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Selbstorganisiertes Lernen als Unternehmensstrategie

Am Beispiel von Gruppenlernkonzepten in der beruflichen Aus- und Weiterbildung

Selbstorganisiertes Lernen als Unternehmensstrategie
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Sandra Peters
  • Abgabedatum: Oktober 1995
  • Umfang: 186 Seiten
  • Dateigröße: 6,6 MB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Leibniz Universität Hannover Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-0068-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-0068-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-0068-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Peters, Sandra Oktober 1995: Selbstorganisiertes Lernen als Unternehmensstrategie, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Betriebliche Aus- und Weiterbildung, Organisatorisches Lernen, Qualifizierung, Schlanke Produktion, Teamwork

Diplomarbeit von Sandra Peters

Zusammenfassung:

Im Mittelpunkt meiner Diplomarbeit mit dem Titel "Selbstorganisiertes Lernen als Unternehmensstrategie - am Beispiel von Gruppenlernkonzepten in der beruflichen Aus- und Weiterbildung" stehen innovative und effiziente Methoden der Aus- und Weiterbildung. Als exemplarische Ausbildungsmethoden stelle ich die Leittext- und die Projektmethode dar, die als Ausbildungsformen in der beruflichen Erstausbildung eingesetzt werden können, um sowohl die Fach- als auch die Sozialkompetenz von Auszubildenden zu fördern. Im Rahmen der betrieblichen Ausbildung, die den Erwerb von Handlungskompetenz als zentrales Ziel der Ausbildung ansieht, wird somit der "Meilenstein" für lebenslanges Lernen gelegt. Aufgrund der zunehmenden Technisierung veralten einmal erworbene Fähigkeiten und Fertigkeiten immer schneller, so daß die Weiterbildung und die Lernbereitschaft der Mitarbeiter im Unternehmen zum strategischen Erfolgsfaktor werden.

Da die Mitarbeiter "an der Basis" am ehesten wissen, wo Schwierigkeiten im Arbeitsprozeß auftreten und wie diese zu lösen sind, sollte die Unternehmensleitung ihren Mitarbeitern auch die nötige Entscheidungskompetenz übertragen. Dieses wird durch die Implementierung von Qualitätszirkeln und Lernstätten möglich, die ich als Weiterbildungs- und Personalentwicklungsmethoden im zweiten Teil der Arbeit darstelle. Durch diese Möglichkeiten der Partizipation werden Verantwortungsbewußtsein und Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen gestärkt.

Indem Betroffene zu Beteiligten werden, wird das Fach- und Erfahrungswissen der Mitarbeiter systematisch genutzt. Voraussetzung dafür ist ein hoher Grad an Engagement und Verantwortungsbewußtsein des einzelnen. Für die Mitarbeiter steht eine humanere und qualifizierte Arbeitstätigkeit sowie die Hoffnung auf mehr Mitsprache- und Mitbestimmungsmöglichkeiten im Vordergrund. Sie verlangen, daß Gruppenarbeit Freiräume schafft, die Selbstorganisation und Eigenverantwortung erlauben. Verbesserte Kommunikations- und Kooperationsmöglichkeiten werden gefordert; ein besseres Arbeitsklima wird durch Partizipation und Zusammenarbeit erreicht. Im Rahmen des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses werden Verbesserungsvorschläge der Mitarbeiter aufgegriffen und umgesetzt. Die Einsparung von Kosten, Zeit, Material und Personal bei gleichzeitiger Erhöhung von Qualität, Prozeßsicherheit und Produktivität heißt für den einzelnen Mitarbeiter aber nicht, daß er härter arbeiten muß, sondern intelligenter. Intelligente Arbeit impliziert die Vermeidung von jeglicher Verschwendung (z.B. lange Wartezeiten, Produzieren von fehlerhaften Teilen) durch sinnvolle Arbeitsgestaltung. In diesen Prozeß der arbeitsimmanenten Qualifizierung bringen sich die Mitarbeiter kreativ ein. Ihr Know-how sowie ihre Erfahrungen werden im Rahmen des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses systematisch genutzt und entwickelt.

Durch die erfolgreiche Implementierung von Gruppenarbeits- und Gruppenlernkonzepten in der Aus- und Weiterbildung wird ein organisationaler Lernprozeß in Gang gesetzt. Gleichzeitig wird somit die Schnittstelle zwischen betrieblicher Aus- und Weiterbildung und der Personal- und Organisationsentwicklung thematisiert. Ein Wandel zur "Lernenden Organisation" findet statt, in deren Mittelpunkt nicht das individuelle Lernen, sondern das Lernen der gesamten Organisation steht. Der Lernprozeß findet kontinuierlich, ganzheitlich, problem- und situationsorientiert statt. Alle Mitarbeiter, d.h. die Gesamtheit aller Lernpotentiale, werden in den Lernprozeß einbezogen.

Vertraut ein Unternehmen auf die Fähigkeit seiner Mitarbeiter, Lernprozesse selbstorganisiert zu gestalten und schafft es zusätzlich die organisationalen und personellen Rahmenbedingungen dafür, ist eine Unternehmensstrategie geschaffen, mit der die ökonomischen und sozialen Ziele des Unternehmens realisiert werden können und somit die Vision der "Lernenden Organisation" Wirklichkeit wird.

