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Shareholder Value - orientierte Unternehmensführung in divisionalen Organisationsstrukturen

Eine kritische Betrachtung der Implementierungsproblematik des Shareholder Value-Ansatzes unter Einbezug der Agency-Theorie

Shareholder Value - orientierte Unternehmensführung in divisionalen Organisationsstrukturen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Rainer Wolf
  • Abgabedatum: Juni 1996
  • Umfang: 116 Seiten
  • Dateigröße: 615,5 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Universität Mannheim Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-0450-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-0450-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-0450-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Wolf, Rainer Juni 1996: Shareholder Value - orientierte Unternehmensführung in divisionalen Organisationsstrukturen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte:

Diplomarbeit von Rainer Wolf

Gang der Untersuchung:

In Kapitel 2 erfolgt zunächst eine grundsätzliche Legitimation und eine kurze Darstellung der finanztheoretischen Grundlagen einer Shareholder Value-orientierten Betrachtungsweise. Im Anschluss daran geht es um die Festlegung eines Shareholder Value-orientierten Steuerungsinstrumentes, das eine Beurteilung des Unternehmenserfolges aus Aktionärssicht ermöglicht. Anhand einer kritischen Betrachtung traditioneller, rechnungswesenbasierter Beurteilungsgrößen wird gezeigt, dass diese die Anforderungen eines Shareholder Value-orientierten Steuerungsinstrumentes nicht erfüllen können. Danach wird der Shareholder Value-Ansatz von Rappaport als ein zahlungsstrombasiertes Steuerungsinstrument vorgestellt, das nicht mit den Mängeln der traditioneller Beurteilungsgrößen behaftet ist.

In Kapitel 3 steht die in divisional strukturierten Unternehmen auftretende Operationalisierungs- und Implementierungsprobiematik des Shareholder Value-Ansatzes nach Rappaport im Uttelpunkt der Betrachtung. Dabei werden zunächst die Probleme aufgezeigt, die bei der Operationalisierung der geschäftsbereichsspezifischen Werttreiber Cash flow und Kapitalkosten auftreten. Anschließend werden alternative divisionale Organisationsstrukturen vorgestellt, die grundsätzlich für die Implementierung des Shareholder Value-Ansatzes in Frage kommen. Anhand einer informationsökonomischen Analyse dieser Organisationsstrukturen auf Basis der Agency-Theorie wird aufgezeigt, dass zwischen Unternehmenszentrale und Geschäftsbereichsleitung strukturell ähnliche Agencykonflikte bestehen wie zwischen Aktionären und Unternehmenszentrale. Die Lösung dieser Agencykonflikte ist somit von zentraler Bedeutung für eine erfolgreiche Implementierung des Shareholder Value-Ansatzes.

