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Shareholder Value-Effekte von Corporate Restructuring: Übersetzung in Verfahren der Unternehmensbewertung

Shareholder Value-Effekte von Corporate Restructuring: Übersetzung in Verfahren der Unternehmensbewertung
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Thomas Kratz
  • Abgabedatum: Februar 2001
  • Umfang: 100 Seiten
  • Dateigröße: 556,5 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: European Business School Schloß Reichartshausen, Oestrich-Winkel Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4242-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4242-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4242-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Kratz, Thomas Februar 2001: Shareholder Value-Effekte von Corporate Restructuring: Übersetzung in Verfahren der Unternehmensbewertung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Spin-Off, Restructuring, Bewertung, Carve-Out, Shareholder Value

Diplomarbeit von Thomas Kratz

Einleitung:

Die Bedeutung des Corporate Restructuring (CR) hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Spin-Off, Equity Carve-Out, Tracking Stock und andere Instrumente sind in den USA heute bereits sehr verbreitet, aber auch in Europa findet sich eine zunehmende Tendenz zu derartigen Transaktionen. Die gestiegene Bedeutung der Orientierung am Shareholder Value (SV) zeigt zusätzlich die Relevanz von CR und der Analyse seiner Werteffekte.

Die Anzahl der empirischen Untersuchungen zur Auswirkung von CR auf die Kursperformance ist erheblich, die theoretische Begründung der Ergebnisse wird jedoch häufig nur oberflächlich geliefert. Daher stellt sich die Frage, welche die exakten Auswirkungen von Restrukturierungsmaßnahmen auf den SV sind. Wie kommt es zu positiven oder negativen Wertveränderungen, und wie sind diese konkret in der Bewertung eines Unternehmens wiederzufinden? Die Beantwortung dieser Fragen ist das Ziel der vorliegenden Arbeit. Denn nur, wenn die Effekte einer Restrukturierungsmaßnahme genau analysiert werden und ihre Auswirkungen transparent sind, kann adäquat entschieden werden, ob eine derartige Kapitalmarkttransaktion für den Eigner des Unternehmens sinnvoll weil vermögenssteigernd ist, und sie somit durchgeführt werden sollte.

Gang der Untersuchung:

Zunächst werden in Kapitel 2 die grundlegenden Begriffe der Arbeit, SV und CR, definiert. Es wird ein Schema zur Einordnung von Maßnahmen des CR vorgestellt, um sich daraus auf den für die Analyse interessantesten Teilbereich konzentrieren zu können.

Kapitel 3 erläutert qualitativ die positiven und negativen Auswirkungen von CR auf den SV. Hierzu werden die Effekte auf das Unternehmen anhand seiner Innen- und Außenbeziehungen untersucht und die durch sie begründeten Veränderungen werden herausgearbeitet. Auf Basis dieser Analyse werden in Kapitel 4 die gewonnenen Erkenntnisse quantitativ umgesetzt und in Verfahren der Unternehmensbewertung integriert. Anhand des Discounted Cash Flow-Verfahrens (DCF), der Bewertung mittels Multiplikatoren, des Realoptionsansatzes und der Analyse unabhängiger Kapitalmarktdynamik werden die Effekte transparent gemacht, um die Frage der Schaffung von SV durch CR zufriedenstellend beantworten zu können.

