Selbstverständnis von Schulsozialarbeitern
Eine qualitative Studie an Niedersächsischen Allgemeinbildenden Schulen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Rudolf Dickers
- Abgabedatum: Februar 2001
- Umfang: 162 Seiten
- Dateigröße: 1,0 MB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-3226-3
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-3226-3 P - ISBN (CD) :978-3-8324-3226-3 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Dickers, Rudolf Februar 2001: Selbstverständnis von Schulsozialarbeitern, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Schulsozialarbeit, Professionalisierung, Qualitative Sozialforschung
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Diplomarbeit von Rudolf Dickers
Problemstellung:
Mit der vorliegenden Diplomarbeit hat sich der Autor Rudolf Dickers die Aufgabe gestellt, das Selbstverständnis von Schulsozialarbeitern in Niedersachsen qualitativ zu erforschen. Er will der Frage nachgehen, wie Schulsozialarbeiter sich und ihre Arbeit sehen, um damit an die bisherige Professionsforschung anzuknüpfen, sie weiter zu führen und die Forschungslücke im Handlungsfeld Schulsozialarbeit zu füllen. Die Ergebnisse in bezug auf diese Fragestellung finden in mehreren dichten Fallbeschreibungen, Schaubildern und einem tabellarischen Vergleich ihren Ausdruck.
Seine zweite Absicht liegt darin, den Weg qualitativer Sozialforschung für andere Studierende sichtbar zu machen, d.h. einen Werkstattbericht zu liefern. In diesem methodologischen und methodischen Teil der Arbeit demonstriert und erklärt Rudolf Dickers ausführlich seine Vorgehensweise, die sich in erster Linie auf die komplexe Grounded Theory stützt.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Forschungsdesign | 2 |
| 2.1 | Forschungsthema | 3 |
| 2.1.1 | Ausgangspunkt | 4 |
| 2.1.2 | Theoretische Sensibilität | 5 |
| 2.1.3 | Fragestellung und -formulierung | 7 |
| 2.2 | Methodische Überlegungen | 9 |
| 2.2.1 | Zugang zum Feld | 9 |
| 2.2.2 | Das Sampling | 10 |
| 2.2.3 | Die Datenerhebung | 12 |
| 2.2.4 | Interviewbedingungen | 14 |
| 2.2.5 | Dokumentation des Datenmaterials | 15 |
| 2.2.6 | Auswertungsverfahren | 17 |
| 2.2.7 | Die methodischen Überlegungen im Überblick | 19 |
| 2.3 | Umsetzung des Forschungsdesigns | 20 |
| 2.3.1 | Zugang zum Feld und Sampling | 21 |
| 2.3.2 | Das Experteninterview | 23 |
| 2.3.3 | Dokumentation des Datenmaterials | 25 |
| 2.3.4 | Die Auswertung | 26 |
| 3. | Ergebnisse | 29 |
| 3.1 | Bewertung des Textes | 29 |
| 3.1.1 | Bewertung des Textes („Herr Burmeister“) | 29 |
| 3.1.2 | Bewertung des Textes („Herr Apetz“) | 30 |
| 3.1.3 | Bewertung des Textes („Herr Richards“) | 31 |
| 3.2 | Offenes Kodieren | 31 |
| 3.2.1 | Offenes Kodieren („Herr Burmeister“) | 32 |
| 3.2.2 | Offenes Kodieren („Herr Apetz“) | 37 |
| 3.2.3 | Offenes Kodieren („Herr Richards“) | 39 |
| 3.3 | Axiales und Selektives Kodieren | 40 |
| 3.3.1 | Axiales und Selektives Kodieren („Herr Burmeister“) | 41 |
| 3.3.2 | Axiales und Selektives Kodieren („Herr Apetz“) | 43 |
| 3.3.3 | Axiales und Selektives Kodieren („Herr Richards“) | 46 |
| 3.4 | Fallbeschreibungen | 49 |
| 3.4.1 | „Also, ich denke, für den Einzelnen kann man viel erreichen“ - Der Fall „Burmeister“ | 50 |
| 3.4.2 | „insgesamt hab ich halt 'n [.] ziemlich hohen Anspruch so (.) an die Arbeit“ - Der Fall „Apetz“ | 52 |
| 3.4.3 | „und da arbeite ich [.], wenn ich mich selbst definiere (.) eher [.], systemisch“ - Der Fall „Richards“ | 58 |
| 3.5 | Vergleich der Fälle | 64 |
| 3.5.1 | Vorgehensweise und Vergleichbarkeit | 64 |
