Bachelor + Master Publishing
811 Bachelorarbeiten, 533 Masterarbeiten, 10.103 Diplomarbeiten

Selbstwirksamkeitsveränderungen durch Sport

Eine experimentelle Bedingungsanalyse mit Älteren

Selbstwirksamkeitsveränderungen durch Sport
Über dieses Buch
  • Art: Dissertation / Doktorarbeit
  • Autor: Dirk Schneider
  • Abgabedatum: April 2003
  • Umfang: 340 Seiten
  • Dateigröße: 1,2 MB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Deutsche Sporthochschule Köln Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7772-1
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7772-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Schneider, Dirk April 2003: Selbstwirksamkeitsveränderungen durch Sport, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Seniorensport, Leistung, Motivation, Experiment, Intervention

In den Warenkorb
68,00 €

Dissertation / Doktorarbeit von Dirk Schneider

Einleitung:

Ältere Menschen rücken in jüngster Zeit zunehmend in das öffentliche Interesse. Dies liegt vor allem daran, dass der Anteil der Älteren in der Gesamtbevölkerung stetig zunimmt. Während noch in den 80er-Jahren jedem über 60-jährigen 4 unter 20-jährige gegenüberstanden, hat sich dieses Verhältnis um die Jahrtausendwende weitgehend ausgeglichen und soll sich im Jahre 2030 nahezu vollständig umdrehen. Diese, auch als „demographische Revolution“ bezeichnete, dramatische Veränderung der Bevölkerungsstruktur betrifft zunächst diejenigen, die aktuell zu der Gruppe älterer Menschen zählen. Darüber hinaus betrifft sie auch alle anderen Menschen, die in der Zukunft zu den Älteren gehören und/oder die sich beruflich in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft mit älteren Menschen beschäftigen. Insgesamt entstehen vielfältige Herausforderungen und Anpassungserfordernisse in den verschiedenen Lebensbereichen. In der Politik geht es beispielsweise darum, die Gestaltung der Renten und des Gesundheitswesens an die veränderte Bevölkerungsstruktur anzupassen. Die Wirtschaft hingegen erkennt die i.d.R. finanziell gut ausgestatteten Älteren als neue Zielgruppe der Konsum- und Dienstleistungsbranchen und wendet sich dieser mit entsprechenden Marketingstrategien zu. Gleiches gilt für den Freizeit- und Sportbereich sowie für kommerzielle Sport- und Reiseanbieter. Im Bereich der Wissenschaft im Allgemeinen und der Sportwissenschaft im Speziellen sind Ältere vor allem wegen der z.T. erheblichen Forschungslücken auf dem Gebiet der grundlagen- und anwendungsorientierten Forschung höchst interessant.

Die hier vorgelegte Dissertation beschäftigt sich auf der Basis einer sportwissenschaftlichen Auseinandersetzung speziell mit Bedingungen und Effekten der Sport- und Bewegungsaktivität Älterer. Vor einer detaillierten Betrachtung dieses Themenbereichs, gilt es zunächst die Frage „Wozu dienen Sport- und Bewegungsaktivitäten im Alter?“ zu bearbeiten. In diesem Zusammenhang wird man bis heute mit der weit verbreiteten Auffassung konfrontiert, dass das Alter einen defizitären Zustand darstellt und dass dem Sport eine rein kompensatorische Funktion zukommt. Er wird somit eingesetzt, um den drohenden Defiziten im Bereich der selbstständigen Alltagsbewältigung und der überdauernden Lebensfreude entgegenzuwirken. Ein derart ausgerichteter Sport orientiert sich ausschließlich an der vermeintlich höheren Lebensqualität jüngerer Menschen und könnte daher ältere Menschen dazu veranlassen, jugendliche Leistungsideale anzustreben.

