NLP und Ethik
Erkenntnistheoretische Untersuchung zur Entwicklung eines ethischen Rahmens für das NLP-Modell
- Art: Seminararbeit
- Autor: Hans-Gerd Bauer
- Abgabedatum: September 2001
- Umfang: 57 Seiten
- Dateigröße: 470,3 KB
- Institution / Hochschule: keine Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-4466-2
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-4466-2 P - ISBN (CD) :978-3-8324-4466-2 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Bauer, Hans-Gerd September 2001: NLP und Ethik, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Ethik, Konstruktivismus, Menschenbild, NLP
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Seminararbeit von Hans-Gerd Bauer
Einleitung:
Ausgehend von einer Status quo-Beschreibung des „Phänomens NLP“ aus den drei Perspektiven: was sieht der Interessierte, was der NLP- ablehnende Gegner, sowie der in der Szene und Terminologie des NLP Etablierte, wird gezeigt, wie überfällig ein klar reflektiertes Theoriefundament für das NLP-Modell ist, um Diskussions- und Glaubwürdigkeit dieses Modells zu gewährleisten und damit seinen Fortbestand und die Weiterentwicklung zu unterstützen.
Um diesem Ziel näher zu kommen, wird das NLP-Modell auf seine innere Konsequenz und, soweit in diesem Rahmen möglich, auf seine impliziten und expliziten Fundamente und Wurzeln hin untersucht. Dabei werden einerseits Inkonsequenzen in der logischen Theoriebildung und/oder terminologische Unschärfen aufgezeigt. Daraus folgen weitreichende Veränderungen in der Formulierung und besonders der Zuordnung der NLP-Vorannahmen, die bis heute die Funktion und den Anspruch einer weltanschaulichen Visitenkarte für das NLP und sein Selbstverständnis haben. Gerade durch diese Überprüfung der inneren Logik und konsequenten Anwendung des NLP auf sich selbst werden in der Folge neben den explizit geäußerten auch die impliziten ethischen Kriterien des NLP-Modells sichtbar.
Gang der Untersuchung:
Im Ggs. zu weitverbreiteter NLP-Veröffentlichungspraxis werden im Rahmen dieser Arbeit die eingenommene Perspektive und der erkenntnistheoretische Hintergrund für die Untersuchung benannt und in der weiterführenden NLP-Theoriebildung als verbindlich akzeptiert und angewandt. Als Basis sei hier benannt: Der Radikale Konstruktivismus ist der erkenntnistheoretische Ausgangspunkt, von dem aus zentrale Aussagen zur Wahrnehmungsfähigkeit des Menschen aus der Kognitionstheorie, und der handlungstheoretische Ansatz von Miller, Pribram & Galanter herangezogen werden.
In der Weiterführung der Analyse wird das im NLP-Bereich nur unzureichend ausgearbeitete Theorem „Ökologie“, nachdem es in der NLP-Praxis angewandt wird, in der öffentlichen Diskussion in seiner apologetischen Verwendung schon überstrapaziert ist, und in der Theoriebildung dann doch eher Feigenblattfunktion hat, auf seine mögliche Tragweite hin untersucht.
Es folgt eine prozessorientierte Auslotung des Begriffes Ökologie, der ggf. in den Rang einer generativen Vorannahme gehoben wird, was im Rahmen des NLP-Modells unumschränkte Verbindlichkeit für alle Anwendungsbereiche bedeuten würde.
Durch eine anschließende Selbstanwendung des NLP auf sich selbst, gemessen an dem konzeptimmanenten Rahmenwert Ökologie, werden in der Konsequenz zwei Schlussfolgerungen möglich:
- es gibt einen ethischen Rahmen des NLP-Modells als Ganzem, der seine Überzeugungskraft gerade dadurch hat, dass er aus der Theoriebildung des NLP-Modells entwickelt ist und somit nicht an die persönlichen ethischen Bezugsrahmen des jeweiligen Anwenders gebunden ist und außerhalb dessen das jeweilige Handeln schlicht und einfach nicht mehr durch den Titel NLP gedeckt wird.
- mittels dieser Grundorientierung ergeben sich konzeptimmanente Kriterien für die konkrete Anwendung von NLP-Interventionen, für angemessene Ausbildungskontexte, wie auch für die Selbstdarstellung des NLP im Reigen anderer Kommunikations- und Psychotherapieentwürfe.