In Kapitel 4 werden daher Kontroll- und Anreizsysteme als mögliche Lösungsansätze der beschriebenen Agency-Problematik diskutiert. In Kapitel 5 erfolgt dann eine zusammenfassende Betrachtung und abschließende Bewertung der gewonnenen Erkenntnisse.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
1.1 Shareholder Value-orientierte Unternehmensführung als Konsequenz veränderter Umweltbedingungen 1
1.2 Gang der Untersuchung 3
2. Die Shareholder Value-orientierte Unternehmensführung 4
2.1 Legitimation einer Shareholder Value-orientierten Betrachtungsweise 4
2.2 Finanztheoretische Grundlagen und Implikationen einer Shareholder Value-orientierten Betrachtungsweise 7
2.3 Analyse alternativer Beurteilungs- bzw. Steuerungsgrößen und Festlegung eines Shareholder Value-orientierten Steuerungsinstrumentes 10
2.3.1 Analyse der grundsätzlichen Eignung traditioneller, rechnungswesen-basierter Beurteilungskriterien als Steuerungsgrößen 10
2.3.1.1 Grundsätzliche Problematik gewinn- bzw. rentabilitätsbasierter Beurteilungskriterien 10
2.3.1.2 Spezifische Mängel des Return on Investment bzw. des Return on Equity als rentabilitätsorientierte Beurteilungskriterien 12
2.3.2 Analyse der grundsätzlichen Eignung zahlungsstrombasierter Beurteilungskriterien als Steuerungsgrößen 14
2.3.3 Der Shareholder Value-Ansatz nach Rappaport als zahlungsstrombasiertes Steuerungsinstrument 16
2.3.3.1 Modellrahmen 17
2.3.3.2 Festlegung des Planungshorizonts 18
2.3.3.3 Prognose der zukünftigen (freien) Cash flows 19
2.3.3.4 Prognose des Residualwertes 20
2.3.3.5 Ermittlung der Kapitalkosten 23
3. Operationalisierungs- und Implementierungsproblematiken des Shareholder Value-Ansatzes nach Rappaport bei divisional strukturierten Unternehmen 27
3.1 Operationalisierung der zentralen Werttreiber Cash flow und Kapitalkosten für einzelne Geschäftsbereiche im Rahmen der Implementierung des Shareholder Value-Ansatzes bei divisionalen Organisationsstrukturen 30
3.1.1 Prognose des Cash flows bei divisionalen Organisationsstrukturen 30
3.1.2 Bestimmung der geschäftsbereichsspezifischen Eigenkapitalkosten bei divisionalen Organisationsstrukturen 37
3.2 Informationsökonomische Betrachtung alternativer divisionaler Organisations-strukturen im Rahmen der Implementierung des Shareholder Value-Ansatzes 42
3.2.1 Alternative divisionale Organisationsstrukturen: Operative Holding, Managementholding oder Finanzholding 43
3.2.1.1 Die Operative Holding 44
3.2.1.2 Die Managementholding 45
3.2.1.3 Die Finanzholding 48
3.2.2 Analyse alternativer divisionaler Organisations-strukturen auf Basis der Agency-Theorie 51
3.2.2.1 Informationssymmetrie 54
3.2.2.2 Informationsasymmetrie 55
3.2.2.2.1 Informationsasymmetrie und Interessenidentität 56
3.2.2.2.2 Informationsasymmetrie und Interessenkonflikt 58
4. Analyse von Kontroll- und Anreizsystemen hinsichtlich ihrer Wirkungsweise und Eignung zur Lösung der im Rahmen des Shareholder Value-Ansatzes auftretenden agencytheoretischen Implementierungsproblematiken 60
4.1 Das strategische Controlling als Kontrollsystem zur Lösung agencytheoretischer Implementierungsproblematiken 61
4.2 Finanzielle Anreizsysteme zur Lösung agencytheoretischer Implementierungsproblematiken 65
4.2.1 Anreizsysteme bei rein finanziellen Interessen der Geschäftsbereichsmanager und unbegrenzten Finanzmitteln 66
4.2.1.1 Anreizsystem auf Basis des ROI 66
4.2.1.2 Anreizsystem auf Basis des Residualgewinns bzw. des Residualeinkommens 68
4.2.2 Anreizsysteme bei rein finanziellen Interessen der Geschäftsbereichsmanager und knappen Finanzmitteln 70
4.2.2.1 Der Groves-Mechanismus als Anreizsystem zur wahrheitsgemäßen Berichterstattung in einer Managementholding 71
4.2.2.2 Das Weitzman-Modell als Anreizsystem zur wahrheitsgemäßen Berichterstattung in einer Managementholding 75
4.2.2.3 Kritische Würdigung und Erweiterung der dargestellten Anreizsysteme zur wahrheitsgemäßen Berichterstattung in einer Managementholding 78
5. Schlussbetrachtung 81
Abbildungs- und Tabellenverzeichnis V
Abkürzungsverzeichnis VI
Literaturverzeichnis VII
Ehrenwörtliche Erklärung XXV

Automatisiert erstellter Textauszug:

Demzufolge kann der Residualwert grundsätzlich mit der Formel zur Berechnung des Barwertes einer ewigen Rente berechnet werden, indem man einen „ewigen Cash flow“ mit den Kapitalkosten86 diskontiert: Residualwert = ewiger Cash flow / Kapitalkosten Bei der Bestimmung des Residualwertes ist dabei ein nachhaltig erzielbarer freier Cash flow zugrundezulegen, da auch nach der Detailprognoseperiode der Cash flow zyklischen Schwankungen unterliegen kann. Ansonsten kann es zu Fehlbewertungen kommen, da sich das Geschäft in einer besonders günstigen bzw. ungünstigen zyklischen Situation befinden kann87. Es wurde bereits erwähnt, daß die Residualwertermittlung in Abhängigkeit von der geplanten Strategie durchzuführen ist. So kann bei Ernte- oder Desinvestitionsstrategien nicht davon ausgegangen werden, daß die Cash flows konstant bleiben, also eine Verzinsung in Höhe der Kapitalkosten zu erwarten ist. Es kann daher durchaus zweckmäßig sein, einen geschätzten Liquidationswert als Residualwert anzusetzen88. Andererseits kann auch der Fall eintreten, daß die Cash flows am Ende des Planungshorizonts noch mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate zunehmen. In diesem Fall kann der Residualwert wie folgt berechnet werden89: Residualwert = ewiger Cash flow / (Kapitalkostensatz - Wachstumsrate des freien Cash flows) Eine positive Wachstumsrate impliziert dabei, daß Wettbewerbsvorteile am Ende des Planungshorizonts fortbestehen und somit eine Rendite über den Kapitalkosten erwirtschaftet wird. Dabei ist die Gefahr groß, Investitionen mittels einer zu hohen pauschalen Wachstumsrate rentabel zu rechnen90. Eine negative Wachstumsrate [...]