Die Ergebnisse werden durch Bezug auf detaillierte Beispiele im Anhang verdeutlicht. Kapitel 5 schließt mit einem Fazit und Ausblick. Um die Untersuchung in den Kapiteln 3 und 4 im Rahmen des begrenzten Umfangs der Arbeit präzise und überschaubar zu halten, beschränkt sich die Analyse im wesentlichen auf den Spin-Off als zu betrachtende Maßnahme des CR. Der Großteil der Ergebnisse ist jedoch analog auf die anderen Maßnahmen übertragbar. Der Fokus der Arbeit liegt v.a. auf der Untersuchung der SV kreierenden Aspekte, da die Stichhaltigkeit der Positivargumente entscheidend für den Anstoß zu CR ist. Dennoch wird auch auf wertgefährdende Effekte eingegangen.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis III
Abkürzungsverzeichnis IV
Symbolverzeichnis VI
1. EINLEITUNG 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Gang der Untersuchung 2
2. DEFINITORISCHE ABGRENZUNGEN 3
2.1 Shareholder Value 3
2.2 Corporate Restructuring Maßnahmen 4
2.2.1 Begriff des Corporate Restructuring 4
2.2.2 Systematisierung des Corporate Restructuring 5
2.2.2.1 Sell-Off 6
2.2.2.2 Spin-Off 7
2.2.2.3 Equity Carve-Out 8
2.2.2.4 Tracking Stock 9
2.2.3 Kriterien der Wahl der geeigneten Restrukturierungsmaßnahme 11
3. EFFEKTE VON RESTRUKTURIERUNGSMAßNAHMEN 12
3.1 Ziele und Absichten zur Erhöhung des Shareholder Value 13
3.1.1 Effekte auf die Beziehung Unternehmen - Eigenkapitalgeber 15
3.1.2 Effekte auf die Beziehung Unternehmen - Fremdkapitalgeber 17
3.1.3 Effekte auf die Beziehung Unternehmen - Angestellte 18
3.1.4 Effekte auf die Beziehung Unternehmen - Kapitalmarkt 19
3.1.5 Effekte auf die Beziehung Unternehmen - Regulierungsinstitutionen 22
3.1.6 Effekte auf Strategie und Effizienz des Marktauftritts des Unternehmens 23
3.2 Probleme und Risiken für den Shareholder Value 25
4. INTEGRATION DER EFFEKTE IN VERFAHREN DER UNTERNEHMENSBEWERTUNG 27
4.1 Discounted Cash Flow Ansatz 28
4.1.1 Beeinflussung der Werttreiber 29
4.1.1.1 Cash Flow 29
4.1.1.2 Kapitalkosten und Wachstumsrate 31
4.1.2 Bewertung 33
4.2 Multiplikator Ansatz 34
4.2.1 Beeinflussung der Werttreiber 35
4.2.1.1 Unternehmensfaktor 35
4.2.1.2 Multiplikator 36
4.2.2 Bewertung 37
4.3 Realoptionsansatz 38
4.3.1 Beeinflussung der Werttreiber 38
4.3.1.1 Aktivseitige Realoptionen 38
4.3.1.2 Passivseitige Realoptionen 41
4.3.2 Bewertung 43
4.4 Faktische Bewertung durch den Markt 43
4.4.1 Beeinflussung der Werttreiber 44
4.4.1.1 Nachfrageerhöhung 44
4.4.1.2 Angebotserhöhung 45
4.4.2 Bewertung 45
5. FAZIT UND AUSBLICK 46
Verzeichnis des Anhangs 48
Literaturverzeichnis 79

Automatisiert erstellter Textauszug:

nehmensentwicklung.115 Somit kann ein bestehender Konglomeratabschlag als Aufforderung des Marktes zur Restrukturierung verstanden werden.116 Ein weiteres Argument ist die durch CR geschaffene Transparenz insbesondere des abgespaltenen Unternehmens. Das neue Unternehmen wird nicht mehr durch den Restkonzern überschattet, die Konzernstruktur wird klarer erkennbar, die Informationslage für Analysten, Ratingagenturen und Investoren wird durch die separate Publikation verbessert, das Erkennen stiller Reserven wird ermöglicht.117 Das Verständnis für den ehemaligen Konzernteil steigt und die Kosten der Informationsbeschaffung sinken. Die Segmentberichterstattung eines Konzerns ist oft nicht ausreichend, um die Chancen und Risiken eines Unternehmensteils richtig zu bestimmen, das Wachstumspotential oder andere Vorzüge bleiben häufig verborgen.118 Nach einer Restrukturierung verfolgt i.d.R. ein neuer Analyst das Spin-Off-Unternehmen. Dieser Analyst verfügt über das notwendige Know-how, um das abgespaltene Unternehmen adäquat zu bewerten, während der Analyst des Gesamtkonzerns zumeist in dem Hauptgebiet des Konzerns spezialisiert war und den Wert des Teilbereiches evtl. nur schwer ermessen konnte.119 Der Wert des Teilunternehmens ist zudem vielleicht über eine andere Bewertungsmethode zu bestimmen als der des restlichen Konzerns, so daß der Wert des Teilunternehmens bisher nicht voll gewürdigt wurde.120 Die „Coverage“ wird also im Rahmen einer Restrukturierung sowohl quantitativ als auch qualitativ verbessert.121 Die neue Kapitalmarktadresse bedeutet auch für die Investoren verbesserte Bedingungen. Ihnen bietet sich eine Investitionsmöglichkeit in ein sog. „pure play“, also ein nicht diversifiziertes Unternehmen.122 Die Anzahl der möglichen Investitionen erhöht sich und dies ermöglicht dem Investor eine Portfoliooptimierung nach seinen eigenen Risiko-Rendite-Erwägungen.123 Im Gegensatz zur Diversifikation durch Konglomerate ent115 116 [...]