In Abkehr zu dieser defizitären Sichtweise des Alters und der damit verbundenen rein kompensatorischen Funktion des Sports wird in dieser Arbeit eine andere Sichtweise vertreten. Es wird zunächst davon ausgegangen, dass der Prozess des Alterns nicht notwendigerweise eine verminderte Lebensqualität zur Folge hat. Bereits Singer formuliert in diesem Zusammenhang sinngemäß, dass Altern nicht von vornherein auf Abnahme, Rückgang und Verschlechterung festgelegt ist, sondern offen für Zunahme, Differenzierung und Integration ist. Wenn man die Lebensqualität aller Altersphasen als dynamisches Gleichgewicht der physischen, psychischen und sozialen Funktionsfähigkeit und des physischen, psychischen und sozialen Wohlbefindens auffasst, dann besteht die Möglichkeit, etwaige körperliche Funktionseinbußen (z.B. wegen langjähriger sportlicher Inaktivität) beispielsweise durch positive Entwicklungen im Bereich des Wohlbefindens auszubalancieren. Es besteht die Chance, sich nach einem langen entbehrungsreichen Berufsleben oder nach einer anstrengenden Kindererziehung um sich selbst, die Familie und um Freunde kümmern zu können oder beispielsweise durch sportliche Aktivität neue Kontakte zu knüpfen. Auch wenn Kinder nicht mehr auf die elterliche Fürsorge angewiesen sind oder wenn durch den Tod enger Freunde nur noch wenige soziale Kontakte bestehen, kann dennoch auch derartigen Einbußen im Bereich des Wohlbefindens durch positive Entwicklungen z.B. im Bereich der selbstständigen Alltagsbewältigung entgegengewirkt werden. Sich einmal um die eigene körperliche Gesundheit zu kümmern, sportlich aktiv zu werden, die eigene Leistungsfähigkeit zu steigern oder in anderen Hobbies etwas dazuzulernen, stellen ebenfalls Möglichkeiten dar, die Balance wiederherzustellen. Sport wird somit eingesetzt, um das möglicherweise durch veränderte Lebensbedingungen oder verringertes Aktivitätsniveau entstandene Ungleichgewicht zu regulieren. Ein derart ausgerichteter Sport orientiert sich nicht mehr an der vermeintlich höheren Lebensqualität jüngerer Menschen und somit an den Sinnorientierungen einer zurückliegenden Lebensphase. Er ist vielmehr darum bemüht, neue Entwicklungsmöglichkeiten und Handlungschancen aufzudecken um so zu der in allen Lebensphasen gefährdeten und gleichsam erstrebenswerten hohen Lebensqualität beizutragen. Es geht also nicht mehr darum, jugendliche Leistungsideale anzustreben, sondern darum, Lebensqualität durch Ausbalancierungshilfen zu schaffen. Sport sollte dann dazu beitragen, dass Ältere in ihrer Lebensphase eine eigene Sinnorientierung suchen und finden.

Sportanbieter, die auf die eine oder andere Weise ihren Sport ausrichten und diesen entsprechend ihrer Ausrichtung den Älteren nahe legen, stehen allesamt vor dem grundlegenden Problem, dass die Bereitschaft zum Sporttreiben sowie die Ausübung von Sport mit zunehmendem Alter abnimmt. Die höchst geringen Aktivitätsraten der über 60 Jahre alten Deutschen von ca. 10% sowie die hohen Drop-Out-Quoten von z.T. über 50% belegen dieses Problem eindrucksvoll.

Wenn man jedoch die sportliche Inaktivität der Älteren beklagt und für mehr Sport- und Bewegungsaktivität plädiert, dann stellt sich die grundsätzliche Frage zur Legitimation der Sport- und Bewegungsaktivität. In diesem Zusammenhang geht es darum festzustellen, ob Sport- und Bewegungsaktivitäten ihrer Ausrichtung entsprechend tatsächlich in der Lage sind, Zielvorstellungen und Effektversprechen einzuhalten, die sich darauf beziehen, die Defizite der Lebensqualität zu kompensieren bzw. das dynamische Gleichgewicht „Lebensqualität“ auszubalancieren.

In Anbetracht der mit Sport- und Bewegungsaktivitäten verknüpften Zielvorstellungen und Effektversprechen könnte der Eindruck entstehen, Sport und Bewegung sei „...ohne Abstriche das Mittel und Medium...“ für eine hohe Lebensqualität und für positive Wirkungen im Bereich der Funktionsfähigkeit und des Wohlbefindens.