2.3.3.4 Prognose des Residualwertes Eine zuverlässige Prognose zukünftiger Cash flows ist aufgrund der Umweltdynamik über längere Zeiträume kaum möglich. Dennoch können gerade die Cash flows, die erst nach dem Detailprognosezeitraum anfallen, den größten Teil des Unternehmenswertes ausmachen. Dies trifft beispielsweise für High Tech-Branchen zu81. Generell muß die Residualwertermittlung in Abhängigkeit von der geplanten Strategie und den getroffenen Annahmen über die Unternehmenssituation beurteilt werden. Dies bedeutet, daß eine sorgfältige Analyse der möglichen Wettbewerbsposition eines Unternehmens bzw. einer Geschäftseinheit am Ende der Prognoseperiode zu erfolgen hat82. Dabei sind die getroffenen Annahmen kritisch zu hinterfragen. Es ist daher zu überprüfen, ob und wie lange bestehende bzw. zukünftige Wettbewerbsvorteile wertsteigernd sind, d.h. eine Verzinsung des eingesetzten Kapitals ermöglichen, die über den Kapitalkosten liegt. Langfristige Wettbewerbsvorteile können entstehen, wenn z.B. durch patentrechtlich geschützte Produkte und Produktionsverfahren, Produktdifferenzierung, hohe Kapitalintensität sowie Skalenertäge begrenzte Monopolstellungen erreicht werden83. Begrenzte Monopolstellungen sind jedoch aufgrund der Wettbewerbsdynamik selten anzutreffen und meist auch nicht dauerhaft, da Überrenditen neue Konkurrenten anlocken. Durch auftretende Überkapazitäten kommt es zum Preiswettbewerb, der schließlich zu sinkenden Renditen für alle Marktteilnehmer führt. So kann aus einem ursprünglich hochprofitablen Markt schnell ein durch Verluste gekennzeichnetes Geschäft werden84. Geht man davon aus, daß auf einem Markt vollkommener Wettbewerb herrscht, werden nach der mikroökonomischen Theorie im langfristigen Gleichgewicht gerade noch die Kapitalkosten erwirtschaftet und es besteht kein Anreiz für neue Marktzutritte. Die Unternehmen investieren also nach der Detailprognoseperiode im Durchschnitt in Strategien, deren Nettogegenwartswert Null beträgt und somit den Unternehmenswert unverändert läßt. Daher können die zukünftigen Zahlungsströme als ein unendlicher Strom konstanter Cash flows behandelt werden85. [...]

- Vermögens- und Gewerbesteuersatz - Nettoinvestitionen in das Anlagevermögen - Nettoinvestitionen in das Umlaufvermögen Die Prognose der zukünftigen freien Cash flows nimmt Rappaport über die Bildung sogenannter value drivers oder Werttreiber vor. Diese Werttreiber sind wertbestimmende Komponenten des freien Cash flows, die durch strategische Entscheidungen unmittelbar berührt werden und somit den Unternehmenswert maßgeblich beeinflussen78. Durch die Aufspaltung des Betriebsergebnisses in die Komponenten Vorjahresumsatz, Umsatzwachstum und Umsatzrentabilität bildet Rappaport zunächst fünf Werttreiber, mit deren Hilfe sich der freie Cash flow prognostizieren läßt: das Umsatzwachstum, die Umsatzrentabilität, den Cash flow-Steuersatz (Vermögens- und Gewerbesteuersatz), die Nettoinvestitionen ins Anlagevermögen und die Nettoinvestitionen ins Umlaufvermögen79. Diese Werttreiber werden bei der Berechnung des Shareholder Value zusätzlich um die Werttreiber Wachstumsdauer bzw. Dauer des Wettbewerbsvorteils und Kapitalkosten ergänzt. Herter berücksichtigt zusätzlich die Veränderungen langfristiger Rückstellungen und des Sonderpostens mit Rücklagenanteil. Die an deutsche Verhältnisse angepaßte Berechnung des freien Cash flows hat demnach folgende Form80: freier Cash flow = betr. Einzahlungen - betr. Auszahlungen freier Cash flow = [Umsatz des Vorjahres * (1+Umsatzwachstumsrate) * Umsatzrentabilität * (1-angepaßter Gewerbe-/Vermögensteuersatz)] - [Nettoinvestitionen in das Anlagevermögen + Nettoinvestitionen in das Umlaufvermögen] + Veränderungen bei langfristigen Rückstellungen + Veränderungen des Sonderpostens mit Rücklagenanteil [...]

Arbeit zitieren:
Wolf, Rainer Juni 1996: Shareholder Value - orientierte Unternehmensführung in divisionalen Organisationsstrukturen, Hamburg: Diplomica Verlag

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