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Selbstbild und Selbstverständnis von Luftfahrzeugführern der Luftwaffe im organisatorischen Umfeld der Bundeswehr

Eine vergleichende Studie zwischen Lufttransport- und Jetpiloten

Selbstbild und Selbstverständnis von Luftfahrzeugführern der Luftwaffe im organisatorischen Umfeld der Bundeswehr
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Anja Wagner
  • Abgabedatum: August 1999
  • Umfang: 156 Seiten
  • Dateigröße: 8,8 MB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Ludwig-Maximilians-Universität München Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-1970-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-1970-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-1970-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Wagner, Anja August 1999: Selbstbild und Selbstverständnis von Luftfahrzeugführern der Luftwaffe im organisatorischen Umfeld der Bundeswehr, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Militär, Bundeswehr, Luftwaffe, Selbstbild, Piloten

Diplomarbeit von Anja Wagner

Zusammenfassung:

Ausgangspunkt dieser Arbeit war die Frage nach dem Selbstbild und Selbstverständnis von Jet- und Transportflugzeugführern der Luftwaffe. Ziel war es, ihre subjektive Berufsrealität unter verschiedenen Gesichtspunkten zu erfassen. Schwerpunkte waren dabei: Persönlichkeits- und Leistungsmerkmale, Motivation, Ansehen/Image (intern/extern), Arbeitsklima, Berufszufriedenheit und berufliche Zukunft. Auf der Grundlage einer empirischen Untersuchung (schriftliche Befragung) von n=167 Piloten konnte ein recht eindeutiges Bild der aktuellen Situation abgeleitet werden.

Jede Untersuchungsgruppe hat ein gemäß ihrer Tätigkeiten differenziertes, realistisches Selbstbild und Selbstverständnis. Beide sind außergewöhnlich hoch motiviert und beziehen diesen Leistungsantrieb rein aus der praktischen Tätigkeit des Fliegens. Der Tendenz einer zunehmenden Imageentwertung innerhalb der Bundeswehr wurde von beiden Seiten zugestimmt. Das vermutete Ansehen bei der Bevölkerung wurde eher vorsichtig eingeschätzt. Die allgemeine (Klischee-) Vorstellung, Jet-Piloten würde allgemein ein höheres Ansehen beigemessen, wurde überwiegend bestätigt. Das Arbeitsklima wurde als "gut" bis "mittelmäßig" bewertet. Ebenso sind die Befragten ohne gruppenspezifische Unterschiede mit ihrem Beruf als Pilot eher zufrieden.

Für die Vorhersage der Berufszufriedenheit spielt dementsprechend die berufliche Leidenschaft eine nicht zu unterschätzende Rolle, sowie die Imageentwertung innerhalb der Bundeswehr.

Hinsichtlich der beruflichen Zukunft läßt sich feststellen, daß nur ein geringer Anteil in der Luftwaffe verbleiben will. Transportflugzeugführer tendieren dazu, nach ihrem aktiven Dienst im Fliegerischen Dienst in der zivilen Luftfahrt tätig sein zu wollen. Dies hat auch ein Teil der Jet-Piloten vor, dennoch finden sich in dieser Gruppe beachtliche 30%, die mit der Fliegerei nichts mehr zu tun haben und einer völlig anderen Tätigkeit nachgehen möchten.

Zusammenfassend kann gesagt werden, daß es praktisch außerordentlich wichtig ist, die hohe Motivation der Piloten durch entsprechende Rahmenbedingungen von Organisationsseite aufrechtzuerhalten und für ein den Anforderungen entsprechendes Ansehen der Luftfahrzeugführer zu sorgen, um die bestehenden Verhältnisse beizubehalten bzw. zu verbessern.

Aus der Dependenz von Gesellschaft und Militär ergeben sich die zukünftigen Aufgaben und das gesamte impulsgebende Potential der Militärsoziologie, was nicht nur im Interesse der Soziologie an sich wäre, sondern auch im Interesse der Streitkräfte. Trotz aller skizzierten Defizite weist die Situation durch den engen Theorie-Praxis-Zusammenhang auch perspektivische Möglichkeiten auf. Erst das Wissen darum, welche Faktoren z.B. zur Berufszufriedenheit beitragen, ermöglichen entsprechenden Stellen, mit gezielten Maßnahmen unterstützend oder gegebenenfalls korrigierend zur Aufrechterhaltung der Leistungsfähigkeit beizutragen.