| 3.5.2 | Vergleich (tabellarische Darstellung) | 64 |
| 3.6 | Abschließende Betrachtung | 69 |
| 3.6.1 | Resultate | 69 |
| 3.6.2 | Offene Fragen und Anknüpfungspunkte der Studie | 72 |
| 3.6.3 | Bewertung der Arbeit | 73 |
| Schlußwort | 75 | |
| Literatur und Quellen | 76 | |
| Eidesstattliche Erklärung | 78 |
bei den, im-im Ernstfall bei Schülern sehe, wo ich dann aber genauso ausbremse, wo ich sage: „Moment mal! Erstens: wieso kommst ‘n Tag vorher, du weißt das irgendwie schon seit ‘ner Woche mindestens, daß du die Klassenkonferenz kriegst, du weißt es seit ‘nem halben Jahr mindestens, daß du Streß mit deinen Lehrern hast, weil du schon bestimmte Dinge, äh, gegen bestimmte Regeln verstoßen hast (.) und, äh, (.) du weißt, daß du quasi, aufgrund dessen, daß du gegen Regeln verstoßen hast, da nicht ungeschoren davon kommst und kannst von mir also auch nicht erwarten, daß ich mich da hinstelle und sage: ‘Hier, äh, dem darf nichts passieren’ und so“. Ich sag: „Wir können gemeinsam gucken, (.) wie man da aus dieser Bedruille wieder raus kommt.“, ne (fragend), aber, äh, das ist auch oft so, d-dann ssind sie auch offenkundig enttäuscht, ne (fragend), daß der Sozialarbeiter nicht da... (imitiert einen Schüler): „Aber du bist doch Sozialarbeiter! Du mußt mir doch helfen!“ (.), ich sag so (.): „Helfen?! (.) Und mich jetzt da hin zustellen und dich zu verteidigen, als wär ich vor Gericht dein Verteidiger und sage, äh, äh, ‘Diese Strafe ist nicht gerechtfertigt’ oder wie auch immer oder dich da völlig rauszuhauen?! Meistens ist das noch ‘n großer Unterschied, mein ich. Das werde ich nicht tun!“ (.), so, ne (fragend). (.) Ja, und die andere Erwartungshaltung, was auch bei Schülern ist so (.), was w-, sie haben z.B. ‘ne Projektidee, wollen irgendwas machen, letztes Jahr z.B. ‘ne Gruppe von Schülern, die wollten ‘ne Philosophie-AG machen, hauptsächlich aus dem neunten und zehnten Jahrgang (.), (imitiert die Schüler): „Rainer Apetz, was können wir da mal machen? Hast du nicht mal ‘ne Idee? Wen muß man ansprechen? Müssen wir da ‘n Brief an die Schulleitung schreiben?“, also, so (.), ja, einfach so (.), wo es jetzt nicht um persönliche Hilfe geht in Konflikten, sondern so als, als Ratgeber, ne (fragend)... I: Ja. A: ... (imitiert die Schüler): „Was, was ist der nächste Schritt? Kannste uns das mal sagen?“ oder „Können wir nicht zusammen zum Schulleiter gehen?“ oder „Kannst Du uns nicht helfen, da...“, was weiß ich, „... ‘n Brief zu formulieren?“ oder „Wir möchten ‘ne, äh, ‘ne Inliner-Ramp, äh, auf’m, auf’m Schulhof haben. Können wir das nicht gemeinsam mit Dir machen? Du weißt doch bestimmt, wo man Geld kriegen kann, wo man Sponsoren findet...“, also so was, ne (fragend). Das, das passiert also auch relativ regelmäßig und häufig, oder (Klopfen an der Tür) Basketballkorb ist abgerissen... (Tür geht auf, Schüler kommt herein, fragt nach dem Schlüssel für den Billardschrank, das Interview wird unterbrochen, Schüler gibt Apetz auf Anfrage den Schülerausweis, Apetz händigt ihm den Schlüssel aus, Schüler und Apetz verabschieden sich, Tür wird geschlossen, das Interview wird fortgesetzt) ... ja, also solche Sachen, ne (fragend), so die ganz, äh (.), ich sag mal, lapidaren Dinge des Alltags: abgerissener Basketballkorb, neue, neue Inliner-Ramp oder (.) irgend ‘ne Veränderung, Aufbau einer Cafeteria oder was auch immer, ne (fragend). Da si-, äh, entweder sprechen sie mich direkt an oder die Lehrkräfte verweisen auch, äh, auf mich, so, und sagen: „Geh mal zu Rainer Apetz! Der kann euch da vielleicht unterstützen.“ oder so. [...]
