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Sexualpädagogik in der Grundschule unter besonderer Berücksichtigung der Jungensozialisation

Sexualpädagogik in der Grundschule unter besonderer Berücksichtigung der Jungensozialisation
Über dieses Buch
  • Art: Staatsexamensarbeit
  • Autor: Andreas Krick
  • Abgabedatum: September 1995
  • Umfang: 125 Seiten
  • Dateigröße: 7,2 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Pädagogische Hochschule Heidelberg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-0487-1
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-0487-1 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-0487-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Krick, Andreas September 1995: Sexualpädagogik in der Grundschule unter besonderer Berücksichtigung der Jungensozialisation, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Jungensozialisation (Modelle), Sexualerziehung und Grundschule, Sexualpädagogische Ansätze

Staatsexamensarbeit von Andreas Krick

Gang der Untersuchung:

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit Sexualerziehungsunterricht unter den gegenwärtigen Bedingungen der Institution Schule wirksam werden kann. Es soll untersucht werden, ob sich die gängigen sexualpädagogischen Konzeptionen und Ziele mit den Bedingungen des schulischen Alltags, wie Fachunterricht, 45-Minutentakt oder Leistungserhebung vereinbaren lassen. Besondere Aufmerksamkeit wird hierbei dem Verständnis des Gesetzgebers von "Familien- und Geschlechtserziehung" gewidmet.

Der Frage, inwieweit sexualpädagogische Zielsetzungen in der Schule erfüllt werden können, soll am Beispiel der Jungensozialisation nachgegangen werden, wobei das Verhältnis von (sexual)pädagogischer Theorie und schulischer Praxis bzw. Anspruch und Wirklichkeit berücksichtigt werden soll.

Die vorliegende Arbeit ist in erster Linie eine Literaturarbeit, In die Kapitel zur Jungensozialisation und Jungensexualisation" (II/3.) und die zur "Schulischen Praxis" (III) sind persönliche und berufliche Erfahrungen eingeflossen, die als solche gekennzeichnet sind. Die Arbeit stützt sich auf aktuelle Literatur aus den Bereichen Sexualpädagogik/Sexualerziehung und männliche Sozialisationsforschung.

Sie gliedert sich in einen theoretischen (II) und eine praxisbezogenen Teil (III). Zuvor werden unter I "Terminologie" begriffliche Definitionen gegeben und das der Arbeit zugrundeliegende Sexualitätsverständnis erläutert.

Teil II geht zunächst näher auf das Verhältnis von sexualpädagogischer Theorie und sexualerzieherischer Praxis ein. Anschließend beleuchte ich die Gegensätzlichkeit schulischer Erziehungs- und Bildungsziele am Beispiel der Erziehung zu Selbstverwirklichung einerseits und moralischem Handeln andererseits. Die folgende Darstellung männlicher Sozialisations- und Sexualisationsbedingungen, berücksichtigt insbesondere die Entwicklung der männlichen Geschlechtsidentität.

Teil III der Arbeit beschäftigt sich mit dem Verhältnis von Schule und Sexualerziehung und schließlich mit den Charakteristika geschlechts- bzw. jungenspezifischen sexualerzieherischen Unterrichtes.

Das Verständnis des Gesetzgebers von schulischer "Familien- und Geschlechtserziehung" wird beleuchtet, indem die Veränderungen hinsichtlich sexualerzieherischer Rechte und Pflichten der Schule, die sich durch die Änderung des Paragraphen 100b des Schulgesetzes ergaben, herausgearbeitet werden. Darüber hinaus wird der Lehrplan daraufhin untersucht, inwieweit er seiner sexualerzieherischen Zielsetzung gerecht wird. Im letzten Kapitel der Arbeit werden die Aufgaben, Ziele und Charakteristika von jungenspezifischem Sexualerziehungsunterricht in der Grundschule beschrieben.

Schulische Sexualerziehung umfaßt weitere Aspekte, die im Interesse einer thematischen Eingrenzung in dieser Arbeit nicht berücksichtigt werden konnten. So wird auf das Thema "Kooperationspartner Eltern in der schulischen Geschlechtserziehung" nicht eingegangen, ebenso wird die Problematik von "Sexualerziehung mit ausländischen Kindern" nicht angesprochen.