Die Ergebnisse aus vorliegender Arbeit können durchaus - unter Umständen nach einer Erweiterung oder Folgeuntersuchung - praktisch umgesetzt werden, wie Meinungen aus der "Vorerhebung" belegen: "für Anforderungsprofile", "für die psychologische Betreuung von Besatzungen", "hat ganz sicher eine Bedeutung für die Nachwuchswerbung", "(es ist) vielversprechend, die Ergebnisse unter dem Gesichtspunkt 'Innere Führung' zu betrachten".

"Jede Studie läßt Lücken der Interpretation, jede Studie führt zu neuen Problemen." Mögliche Anknüpfungspunkte für Folgeuntersuchungen sind vielfältig: So bemängelten Piloten, daß andere Besatzungsmitglieder nicht vergleichend berücksichtigt wurden, ebenso das Fehlen einer Gegenüberstellung von Ergebnissen zwischen den drei Teilstreitkräften oder gar zwischen einzelnen Waffensystemen, das heißt Einsatzrollen. Vermutlich sind auch Unterschiede zwischen einzelnen Geschwadern oder sogar Staffeln auffindbar.

Denkbar ist auch, die Untersuchung mit einer Kontrollgruppe außerhalb des Militärs (z.B. Verkehrsflugzeugführer) durchzuführen und einen echten Fremd-vs.-Selbstbildvergleich anzustreben. Generationsbedingte Veränderungen könnten erfaßt werden, wenn Altersunterschiede berücksichtigt werden.

Interessante Ergebnisse könnte auch der Vergleich mit einer strukturverwandten Organisation, z.B. der Polizei, oder aber eine internationale Untersuchung zutage fördern.

Das in der Auseinandersetzung mit der sozialen Umwelt gebildete Selbstverständnis von Piloten, das sowohl für das berufliche Handeln, als auch für das außerberufliche Leben der Piloten bedeutsam ist, sollte sorgsam beobachtet werden.

Zufriedene, motivierte Luftfahrzeugführer sind nicht nur für die Kampfkraft, sondern auch für die Flugsicherheit unerläßlich. Daher sollte auch in Zukunft immer der Mensch im Vordergrund stehen.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Tabellenverzeichnis
Vorwort
1. Einführung
1.1. Vorüberlegungen zum Thema 1
1.2. Aufbau und Ziel der Arbeit 4
1.3. Abgrenzung der Fragestellung 7
1.3.1. Strahlflugzeugführer 9
1.3.2. Transportflugzeugführer 10
2. Militärsoziologie
2.1. Überblick zu einem wenig beachteten Forschungsgebiet 11
2.2. Militär als Organisation 18
2.3. Der Begriff der "totalen Institution" 22
2.4. Die Subjektperspektive in der Militärsoziologie 25
3. Leitende Forschungsfragen
3.1. Persönlichkeit und Selbst 28
3.1.1. Beruf, Identität und Profession 33
3.1.2. Die "Fliegermentalität" 39
3.2. Andere Studien 42
3.3. Begriffsbestimmung, Operationalisierung und Hypothesen 44
3.3.1. Persönlichkeits- und Leistungsmerkmale 45
3.3.2. Motivation 47
3.3.3. Ansehen/Image (intern/extern) 48
3.3.4. Arbeitsklima 51
3.3.5. Berufszufriedenheit 52
3.3.6. Berufliche Zukunft 56
4. Empirische Ergebnisse
4.1. Untersuchungsaufbau und Methode 58
4.2. Empirische Auswertung: Überblick 61
4.3. Einzelergebnisse:
4.3.1. Persönlichkeits- und Leistungsmerkmale 69
4.3.2. Motivation 74
4.3.3. Ansehen/Image (intern/extern) 78
4.3.4. Arbeitsklima 83
4.3.5. Berufszufriedenheit 85
4.3.6. Berufliche Zukunft 93
4.4. Darstellung der Anmerkungen der Befragten 97
5. Zusammenfassung und Ausblick 100
6. Literaturverzeichnis 103
7. Anhang
Anh. 1: Zusammenfassung Vorerhebung
Anh. 2: Fragebogen (mit Anschreiben)
Anh. 3: Antworthäufigkeiten im Überblick
Anh. 4: Persönlichkeitsprofile (B1, B2)
Anh. 5: Eigenschaftsprofile (B3, B4)
Anh. 6: Eignungsprofile für fliegerische Tätigkeiten (nach Hansen 1985)

Arbeit zitieren:
Wagner, Anja August 1999: Selbstbild und Selbstverständnis von Luftfahrzeugführern der Luftwaffe im organisatorischen Umfeld der Bundeswehr, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Militär, Bundeswehr, Luftwaffe, Selbstbild, Piloten

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