geführt hat, weil die Entscheidungskriterien wie handelsrechtlicher Gewinn, Umsatzrendite, Eigenkapitalrendite etc. einfach falsch sind: Sie schließen das Risiko und Investitionserfordernisse aus, vernachlässigen die Dividendenpolitik sowie den Zeitwert des Geldes und sind vom Ma- [...]

Arbeit zitieren:
Mandaric, Domagoj September 2001: Shareholder Value und Fremdfinanzierung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Konkurskosten, Signalling, Asymetrische Information, Agency, Kapitalstruktur

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