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Shareholder Value - Ein Konzept im Niedergang?

Shareholder Value - Ein Konzept im Niedergang?
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Stephan Martin
  • Abgabedatum: März 2005
  • Umfang: 93 Seiten
  • Dateigröße: 819,2 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Freie Universität Berlin Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9533-6
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9533-6 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9533-6 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Martin, Stephan März 2005: Shareholder Value - Ein Konzept im Niedergang?, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: strategisches Management, BSC, Wertorientierung, Beratungskennziffer, Stakeholder

Diplomarbeit von Stephan Martin

Einleitung:

Die Shareholder Value Ansätze haben in den 90er eine hohe Popularität erreicht. Sie dienten als Allheilmittel zur Unternehmenssteuerung. Die Hausse Phasen an den Aktienmärkten wurden der Verfolgung dieser Konzepte zugeschrieben. Mit der Baisse an den Aktienmärkten Anfang 2000, den Unternehmenszusammenbrüchen und Bilanzmanipulation drehte sich diese positive Einschätzung. Für diese Krisenphase wurden ebenfalls die Shareholder Value Konzepte ausgemacht, die die Marktbewertung der Unternehmen in die Höhe getrieben haben und das Management zwangen, sich kurzfristig an den Aktienkurssteigerungen zu orientieren.

„Die Ära des Shareholder Value neigt sich ihrem Ende zu“ schreibt einer der Kritiker Allan Kennedy. Kennedy sieht den Untergang dieses Konzeptes einhergehen mit dem Niedergang der New Economy, Bilanzskandalen, Arbeitsplatzabbau oder auch der Verlagerung und dem Zusammenbrechen der Börsen. Praktiker in Europa und Asien kritisieren pauschal die Anwendung der Shareholder Value Ansätze. Die Vorstände sehen sich nicht in der Lage, ein zahlungsstromorientiertes Rechnungswesen neben dem traditionellen Rechnungswesen aufzubauen, noch sind sie in der Lage, zukünftige Rückflüsse zu prognostizieren. Ein auf den Shareholder Value aufbauendes Managementkonzept sei nicht in der Lage, alle Anspruchsgruppen in die Zielplanung zu integrieren und dient daher nicht als klassisches Managementkonzept. Auch seien die wertorientierten Kennziffern nicht praxistauglich und dienen daher nicht der Performancesteuerung.

Die größte Kritik wird bei der angeblich nur auf die Aktionäre fokussierten Unternehmenspolitik laut, die dazu dient, nur die Aktionärsvermögen zu maximieren und demnach nicht den langfristigen Unternehmenserfolg im Mittelpunkt haben. Diese Arbeit diskutiert die o.g. Kritik an den Shareholder Value Ansätzen und untersucht dabei, ob die Shareholder Value Ansätze in der heutigen Zeit obsolet geworden sind und sich damit im Niedergang befinden. Das zweite Kapitel der Arbeit untersucht die traditionellen Kennziffern des Rechnungswesens im Hinblick ihrer Eignung als Erfolgsmaßstab, da sie auch noch heute häufig in der Praxis verwendet werden. Hierbei werden die Schwächen dieser Performancekennziffern herausgearbeitet und aus der Kritik heraus ein modifizierter Shareholder Value Ansatz im dritten und vierten Teil der Arbeit konzipiert, der im Laufe der Arbeit dem deutschsprachigen Raum gerecht werdend, wertorientiertes Management bezeichnet wird.

Im Mittelpunkt dieses Ansatzes stehen die Schaffung von Unternehmenswert sowie die Erfolgsmessung über wertorientierte Kennziffern. Der dritte Teil der Arbeit stellt die wertorientierten Performancekennziffern vor und stellt dabei die Vorteile einer wertorientierten Betrachtungsweise heraus. Hierbei wird u.a. der Frage nachgegangen, wo die Unterschiede im Performance Maß Shareholder Value und Unternehmenswert liegen und welches Performancemaß der Langfristigkeit im Strategischen Management gerecht wird. Den Abschluss dieses Kapitels bildet eine kurze Darstellung der Werttreiber in einem wertorientierten Konzept mit praxisnahen Ansätzen für die bessere Übersichtlichkeit und Anwendbarkeit. Im vierten Teil dieser Arbeit erfolgt die Integration der Wertorientierung in das Strategische Management. Dabei werden aufgrund der Langfristigkeit der Konzepte des Strategischen Managements und des wertorientierten Managements Gemeinsamkeiten herausgearbeitet und praxistaugliche Hilfestellungen aufgezeigt.