Inhaltsverzeichnis:

Vorwort 1
Abbildungsverzeichnis 2
1. Aufbau und Zielsetzung der Arbeit 4
2. Selbstorganisiertes Lernen als Unternehmensstrategie 7
2.1 Neue Qualifikationen 7
2.2 Veränderungen der Qualifikationsanforderungen 8
2.2.1 Thesen zur Qualifikationsentwicklung 9
2.2.1.1 These der Dequalifizierung 9
2.2.1.2 These der Höherqualifizierung 9
2.2.1.3 These der Requalifizierung 10
2.2.1.4 These der Polarisierung 11
2.2.2 Beurteilung der Ansätze 11
2.3 Konsequenzen der veränderten Qualifikationsanforderungen für die berufliche Aus- und Weiterbildung 12
2.4 Wandel zu selbstorganisiertem Lernen 14
2.4.1 Begründungen 14
2.4.2 Trends des Wandels 16
2.4.3 Formen des selbstorganisierten Lernens am Arbeitsplatz 17
2.5 Prinzipien und Merkmale der Selbstqualifikation 18
2.6 Lernen und Lehren im Beruf im Rahmen der Selbstqualifikation 21
2.6.1 Anforderungen der kooperativen Selbstqualifikation 22
2.6.2 Selbständigkeit und Kommunikation 23
2.6.3 Ansätze zur Erhöhung von Selbständigkeit und Kommunikation 24
2.7 Neue Ausbildungsmethoden in der beruflichen Erstausbildung 27
2.8 Formen des selbstorganisierten Lernens in der Weiterbildung 29
3. Die Leittext -Methode und die Projektausbildung als Formen des selbstorganisierten Lernens in der beruflichen Erstausbildung 31
3.1 Die Leittext-Methode 31
3.1.1 Charakterisierung und Arbeitsablauf der Leittext-Methode 31
3.1.2 Gründe für die Entwicklung von Leittexten 34
3.1.3 Merkmale und Funktionen des Leittext-gestützten Lernens 37
3.1.4 Unterschiede zwischen Leittext-gestütztem Lernen und traditionellen Ausbildungsmethoden 39
3.1.5 Zusammenwirken von Leittexten und anderen Elementen der Ausbildung 42
3.1.6 Kritische Betrachtung der Methode 44
3.1.7 Möglichkeit der Übertragbarkeit der Methode vom industriellen Bereich auf den Verwaltungsbereich 50
3.1.7.1 Die Landesversicherungsanstalt 51
3.1.7.2 Entstehungsgeschichte der Leittext Methode bei der LVA Oberbayern 53
3.1.7.3 Das Pilotprojekt 54
3.1.7.4 Erfahrungen der LVA Oberbayern bei der Durchführung des Pilotprojektes 56
3.1.7.5 Erfolgsversprechende Verhaltensweisen des Ausbilders während der Arbeit mit Leittexten 58
3.1.7.6 Darstellung eines Leittextes der LVA Oberbayern 59
3.1.7.7 Perspektiven der Leittext-Methode in der gesetzlichen Rentenversicherung 62
3.2 Die Projektausbildung 63
3.2.1 Begriff der Projektarbeit 63
3.2.2 Ziele der Projektausbildung 63
3.2.3 Merkmale der Projektausbildung 66
3.2.4 Anforderungen an Projekte 67
3.2.5 Kritische Betrachtung der Lernform 70
4. Qualitätszirkel und Lernstatt als Formen des selbstorganisierten Lernens in der Weiterbildung 73
4.1 Das Qualitätszirkel-Konzept in der Industrie 73
4.1.1 Geschichte und Ursprung 73
4.1.2 Definition 76
4.1.3 Organisation und Arbeitsweise 77
4.1.3.1 Einführung von Qualitätszirkeln 81
4.1.3.2 Arbeit von Qualitätszirkeln 83
4.1.3.3 Gestaltung von Lernprozessen in Qualitätszirkeln 87
4.1.3.4 Arbeitstechniken und -methoden 88
4.1.4 Ziele von Qualitätszirkeln 97
4.1.5 Kritische Betrachtung der Lernform 99
4.2 Das System Lernstatt 100
4.2.1 Geschichte und Ausbreitung 100
4.2.2 Definition 103
4.2.3 Ziele der Lernstatt 103
4.2.4 Elemente der Lernstatt 104
4.2.5 Ablauf, Organisation und Arbeitsweise der Lernstatt 106
4.2.6 Auswirkungen der Lernstatt-Arbeit auf die Mitarbeiter 112
4.2.7 Unterschiede zwischen den Lernformen Qualitätszirkel und Lernstatt 116
4.2.8 Kritische Betrachtung der Lernform 117
5. Die Vision der lernenden Organisation als Unternehmen der Zukunft 122
5.1 Definition der lernenden Organisation 122
5.2 Menschenbild nach der Typologie von McGregor 122
5.3 Merkmale der lernenden Organisation 125
5.4 Lehr-, Lern- und Erfahrungsprozesse 126
5.5 Entwicklung einer Lernkultur 127
5.6 Arbeitsimmanente Qualifizierung im lernenden Unternehmen 129
5.7 Wettbewerbsvorteile des lernenden Unternehmens 130
6. Zusammenfassung und Ausblick 131
Literaturverzeichnis 133
Anhang: Leittext "Altersrenten" der LVA Oberbayern

Arbeit zitieren:
Peters, Sandra Oktober 1995: Selbstorganisiertes Lernen als Unternehmensstrategie, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Betriebliche Aus- und Weiterbildung, Organisatorisches Lernen, Qualifizierung, Schlanke Produktion, Teamwork

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