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Sexualität und sexuelle Störungen

Eine Literaturarbeit

Sexualität und sexuelle Störungen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Oliver Marschollek
  • Abgabedatum: Juni 1997
  • Umfang: 182 Seiten
  • Dateigröße: 9,3 MB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-0228-0
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-0228-0 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-0228-0 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Marschollek, Oliver Juni 1997: Sexualität und sexuelle Störungen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: DSM-IV, ICD-10, Perversionen, Rechtssprechung, Sexualforschung

Diplomarbeit von Oliver Marschollek

Gang der Untersuchung:

Der erste Teil dieser Diplomarbeit behandelt vorwiegend die körperliche und psychosexuelle Entwicklung sowie das Sexualverhalten von der Kindheit bis ins hohe Alter. So wird nach einer Einleitung und Definition des Begriffs Sexualität die Abhängigkeit der Sexualität von den zeitlichen und kulturellen Umständen dargelegt, wodurch deutlich wird, daß Sexualität ohne soziokulturellen Bezug gar nicht denkbar ist, was sich an verschiedenen Stellen dieser Arbeit auch immer wieder zeigt. Besondere Beachtung wird der Vorverlegung der Menarche innerhalb der vergangenen 150 Jahren geschenkt, da diese Tatsache und ihre Bedeutung für die Sexualität in der Literatur kaum Erwähnung findet.

Es wird die Entwicklung der Sexualforschung seit ihrer Entstehung vor rund 100 Jahren bis heute skizziert, wobei auf die jüngere Entwicklung, nämlich die Aufspaltung der Sexualforschung in die psychosomatisch orientierte Sexualmedizin einerseits und die medizinisch-technische Sexualmedizin andererseits näher eingegangen wird.

Die Geschlechtsdifferenzierung als Grundlage und Teil der Sexualität wird detailliert beschrieben. Dabei wird zunächst die Entwicklung der befruchteten Eizelle bis zum Erwachsenenalter und der Einfluß der Hormone dargestellt. Weiterhin wird auf Sonderfälle der körperlichen und psychosexuellen Entwicklung, wie sie die somatische Transsexualität beziehungsweise der Hermaphroditismus darstellt, eingegangen, da diese zum Verständnis der Entstehung der sexuellen Orientierung (Bi-, Homo- oder Heterosexualität) und der Entwicklung der Geschlechtsidentität wesentlich beitragen.

Methodische Schwierigkeiten der empirischen Sexualforschung werden behandelt und in diesem Zusammenhang werden Vorschläge gemacht, wie die Qualität von Selbstbeschreibungsdaten erhöht werden kann. Auf eine kritische Auseinandersetzung mit der bisherigen empirischen Sexualforschung kann dabei nicht verzichtet werden.

Die Arbeit behandelt weiterhin das Sexualverhalten von Menschen in allen Altersklassen (Kindheit, Jugend, Erwachsenenalter, hohes Alter). Weil der Forschungsstand es nur in der Altersklasse der Jugendlichen erlaubt, Veränderungen im Sexualverhalten darzustellen, wird in den übrigen Altersklassen ausschließlich das derzeit praktizierte Verhalten geschildert und auf die Darstellung möglicher Veränderungen verzichtet.

Der zweite Teil dieser Arbeit versucht einen Einblick in die mit der Sexualität zusammenhängenden Störungsbilder zu geben. Die Störungsbilder werden definiert und erläutert, es wird kritisch dargestellt wie sie in den internationalen Manualen ICD-10 (Internationale Klassifikation psychischer Störungen der Weltgesundheitsorganisation; WHO, 1993a) und der jüngst erschienenen vierten Ausgabe des DSM (Diagnostisches und Statistisches Manual der American Psychiatric Association; APA, 1996) klassifiziert werden.

Weiterhin wird die Epidemiologie der sexuellen Störungen sowie auch Erklärungsansätze zu ihrer Genese aus kognitiv-behavioristischer und aus psychoanalytischer Sicht dargestellt. Dabei werden widersprüchliche Befunde bezüglich der Angst als ätiologischer Faktor besonders hervorgehoben. Es werden kognitiv-behavioristische und psychoanalytische Methoden zur Behandlung von sexuellen Störungen beschrieben und welche Möglichkeiten der Prävention bestehen.

Nach den sexuellen Störungen wird die Rechtsprechung behandelt. Es wird dargestellt welche juristischen Veränderungen zum Teil erst in diesem Jahr vorgenommen wurden, sofern sie sexuelle Gewalt in der Ehe, den Transsexualismus und die Homosexualität betreffen. Anschließend werden Angaben über die Häufigkeiten sexueller Straftaten gemacht.

Die Arbeit wird mit einem Ausblick abgeschlossen, der beschreibt, wie sich das Sexualverhalten in absehbarer Zukunft in unserer Kultur verändern wird und welche Auswirkungen diese Veränderungen auf die sexuellen Störungen bereits jetzt schon haben beziehungsweise haben werden.