Eine kurze Konkretisierung der Werttreiber in operative Maßnahmen wird dabei vorgenommen. Die Wertimplikation wird in jedem Teil des strategischen Prozesses aufgezeigt. Die Diskussion im fünften Teil der Arbeit geht auf die andauernde Kritik an den wertorientierten Konzepten ein. Dabei wird untersucht, ob diese Kritik eine Basis für den Untergang der Shareholder Value Ansätze bilden kann. Diskutiert werden die „Monistische Zielausrichtung der SVA“, die „Vernachlässigung anderer Anspruchsgruppen“, die „Probleme bei der Ermittlung der entsprechenden wertorientierten Kennziffern“ und die „Schwierigkeit der Kopplung der Leistungsentlohnung an den Unternehmenserfolg bei wertorientiert geführten Unternehmen“.

Innerhalb dieses Diskussionsteils werden Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt, wie mit den Problemen umgegangen werden kann. In der Diskussion zur „Vernachlässigung anderer Anspruchsgruppen“ werden zwei Alternativansätze diskutiert. Dabei hat der Strategische Kernkompetenzenansatz das Stakeholder Management und die Kernkompetenzen im Fokus, die durch ein Zusammenspiel mit der Unternehmenskultur zu einer Wertschaffung beitragen soll. Die Balance Scorecard rückt die Wertorientierung in den Mittelpunkt, ohne aber die wichtigen Stakeholder zu vernachlässigen und dient als integrativer Ansatz. Der vorletzte Teil der Arbeit widmet sich der empirischen Evidenz. Im ersten Schritt wird die Implementierung wertorientierter Erfolgskennziffern in den Praxisalltag vor allem deutscher Unternehmen kurz dargestellt, wobei hier Rückgriff auf bestehende Studien genommen wird.

Im zweiten Schritt werden sowohl die traditionellen als auch die wertorientierten Kennziffern aufgrund ihrer Tauglichkeit zur Erfolgmessung empirisch untersucht. Im Mittelpunkt dabei stehen die mögliche Korrelation zwischen Verfolgung traditioneller oder wertorientierter Kennziffern und der Steigerung des Marktwertes bzw. Unternehmenswerts. Den Abschluss dieser Arbeit bildet ein kurzes Fazit.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 2
2. Traditionelle Bewertungskennziffern 4
2.1 Periodengewinn 4
2.2 Gewinn pro Aktie (EPS) 5
2.3 Return on Investment (ROI) 6
2.4 Return on Equity (ROE) 7
3. Wertorientierte Methode und Verfahren 8
3.1 Unternehmenswert als Performancemaß 9
3.2 Planungshorizont, Cash Flow als zentrale Größe und Unternehmenswert 11
3.2.1 Planungshorizont 11
3.2.2 DCF und Unternehmungswertberechnung 12
3.2.3 EVA- Economic Value Added 14
3.2.4 Schätzung zusätzlich geschaffenen Shareholder Value 14
3.3 Werttreiber 14
3.3.1 Gewinnmarge 15
3.3.2 Zusatzinvestitionen in das Anlagevermögen (AV) 15
3.3.3 Zusatzinvestitionen ins Umlaufvermögen (UV) 16
3.3.4 Schätzung Kapitalkosten 16
3.3.5 Cash-Gewinnsteuersatz 17
3.3.6 Wachstumsrate des Umsatzes 17
4. Anwendung im Strategischen Management 17
4.1 Strategische Planung der Ziele 19
4.2 Strategische Analyse 20
4.3 Strategieformulierung- und Bewertung 24
4.3.1 StrategieformulierungGesamtunternehmung 24
4.3.2 Strategieformulierung auf Geschäftsbreichsebene 27
4.3.3 Prognose und Bewertung der Strategien 31
4.4 Strategieimplementierung 32
5. Diskussion und kritische Auseinandersetzung 34
5.1 Monistische Zielausrichtung 34
5.2 Vernachlässigung anderer Anspruchsgruppen und Handlungsmöglichkeiten 40
5.2.1 Bewertung 43
5.2.2 Globaler Ursprung 44
5.2.3 Wertorientierte Beurteilung 45
5.2.4 Handlungsmöglichkeiten 48
5.2.4.1 Handlungsmöglichkeit Strategische Kernkompetenzen Ansatz (SKK) 48
5.2.4.2 Handlungsmöglichkeit Balance Scorecard (BSC) 56
5.3 Probleme bei der rechnerischen Ermittlung des Unternehmenswert & Handlungsmöglichkeiten 62
5.3.1 Annahme konstantes Umsatzwachstum, Gewinnmarge & Problem der Restwertermittlung 62
5.3.2 Kapitalkosten 63
5.3.3 Handlungsmöglichkeit beim Cashflow 66
5.3.4 Handlungsmöglichkeitenbei denKapitalkosten 69
5.4 Problem Vergütungssysteme 71
5.4.1 Orientierung an die Eigentümerrendite 72
5.4.2 Orientierung an Unternehmenswertsteigerung 76
5.4.3 Handlungsmöglichkeiten 77
6. Empirische Evidenz 79
6.1 Anwendung in der Praxis 79
6.2 Traditionelle Kennziffern als Erfolgsmaßstab in der Empirie 82
6.3 Wertorientierte Kennziffern als Erfolgmaßstab 83
7. Fazit 85
Literatur 88