Da sich meine Arbeit mit der Geschlechtsidentitätsentwicklung von Jungen beschäftigt, wurde auch das Thema "sexueller Mißbrauch'' nicht berücksichtigt. Ich sehe jedoch in jungenspezifischer Sexualerziehung, die die gängigen Männlichkeitsvorstellungen und Machtbedürfnisse der Jungen reflektiert einen möglichen Ansatz von Präventionsarbeit gegen den sexuellen Mißbrauch.

Die Arbeit schließt mit einer Beschreibung des gegenwärtigen Verhältnisses von (sexual-)pädagogischer Theorie und (sexual)erzieherischer Praxis und einem Ausblick auf mögliche Veränderungen in der Schule und in der LehrerInnenausbildung zur Verbesserung der Bedingungen schulischer Sexualerziehung.

Inhaltsverzeichnis:

INHALTSVERZEICHNIS 2
VORWORT 5
I. Terminologie 7
1. Begriffsdefinitionen 7
2. Die menschliche Sexualität -ein Untersuchungsgegenstand der Sexualpädagogik 9
2.1 Das zugrundeliegende Sexualitätsverständnis 9
2.2 Quellen sexueller Energie 10
2.2.1 Biologismus 10
2.2.2 Soziologismus 11
2.2.3 Das "Zwei Komponenten Modell 12
II. Theoretische Grundlagen 13
1. Zum Verhältnis von Sexualerziehung und Sexualpädagogik - Zum Verhältnis von Praxis und Theorie 13
1.1 Wandlung der Sexualnormen und der Sexualerziehung 13
1.2 Die drei Hauptrichtungen der Sexualpädagogik 16
1.2.1 Die konservativ-repressive Richtung 16
1.2.1.1 Der traditionell-restaurative Ansatz 16
1.2.2 Die politisch-emanzipatorische Richtung 17
1.2.2.1 Der sozialistisch-radikale Ansatz 17
1.2.2.2 Der emanzipatorisch-programmatische Ansatz 18
1.2.3 Die vermittelnd-liberale Richtung 20
1.2.3.1 Der bürgerlich-liberale Ansatz 20
1.2.3.2 Der verrnittelnd-progressive Ansatz 21
1.3 Aktuelle sexualpädagogische "(Un-)Einigkeiten 22
1.4 Sexualpädagogik im Verständnis einzelner wissenschaftstheoretischer Ansätze 23
1.4.1 Der erfahrungswissenschaftliche Ansatz 24
1.4.2 Der hermeneutisch-kritische Ansatz 24
1.4.3 Die Forderung nach der "Alltagswende" in der wissenschaftstheoretischen Orientierung 25
2. (Sexual-)Erzieherisches Ziel: Selbstverwirklichung in Moralität 26
2.1 Freiheit in Begrenztheit 26
2.2 Erziehung zu Moral und Selbstbestimmung - ein grundsätzlicher Widerspruch? 28
2.2.1 Zum Verhältnis von Moral und Selbstbestimmung 28
2.2.2 Sexualpädagogisches Erziehungsziel: "Die moralische Selbstverantwortung soll hergestellt werden 26
2.3 "Angenommensein" als Voraussetzung zur Selbstannahme 30
3. Jungensozialisation und Jungensexualisation 31
3.1 Entwicklung der männlichen Geschlechtsidentität 31
3.1.1 Das kognitionspsychologische Modell 31
3.1.2 Das psychoanalytische Modell 33
3.1.2.1 Die präödipale Phase - Symbiose und Trennung 33
3.1.2.2 Die ödipale Phase - Triangulierung 34
3.1.2.3 Die pubertäre Phase 34
3.2 Ergänzungen und Korrekturen aus der Sicht kritischer Männerforschung 36
3.2.1 Entdeckung des Geschlechtsunterschiedes 36
3.2.2 Die Beziehung zur Mutter und zum Vater 36
3.2.2.1 Die Mutter-Sohn Beziehung 36
3.2.2.2 Die Entwicklung der Geschlechtsidentität über eine Negatividentifikation 38