Eine Restrukturierung wirkt auf die Beziehung des Unternehmens zum Kapitalmarkt weniger mittels direkter Effekte auf die Profitabilität als mittels einer veränderten Wahrnehmung durch den Kapitalmarkt. Als ein Hauptelement kann die Beseitigung eines Konglomeratabschlages durch den Kapitalmarkt gesehen werden.111 Grundlage für den Abschlag ist eine geringere Ertragserwartung, die auf den schon in 3.1.1 erläuterten Effekten der Überinvestition und der ineffizienten Kapitalallokation in großen konglomeraten Unternehmen beruht.112 Interne Kapitalmärkte werden prinzipiell als ineffizienter angesehen als externe Kapitalmärkte, da eine Allokation von Ressourcen durch den Markt objektiver geschieht als durch administrative Organe.113 Zudem wird angeführt, daß ein Konglomerat sehr viel schwerer zu managen ist als ein fokussiertes Unternehmen. Die Unterschiedlichkeit der Teilbereiche generiert zusätzliche Unsicherheit über die Unternehmensentwicklung und die Mechanismen der Corporate Governance im Konglomerat sind undurchsichtiger und ineffizienter als in zwei oder mehr getrennten Unternehmen.114 Je größer die Verschiedenartigkeit der einzelnen Bereiche, desto größer ist die Unsicherheit über die Unter- [...]

reinvestieren kann, müßte er überschüssige Mittel an die Eigenkapitalgeber ausschütten.86 Laut der „Managerial Discretion Hypothese“ optimiert er durch die Investition in zusätzliches Unternehmenswachstum jedoch seine persönliche Nutzenfunktion, während er durch den negativen Nettobarwert einer Investition Unternehmenswert und SV zerstört.87 Aus demselben Grund wird der Manager eines Unternehmensbereiches versuchen, im Rahmen der konzerninternen Kapitalallokation Mittel für die Realisierung von Projekten in seinem Bereich zu erhalten, ohne sich an der Rentabilität der Projekte konzernweit zu orientieren.88 Es kommt zu einer ineffizienten Kapitalallokation im Unternehmen.89 CR reduziert die Freiheitsgrade des Handelns der Manager, da Reinvestitionen von Rückflüssen in kleineren Unternehmenseinheiten gebunden sind.90 Da zwei separate Unternehmen entstanden sind, führt die Restrukturierungsmaßnahme selbst zu einem automatischen „Bonding“, einer Verpflichtung der Manager, liquide Mittel nicht über Bereiche hinweg in nicht nachvollziehbarer Weise einzusetzen.91 Die Möglichkeiten der Kontrolle und des Monitoring einer kleineren Einheit durch die Eigenkapitalgeber sind aufgrund der größeren Transparenz verbessert. Zudem ist das Management eines jeden Teilunternehmens den eigenen Aktionären Rechenschaft schuldig und ist so auf effiziente Reinvestitionen im eigenen Unternehmen bedacht, um sich eine gute Reputation aufzubauen.92 Als institutionalisierte Möglichkeit der Harmonisierung der Interessen von Eigenkapitalgebern und Management dient die an der Performance orientierte Entlohnung mittels Aktienoptionsprogrammen.93 Durch die Möglichkeit der Bindung an die Performance eines separaten Unternehmens ist der Zusammenhang von Leistung und Entlohnung, [...]

Arbeit zitieren:
Kratz, Thomas Februar 2001: Shareholder Value-Effekte von Corporate Restructuring: Übersetzung in Verfahren der Unternehmensbewertung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Spin-Off, Restructuring, Bewertung, Carve-Out, Shareholder Value

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