Automatisiert erstellter Textauszug:

Größe in Form des Unternehmenswertes, kann sowohl mit einem Management der Aktionärsinteressen als auch mit dem Management der Interessen anderer Anspruchsgruppen kompatibel sein.147 Die Wertschaffung steht im Mittelpunkt des Unternehmensziels. Eine Wertschaffung geht dabei einher mit der Sicherung der Arbeitslätze. Eine Förderung der Mitarbeiter z.B. wirkt in der Regel wertsteigernd, weil weniger Fehler gemacht werden und damit bei der Produktion weniger Ausschuss entsteht. Auch werden die Mitarbeiter angeregt, innovativer zu denken und Ansätze für Verbesserungen zu geben. Durch die Verknüpfung der Werttreiber innerhalb der oben beschriebenen Werttreibermatrix mit dem Funktions- und Leistungsbereich werden Maßnahmen auch im Personalbereich beschrieben, die die Makrowerttreiber beeinflussen. So üben die Qualifikationsmaßnahmen direkten Einfluss auf den Makrowerttreiber Umsatzwachstum aus. Den Befürwortern des SV ist demnach sehr wohl bewusst, welchen Stellenwert die eigenen Mitarbeiter haben und das der Erfolg nur über gute und zufriedene Mitarbeiter führen kann. Wenn aber Produktivitätsfortschritte oder neuen Technologie zu einem Überhang an Mitarbeiter führen, dann müssen zum Schutze und im Sinne der Überlebensfähigkeit der Unternehmung Maßnahmen ergriffen werden. Wo wir wieder bei der Rationalisierungs- und Outsourcing Debatte wären. Hierbei ist festzustellen, dass Rationalisierungsmassnahmen nicht der kurzfristigen Gewinnsteigerung dienen, auch wenn sie sich sofort darauf auswirken, sondern vielmehr der langfristigen Wettbewerbsfähigkeit. Dem wertorientierten Management wird dabei die Aufgabe zuteil, Strategienalternativen auf SGE-Ebene objektiv zu beurteilen und auf Gesamtunternehmungsebene die SGE auf Ihren Wertbeitrag zur Gesamtunternehmung zu untersuchen. Wird die Entscheidung bei einem SGE zur Restrukturierung oder auch zur Desinvestition getroffen, so wird diese Entscheidung mit einem Arbeitsplatzabbau einhergehen. Dieser Arbeitsplatzabbau erfolgt sowohl bei einem wertorientierten Management als auch bei anderen verfolgten Managementkonzepten. Auch ein konsequentes Führen als Profit Center reicht alleine nicht aus, wertschaffende SGE von wertvernichtenden SGE abzugrenzen. Ist eine Desinvestitionsentscheidung getroffen, wird häufig die Wichtigkeit der SGE für den internen Leistungsprozess herausgestellt. Erst ein konsequentes Wertmanagement auf allen Ebenen der Unternehmung bringt die Schwächen konsequent zum Vorschein. Sicher ist ein reines Cost cutting in dem Sinne keine Strategie, um Wachstum zu erzeu147 [...]