Fällt die Einschätzung aber nicht zu optimistisch aus? Sind die Versprechungen, deren Plausibilität ganz offensichtlich ist, tatsächlich einlösbar? Basieren die vielfältigen positiven Wirkungen auf individuellen Erfahrungen oder lassen sie sich durch wissenschaftliche Erkenntnisse stützen? Gibt es gesicherte Ergebnisse, die eine klare Abgrenzung zwischen potentiellen und tatsächlichen Wirkungen der Sport- und Bewegungsaktivitäten mit Älteren erlauben? Kann man den Sport- und Bewegungsaktivitäten unterstellen, sie haben in jedem Fall die positiven Wirkungen...?

Zur Beantwortung dieser grundlegenden Fragestellungen werden in der vorliegenden Arbeit fünf verschiedene Herangehensweisen gewählt.

Zunächst werden bestehende Modellvorstellungen, Erklärungsansätze und Hypothesen zu den Wirkungen von Sport- und Bewegungsaktivitäten kritisch hinterfragt und auf Defizite im Bereich der Modellbildung untersucht (vgl. Kap. 2.1).

Mit dem Ziel, bestehende Defizite der Modellbildung auszugleichen, wird im weiteren Verlauf dieser Arbeit ein Modell zur Effektentstehung entwickelt (vgl. Kap. 2.2).

Auf der Grundlage dieses Modells wird eine Literaturanalyse zu den Effekten der Sport- und Bewegungsaktivität Älterer auf das psychische Wohlbefinden und die psychische und physische Funktionsfähigkeit am Beispiel der Selbstwirksamkeitserwartung (= self-efficacy) und der kognitiv-koordinativen Funktionsfähigkeit durchgeführt. Gerade die Betrachtung der Selbstwirksamkeitserwartung und der damit eng verknüpften kognitiv-koordinativen Funktionsfähigkeit wird in zweierlei Hinsicht als besonders gewinnbringend eingestuft. Einerseits kommt dieser speziellen kompetenzbezogenen Kognition höchste motivationale und volitionale Bedeutung zu, d.h. ihr Status und ihr Verlauf tragen in entscheidender Weise dazu bei, ob und mit welcher Anstrengungsbereitschaft Sport- und Bewegungsaktivitäten durchgeführt werden. Andererseits sind Kompetenzeinschätzungen wie die „self-efficacy”.

Im Anschluss an die Literaturanalyse wird eine Modellvorstellung zu den Selbstwirksamkeitsveränderungen erarbeitet. Den theoretischen Hintergrund dieser Modellvorstellung liefern das Modell zur Effektentstehung sowie die Kernaussagen der Literaturanalyse zur Selbstwirksamkeitserwartung. Aus der Modellvorstellung zu den Selbstwirksamkeitsveränderungen wird im weiteren Verlauf ein Konzept für die Gestaltung von Interventionsmaßnahmen sowie das experimentelle Vorgehen dieser Arbeit abgeleitet.

Auf der Grundlage der allgemeinen theoretischen Auseinandersetzung mit der Selbstwirksamkeitserwartung werden konkrete Forschungsfragestellungen und Sachhypothesen für das weitere experimentelle Vorgehen in dieser Arbeit abgeleitet. Diese Fragestellungen und Hypothesen werden dann in einem mehrfaktoriellen Versuchsplan bearbeitet und überprüft. Hauptaugenmerk des experimentellen Designs liegt auf der Kontrolle von Personenbedingungen sowie der systematischen Variation von Umwelt- und Aufgabenbedingungen.

Insgesamt wird diese Arbeit dazu beitragen, Informationen darüber zu sammeln, ob und in welchen Bereichen Sport derzeit schon Mittel und Medium für hohe Lebensqualität ist. Dazu werden Wirkungen der Sport- und Bewegungsaktivität kritisch hinterfragt, um letztlich Möglichkeiten aufzudecken, ob und wie man durch eine stetige Weiterentwicklung bestehender Sport- und Bewegungsaktivitäten Funktionsfähigkeit und/oder Wohlbefinden steigern kann.