wir uns nicht bekannt machen, ne (fragend), weil wir sind einfach präsent, wir sind von morgens (.), äh, bis, bis nachmittags hier, also, wir haben quasi mit die längste Präsenszeit hier in der Schule, ne (fragend), von den, von den Personen, die hier tätig sind, ne (fragend), und (.) da bleibt mir nur nichts zu wundern (lacht). I: (lacht) Ja, kommen wir noch mal zu den Erwartungshaltungen: du hattest das vorhin angesprochen mit dem Rezept, das man sich abholen kann, ähm, in was für Rollen wirst du hier gesehen (.) auch wieder von den verschiedenen (.) Personengruppen? A: (.) Ja, einmal in der Rolle des Doktors, ne (fragend), sag ich mal, was ich vorhin auch schon (3 sek.) da angesprochen hatte, wenn, wenn jemand kommt, äh: „Hier ist ‘n schwieriger Schüler in meiner Klasse, folgende Probleme tauchen auf. (.) Kannste nicht mal?“ (.). I: Mmh (zustimmend). A: (.) Sag ich natürlich nie „Nein!“, sag ich nur: „‘türlich kann ich mal. Müssen wir mal gucken (.), was ist die Vorgeschichte?“ und (.) so weiter und so fort, und das sind natürlich keine Dinge, die sich innerhalb von einem Tag (.) regeln lassen oder (.): „Wir haben hier ein Mädchen, (.) was schwänzt!“, von meinetwegen (.), „Was können wir da tun?“ (.) öh, kann ich natürlich auch nicht ad hoc sagen: „Wir tun dieses, jenes (.) und noch was anderes.“, sondern muß erst mal sehen, w-welche, welche (.) Soz-, welches soziale Umfeld (.) ist erst mal da, in dem diese entsprechende Schülerin lebt, was trägt möglicherweise dazu bei und... ja, und nach vier Tagen kommt der gleiche Kollege wieder und meint: „Die schwänzt immer noch (.) und nach ‘ner Woche immer noch!“. (...): „Was erwartest du? Wie lange schwänzt die denn schon?“, (imitiert den Lehrer): „Ja, die letzten sechs, sieben, acht Wochen.“, naja, (.) das wird sich kaum innerhalb der nächsten Woche ändern, ne (fragend), irgendwie so, mal so ganz schnell. Also, das sind so Sachen, wo, wo wir wahrscheinlich für viele-e, äh, die dann hier her kommen, auch so erst mal d-die große Ernüchterung darstellen, so (feststellend), ne (fragend), wo, ich (.) würd’s mal fast so bezeichnen, die werden erst mal ausgebremst von uns dann so, ne (fragend), weil, weil nicht vom einen Tag auf den anderen ein, äh, plötzlich eine Verhaltensänderung sichtbar wird bei den Schülern, was völlig klar ist, völlig normal, sag ich jetzt mal (.), aber das ist manchmal so, glaube ich, die Erwartung. (.) Bei den Schülern, äh (.), ist es nicht selten, daß die uns empfinden als Anwälte, so (feststellend). Die kommen dann auch, häufig auch, wenn’s schon lange zu spät ist, die kommen dann an (.) am besten mittwochs nachmittags und sagen: „Ah, Rainer Apetz, hast Du Zeit?“, (.) mein ich: „Ja, wann denn?“, (imitiert den Schüler): „Ja, morgen nachmittag.“ (.) „Wie? Was ist denn morgen nach-...?“, (imitiert den Schüler): „Ja, morgen hab ich Klassenkonferenz.“ (.), mein ich: „Was hast Du denn gemacht?“, (imitiert den Schüler): „Ja, das und das.“, was weiß ich: Rauchen erwischt, in der Mittagspause Schulgelände verlassen oder was... irgendwelche Dinge, (setzt den fiktiven Dialog fort): „Ja, was soll ich dann tun?“, (imitiert den Schüler): „Ja, du sollst mir helfen, du sollst das, daß ich da nicht so ‘ne große Strafe kriege!“. Das ist so die Rolle, die ich [...]