tivität in dem Maße anzuheben, dass Produktionskostennachteile aufgewogen werden, scheint nicht möglich. Maschinen und Wissen können an jedem Teil der Welt eingesetzt werden und sind nicht an Standorte gebunden. Lediglich die Ausbildung der Arbeiter in diesen Ländern kann zu einer Zurückhaltung führen. Grundsätzlich wird der Trend nicht zu stoppen sein.146 Das nächste Problem liegt in den Absatzmärkten. Durch sinkende Reallöhne wird den Menschen in den Industrieländern Kaufkraft entzogen, die die dort absetzenden Unternehmungen ebenfalls betreffen. Dementsprechend geraten die Unternehmungen auch im Heimatland unter Preis- und damit unter Kostendruck. Aus Gründen des globalen Wettbewerbs um Produktionsstandorte bleiben den Unternehmen im Grunde wenig Wahlmöglichkeiten. Outsourcing Konzepte und Rationalisierungsmaßnahmen sind dabei nicht auf eine kurzfristige Gewinnmaximierung ausgelegt, sondern dienen vielmehr der langfristigen Überlebenssicherung der Unternehmung. Die daraus resultierende niedrige Motivation ist vielmehr ein Zeichen der schlechten Kommunikation. Sicher möchte kein Arbeitnehmer seinen Arbeitsplatz verlieren. Aber wird den Menschen klar gemacht, in welcher Umbruchsphase sie leben und werden die Szenarien nicht als Weltuntergansszenarien geführt, sondern mit realistischen Annahmen, so werden auch diese die Maßnahmen besser nachvollziehen können. Dieses Vertrauen ist aber nur durch gezielte Maßnahmen von Politik und Wirtschaft zu erreichen. Um diesen doch eher volkswirtschaftlich orientierten Absatz zusammenzufassen, ist nicht dem wertorientierten Management die Ursache der Arbeitsplatzverlagerung und Outsourcing Debatte zuzuschreiben, sondern ist vielmehr ein Reaktion auf die Veränderung der globalen Umwelt und der Versuch die eigene Wettbewerbsfähigkeit und Überlebensfähigkeit zu sichern. Demnach dienen diese Maßnahmen allen Anspruchsgruppen, da die Verlagerung das Überleben der Unternehmung und die Unternehmung zumindest den weiterbeschäftigten Arbeitnehmern Lohn und Arbeit sichert. [...]

Rationalisierungsmaßnahmen oder auch Outsourcing Konzepte sind nicht einem wertorientierten Management zuschreiben, sie sind vielmehr Ergebnis einer immer global werdenden Wirtschaft, mit einem zunehmenden Wettbewerb. Produktionskosten in den asiatischen oder auch osteuropäischen Ländern, die nur einen Bruchteil der Kosten in den amerikanischen oder westeuropäischen Ländern ausmachen zwingen die Unternehmen heute nach Maßnahmen zu suchen, die entweder die Produktivität steigern oder zumindest die Produktionskosten senken lässt.145 Die angebotene Qualität in den genannten Schwellenländern ist annähernd so hoch wie in den entwickelten Industrieländern. Die Entfernung des Produktionsstandortes spielt eine immer untergeordnete Rolle, da die Kosten der weltweiten Lieferung nur noch einen Bruchteil der Kosten ausmachen. Der Wettbewerb in der Containerbranche z.B. nimmt zu, immer größere Containerschiffe werden gebaut und Kapazitäten werden geschaffen, die ausgelastet werden möchten. Die Reaktion der Unternehmungen in den Industrieländern kann nur in der sukzessiven Verlagerung der Produktion in kostengünstige Standorte sein, was allerdings einhergeht, mit einer Verringerung der Arbeitsplätze im Heimatland. Die Produk145 [...]

Arbeit zitieren:
Martin, Stephan März 2005: Shareholder Value - Ein Konzept im Niedergang?, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
strategisches Management, BSC, Wertorientierung, Beratungskennziffer, Stakeholder

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