3.2.2.3 Die Vater-Sohn Beziehung 40
3.3 Die sogenannte Latenzphase Jungen zwischen sechs und zehn - sexuelle Wesen? 41
3.3.1 Jungen und ihr Körper 41
3.3.1.1 Sport: Beherrschung und Leistung! 41
3.3.1.2 Jungen, ihre Erregung, deren (Selbst-)Befriedigung und ihr Höhepunkt 43
3.3.2 Was Jungen fühlen (müssen) 45
3.3.3 Warum Zärtlichkeit unmännlich ist? 47
3.3.3.1 Zärtlichkeit - Versuch einer Begriffsannäherung 47
3.3.3.2 Der zärtliche Umgang mit Mutter und Vater 49
3.3.3.3 Jungen "können" aufgrund ihrer Sozialisationserfahrungen nicht zärtlich sein 50
3.3.4 Die Bedeutung der Mädchen für die Jungen 50
3.3.5 Du "schwule Sau" - Der Inbegriff des Nichtmännlichen 53
3.3.6 Was spielen Jungen zwischen sechs und zehn? 54
3.3.7 Jungenbanden - Die Peergroup 57
3.3.8 Jungen in der Schule 60
III Schulische Praxis 63
1. Schulische "Familien- und Geschlechtserziehung" im Verständnis des Gesetzgebers 63
1.1 Die gesetzliche Grundlage: § 1 00b des Schulgesetzes 63
1.2 Die Richtlinien zur Familien- und Geschlechtserziehung 64
1.3 Familien- und Geschlechtserziehung im Erziehungs- und Bildungsauftrag für die Grundschule 65
1.3.1 Der undeutliche curriculare Status der Familien- und Geschlechtserziehung 66
2. Die Lehrplaninhalte - Eine Analyse 67
2.1 Erstes Kriterium 68
2.2 Zweites Kriterium 70
2.3 Der Lehrplan: Eindeutigkeit ist nicht möglich 73
3. Schule zwischen Staat und Kind - Grenzen (schulischer) Sexualerziehung 74
3.1 Die Widersprüchlichkeit des Erziehungs- und Bildungsauftrags der Grundschule 74
3.2 Schule - die asexuelle Institution 76
3.3 Das Abhängigkeitsverhältnis zwischen SchülerInnen und LehrerInnen 77
3.4 Der Heimliche Lehrplan 79
3.5 Sexualerziehung steht sich selbst im Wege 82
4. Dennoch: Sexualerziehung mit Jungen in der Grundschule 83
4.1 Aufgaben der Jungenarbeit 83
4.1.1 Selbstwert stärken 84
4.1.2 Neue Erfahrungen ermöglichen oder was bekommen die Jungen dafür, daß sie etwas aufgeben? 84
4.2 Charakteristisches für die Arbeit mit Jungen 85
4.2.1 Jungen unter sich - Neue Jungensichtweise 85
4.2.2 Geringe Motivation 87
4.2.3 Störungen 88
4.2.4 Grenzen setzen 89
4.2.5 Geduldiges, freundliches Begleiten 90
4.3 Wie kann man mit Kindern über Sexualität reden? 90
4.3.1 Zuhören 92
4.4 Die Rolle des Lehrers 93
4.4.1 Unterschiedliche Lebenswelten von Lehrern und Kindern 93
4.4.2 Anforderungen an die Lehrer 94
4.4.2.1 Reflexion und Revision 94
4.4.2.2 Authentisch sein und Autorität abgeben 98
4.4.3 Entlastung für die Lehrer 99
IV Schlußbemerkung 102
Zum Verhältnis von sexualpädagogischer Zielsetzung und schulischer Wirklichkeit 102
LITERATURVERZEICHNIS 105
ANHANG 111

Arbeit zitieren:
Krick, Andreas September 1995: Sexualpädagogik in der Grundschule unter besonderer Berücksichtigung der Jungensozialisation, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Jungensozialisation (Modelle), Sexualerziehung und Grundschule, Sexualpädagogische Ansätze

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