Inhaltsverzeichnis:

Theoretischer Teil 1
1. Einleitung / Problemstellung 1
2. Modellvorstellungen zu den Effekten der Sportteilnahme 7
2.1 Defizite bestehender Erklärungsansätze und Hypothesen 7
2.2 Entwicklung eines Modells zur Effektentstehung 12
3. Selbstwirksamkeit 24
3.1 Definition der Selbstwirksamkeit 25
3.2 Selbstwirksamkeit und Handeln 29
3.2.1 Einfluss auf Verhalten und Erleben 29
3.2.2 Einfluss auf Leistung 32
3.3 Handeln und Selbstwirksamkeit 35
3.3.1 Beeinflussung der Selbstwirksamkeit durch Leisten 35
3.3.2 Lehrmethoden und Selbstwirksamkeit 40
3.3.3 Feedbackmethoden und Selbstwirksamkeit 48
3.3.4 Sonstige Einflussfaktoren 52
3.4 Zusammenfassung und Forschungsdefizite 55
4. Modellvorstellung zu Selbstwirksamkeitsveränderungen 58
4.1 Modellentwicklung 58
4.2 Ableitung einer Interventionsstrategie 68
4.3 Ableitung von Forschungs- und Operationalisierungsansätzen 74
5. Forschungsfragen und Sachhypothesen 79
5.1 Selbstwirksamkeit 79
5.1.1 Veränderungsanalyse 79
5.1.2 Bedingungsanalyse 81
5.1.3 Profilanalysen 82
5.2 Leistung 83
5.3 Selbstwirksamkeit und Leistung 84
Methodischer Teil 86
6. Untersuchungsaufbau 86
6.1 Denk- und Bewegungsaufgabe 86
6.2 Apparate und Material 101
7. Untersuchungsverfahren 105
7.1 Personenfragebogen 105
7.2 Zufriedenheit 106
7.3 Wahrgenommene Testleistung und Leistungsveränderung 106
7.4 Diagnostik der Selbstwirksamkeit 107
7.4.1 Bestehende diagnostische Zugänge 107
7.4.2 Diagnostische Defizite und Probleme 110
7.4.3 Skalenkonstruktion 110
7.4.4 Gütekriterien 120
7.5 Erhebung der Leistungskennwerte 127
8. Untersuchungsdesign 131
8.1 Versuchsplan 131
8.2 Kontrolle von Störfaktoren 135
8.3 Interne und externe Validität 137
9. Untersuchungspersonen 139
9.1 Stichprobenanwerbung und -rekrutierung 139
9.2 Gesamtstichprobe 142
9.3 Untersuchungsgruppen 143
10. Untersuchungsdurchführung 152
11. Statistische Methoden 153
12. Voraussetzungsprüfung 154
12.1.1 Leistung 154
12.1.2 Selbstwirksamkeit 157
12.1.3 Zusammenfassung 159
Empirischer Teil 161
13. Ergebnisse und Diskussion 161
13.1 Selbstwirksamkeit 161
13.1.1 Veränderungsanalyse 162
13.1.2 Bedingungsanalyse 169
13.1.3 Profilanalyse 179
13.2 Leistung 184
13.2.1 Veränderungsanalyse 185
13.2.2 Zusammenfassung 195
13.3 Leistung und Selbstwirksamkeit 197
14. Gesamtdiskussion 201
14.1 Gesamtdiskussion der Ergebnisse 201
14.2 Gesamtdiskussion der empirischen Untersuchung 210
15. Praktische Implikation 214
16. Ausblick 217
17. Zusammenfassung 221
Literatur 226
18. Literaturverzeichnis 226
Anhang 244
19. Anwerbung der Probanden 244
19.1 Plakat „Seniorentag in Sintern“ 244
19.2 Infomaterial „Kölner Seniorengemeinschaft“ 245
19.3 Zeitungsartikel „Pulheimer Stadtblatt“ 246
19.4 Zeitungsartikel „Kölner Wochenspiegel“ 246
19.5 Zeitungsartikel „Kölner Stadtanzeiger“ 247
19.6 Infomaterial „Anfragen auf die Zeitungsartikel“ 248
19.7 Anschreiben „Erste Kontaktaufnahme“ 249
20. Ergebnisprotokoll 250
21. Untersuchungspersonen 251
21.1 Gesamtstichprobe 251
21.1.1 Alter, ASSE, SSSE 251
21.1.2 Geschlecht, Schulabschluss, Rente, Beruf 252
21.1.3 Erwartete Abschneiden 1.Test 253
21.1.4 Leistungsfähigkeit 1. Test 253
21.2 Untersuchungsgruppen 253
21.2.1 Alter, ASSE, SSSE 253
21.2.2 Geschlecht, Schulabschluss Rente 258
21.2.3 Erwartetes Abschneiden 1.Test 260
21.2.4 Leistungsfähigkeit 1.Test 262
21.3 Voraussetzungsprüfung 267
21.3.1 Kognitive Leistung 267
21.3.2 Koordinative Leistung 268
21.3.3 Selbstwirksamkeit 269
22. Ergebnisse im Detail 271
22.1 Selbstwirksamkeit 271
22.1.1 Veränderungsanalyse 271
22.1.2 Bedingungsanalyse 273
22.2 Leistung 310
22.2.1 Gesamtleistung 310
22.2.2 Kognitive Teilleistung 314
22.2.3 Koordinative Teilleistung 318
22.3 Leistung und Selbstwirksamkeit 321
23. Lebenslauf 326