Dann geh ich da hin (.) und, äh, ja (feststellend), man quatscht einfach ‘n bißchen, so, ne (fragend). I: Mmh (zustimmend), was glaubst du: wieviele Eltern wissen, daß du hier bist und was du hier machst (.) oder was ihr hier macht? A: (.) Oh, das ist ‘ne gute Frage, das wüßt ich manchmal auch gerne (lacht). Ähm, (.) wir bemühen uns immer, äh, (.) uns (.) bekannt zu machen, (.) und das, äh, geschieht z.B. im Rahmen vom Tag der offenen Tür, der jetzt im *** (Monat bekannt) wieder ansteht, das wir... I: Ja. A: ... äh, solche Faltblätter hier z.B. (zeigt auf ein paar Faltblätter, die auf dem Tisch liegen) haben, und, ähm, (.) die wir verteilen, das, äh, (.) geschieht dadurch, daß wir am Anfang des Schuljahres, äh, (.) uns in den (.) Klassen bekannt machen, auch bei Elternabenden (.), und, äh, es geschieht durch Veröffentlichung in der Schulzeitung, die vier mal im Jahr erscheint, was wir für Projekte machen, wir, also, wir berichten von unseren Projekten, von unserer Arbeit (.), und, äh, nichtsdestotrotz (.) glaube ich manchmal, wir könnten immer noch mehr machen und noch mehr (.) und wüßten aber ehrlich gesagt nicht, ob uns dadurch noch mehr Leute kennenlernen würden, so (feststellend), und das ist immer so d-diese Frage, die ich, die ich mir stelle so, wo ich manchmal schon denke: „Eigentlich könnten’s noch viel mehr Eltern wissen.“, (.) so (laute Schülerstimmen im Hintergrund), und, äh, (.) wobei ich (.) auch gar nicht die Kapazitäten hätte, da noch mehr zu machen, also, noch, noch mehr auf die Eltern zuzugehen oder, äh, weil ich meine, so an den (.) wichtigen, in den wichtigen Bereichen (.) sehen wir schon zu, daß wir uns da auch, äh, bekannt machen (.). Oh ja, und bei den Lehrkräften-n, hatte ich ja vorhin auch schon gesagt, da gibt’s auch welche... (.) eine nette Anekdote, die vor nicht all zu langer Zeit passiert ist, äh: die B, letzte Berufspraktikantin, die bis zum *** (Datum bekannt) hier beschäftigt war für ein Jahr, (.) die ging dann über den Flur (.) drei Tage vor ihrem letzten Tag (.), also, die war also quasi ‘n Jahr hier an der Schule, wurd von einer Lehrerin angesprochen, hat gesagt (.): „Ich weiß zwar nicht, wie Du heißt, aber du bist doch ‘ne Sozialpädagogin?“. I: (lacht) A: So, und das war (.)... wo ich dachte, äh: „Ja, genau. (.) Das ist mit Sicherheit nicht die einzige Lehrerin (.), äh, (.) der er es so geht.“, w-wobei das, äh, wobei ich das wirklich nicht verstehe, weil, äh, wir sind ‘ne relativ kleine Schule, nun hatte ich ja (.), äh, vorhin kurz gesagt, fünfund-, etwa 65 Lehrkräfte, das können, können auch 63 oder 68 sein, ich weiß es nicht ganz genau, (.) es gibt regelmäßig, äh, oder vier mal im Jahr ‘ne Gesamtkonferenz, wo wir alle gemeinsam sind, wo wir auch Wortbeiträge (lachend) liefern, äh, es gibt Projekte, die wir in den ganzen Klassen machen, und (.) mir ist es immer noch nicht so ganz begreiflich, ä-äh, (.) wie-e da an einem... jemand, der an dieser Schule beschäftigt ist, (.) äh, nicht weiß, äh, daß und wer hier (.) als Sozialpädagoge arbeitet. Das finde ich, äh, schon frappierend, muß ich sagen, und (.) wo ich jetzt also de-, da würde ich auch gar nicht mal sagen, das liegt an uns, daß [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832432263
Arbeit zitieren:
Dickers, Rudolf Februar 2001: Selbstverständnis von Schulsozialarbeitern, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Schulsozialarbeit, Professionalisierung, Qualitative Sozialforschung