Inhaltsverzeichnis:

Einleitung 1
Teil I SEXUALITÄT 2
1. Sexualität 2
2. Kultur- und Zeitgebundenheit der Sexualität 3
2.1 Kulturgebundenheit der Sexualität 3
2.2 Zeitgebundenheit der Sexualität 4
3. Historischer Abriß der Sexualforschung 9
4. Geschlechtsdifferenzierung 14
4.1 Geschlechtsdifferenzierung 14
4.2 Intersexualität 17
4.3 Die Sexualhormone 20
4.4 Entwicklung der Geschlechtsidentität 22
4.5 Sexuelle Orientierung 29
5. Empirische Sexualforschung 34
5.1 Methodische Probleme der Sexualforschung 35
5.1.1 Qualität von Selbstbeschreibungsdaten über das Sexualverhalten 36
5.1.1.1 Objektivität 36
5.1.1.2 Reliabilität 37
5.1.1.3 Validität 38
5.1.2 Fragebogen oder Interview 39
5.1.3 Die Teilnahmebereitschaft bei Befragungen 39
5.2 Kritik an der empirischen Forschung 41
6. Sexualität von der Kindheit bis ins späte Lebensalter 43
6.1 Sexualität in der Kindheit 43
6.2 Sexualität im Jugend- und frühen Erwachsenenalter 45
6.2.1 Veränderungen der Jugendsexualität in der Zeit von 1970 bis 1990 46
6.3 Sexualität im Erwachsenenalter 50
6.4 Sexualität im (hohen) Alter 53
Teil II SEXUELLE STÖRUNGEN 59
7. Sexuelle Störungen 59
8. Krankheitsbilder und ihre Klassifikation 64
8.1 Funktionelle Sexualstörungen 64
8.1.1 Störungen, die während der Appetenzphase auftreten 66
8.1.1.1 Störung mit Verminderter Sexueller Appetenz 66
8.1.1.2 Störung mit Sexueller Aversion 66
8.1.1.3 Exzessive sexuelle Appetenz/Hypersexualität 67
8.1.2 Störungen, die während der Erregungsphase auftreten 67
8.1.2.1 Störung der sexuellen Erregung bei der Frau 67
8.1.2.2 Erektionsstörung beim Mann 68
8.1.3 Störungen, die während der Orgasmusphase auftreten 68
8.1.3.1 Weibliche Orgasmusstörung 68
8.1.3.2 Männliche Orgasmusstörung 69
8.1.3.3 Ejaculatio Praecox 69
8.1.4 Störungen, die während der Entspannungsphase auftreten 70
8.1.4.1 Mißempfindungen nach Sexualität, Nachorgastische Verstimmungen oder Satisfaktionsstörungen 70
8.1.5 Störungen mit sexuell bedingten Schmerzen 70
8.1.5.1 Dyspareunie (nicht aufgrund eines medizinischen Krankheitsfaktors) 70
8.1.5.2 Vaginismus (nicht aufgrund eines medizinischen Krankheitsfaktors) 71
8.2 Paraphilien 71
8.2.1 Fetischismus 74
8.2.2 Transvestitismus (Transvestitischer Fetischismus) 74
8.2.3 Pädophilie 75
8.2.4 Voyeurismus 76
8.2.5 Exhibitionismus 76
8.2.6 Sexueller Sadismus 76
8.2.7 Sexueller Masochismus 77
8.3 Geschlechtsidentitätsstörungen 77
8.4 Anmerkungen zu den Fachausdrücken 79
8.5 Diskussion der Krankheitsbilder und ihrer Klassifikation 81
9. Epidemiologie sexueller Störungen 86
9.1 Epidemiologie der funktionellen Sexualstörungen 87
9.2 Epidemiologie der Paraphilien 90
9.3 Epidemiologie der Geschlechtsidentitätsstörungen 91
10. Erklärungsansätze zur Genese von sexuellen Störungen 94
10.1 Erklärungsansätze zur Genese von funktionellen Sexualstörungen 94
10.1.1 Kognitiv-Behavioristischer Ansatz 95
10.1.2 Psychoanalytischer Ansatz 98
10.1.3 Die Rolle der Angst bei funktionellen Sexualstörungen 101
10.2 Erklärungsansätze zur Genese von Paraphilien 103
10.2.1 Kognitiv-Behavioristischer Ansatz 104
10.2.2 Psychoanalytischer Ansatz 105
10.2.2.1 Fetischismus und Transvestitismus 109
10.2.2.2 Pädophilie 110
10.2.2.3 Exhibitionismus und Voyeurismus 111
10.2.2.4 Sadomasochismus 112
10.3 Erklärungsansätze zur Genese von Geschlechtsidentitätsstörungen 112
11. Psychotherapeutische Methoden zur Behandlung von sexuellen Störungen 115
11.1 Intervention bei funktionellen Sexualstörungen 116
11.1.1 Kognitiv-Behavioristischer Ansatz 117
11.1.2 Psychoanalytischer Ansatz 120
11.2 Intervention bei Paraphilien 121
11.2.1 Kognitiv-Behavioristischer Ansatz 122
11.2.2 Psychoanalytischer Ansatz 124
11.3 Intervention bei Geschlechtsidentitätsstörungen 126
12. Prävention sexueller Störungen 130
13. Sexualität und Rechtsprechung 131
13.1 Vergewaltigung in der Ehe 131
13.2 Änderungen des Sexualstrafrechts 133
13.3 Häufigkeiten von Sexualstraftaten 134
13.4 Transsexualität 136
14. Ausblick 137
Literaturverzeichnis 139
Anhang A: Liste synonym verwendeter Begriffe 166
Anhang B: Klassifikation funktioneller Sexualstörungen 167
Anhang C: Tabelle der Leitsymptome der sexualmedizinischen Ambulanz der Frankfurter Abteilung für Sexualwissenschaft 168
Anhang D: Synopse der Klassifikationen der sexuellen Störungen 169

Arbeit zitieren:
Marschollek, Oliver Juni 1997: Sexualität und sexuelle Störungen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
DSM-IV, ICD-10, Perversionen, Rechtssprechung, Sexualforschung

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