Automatisiert erstellter Textauszug:

wird, wie die Ergebnisse zu interpretieren sind. Vor diesem Hintergrund besteht die Interpretationsvorschrift darin, die Veränderungen mit dem individuellen Ausgangsstatus der Selbstwirksamkeitserwartung zu vergleichen. Bei der Einhaltung dieser Vorschrift wird Interpretationsobjektivität vorausgesetzt. Nach Bortz & Döring (1995) ist die Objektivität ein Gütekriterium, das sich auch bei neu konstruierten Fragebögen leicht realisieren lässt, wenn man standardisiert festgelegt, auf welche Weise Tests durchzuführen sind und wie die Ergebnisse ausgewertet und interpretiert werden müssen. Diese standardisierten Festlegungen wurden im vorangegangen Abschnitt speziell für die Skala zur sportbezogenen Selbstwirksamkeit beschrieben, so dass Objektivität vorausgesetzt werden kann. Reliabilität: Die Reliabilität gibt den Grad der Messgenauigkeit (Präzision) eines Instrumentes an (Bortz & Döring, 1995) und stellt eine Voraussetzung für Validität dar (Selg, Klapprott & Kamenz, 1992). Die Reliabilität ist umso höher, je kleiner der zu einem Messwert X gehörende Fehleranteil E ist. Bei der Reliabilitätsbewertung ist darauf zu achten, welche zu messenden Merkmale vorliegen. Erfasst ein Test Merkmale mit hoher zeitlicher Variabilität, empfehlen Bortz und Döring (1995) die Verwendung der Paralleltest-Reliabilität, der Testhalbierungs-Reliabilität bzw. der Internen Konsistenz. Bei zeitlich überdauernden Merkmalsausprägungen wird dagegen die Retest-Reliabilität als günstig eingestuft. Da die Skala zur sportbezogenen Selbstwirksamkeitserwartung zeitlich variable Merkmalsausprägungen erfassen soll, wird im vorliegenden Fall die Prüfung anhand der internen Konsistenz durchgeführt (Alpha-Koeffizient nach Cronbach). Die Reliabilität für die Skala zur sportbezogenen Selbstwirksamkeitserwartung beträgt r = .92 und wird somit nach Weise (1975) als hoch eingestuft. [...]