Inhaltsverzeichnis:
| Abstract | ||
| Zusammenfassung | 4 | |
| 1. | Die Kontroverse um NLP | 6 |
| 2. | Die Suche nach einer NLP-Ethik | 8 |
| 3. | Analyse der Wertmaßstäbe des NLP-Modells | 12 |
| 3.1. | Erkenntnistheoretischer Ausgangspunkt der Untersuchung | 12 |
| 3.2 | Inkonsequenzen im ursprünglichen NLP-Modell | 14 |
| 3.3 | Die graduelle Neuordnung der expliziten NLP-Vorannahmen | 16 |
| 3.4 | „Prozessuale Wirklichkeit“ als implizite NLP-Vorannahme | 18 |
| 3.5 | „Systemische Wirklichkeit“ als vernachlässigte NLP-Vorannahme | 22 |
| 4. | „Der Architekt“ als tragfähige Metapher | 29 |
| 4.1 | Der Mensch als soziales Wesen | 30 |
| 4.2 | Ökologie als ethischer Rahmenwert | 33 |
| 4.3 | Die Affinität des Ökologiegedankens zur Trias der Menschenrechte | 34 |
| 4.4 | Das Idealbild des ökologischen Handelns | 38 |
| 5. | Überprüfung des ökologischen NLP-Fundamentes anhand des gewonnenen Idealbildes | 40 |
| 6. | Das Gesamtbild eines ökologisch fundierten NLP-Modells | 43 |
| 7. | Konsequenzen und Ausblick | 46 |
| Literaturverzeichnis | 48 |
Eine gewisse Orientierungs- und Sprachlosigkeit wurde allerdings dann deutlich, als Woodsmall dieses „bescheidene Ziel“ des NLP darauf befragte, ob alle damit möglich gewordenen wünschenswerten Ziele, z.B. eines NLP-Klienten, eines Waffenhändlers, eines Triebtäters etc., auch über das wünschende Individuum hinaus wünschenswert wären. Im weiteren wurde dann viel über Eigenverantwortlichkeit, Toleranz, Werkzeugcharakter des NLP etc. geschrieben (s.o.), ohne daß über die Zitate der Vorannahmen hinaus eine notwendige, tiefergehende Herleitung dieser Werte geleistet wurde. Ergebnis davon ist heute, daß gerade im Praxisfeld nach ethischen Regularien für die Anwendung gesucht wird, während eine grundlegende, generative Herleitung entsprechender Werte und deren prozeßorientierte Konkretion gar nicht mehr in den Blick kommt. Offen zu benennen, dies (Bescheiden, wie man eben sei), gar nicht intendiert zu haben (s.o.) scheint mir vermessen, wenn zugleich ein fast universaler [...]
Es wirft sich natürlich auch die Frage auf, warum man eigentlich nicht bei dieser am Individuum orientierten Zielsetzung bleiben sollte? Möglicherweise ist dies bei einem am subjektiven Erleben verankerten Modell die angemessenste Lösung und weiterführende Aussagen könnten das theoretische Gerüst überstrapazieren. Vielleicht haben Bandler und Grinder das „ihnen Bestmögliche“ getan, als sie ein funktionierendes, individualistisch orientiertes Modell des NLP konstruiert haben. Vielleicht reichte ihnen der ethische Impetus der „Nützlichkeit“ als Kompaß in den Tiefen und Untiefen ihres kommunikativen Handelns. Doch fokussierten sie m.E. die Verbesserung menschlicher Lebensbedingungen zu schnell auf das subjektive Erleben des einzelnen Individuums und vernachlässigten dabei, kontextuelle und strukturelle Bedingtheiten und Einflüsse auf das NLP und umgekehrt zu reflektieren (was sich bekanntlich ja sehr früh mit dem Streben nach einem gewissen finanziellen Erfolg verband). Auf diesem Weg aber wurde die [...]
23 und in der Durchführung elegantes Verhalten ist, wird nur vage beschrieben. In der systematisierten Zusammenfassung des NLP von Seymour & O´Connor heißt es prägnant: „Der Zweck des NLP ist es, nützlich zu sein, die Wahlmöglichkeiten zu erweitern und die Qualität des Lebens zu verbessern.“ (Seymour & O´Connor 1992, S.18). Hieraus entwickelt sich eine geschlossene Argumentationskette: Nützlich ist, was mehr Wahlmöglichkeiten hervorbringt, was zu mehr Lebensqualität führt. Lebensqualität ist dann höher, wenn mehr Wahlmöglichkeiten bestehen. Mehr Wahlmöglichkeiten nützen einer besseren Lebensqualität... So eine Kette läßt sich endlos fortsetzen, solange nicht bestimmt wird: Was ist bessere Lebensqualität? Für wen ist sie besser? Im Bezug auf was ist sie besser? Diese Fragen werden in der konkreten Praxis des NLP durch einen “Ökologie-Check“ geklärt, der (im gelungenen Fall) fester Bestandteil jeder Intervention ist. Der „Öko-Check“ ist ein Bestandteil bei der Herausarbeitung eines Zielbildes (Dilts et al. 1994, S.226f). Hier wird mit dem Klienten ein klare Zielvorstellung entworfen, die die Orientierung für eine angemessene Interventionen bietet. Dieses Zielbild (oft auch „wünschenswerter Zustand“ genannt) wird zumeist durch ein entsprechendes, an allen fünf Sinnen orientiertes Imaginationsverfahren und gezielte Fragen diesbezüglich, auf seine sozialen, intraindividuellen und biographischen Auswirkungen hin überprüft. Es werden weiterführende, auch an Maßstäben der Sozialität orientierte Fragen gestellt, die eine rein individualistische Sicht des Menschen relativieren, und als Korrekturkriterium für das Zielbild dienen: „- Was aber werden ihre Nachbarn, ihre Frau, ihre Kinder etc. sagen, wenn Sie ihr Ziel erreichen? (Umwelt)...“ (Weerth 1992, S.142). Alle weiteren Fragen sind wieder intraindividuell orientiert. Die Kriterien für eine ökologisches Zielbild sind je nach Fokus mehr oder weniger genau festgelegt: Zwar wird die Balance der Beziehungen zur Außenwelt beschrieben (Seymour & O´Connor 1992, S.119), jedoch ist die Zielsetzung der ökologischen Fragestellung eindeutig in der intraindividuellen Balance und Teileintegration zu sehen. Diese Fragen werden weniger im Interesse einer ethischen Orientierung gestellt, als im Bezug auf die Nützlichkeit für die individuelle Zielerreichung, die im Falle unökologischer Zielsetzungen durch psychisch und/oder physische Instabilität gefährdet ist (Weerth 1992, S.107 u. S.142, sowie Dilts et al. 1994, S.225f). Sich mit diesem Geltungsbereich der „Ökologie“ für das [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832444662
Arbeit zitieren:
Bauer, Hans-Gerd September 2001: NLP und Ethik, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Ethik, Konstruktivismus, Menschenbild, NLP