werter. Jedes Kreuz auf dem Fragebogen kennzeichnet nur einen Wert auf der 7er-Skala. Nicht eindeutig erkennbare Kreuze werden als Missing Values eingegeben. Die Fragebögen werden anonym eingegeben, d.h. der Auswerter kann nicht nachvollziehen, von welchen Probanden und Probandinnen die jeweiligen Fragebögen ausgefüllt wurden. Nach der eigentlichen Eingabe der Fragebogenergebnisse wird die Fehlerfreiheit der Eingabe in 2 Kontrolldurchgängen durch den Auswerter selbst sowie durch Mitarbeiter des Instituts überprüft. Es ist somit davon auszugehen, dass die Eingabe der Ergebnisse auswertungsobjektiv und somit unabhängig vom Auswerter ist. Bei der Interpretationsobjektivität geht es darum, dass keine individuellen Deutungen in die Interpretation der Ergebnisse einfließen. Dies wird z.B. durch eine Orientierung an vorgegebenen Vergleichswerten und Normen erreicht. Da es sich bei der Skala zur sportbezogenen Selbstwirksamkeit um eine Neuentwicklung handelt, ist eine derartige Orientierung nicht durchführbar. Weiterhin ist diese Orientierung bei der spezifischen Zielstellung des Experiments – nämlich der Abbildung individueller und prozesshafter Veränderungsverläufe – wenig hilfreich. Dabei liegt die Auffassung zugrunde, dass es in dieser Arbeit weniger um die im Altersvergleich unter- oder überdurchschnittliche Merkmalsausprägung geht, als vielmehr um die sich im Verlauf der Test- und Interventionsdurchgänge prozesshaft verändernde Merkmalsausprägung. Neben der Verwendung von Vergleichswerten und Normen lässt sich Interpretationsobjektivität auch dadurch erreichen, dass standardisiert festlegt [...]

Teilhandlung mit spezifische Selbstwirksamkeitserwartungen innerhalb einer Teilhandlung vergleichen, würden wegen der unterschiedlichen Ambiguität/Neuheit der Folgesituation methodologische Artefakte auftreten. Demnach können spezifische Selbstwirksamkeitserwartungen ausschließlich nach dem Eintritt in eine Einzelhandlung und vor und nach weiteren bekannten Einzelhandlungen erheben (siehe Tab. 5). Nur wenn man bei der Diagnostik der Selbstwirksamkeitserwartung diese Grundlegungen berücksichtigt, lassen sich spezifische Erwartungen sinnvoll in globale Erwartungen einordnen sowie Veränderungen auf der Zeitachse darstellen. Im Gegensatz zu den Ansätzen von Krampen, Schwarzer und Bandura sollen somit im Verlauf einer Handlungskette sowohl spezifische als auch globale Selbstwirksamkeitserwartungen berücksichtigt werden. Ähnlich wie im verhaltenstherapeutisch orientierten diagnostischen Zugang Banduras wird auch im vorliegenden Zugang dem Umstand Rechnung getragen, dass bei der Diagnostik der Selbstwirksamkeitserwartung stets die zeitliche Verankerung im Handlungsverlauf zu berücksichtigen ist. [...]

In den Warenkorb
68,00 €

Arbeit zitieren:
Schneider, Dirk April 2003: Selbstwirksamkeitsveränderungen durch Sport, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Seniorensport, Leistung, Motivation, Experiment, Intervention

Entdecken Sie mehr zum Thema

diplom.de
Bachelor + Master Publishing

Hermannstal 119 k
22119 Hamburg

Fon: +49 (0) 40 655992-0
Fax: +49 (0) 40 655992-22

Service-Telefon

Rufen Sie uns an:
+49 (0) 40 655992-0

Mo-Fr
09.00-16.00 Uhr

diplom.de in den Medien

Folgen Sie uns bei Twitter & werden Sie diplom.de-Fan bei Facebook!
Schreibtipps unserer Lektoren, Neuigkeiten aus dem Verlagsalltag und das Expertenwissen unserer Autoren als Tweet & Post!
Wir freuen uns auf Sie!

diplom.de BACHELOR + MASTER PUBLISHING

Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Magisterarbeiten, Dissertationen und andere Abschlussarbeiten aus allen Fachbereichen und Hochschulen können Sie bei uns als eBook sofort per Download beziehen oder sich auf CD oder als Buch zusenden lassen. Seit mehr als 15 Jahren ist diplom.de der seriöse, professionelle und erfolgreiche Partner für die Veröffentlichung wissenschaftlicher Abschlussarbeiten.

© Diplomica Verlag GmbH 1996-2011, AG Hamburg HRB 80293 - GF Björn Bedey, USt-IdNr.: DE214910002 - Verkehrsnummer: 12285 - Impressum
Index der Arbeiten - Index der Autoren